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epa05919596 A handout photo made available on 21 April 2017 by the British Ministry of Defence (MOD) showing British Royal Air Force Typhoons of 1 Squadron, RAF Lossiemouth, prepare for Exercise Atlantic Trident 17 at Langley Air Force Base, Virginia, USA, on 17 April 2017. The MOD state that RAF Typhoons of 1 Sqn have joined two other NATO air forces at Langley Air Force Base, Virginia, for one of the world’s biggest air combat exercises. Exercise Atlantic Trident 17 will be a test of skill, speed and communication for the air and ground crews of the RAF, US Air Force and Armée de l’Air, the French Air Force. The Eurofighter Typhoon, Lockheed Martin F-22 Raptor and Dassault Rafale will be joined by the Lockheed Martin F-35 Lightning.  EPA/SGT RALPH MERRY / BRITISH MINISTRY OF DEFENCE / HANDOUT MANDATORY CREDIT SGT RALPH MERRY: ROWN COPYRIGHT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA/BRITISH MINISTRY OF DEFENCE

NATO fliegt wegen Russland 780 Kampfjet-Einsätze – wie zuletzt im Kalten Krieg



Kampfflugzeuge der NATO haben 2016 so viele Alarmstarts absolviert wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. Von europäischen Militärbasen aus wurden im vergangenen Jahr rund 780 Einsätze zur Identifizierung und Überwachung russischer Flugzeuge geflogen.

Dies sagte ein Sprecher des zuständigen Bündnisstützpunktes in Ramstein der Nachrichtenagentur DPA. 2015 waren es mit 410 Einsätzen nur etwa halb so viele gewesen.

Bei sogenannten Alarmstarts müssen die Piloten mit ihren Jagdflugzeugen innerhalb von wenigen Minuten in der Luft sein, um zum Beispiel durch Sichtkontakt festzustellen, ob von einem verdächtigen Luftfahrzeug eine Gefahr ausgeht. Notfalls könnte dieses dann mit Gewalt aufgehalten werden.

Alarmstarts, die nichts mit russischen Flugzeugen zu tun haben, sind in Europa vergleichsweise selten. Von den insgesamt 870 Einsätzen im Vorjahr wurden lediglich rund 90 wegen Militärflugzeugen anderer Staaten oder nicht sofort identifizierbarer Passagier- oder Frachtmaschinen geflogen.

Türkei vermehrt unter NATO-Kommando

Die deutlich erhöhte Alarmstart-Zahl ist nach Bündnisangaben vor allem darauf zurückzuführen, dass die türkische Luftwaffe ihre Einsätze seit 2016 vermehrt unter NATO-Kommando fliegt. Als Grund dafür gilt die drastische Verschlechterung der Sicherheitslage in der Region und vor allem das militärische Eingreifen Russlands in den Syrien-Krieg.

Kurz bevor die türkische Luftwaffe mit den Flügen unter NATO-Kommando begann, hatte sich im November 2015 an der türkisch-syrischen Grenze ein folgenschwerer Zwischenfall ereignet. Nach einer angeblichen Luftraumverletzung schoss eine türkische F-16 damals einen russischen Bomber ab.

Nach Angaben aus NATO-Kreisen wäre es vermutlich nicht zu dem Abschuss gekommen, wenn die türkische Luftwaffe bereits damals unter NATO-Kommando geflogen wäre.

Lage in Osteuropa leicht entspannt

Leicht entspannt hat sich nach den jüngsten Zahlen hingegen die Lage in Osteuropa. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Litauen ging die Zahl der Alarmstarts im Baltikum von 160 im Jahr 2015 auf 110 im Jahr 2016 zurück.

Sie lag damit aber immer noch mehr als doppelt so hoch wie in der Zeit vor dem Ukraine-Konflikt. Dieser eskalierte 2014, als sich Russland die ukrainische Halbinsel Krim einverleibte und damit begann, pro-russische Separatisten in der Ostukraine zu unterstützen.

Die NATO sieht die verstärkte Luftraumüberwachung als angemessene Reaktion auf die Angst östlicher Mitgliedsländer vor einem russischen Angriff. Zudem stellen ohne elektronische Erkennungssignale fliegende Flugzeuge Bündnisangaben zufolge eine Gefahr für den zivilen Luftverkehr dar.

Russische Manöver in der Regel völlig legal

Flugsicherungsexperten weisen allerdings darauf hin, dass die russischen Manöver in der Regel völlig legal sind und nicht gegen internationale Regeln verstossen. Ihren Angaben zufolge fliegen auch Jets von Alliierten zeitweise ohne Signalgeber, wenn sie nicht unter NATO-Kommando fliegen. Über die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) wird deswegen derzeit daran gearbeitet, die internationalen Regeln zu verschärfen.

«Es ist in jedermanns Interesse, das Risiko von Unfällen zwischen russischen und alliierten Flugzeugen zu minimieren», sagte ein Bündnissprecher der DPA. Um das Thema gehe es auch in Diskussionen im NATO-Russland-Rat. (viw/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Töfflifahrer 22.04.2017 16:08
    Highlight Highlight Na hat sich doch die NATO selbst eine Berechtigungsbestätigung gegeben und gleich noch nachgewiesen, dass sie sicher mehr Geld brauchen werden um die Bedrohung durch die Russen abwenden zu können.
    Also man lerne, Truppen einsetzen und an die Grenzen eines ehemaligen Bösen verlegen, den solange reizen bis er selber die Muskeln spielen lässt und dann umgehend die globale Bedrohung ausrufen. Respekt! Ich gehe davon aus, dass BR Parmelin da gut aufgepasst hat.
    • dorfne 22.04.2017 18:31
      Highlight Highlight Trump will dass die Europäer mehr in die NATO-Kasse einzahlen, denn zu lange hätten sie sich halb gratis von den USA beschützen lassen. Ein Witz, ein schlechter. Denn was die Amis uns alles eingebrockt haben seit Bush! Und jetzt zeigt sich wieder: es sind dann selbstverständlich immer die USA, die allein bestimmen, wo Feuer gelegt wird, ohne Rücksicht auf europäische Interessen und Verletzlichkeiten.

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