Schweiz
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Drei 17-Jährige moderieren die «Arena» und halten die streitlustigen Politiker im Zaum

Im Zuge der Jugendmedienwoche moderierte nicht Jonas Projer die «Arena» vom Freitag, sondern die drei Teenager Sara, Luis und Andrea. Dafür haben sie sich gleich die drei grossen Themen Migration, Klima und Altersvorsorge ausgesucht. 



Moderator Jonas Projer sitzt für einmal im Publikum und an seiner Stelle moderiert Sara (17) den Anfang der «Arena». Sie beginnt gleich mit dem sehr schwierigen Thema Migration.

Doch die junge Frau scheint weder durch die hochrangigen Studiogäste noch von der Komplexität des Themas beeindruckt. Gleich zu Beginn steigt sie steil ein und fragt SVP-Nationalrätin Barbara Steinemann, warum die reiche Schweiz nicht alle Migranten und Flüchtenden aufnehmen könne. 

Die Diskussion driftet dann in den ersten Minuten etwas stark in Richtung Entwicklungshilfe. Doch auch hier greift Moderatorin Sara professionell ein. Sie fragt, was die Politiker zu tun gedenken, damit Asylsuchende hierzulande beschäftigt werden können und leitet damit gekonnt zurück zur Schweiz.

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Aus der Diskussion der Politiker greift Sara dann das wichtige Stichwort der Integration auf. Habe denn die Schweiz überhaupt eine eindeutige Kultur, in die man sich integrieren könne? Hier führt sie CVP-Nationalrat Martin Candinas aufs Glatteis.

Dazu spielt sie auf dem Bildschirm im Studio das Bild einer Cervelat ein und fragt, ob das nun Schweizer Kultur sei. Candinas bejaht die Frage. Dann schaltet Sara das Bild einer Pizza und eines Kebabs ein und fragt provokant: «Und das?» FDP-Ständerat Ruedi Noser antwortet: «Nein, obwohl es auch fein ist!» Damit ist das schwierige Einstiegsthema Migration abgeschlossen.

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Luis übernimmt das Thema Klimaschutz

Nun darf der ebenfalls 17-jährige Luis die Moderation übernehmen. Sein Thema: Klimaschutz. Er beginnt mit einer wichtigen Frage aus dem Publikum. Haben die Klimastreiks der Schüler in der ganzen Schweiz überhaupt einen Einfluss auf die Politiker?

Steinemann weicht der Frage aus und sagt, sie fände es nicht in Ordnung, dass die Schüler nicht in ihrer Freizeit streikten. SP-Nationalrat Fabio Molina meint: «Genau darum geht es ja bei einem Streik!»

Danach holt Molina zu einem Rundumschlag gegen die bürgerlichen Parteien aus. Diese hätten einem möglichen CO2-Gesetz im Nationalrat alle Zähne gezogen. Luis unterbricht ihn und meint pointiert: «Du hast aber einen langen Atem.» Danach gibt er das Wort an andere Studiogäste weiter und lenkt die Diskussion in eine neue Richtung.

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Luis hat auch keine Scheu, danach Nosers längere Ausführungen zu unterbrechen und auf einen anderen Aspekt des Klimaschutzes überzuleiten. Er gibt der Diskussion mit der provokanten Frage, ob die Politik bisher im Klimaschutz versagt habe, neues Feuer. Die Politiker schieben sich daraufhin die Schuld gegenseitig zu. 

Molina entscheidet die Diskussion mit seinen abschliessenden Satz zumindest auf rhetorischer Ebene für sich: «Es ist eben nicht fünf vor Zwölf, sondern bereits fünf nach!» Luis nimmt den Schlusssatz auf und sagt bedauernd, dass auch seine Zeit als Moderator der «Arena» nun abgelaufen sei und gibt damit das Wort an die dritte und letzte Moderatorin weiter.

Andrea und die verflixte Altersvorsorge

Die dritte Jungmoderatorin hat sich die Altersvorsorge als Thema ausgesucht. Auch sie beginnt wie Luis mit einer provokanten Frage aus dem Publikum. Der junge Remy fragt die Politiker, ob sie ihm garantieren können, dass er seinerzeit auch mal eine Rente erhalten würde.

Keiner der Politiker hat eine wirklich überzeugende Antwort für ihn. Molina meint dazu: «Ich weiss nicht, was in 30 Jahren sein wird.» Candinas verspricht zwar, dass er noch eine Rente erhalten werde, wie hoch diese aber noch sein wird, wisse er nicht. Keine schönen Aussichten für die vielen jungen Menschen im Studio. 

Während die Politiker über die möglichen Massnahmen zur Rettung der Renten diskutieren, werden sie von Andrea sehr professionell durch das Thema geführt. Die junge Moderatorin sorgt stets dafür, dass alle Teilnehmer Zeit haben, ihr Argument auszuführen. Mit ihren Überleitungen stellt sie sicher, dass die Gegenseite auch direkt auf Angriffe antworten kann.

Danach wagt sich Andrea auch noch an die verzwickte Sache des AHV-Steuer-Deals, des so genannten «Kuhhandels». Sie fragt Steinemann geradeheraus, ob das ganze denn nicht ein etwas «komisches Päckchen» sei. Diese Frage kann die SVP-Frau nur bejahen, obwohl sie eine Finanzspritze für die AHV grundsätzlich befürworten würde.

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Gleich darauf wird auch noch Ruedi Noser von Andrea in die Mangel genommen. Sie fragt ihn, ob er als Büroangestellter auch an die 60-Jährigen Baustellenarbeiter mit Rückenprobleme denke, wenn er eine Erhöhung des Rentenalters fordere. Noser gibt daraufhin zurück, man müsse das Rentenalter eben flexibel anpassen. Damit wird auch das dritte Thema von der jungen Andrea kompetent zu Ende geführt.

Sara, Luis und Andrea haben in ihrer «Arena» gezeigt, dass sich auch die Jungen in den sehr komplexen Themen sicher bewegen können. Mit zum Teil provokanten Fragen und humorvollem Kontern hatten sie die vier Politiker stets im Griff. Daher sind die Drei für eine gelungene «Arena» nur zu beglückwünschen.

Diese Schüler erklären, wieso sie streiken

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Video: watson/Chantal Stäubli, Emily Engkent

Die grössten Klimasünder

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37Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Toni.Stark 19.01.2019 11:52
    Highlight Highlight Boa, in diesem Alter war ich so was von grün hinter den Ohren und diese Teens rocken den Laden als gäbe es kein Morgen! R.E.S.P.E.C.T.
  • Adam Gretener (1) 19.01.2019 10:32
    Highlight Highlight Diese junge Erwachsene sind jetzt schon einem Hess oder Tuena haushoch überlegen, kognitiv und was den Anstand betrifft. Die Juristin Steinemann hat sich vor den Kameras bis auf die Knochen blamiert. Das macht Hoffnung auf die Zukunft.
  • Mutbürgerin 19.01.2019 10:22
    Highlight Highlight Mal abgesehen von den inhaltlichen Themen. Könnte man nicht die ganze SRF Belegschaft verjüngen. Von den Fähigkeiten scheint ja kein grosser Unterschied zu den heute überbezahlten und überschätzten SRF - Grossverdienern zu bestehen. Bitte als nächstes Experiment Schawinski von einem Teenie moderieren lassen.
    • Ron Collins 19.01.2019 11:39
      Highlight Highlight Sehr gut! Lieber würde ich es sehen, wenn der Schawinski von dem Teenie beim Interview dauernd unterbrochen und runtergemacht wird. 😆
  • mogad 19.01.2019 09:24
    Highlight Highlight Beim Thema Rente hat Andrea gezeigt, dass das Generationenbashing der neoliberalen Sozialabbauparteien Früchte trägt. Die Jungen zahlen den Senioren die Renten! Und CVP- Candinas: 1,2 Milliarden seien von den Erwerbstätigen an die Senioren geflossen. Und was ist mit den
    4 Milliarden Verwaltungskosten? Verrechne ich die mit den 1,2 Mia "Verlust" ergibt sich ein Überschuss von 2,8 Mia! Und was ist mit den Negativzinsen als Folge der Finanz- und Eurokrise? Mit dem Einfluss der Aktienkurse? Seit 20 J. sinken die Renten aus dem BVG. Über all dies fiel gestern kein Wort.
    • Hierundjetzt 19.01.2019 10:18
      Highlight Highlight Jetzt machst Du ein komplettes Chaos weil Dir sämtliches Wissen(KV 1 Lehrjahr) fehlt, daher auch das seeehr seltsame Bashing 😏

      Die AHV wird im Umlageverfahren finanziert. Das heisst Arbeitnehmer zahlen den heutigen Rentnern die AHV. Die AHV legt Ihr Geld nicht bei der SNB an 🙄 daher ist das mit den Negativzinsen... ok keine Ahung was Du meintest

      Die PK ist im Kapitalwertverfahren finanziert: DU sparst nur DEIN Kapital an. Da sinkt der Umwandlungssatz nicht Deine Rente
    • Liselote Meier 19.01.2019 10:48
      Highlight Highlight @hier und jetzt; Gleich doppelt Falsch. Ja die AHV funktioniert via Umlagefahren aber + den angelgeten AHV-Fonds, welcher bis vor der Finanzkrise immer grösser wurde und auch Zinsen ergab.

      Zur BVG. Woher glaubst kommt denn das Geld um die Deckungslücken zu bezahlen und den momentanten Umwandlungssatz zu bezahlen?
      Dein BVG Konto ist nicht ein „Einzelkonto“ das kommt in einen Pool und daraus zahlt man Renten.

    • mogad 19.01.2019 11:45
      Highlight Highlight @Hierundjetzt. "Da senkt der Umwandlungssatz nicht Deine Rente." Sie haben es offenbar nicht einmal ins
      1. KV- Lehrjahr geschafft. Die Senkung des Umwandlungssatzes führt sehr wohl zu tieferen Renten, obwohl ich das gar nicht thematisiert habe. Wie kommen Sie darauf, dass Ich nicht weiss, dass die AHV im Umlageverfahren funktioniert und das BVG über das Kapitaldeckungsverfahren?? Auch das war aber nicht Thema, sondern die hohen Verwaltungskosten von
      4 Milliarden, Tendenz stetig steigend!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Triple A 19.01.2019 09:17
    Highlight Highlight Cool! So viel Auftritts- und Sachkompetenz stimmt mich zuversichtlich für unsere Zukunft.
  • Göschene-Eirolo 19.01.2019 08:44
    Highlight Highlight Eines hat diese Arena gezeigt: wir Erwachsenen unterschätzen die Jungen völlig. Kein Wunder, gehen sie auf die Strasse. Sie agieren, während die Politik reagiert.
    • mogad 19.01.2019 10:14
      Highlight Highlight Sehr erfreulich. Ich hoffe nur, dieses Engagement hat mehr als Eventcharakter für die Jugendlichen, ist mehr als etwas, wo man dabei sein muss um dazu zu gehören. Ich hoffe dieses Engagement wird dazu führen, dass diese 17-jährigen Jugendlichen in einem Jahr dann auch stimmen und wählen werden.
  • malu 64 19.01.2019 08:32
    Highlight Highlight Der Jugend gehört die Zukunft und es braucht auch Provokation und Ungehorsam um etwas zu bewegen.
  • Olmabrotwurst 19.01.2019 07:47
    Highlight Highlight Hab mir die Sendung vorhin angeschaut, war wirklich erstaunt wie gut sie das gemeistert haben.
  • Diagnose: Aluhut 19.01.2019 07:46
    Highlight Highlight Ich fand es eine coole Arena. Die Drei waren echt gut. Sowas erfordert nebst guter Vorbereitung auch eine riesige Portion Mut. Luis‘ Lache war mein Highlight 😁
  • lily.mcbean 19.01.2019 07:30
    Highlight Highlight Ich bin schwer beeindruckt von diesen jungen Erwachsenen. Wenn ich an mein 17 Lebensjahr zurückdenke, was ich und meine Gspänli zu der Zeit so anstellten, jesses da muss man sich glatt für die Ignoranz schämen. Toll zu sehen das eine neue, frische und gewitzte Generation in den Startlöchern steht um unsere alte Garde aufzumischen!
  • N. Y. P. 19.01.2019 06:52
    Highlight Highlight Ich bin schwer beeindruckt von den drei Schülern. Sie haben sich sehr gut vorbereitet. War ein gutes Format gestern.

    Herr Projer, grosses Kompliment. Nicht nur wegen gestern, sondern, weil sie offen sind, ständig neues auszuprobieren.

    Auch zeigt sich : Wird das Publikum einbezogen, wird es windig für die gestählten Politiker.


    Herr Projer, da sie ja auch watson - Kommentare lesen (müssen?) :

    Aufgrund der gestrigen tollen Sendung vielleicht mal : 3 Schüler versus 2 SVP* Granden. Das wäre ein Gaudi. Mit unkonventionellen Fragen die NR löchern.

    *oder FDP, GLP..
    • Wiederkehr 19.01.2019 19:09
      Highlight Highlight Warum nicht den SP Nationalrat löchern? Bspw fragen warum er einen zwei Tonnen schweren Mercedes Benz fährt und sich dann als Klimaretter hinstellt?
    • WStern 20.01.2019 17:30
      Highlight Highlight @Wiederkehr: Fabian Molina fährt einen 2-Tonnen-schweren Mercedes? Wirklich?
    • N. Y. P. 20.01.2019 18:15
      Highlight Highlight Das kann unmöglich stimmen.

      Mein Weltbild würden in Trümmern liegen. Sag bitte, dass das nicht stimmt..

      So, musss schnell meinen Hummer umparkieren..
  • Töfflifahrer 19.01.2019 06:47
    Highlight Highlight Eine Wurst die auf Därme aus Uruguay angewiesen ist,ist also unsere Kultur.
    Die Pizza aber sicher nicht. Ich denke das Tessin sieht das etwas anders.
    • mogad 19.01.2019 09:11
      Highlight Highlight Dürüm Falafel! esse ich regelmässig und darum gehört das zu meiner Kultur.
    • Liselote Meier 19.01.2019 13:04
      Highlight Highlight Sowohl als auch. Der Typ versteht schlicht den Kulturbegriff nicht. Kultur hat zwei Betrachtungsweisen, eine Historische sprich Bevölkerung a im Gebiet b, zu Zeit c hat dies gegessen zu dem getanzt usw.

      Die Gegenwärtige beiinhaltett alles was die Bevölkerung gegenwärtig so treibt, da gibt es keine Kategorisierung das gehört dazu und das nicht, dies geht nur historisch wie z.b. der Döner gehörte im Jahre 1850 nicht zur Schweizer Kultur weil sie es damals nicht kannten und nicht gegessen haben.



  • Fabio74 19.01.2019 06:24
    Highlight Highlight Ohje nur wer so ekligen Fleischabfall namens Cervelat antut isst völkisch korrekt?
    • mogad 19.01.2019 10:16
      Highlight Highlight Genau. die CH-Nationalwurscht schmeckt nur, wenn man nicht dran denkt, was drin ist. Und das Wort Cervelat klingt ja nicht gerade nach einer unserer Landessprachen. Oder doch?
    • who cares? 19.01.2019 15:26
      Highlight Highlight Französisch keine Landessprache mehr? O.o
    • Roterriese 19.01.2019 16:17
      Highlight Highlight von italienisch cervellata und mittelfranzösisch cervelat...
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  • Arneis 19.01.2019 01:18
    Highlight Highlight Ich werde mich bemühen in der Zukunft neuerdings in meiner Freizeit zu streiken.
    Versprochen liebe SVP.
  • milkdefeater 19.01.2019 00:22
    Highlight Highlight Das ist fantastisch!
  • Sherlock_Holmes 19.01.2019 00:17
    Highlight Highlight Ich bin schwer beeindruckt von der Auftrittskompetenz und Professionalität, mit der Sara und Luis ihre Themenblöcke moderiert haben – jener von Andrea werde ich mir morgen anschauen, wobei ich vermute, dass sie ebenso sicher auftreten wird.

    Es gibt mir Hoffnung, wenn ich sehe, dass hier eine Generation folgt, welche heute durch die dringenden Themen und Herausforderungen politisiert – und in absehbarer Zeit die Schwerpunkte von Gesellschaft und Politik positiv mitgestalten und verändern wird.
  • Halyzia 19.01.2019 00:09
    Highlight Highlight Ganz allgemein möcht ich säge, dass ich die jugendmediewuche e grossartigi sach find, um unserer zuekunft e stimm z geh!

Klimastreik in Deutschland – Präsident der Schüler-CDU verpetzt Mitschüler bei den Lehrern

Nicht nur in der Schweiz streiken heute Schülerinnen und Schüler, um einen effektiveren Kampf gegen den Klimawandel zu fordern. Auch in Belgien und Deutschland gehen die Jugendlichen auf die Strasse. Im Bundesland Baden-Württemberg etwa finden Streiks unter anderem in Stuttgart, Freiburg im Breisgau und Tübingen statt. 

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