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In this Dec. 16, 2018 photo, one of Mark Sopko reindeer named Thunder stands in Branchburg, N.J. Reindeer named Thunder and Jingles, they make their home year-round at Sopko's Central Jersey farm, but spend much of their time after the arrival of Thanksgiving making appearances at local and private events, schools, parades, breakfasts with Santa, and sometimes even the occasional office Christmas party. (Ed Murray /NJ Advance Media via AP)

Die US-Behörden sorgen sich vor einer ansteckenden Hirnkrankheit bei Rentieren und anderem Wild. Bild: AP/NJ Advance Media

Übertragung auf Menschen nicht ausgeschlossen – Forscher warnt vor «Zombie-Krankheit»



Es gilt laut Studien als unwahrscheinlich, dass sich die Krankheit CWD von Elchen oder Rentieren auf den Menschen übertragen kann. Trotzdem schlägt ein Experte für Infektionskrankheiten nun Alarm – und nimmt bei einem Vergleich drei böse Buchstaben in den Mund: BSE.

Die US-Behörden sorgen sich vor einer ansteckenden Hirnkrankheit bei Elchen und anderem Wild. Die sogenannte Chronic Wasting Disease (CWD), oft «Zombie-Krankheit» genannt, hat nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC mittlerweile in 24 US-Staaten sowie in zwei kanadischen Provinzen Hirsche oder Elche befallen. Der hochrangige Forscher Michael Osterholm warnte, dass eine Übertragung auf den Menschen nicht ausgeschlossen werden könne. Während Norwegen mit verschiedenen Massnahmen gegen CWD vorgeht, geraten deutsche Experten derzeit nicht aus der Ruhe.

CWD ist eine ansteckende Prionenerkrankung, ähnlich wie Rinderwahn (BSE) und Scrapie bei Schafen. Sie greift das zentrale Nervensystem an und sorgt dafür, dass infizierte Tiere immer ausgezehrter und schlapper werden – deshalb der Beiname Zombie-Krankheit. Fälle, in denen CWD auf Menschen oder Haustiere übertragen wurden, sind bislang nicht bekannt.

Im April 2016 wurde CWD erstmals ausserhalb Nordamerikas und Südkoreas bei einem Rentier in Norwegen festgestellt. Später folgten weitere positive Befunde. In Finnland sind seit Januar 2018, als die Erkrankung bei einem toten Elch und damit erstmals innerhalb der EU festgestellt worden war, keine neuen Fälle hinzukommen.

Forscher sieht Risiko für Menschen

Nun hat Forscher Osterholm die Diskussion über eine Übertragung auf den Menschen ins Rollen gebracht. Diese wurde bisher als unwahrscheinlich betrachtet. Auch die US-Behörde CDC schreibt weiterhin:

«Bislang hat es keine Fälle einer CWD-Infektion bei Menschen gegeben.»

Allerdings deuteten Studien darauf hin, dass ein Risiko für manche nicht-menschlichen Primatenarten bestehe.

Osterholms Warnung fiel dennoch drastisch aus. «Es ist wahrscheinlich, dass Fälle von CWD beim Menschen in den kommenden Jahren dokumentiert werden, die mit dem Verzehr von kontaminiertem Fleisch in Verbindung stehen», sagte er in diesem Monat im Parlament des US-Staates Minnesota. Es sei möglich, dass sich menschliche Fälle häuften und keine isolierten Ereignisse darstellten, ergänzte der Direktor des Zentrums für Infektionskrankheiten an der Universität von Minnesota.

«Sollten wir infiziertes Wild essen? Was ist das Risiko? Wir haben keine Beweise für menschliche Fälle. Aber das Problem damit ist das verzögerte Auftreten.»

Michael Osterholm

Ob sich jemand infiziert habe, könne man erst später feststellen. «Wir können nicht auf die ersten Fälle warten.»

Ist das Panikmache oder berechtigte Sorge? Das Friedrich-Loeffler-Institut teilt mit, dass laut Studien eine erhebliche Speziesbarriere bei der Übertragung von CWD auf den Menschen zu bestehen scheine. Es gebe auch keine Hinweise auf CWD-Übertragungen auf den Menschen. «Nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand kann eine Übertragung von CWD auf den Menschen zwar nicht mit allerletzter Sicherheit ausgeschlossen werden, das Risiko dafür kann aber als äusserst gering angenommen werden», so das Institut.

1400 Rentiere in Norwegen erschossen

In Norwegen beobachtet man die Erkrankung ganz genau. Vor einem Jahr wurden dort in der Region Nordfjella mehr als 1400 wildlebende Rentiere erschossen, nachdem bei 17 der Tiere CWD festgestellt worden war. Bis heute wurden mehr als 70'000 Tiere untersucht.

«Norwegen hat grosse Anstrengungen unternommen, um CWD auszumerzen, aber wir wissen nicht, ob wir es schon geschafft haben.»

Norwegisches Landwirtschaftsministerium

Auch Karen Lone von der norwegischen Umweltbehörde sagt: «Wir kämpfen gegen diese Krankheit.» Jahrelang müsse konkret gegen die Krankheit angegangen und zu ihr geforscht werden. Die Erkrankung sei bis heute bei 19 Rentieren, vier Elchen und einem Rothirsch festgestellt worden. Der Typ von CWD bei den Elchen und dem Hirsch sei jedoch nicht derselbe gewesen wie der klassische bei den Rentieren. «Das ist eine wichtige Unterscheidung. Es gibt keine Verbindung zwischen den Rentieren und den anderen Tieren.»

Und der Mensch? «Ein Expertengremium hat das Risiko für Menschen geprüft. Das Risiko ist sehr gering, kann aber nicht ausgeschlossen werden», sagt Lone. Norwegen wisse, dass die Zombie-Krankheit in der Umwelt sei. «Wir wissen aber nicht, wie sehr. Es wird Jahre dauern, bis wir sicher wissen, ob wir die Krankheit losgeworden sind.»

(sda/dpa)

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26
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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Lörrlee 04.03.2019 08:17
    Highlight Highlight Ich störe mich immer wieder dabei, wie der Name "Zombie" vor irgendwelchen Krankheiten oder Viren gesetzt wird. Ihr wisst schon, was Zombies sind?

    Ich mach's kurz: Wenn Infizierte der Krankheit nicht auf Menschen loshetzen, um irgendwelche Körperteile oder Organe abzubeissen und folglich der Einsatz jeglichster Waffen gegen sie eingesetzt werden darf, dann habt ihr das nicht Zombie-irgendwas zu nennen, so einfach ist das.
    • Wander Kern 04.03.2019 11:25
      Highlight Highlight Und da bauptet noch jemand, fensehen bildete nicht.
  • Astrogator 04.03.2019 05:05
    Highlight Highlight Und meine Frau hat gelacht, als ich mir eine Jagdarmbrust zugelegt habe....
  • KorabNeuAcc DinaNeuAcc 03.03.2019 23:43
    Highlight Highlight hallo, ihr solltet denen sagen dass, sie aus dem Blut der CWD verseuchten, Tieren. Versuchen sollen ein Heilmittel,
    zu machen denn ich meine, wenn ein ZOMBIE-VIRUS ausbricht. :( Das Leben das wir kennen, würde weg sein guckt euch mal irgend eine Zombie Serie an wie The Walking Dead oder Z nation. Das ist schlimm sehr sogar.
    Also ich finde sie sollten so schnell wie möglich etwas unternehmen ansonsten, sind wir zerstört. P.S ich bin erst 12 aber interesiere mich für solche sachen
    • hoffmann_15@hotmail.com 04.03.2019 11:15
      Highlight Highlight Oh Junge, glaubst du etwa auch noch an den Weihnachtsmann und den Osterhasen? Das soll nicht so respektlos rüberkommen, wie es sich liest, aber bleib mal auf dem Boden.
  • banane1 03.03.2019 23:23
    Highlight Highlight Von nun an mache ich mir Notizen wenn ich The Walking Dead schaue.
  • Todesstern 03.03.2019 22:08
    Highlight Highlight Es kann losgehen! 😁 * Achtung Sarkasmus*
  • Floboter 03.03.2019 20:31
    Highlight Highlight Es ist soweit..
    Die zombieapokalypse beginnt
  • Charlie Runkle 03.03.2019 13:49
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
    • Corpus Delicti 03.03.2019 14:38
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
  • Daenerys Targaryen 03.03.2019 12:54
    Highlight Highlight Und meine Zombiephobie schlägt aus wie ein überzuckertes Kind an Weihnachten. Nee, ich hoffe das keine Menschen infiziert werden, sonst muss ich mich für die Zombieapokalypse vorbereiten... :(
  • Olmabrotwurst 03.03.2019 12:33
    Highlight Highlight Ich warte immernoch auf die Tintenfischseuche
  • tzhkuda7 03.03.2019 12:11
    Highlight Highlight Ich hoffe ja teilweise wirklich das durch den Klimawandel nicht an einem Ort auf der Welt irgendwelche Bakterien/Viren auftauen aus dem Eis, welche seit 10'000 von Jahren nicht mehr existent unter den Lebenden waren und unsere Genpools entsprechend diese gar nicht mehr kennen.

    Ein Ausbruch einer solchen Krankheit kann äusserst fatal sein, da viele Menschen keinen Zugang zu einem Impfstoff haben werden, welxher sleber dazu noch entwickelt werden müsste.

    Bei heute fast 8.5 Milliarden und der Globalisierung ist die Verbreitung zudem dür die Krankheit dann einfach...
    • Janorian 03.03.2019 16:35
      Highlight Highlight Hmm... Das zu hoffen ist unfair, da es am frühesten die trifft, die gar nicht Schlud am Klimawandel sind.
    • Satox 04.03.2019 08:21
      Highlight Highlight Eine Krankheit welche unser Genpool nicht kennt? Glaub mir, jede tödliche Krankheit kennt unser Genpool nicht, und jetzt schalte deine TV Serie ab! Genug Science Fiction für dich und heute
  • losloco 03.03.2019 11:54
    Highlight Highlight Na dann kann man vorsorglich eine weitere Pseudoimpfung erfinden. Somit ist die Menschheit gerettet!
    • Beggride 03.03.2019 12:17
      Highlight Highlight Was für Pseudoimpfungen gibts denn schon? Und ich will Namen hören, bitte!
    • RobinBurn 03.03.2019 12:17
      Highlight Highlight Woher kommt deine Wut?
    • Calvin Whatison 03.03.2019 12:55
      Highlight Highlight Bist du infiziert?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gogl Vogl 03.03.2019 11:47
    Highlight Highlight BSE, Vogelgrippe, Schweinegrippe, Ebola und jetzt (neu verfilmt) BSE!
    • Xonco 04.03.2019 14:14
      Highlight Highlight Schau dir Sebastian PuffPaff an, wie genial.

      Wirklich immer um diese Jahreszeit kommt was neues.

      Praktisch aber auch.

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