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bilder: shutterstock / montage: watson

«Meine 20 Jahre ältere Affäre erniedrigt mich»

06.12.2018, 09:30
Liebe Emma, 

vor drei Monaten habe ich eine Affäre mit einem 20 Jahre älteren Mann begonnen. Er ist 40, ich 20. Er ist wirklich ein toller Mensch, super lieb, fürsorglich und nett und der Sex ist der absolute Hammer. Leider hat er auch seine negativen Seiten. Ab und zu nimmt er Drogen, aber er hat es im Griff und das stört mich auch weniger.

Mein Problem ist nun, dass ich mich in ihn verliebt habe. Er war es, der das Thema anschnitt. Er liebt mich angeblich so unbeschreiblich sehr, dass ich mir das kaum vorstellen kann. Das war vor 2 Monaten.

Jetzt erklärte er mir, dass er mich doch nicht liebt. Wir telefonieren öfter abends und reden über (teils perverse) Dinge. Er war also ziemlich erregt – aber nicht auf Drogen – und erklärte mir, dass ich ihm eigentlich total egal sei, keinen Wert für ihn habe ausser den sexuellen. Es mache ihm Spass, mich zu verletzen.

Er weiss, dass ich geringes Selbstwertgefühl habe, trotzdem habe ich nicht zugegeben, wie sehr er mich verletzt hat.

Am Sonntag haben wir uns wieder getroffen. Nach einer Runde im Wald gingen wir zurück zu den Autos und – ich habe es erst im Nachhinein registriert – er nahm meine Hand und war wieder vollkommen fürsorglich. Er merkte, dass mich was bedrückte und sagte mir, ich solle mit ihm reden, ich wäre ihm nicht egal.

Ich denke du merkst, wie sich alles widerspricht. Ich habe ihn auch bereits darauf angesprochen, aber er behauptet weiterhin, mich nicht zu lieben.

Was denkst du darüber? Sicher wäre es am besten, das Ganze zu beenden. Aber ich liebe ihn doch. Könnte es sein, dass er mich vielleicht doch liebt, aber Angst davor hat und es nicht (mehr) zugeben will? Oder mache ich mir hier unnötige Hoffnungen auf ein Happy End, welches vermutlich sowieso nie kommen wird?

Liebe Grüsse,
Jenny

Liebe Jenny,

deine Zeilen erschüttern mich. So sehr, dass ich dir als erstes unbedingt eines ans Herz legen will: Geh! Und zwar ganz schnell und ganz weit weg von diesem Mann. Sein Verhalten ist so unfassbar daneben, dass ich ihm am liebsten höchstpersönlich wüst sagen will.

Ich habe deine Mail mehrfach gelesen und mich gefragt, ob ich irgendetwas erkenne, das im Ansatz positiv ist an euerer Geschichte. Ich habe nichts gefunden. Als neutrale Betrachterin sehe ich normalerweise immer etwas, bei dem ich nachvollziehen kann, warum man sich unglücklich verliebt hat.

In deinem Fall scheint dir aber dein Herz einen sehr fiesen Streich zu spielen. Besonders dreist empfinde ich das Zuckerbrot-und-Peitschen-Prinzip, das der Typ mit dir lebt. Erniedrigen, dann Händchenhalten. Dir sagen, dass er dich liebt, um sogleich alles wieder zu revidieren.

Jenny, das ist nicht nur daneben, das ist ein Muster, das dich langfristig lahmlegen und dir das Vertrauen in gute Männer nehmen kann. Niemand, rein gar niemand hat es verdient, so behandelt zu werden.

Vielleicht ist der Mann nicht per se ein Fiesling. Wahrscheinlich hat er selber Dinge erlebt, die ihn zu dem gemacht haben, was er heute ist. Das aber ist keinesfalls eine Entschuldigung oder eine Rechtfertigung für sein Verhalten.

Hier ist es wichtig, dass du den ganzen Fokus auf dich und dein Seelenwohl richtest. Ich bin mir sicher, dass du nur zur Ruhe – und zum Glück – kommst, wenn du den Mann aus deinem Leben verbannst.

Und zwar lieber gestern als heute.

Ich weiss, wie viel Kraft so ein Schnitt erfordert. Hol dir Unterstützung von deinen Freunden und deiner Familie. Aber lass los. Du wirst irgendwann dafür belohnt.

Wirklich.

Ich denke fest an dich und schicke dir ein Universum an Kraft,

Und was würdest du Jenny raten?

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Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
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