DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
montage: watson / material: shutterstck
Emma Amour

Der, der meiner Vagina den Namen seines Hundes gab

Hier ein weiteres Kapitel meines Singlelebens, das ein Schosshündli namens «kleine Lady» beinhaltet und was das mit meiner Nacktheit zu tun hat.
15.03.2019, 10:27

Ab einem gewissen Alter – ich bin da schon längst angekommen – muss Frau damit rechnen, dass der nächste Partner nicht nur ein Rucksäckli trägt, sondern auch das ein oder andere Kindersitzli im Auto mitfährt.

Alles kein Problem. Das mit den Kids finde ich sogar noch praktisch. Die sind dann schon da. Kein Alkoholentzug, kein Nicht-Rauchen, kein mühsames Gebären. Zäck, Stiefmama. Funktioniert das gut mit der leiblichen Mutter, dann finde ich das Modell Patchwork-Familie sehr romantisch.

Aber darum geht es in diesem Text gar nicht. Wobei, hey, Single-Dads, si jamais: emma.amour@watson.ch.

Auf ein Dating-Drama weist nix, nada, nüüt hin!

Jedenfalls neulich, nachdem ich eine weitere Suff-SMS-Sandro-Krise in genug Bier ertränkt habe, matchte ich auf irgendeiner dieser Dating-Apps mit Jan. Jan ist easy. Typ totaler Normalo.

So sind auch die Nachrichten, die wir austauschen: total normal. Nichts weist darauf hin, dass ein Treffen mit Jan in einer Misere enden könnte. Also machen wir ein Date aus. Er schlägt einen öffentlichen Park vor. Find ich gut. Ist ja frühlingshaft gerade in Zürich.

Ich entscheide mich für bequemes Schuhwerk, Pulli, Jeans, Dutt. Jan winkt mir aus der Ferne zu. Ich mag sein Lachen. Und seinen Rucksack. Der sieht futuristisch aus. Hat hinten so eine Plastik-Kuppel. Wie ein Guckfenster.

Mann mit Tierli teilen? Nöö!

Als ich näher komme, merke ich: Das ist ein Guckfenster. Und aus dem Guckfenster guckt ein kleines weisses Hündli. Sehr haarig. Kleine rosa Zunge. Hündli hechelt. Kann mir sehr gut vorstellen, dass Hündli beim Aufreissen hilfreich ist. Frauen und Tierli halt.

Bloss: Ich bin kein Tierli-Mensch. War noch nie einer. Und werde auch nie einer sein. Nicht falsch verstehen, ich habe nichts gegen Tiere. Ich will einfach weder Tisch, Bett noch Mann mit einem teilen.

«Das ist Kleine Lady», sagt Jan und lässt das Hündli aus dem Rucksack. «Ist sie nicht herzig!?». Kleine Lady hat nun Platz auf meinem Schoss genommen. Meine schwarze Jeans ist voller weisser Haare. Ich hätte Kleine Lady gerne weg da.

Nun hebt sie Jan hoch. Als wäre sie Simba aus «Lion King». Dann drückt er sie an sich und knutscht sie überall ab, bevor er sein Gesicht von Kleine Lady ablecken lässt. Jan, Kleine Lady und ich machen jetzt ein Spaziergängli. Am Wasser. «Sie isch am glücklichschte, wänn sie chan Füessli bädälä.»

Vom Super-Date zum Super-Gau in einem «Aaaaalso»

Das einzig Gute hier: Jan ist so mit Kleine Lady beschäftigt, dass er absolut keine Zeit hat, um mit mir zu reden. So spazieren wir eine Weile nebeneinander her. Er himmelt Kleine Lady an. Ich warte, bis die Höflichkeits-Stunde vorbei ist.

Dann hole ich zum grossen «Aaaaaalso…» aus und will Tschüss sagen. Findet Jan schade. Er würde gerne noch mit Kleine Lady und mir essen gehen. Er habe schon länger keine Frau getroffen, mit der es so super sei wie mit mir. Und Kleine Lady, betont er, habe mich auch sehr gern. Hihi.

Ich sage, dass ich mich geehrt fühle, aber absolut kein Hundemensch sei. Mehr noch, dass Hunde ein Dealbreaker für mich sind.

«Easy, easy», findet er. So mega krass sei das Date jetzt auch nicht gewesen. Und eigentlich müssen Kleine Lady und er auch schon längst los. Wir verabschieden uns ziemlich unterkühlt.

Ich will Jan bereits ad acta legen, als mich folgende Nachricht von ihm erreicht: «Gäll, seisch eifach, falls ich mal dini chlii Lady streichle söll. Weisch, so ganz unzwunge ohni Verpflichtige».

Es war das erste Mal, dass ein Mann meine Vagina wie seinen Hund nannte.

Nuff said.

Adieu,

Weil ich auch mal eure lustigen Geschichten lesen will: Erzählt mir von euren kuriosesten Dates! (Enttäusch mich nicht, Snowy.)

Apropos kurios:

1 / 15
Lustig aussehende Bäume
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Die Geschichten aus dem Leben von Emma Amour:

1 / 90
Die Geschichten aus dem Leben von Emma Amour:
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
Emma Amour ist ...
... Stadtmensch, Single, Anfang 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deinen Fragen annimmt. Und keine Sorge, so wie auch Emma, wirst auch du mit deiner Frage anonym bleiben. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
bild: watson

Mehr von Emma Amour:

Alle Storys anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Zölibat, Frauenhass und Schmerzsuche: Wie uns die Kirche die Lust raubte

Was die Hexenverfolgung mit unterdrückten Trieben zu tun hat und warum das Kreuz die westliche Welt traumatisierte. Ein unbequemer Spaziergang durch die Geschichte der christlichen Sexualität.

Wir wollen mit Paulus beginnen, dem urchristlichen Missionar und ersten Theologen. Mit dem Mann, der auf dem Weg nach Damaskus, geblendet von einem gleissenden Himmelslicht, vom Pferd stürzte und fortan die Christen nicht mehr verfolgte, sondern taufte – wie es ihm die Stimme Jesu auftrug. So erzählt es uns zumindest die Apostelgeschichte.

Seine Auslegung der Bibel war über Jahrhunderte bestimmend – ja, ist es bedauerlicherweise immer noch. 

Es gibt eine Menge Theorien über Paulus' Vision, …

Artikel lesen
Link zum Artikel