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Meine Wechseljahre sind im Anmarsch – und ich hasse es!

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bild: watson / shutterstock
Rund um Gsund

Meine Wechseljahre sind im Anmarsch – und ich hasse es!

Mein Körper hat immer funktioniert wie eine Uhr. Und jetzt, ein paar Monate vor meinem 47. Geburtstag, läuft plötzlich alles aus dem Ruder. Und ich find's total unlustig.
12.08.2022, 08:19
Sandra Casalini
Sandra Casalini
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Irgendwie muss mein Körper – beziehungsweise mein Hormonhaushalt – dieses Timing voll witzig gefunden haben. Klar, mit 46 wirst du nicht mehr so einfach schwanger, auch wenn dummerweise am Tag des Eisprungs ein Kondom platzt. Trotzdem war das Gefühl irgendwie blöd – schliesslich hab ich es sogar mal geschafft, trotz Verhütung schwanger zu werden (das einzige Mal, an das ich mich erinnern kann, dass mein Hormonhaushalt nicht nach Plan lief).

Dass meine Monatsblutung gerade jetzt erstmals ausblieb (mein Zyklus funktioniert sonst wie ein Uhrwerk, immer zwischen 28 und 30 Tagen), war irgendwie ein schlechter Scherz meines Körpers.

Ich blutete wie ein Wasserfall

Die vier Schwangerschaftstests, die ich jeweils im Abstand von zwei Tagen machte, waren alle negativ, was mich einerseits erleichterte, andererseits verstörte. Ja gut, dachte ich. Hatte ich halt keinen Eisprung. Kann ja mal vorkommen. Stress soll ja den Hormonhaushalt auch beeinflussen, zum Beispiel. Drei Wochen später setzten die Blutungen ein. Und zwar richtig. Ich blutete wie ein Wasserfall. Zwei Wochen lang.

Was macht man in so einer Situation? Klar, man googelt. Hormonelle Veränderungen im Hinblick auf die Wechseljahre? Du meine Güte, ich bin doch noch nicht alt. Ich bin noch ewig fruchtbar. Klar, ich will keine Kinder mehr. Aber ich will, dass ich noch könnte, wenn ich wollte. Das muss ein Tumor sein. Ich werde sterben!

«Dabei dachte ich, dass das Thema Wechseljahre noch meilenweit weg von mir sei ...»

Als ich zum Termin bei meiner Frauenärztin erschien, war ich überzeugt, dass ich bereits mit einem Bein im Grab stand. Nun, die Ärztin erklärte mir nach einem kurzen Blick in mein Inneres, dass ich noch quicklebendig sei, aber dass mein Körper halt langsam mit dem Umbau meines Hormonhaushaltes beginne. Unregelmässige Blutungen würden jetzt häufiger werden, bis sie ganz ausbleiben würden. Hätte mir jemand vor zehn Jahren gesagt, dass ich bald keine dieser ungeliebten Blutungen mehr würde ertragen müssen, hätte ich frohlockt. Und jetzt? Schiebe ich Panik. Bin ich echt schon so alt?

Ehrlicherweise hatte ich mich bisher nicht gross mit dem Thema Wechseljahre befasst, einfach, weil ich dachte, dass sie noch meilenweit weg von mir seien. Unter bekannten Symptomen wie Hitzewallungen, Schweissausbrüchen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen leide ich nicht.

Dafür platze ich seit einiger Zeit buchstäblich aus meinen Klamotten, obwohl ich mehr oder weniger täglich Sport treibe und mich (mit Ausnahmen) bewusst ernähre. Das nervt mich, und ich nehme mir jeden Tag vor, noch mehr auf meine Ernährung zu schauen. Denn auch in dieser Hinsicht war mein Körper immer zuverlässig: Ich habe zwar immer relativ schnell zugenommen, aber auch verhältnismässig leicht abgenommen. Wenn ich mal nicht mehr in ein Kleid gepasst habe, hab ich zwei Wochen besser auf die Ernährung geschaut, und gut war. Aber jetzt funktioniert das irgendwie nicht mehr, egal, was ich mache.

Fühle mich wie in der Schwangerschaft

Die bittere Wahrheit ist: Ich muss mich wohl der Tatsache stellen, dass mein Körper sich langsam aber sicher aufs Ende der fruchtbaren Phase einstellt. Er reduziert erst einmal die Produktion des Hormons Progesteron, was zu einem Überschuss an Östrogen führt. Das kann zu Pickeln, Haarausfall und Gewichtszunahme führen. Zudem verlangsamt sich der Stoffwechsel und der Körper lagert mehr Wasser ein. Kein Wunder, fühle ich mich regelmässig wie während meinen Schwangerschaften.

«Das Leben ist ungerecht!»

Status quo ist also: Ich blute immer wieder mal dann, wenn ich nicht damit rechne, und wenn ich sollte, tu ich's nicht. Wenigstens hab ich so eine Entschuldigung, auf meine geliebten weissen Shorts zu verzichten, in die ich eh nicht mehr reinpasse. Ich hasse es. Und dann sehe ich alle Typen in meinem Alter um mich rum, die vielleicht etwas mehr Bauch und etwas weniger Haare haben, aber sonst total easy altern. Das Leben ist ungerecht!

Nun, die gute Nachricht hier ist: Wenn die Menopause – also die letzte Regelblutung – mal eingetreten ist, wird die Produktion von Östrogen und Progesteron sozusagen eingestellt, das männliche Hormon Testosteron bleibt aber auf gleichem Level. Das sollte dann wenigstens dafür sorgen, dass der Hüftspeck ein bisschen weniger wird. Und die Aussicht darauf, keine Periode mehr zu haben, ist schlussendlich auch gar nicht so übel. Nur schon weil ich mich dann nicht mehr mit geplatzten Kondomen beschäftigen muss.

Liebe Frauen, wie erlebt ihr die Wechseljahre oder wie habt ihr sie erlebt? Oder wie stellt ihr sie euch vor? Und was macht ihr, liebe Männer, diesbezüglich für Erfahrungen mit den Frauen in eurem Leben? Teilt es in den Kommentarspalten.

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Video: watson/lea bloch
Sandra Casalini, bei sich zu Hause in Thalwil, am 04.12.2018, Foto Lucian Hunziker
bild: Lucia Hunziker

Über die Autorin:

Sandra Casalini schreibt über mehr oder weniger alle und alles, was ihr über den Weg läuft – immer gnadenlos ehrlich und mit viel Selbstironie. Genau so geht sie auch den Blog «Rund um Gsund» an, der ab sofort alle zwei Wochen auf watson erscheinen wird. Bei dem Thema Gesundheit verhält es sich bei Sandra gleich wie mit der Kindererziehung: Sie ist keine Expertin, aber kommt mit beidem irgendwie klar. Manchmal mit Hilfe, manchmal ohne.

Casalinis Texte erscheinen regelmässig im Elternmagazin «Fritz und Fränzi» und der «Schweizer Illustrierten». Bei der SI gewährt sie zudem wöchentlich Einblick in ihr Leben mit pubertierenden Kids im Blog «Der ganz normale Wahnsinn».

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51 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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plop
12.08.2022 09:23registriert Dezember 2015
Hm. Ich bin zwar noch nicht ganz soweit, aber ich habe das Gefühl, dass dieser Text uns Frauen nicht viel hilft - eher Angst macht. Schreiben Sie doch noch mal was dazu… Man liest nämlich immer noch wenig zum Thema. Der Einfluss der Hormone auf die Psyche und allgemein Gesundheit ist ein spannendes Gebiet!
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Michaviva
12.08.2022 10:51registriert September 2021
Es ist doch hilfreich, dass alle Frauen mehr oder weniger dieselben Erfahrungen mit den Wechseljahren machen. Miteinander darüber zu reden hilft. Und Humor. Wenn ich nächtens dreimal das Pyjama wechseln muss, weil das Teil aussieht, als sei ich damit unter der Dusche gestanden, ist das zwar nicht wahnsinnig lustig, aber besser als ein Bein ab. Stimmungsschwankungen helfen meinen pubertierenden Söhnen. Ihre Hormone spinnen, meine spinnen - wir verstehen uns und ich mache ihnen keine Szene, weil wir alle drei im (ähnlichen) Hormonboot sitzen. Und irgendwann sind die turbulenten Fahrten vorbei.
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arcane
12.08.2022 09:38registriert September 2021
Irgendwie verstört mich dieser Artikel etwas. Ich weiss, vieles überspitzt ausgedrückt.. aber Frauenkörper.. in diesen Körpern geht sooo viel ab.. Ich habe für mich feststellen können, je mehr ich all diese Dinge annehme und sie als „zum Frau sein“ dazu gehören betrachte, ich auch massiv weniger Probleme habe. Ich betrachte meine Tage nicht mehr als Feind oder lästig, sondern nehme sie an und bin sogar dankbar dass man Körper sowas kann.. Mit dieser Einstellung gehe ich auch in die Wechseljahre.
Und come on, du bist 47 und hast echt noch nicht damit gerechnet..? Trotzdem fühle ich auch mit :)
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