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Ned Flanders wäre entzückt – Pure Flix ist das saubere Netflix für Christen

Streaming ist die Zukunft. Das hat auch die christliche Welt begriffen. Im Schatten von Netflix, Amazon Prime und Hulu wächst in Amerika ein Streaming-Dienst heran, der moralisch korrekten Inhalt anbietet – zumindest aus seiner Sicht.
11.02.2018, 13:2311.02.2018, 16:00

Ein nackter, verschwitzter Oberkörper, riesige Muskeln und langes, schwarzes Haar. Ein Krieger wie aus dem Bilderbuch. Mutig stellt er sich den Horden von bösen Kämpfern entgegen.

Nein, diese Figur stammt nicht aus dem Remake von «Conan der Barbar», sondern aus der neusten Filmproduktion von Pure Flix. «Samson» heisst der Streifen und erzählt die bliblische Geschichte des gleichnamigen Helden und Gotteskriegers.

Pure Flix ist nicht einfach irgendein weiterer Streaming-Dienst. Das US-amerikanische Medienunternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, moralisch korrekte Filme und Serien anzubieten. Hauptziel sind dabei Familien, insbesondere aber Christen.

Herkömmliche Streaming-Inhalte sind schädlich

«Tips for protecting your kids in an x-rated culture» lautet der Titel eines von Pure Flix gesponserten Artikels auf «Christian Today». Darin wird propagiert, wie schädlich und ungeeignet selbst normale Familienfilme sind und wie schwierig es sei, heute geeignete Unterhaltung zu finden, die ohne Gewalt, Sex und unangebrachte Sprache auskommt.

«Fast zwei Drittel aller TV-Programme enthalten Gewalt – am meisten davon Kindersendungen.»
«Christian Today» beruft sich auf eine ungenannte Studie.

Die Lösung ist Pure Flix, das in den USA auch als christliches Netflix bekannt ist. Die Streaming-Plattform bietet dabei aber nicht altbackene Unterhaltung à la früherer Bibelsendungen an, sondern wartet mit zeitgemässen Serien und Action-Filmen auf. Zumindest optisch. Die Geschichten selbst vermitteln meist Botschaften, die typischen christlichen Wertvorstellungen entsprechen.

Aus der Filmauswahl von Pure Flix.
Aus der Filmauswahl von Pure Flix.Bild: Pure Flix

Pure Flix nennt dies «Qualitätsinhalte mit spirituellen Botschaften». Diese Botschaften reichen von gängigen Wertvorstellungen wie «Stehlen ist eine Sünde», bis hin zu «Wer an Gott glaubt, hat automatisch Erfolg». Dabei ist die Aufmachung des Films eher zweitrangig. Hauptsache, die Moral stimmt.

So findet man auf der Plattform durchaus auch Filme wie die Vampirromanze «Twilight». Denn dabei handelt es sich zwar um Fantasy, aber die Geschichte vermittelt klassische Werte wie Treue und Gehorsam. Im Gegensatz dazu liefern Suchanfragen zu Titeln wie «Milk», «Brokeback Mountain» oder «Dallas Buyers Club», welche Homosexualität thematisieren, ein «Oops, no video available».

Stephenie Meyer, die Autorin der «Twilight»-Romane, ist selber Mitglied der Mormonen.
Stephenie Meyer, die Autorin der «Twilight»-Romane, ist selber Mitglied der Mormonen.Bild: Summit Entertainment

Auch im Kino auf Erfolgskurs

In Nordamerika kommt das gut an. Seit 2015, als Pure Flix in den USA und Kanada seine Streaming-Plattform startete, haben eine Viertelmillion Menschen den Dienst abonniert. Mit Abogebühren um die elf Dollar und dem Vertrauensbonus, dass nur gute Inhalte auf Pure Flix zu finden sind, hat das Unternehmen bereits Millionen umgesetzt. Und genau wie die Konkurrenz setzt Pure Flix immer mehr auf Eigenproduktionen.

Diese sind inzwischen auch in den Kinos angekommen und sind von den «bösen Inhalten» aus Hollywood kaum zu Unterscheiden – wenn man sich nur die Poster anschaut. Mit «God's Not Dead» hat sich der Streaming-Dienst bereits ein erstes, erfolgreiches Filmfranchise aufgebaut, dessen dritter Teil im März erscheinen wird.

Bild: Pure Flix

Seit zwei Jahren bietet Pure Flix auch ein Curriculum für Kinder an, die von zu Hause aus unterrichtet werden. Der Lehrplan beinhaltet einen vierwöchigen Zugriff auf die Videobibliothek von Pure Flix, die mit unzähligen Dokumentationen und Wissenschaftssendungen bestückt ist. Eine davon ist beispielsweise «Awesome Science». Die Sendung beweist den Wahrheitsgehalt des Alten Testaments – anhand wissenschaftlicher Tatsachen, wie Pure Flix in der Inhaltsangabe schreibt.

Gibt es immer noch: Exorzismus in der Schweiz

Video: watson

In den USA sind Kirchen äusserst kreativ:

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Schade, dass vor unseren Kirchen keine Schilder stehen
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