Leben
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Einmal Entschleunigen, bitte! 6 Gebiete der Slow-Bewegung und ihre Widersprüche

Bild: watson/ shutterstock

Die Welt muss runterfahren, sagen die Anhänger der «Slow Lifestyles» und rufen alle Menschen dazu auf, ihr Leben einen Gang runterzufahren.



Es scheint die Antwort auf alle Probleme des westlichen Menschen zu sein. Ein Wort, ein Adjektiv oder in Grundschulsprache ein Wiewort.

«SLOW!»

Langsam muss es werden, unser Leben. Das predigen dieser Tage zumindest zahlreiche Millennials, die auf YouTube ihre glücklichen, runtergeslowten Gesichter zeigen und mit einer Mischung aus Eso-Yoga und Nietzsche-Argumentationen unser Leben schlechtreden. Schlechtreden, weil wir es zu schnell leben. Uns nicht wehren gegen die Tempo-Diktatur der Leistungsgesellschaft.

Alles «Unslowe» in unserem Leben ist sehr, sehr böse. Sagen die runtergeslowten Selfpublisher. Böse für das Shakra, die Umwelt oder sonst irgendein essentielles Gleichgewicht, das dem modernen Mensch fatalerweise abhanden gekommen ist. Um dagegen vorzugehen, haben es sich Leute mit Kamera und Internetzugang zum Hobby (oder gar Job) gemacht, der Welt ihre Erfahrungen zu berichten, wie toll es ist runterzufahren. Beim Essen, beim Shoppen, beim Reisen, bei der Kindererziehung, beim Vögeln ... ja gar beim Altern. Hier sind die Überlegungen der Slowifizierung, deren geschichtlicher Hintergrund, ihre Genialitäten und Debilitäten zusammengetragen.

Slow Food

1986 hat sich ein italienischer Feinschmecker sehr fest darüber aufgeregt, dass auf der prächtigen Piazza di Spagna ein McDonald's-Restaurant eröffnen soll. Der Mann namens Carlo Petrini hat dann ein Prostest-Spaghetti-Essen veranstaltet und damit den Startschuss für die Slowifizierung der Konsumgesellschaft abgefeuert.

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Eine Aktion in Form eines Wandbilds von Slow-Food- und TierrechtsaktivistInnen.   bild via imgur

«Slowfood statt Fastfood!» – Petrini meinte damit nicht nur langsam statt schnell, sondern sah das Wort «slow» als Akronym für:

Sustainable (nachhaltig)
Local (lokal)
Organic (bio)
Whole (ganzheitlich)

Von der Aktion berichteten damals sämtliche Leitmedien der Welt. Es schien damals so, als hätte die urbane Mittelschicht des Abendlands brennendst auf jene vier Buchstaben gewartet. Eine kleine Kritik an der Welt war von Nöten, mit der man sich seinen unerträglichen Stress erklären kann.

Die kleine Kritik tönte in etwa so: Kein Wunder, sind wir so gestresst, wenn selbst die Produktion unserer Nahrungsmittel bloss auf Tempo und nicht auf Qualität ausgelegt ist.

Das Klagen wurde vom Markt tatsächlich ernstgenommen. Die Errungenschaften jener Bewegung zeigen sich heute in einem vielfältigen Sortiment an qualitativen Lebensmitteln in den Supermärkten der westlichen Welt und einem grösseren Bewusstsein für die Konsequenzen von Importwaren, Zusatzstoffen und Massentierhaltung.

Slow Fashion

Während die meisten ihre Lebensentschleunigung auf den Kühlschrank beschränken, haben einige Anhänger der Slow-Food-Bewegung schon früh in andere Teile ihres Lebens geguckt und analysiert, wo sonst noch eine Tempodrosselung nötig wäre. 

Einer jener Denker war Carlo Honoré. Sein Buch «In Praise of Slowness» ist für die Slow-Life-Bewegung etwa so bedeutend wie «Das Kapital» für den Kommunismus. An einer Stelle schreibt er:

«Es geht hier um eine Kulturrevolution gegen die Annahme, dass schneller immer besser sein soll.»

Nach seinen Vorschlägen fanden Slow-Life-Konzepte nach und nach den Weg zum Interesse der Mainstream-Gesellschaft. Besonders stark verbreitet ist etwa das Bedürfnis, Kleider auf slowe Weise zu konsumieren, beziehungsweise sich dem Konzept der Slow Fashion zu verschreiben.

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Livia Firth ist eine Slow-Fashion-Designerin aus Grossbritannien. bild via instagram/fashion_rev

Dabei achten einige zum Beispiel darauf, generell weniger Kleider anzuschaffen. Andere legen Wert auf fair produzierte und qualitativ hochwertige Klamotten, wieder andere kaufen aus dieser Überzeugung heraus lediglich Mode aus zweiter Hand. 

Slow Travel

Sich mit den selber gezogenen Zucchini aus dem Garten und dem DIY-Batik-Shirt zu brüskieren, macht sich nicht wirklich gut, wenn man zwei Mal im Jahr nach Bali in einen Yoga-Retreat fliegt. Das Konzept des slow travellings will diesem Widerspruch entgegenwirken. 

Radikale slow traveller verzichten einerseits auf Langstreckenflüge und versuchen ihre Ferien so zu organisieren, dass sie ihr Reiseziel mit Zug, Bus oder gar zu Fuss erreichen. Andererseits bemüht man sich beim slow travelling Hektik zu minimieren. Man verzichtet auf das gestresste Abklappern der touristischen Sehenswürdigkeiten und konzentriert sich darauf, das lokale Gewerbe zu unterstützen. Globale Hotelketten und Pauschalreise-Angebote werden so gut wie möglich boykottiert.

Slow Parenting

Beim slow parenting versuchen Eltern das Leben ihrer Kinder zu entschleunigen. Dabei möchten die Erzieher ein Umfeld schaffen, in dem das Kind sich und die Welt möglichst autonom kennenlernen kann. In der Realität heisst dies, dass auf moderne «Beschäftigungsgadgets», wie iPads, TV-Programme oder Spielkonsolen verzichtet wird. Stattdessen soll das Kind viel Zeit in der Natur verbringen und in interaktiven Spielen mit anderen Kindern oder Erwachsenen erfahren, was sozialer Umgang bedeutet. Des Weiteren lehnen slow parents den Trend, Kinder in zahlreiche ausserschulische Kurse (Frühenglisch, Geigenstunde etc.) zu schicken, vehement ab. 

Dieser Erziehungsstil ist von einer Kritik an der Leistungsgesellschaft getrieben. Er weigert sich, bereits Kinder im Vorschulalter einem System auszusetzen, das sie mittels Klavierunterricht und Mathenachhilfe zu möglichst lukrativen Erwachsenen heranziehen will.

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BILD: MOTHERSNICHE / BEARBEITUNG: WATSON

Jene Ansichten geraten sehr oft unter Beschuss pädagogischer Kritik. Man wirft den slow parents mangelndes Verantwortungsbewusstsein vor, denn sie würden ihre Kinder idealistisch erziehen und sie nicht auf die taffe Realität der vorherrschenden Verhältnisse vorbereiten.

Slow Sex

Wie man den Überschriften ablesen kann, dringt die Slowifikation des Lebens immer mehr in die private Sphäre ein. Was im Grunde nicht überraschend ist: Folgt man der grundsätzlichen Argumentation der verschiedenen slow movements, wird nämlich deutlich, dass die Strukturen der Leistungsgesellschaft so tief in uns drinstecken, dass wir gar mit ihnen ins Bett steigen.

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bild: soundbook

Beim slow sex versucht man sich von diesen Strukturen zu befreien. Es geht darum Zärtlichkeiten und Berührungen auszutauschen, deren primäres Ziel nicht unbedingt durch einen Orgasmus definiert wird. Sexualität, so die slow-sex-Sympathisanten, mutieren in einer Leistungsgesellschaft zu einem einfachen Bedürfnis, das man mit einem Orgasmus zu stillen glaubt. Wer am nächsten Morgen um sieben Uhr aufstehen muss, um möglichst produktiv einer Lohnarbeit nachzugehen, nimmt sich am Abend davor wohl kaum vier Stunden Zeit für eine ausführliche Exploration seiner körperlichen und seelischen Gelüste.

Slow Sexer versuchen sich deshalb aktiv Zeit für ihre Sexualität zu nehmen. Dabei versuchen sie dem Druck einer effizienten Befriedigung zu trotzen und sich intensiv mit dem Erkunden von Erregung und Zuneigung zu beschäftigen.

Slow Aging oder:

Ist das tatsächlich eine Revolution?

Die Ideen rund um die Entschleunigung des Lebens in einer rasanten, nach Leistung ausgerichteten Welt haben durchaus Berechtigung. Seinen Milkshake mit Fairtrade-Bananen und Hafer- statt Kuhmilch zuzubereiten, ist nicht nur für den eigenen Körper, sondern auch für den Körper der Bananenplantagenarbeiterin und für die Gesundheit des Planeten besser. Gleiches gilt für den Konsum von fair produzierter Kleidung, das Verzichten auf Flugreisen oder die Minimierung von Plastikabfall.

Dennoch spielt schliesslich auch sowas wie ein Motiv eine wichtige Rolle. Wieso macht man das jetzt nochmal? Zum Beispiel das mit dem Abfall-Konfiglass? Für den Planeten oder fürs Instagram-Profil?

Mit dem sogenannten «Waste Jar» zeigen AnhängerInnen des Zero-Waste-Slow-Lifestyles, wie wenig Müll sie produzieren.

Diese Frage wirft uns schliesslich zurück zu den zahlreichen Millennials, die uns all die oben beschriebenen verlangsamten Lebensstile auf ihren Social-Media-Kanälen schmackhaft machen wollen. Nehmen wir zum Beispiel die österreicherische YouTube-Dame und Influencerin «Jana Klar». Sie verschreibt sich dem Minimalismus, was nach ihren Angaben soviel bedeutet, wie nur die Dinge zu besitzen, die man auch wirklich braucht und für die man dankbar ist. In ihrem Fall ist das unter anderem ein Bilderrahmen ohne Inhalt. Statussymbolisch, versteht sich. Auf jeden Fall sagt sie, sei ihr Leben so viel leichter und mühelos geworden, seit sie «minimalistisch» lebt. 

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screenshot: youtube/ janaklar

Ein anderes Beispiel für einen runtergeslowten Internetprediger ist der Schweizer Fitnessguru Patrick Reiser. Er plädiert auf YouTube und Instagram für vegane Ernährung, geführte Meditationen und eine vollkommen Ich-zentrierte Lebensweise. In einem Vortrag behauptet er

«Wir müssen von der Opfer- in die Schöpferrolle kommen. Und wir machen nicht alles da draussen verantwortlich, nicht die Politiker sind scheisse, nicht das Wirtschaftssystem oder das Schulsystem ist scheisse. Nein, wir! Wir sind für all das zu 100% verantwortlich. Und das gibt uns die Power.»

Bei den Bloggern scheint das slowe Leben vor allem ein Ziel zu haben: Sich und sein Leben geil zu finden. Oder anders gesagt: Länger zu leben. Langsamer zu altern. Slow aging sozusagen. Es geht nicht darum, eine praktische Kritik am Globalismus zu leben, sondern um den reinen Verzicht und um die Züchtigung des eigenen Körpers. Denn nur wer seinen eigenen Körper kennt, kann ihn auch optimieren und so irgend einem Modell (sei es esoterisch oder pharmazeutisch) von Gesundheit anpassen.

Slow ist die Antwort auf die Überforderung des westlichen Menschen. Eine wahrlich narzisstische Antwort. Fast alle Formen der slowen Lifestyles sind Entscheidungen, die nur westliche Menschen treffen können. Obwohl in einer globalisierten Welt nahezu jeder Mensch dem Leistungsdruck des Kapitalismus ausgesetzt ist, bleibt es das Vorrecht weniger Menschen, eine fancy Entschleunigung und «Verethisierung» ihres Konsum- und Arbeitsverhaltens einzugehen. Zudem können heutzutage – rein evolutionsbiologisch gesehen – Menschen der Erde eh nur schaden. Ist es da nicht dreist, langsamer altern zu wollen?  #positivethinking

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Video: watson/Knackeboul, Madeleine Sigrist, Lya Saxer

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    Alle Leser-Kommentare
  • Janis Joplin 06.08.2018 09:31
    Highlight Highlight Es ist sicher nicht schlecht selbst zu kochen und sich etwas mit der Natur zu befassen - aber wie bei allem gilt, dass man es nicht über- oder untertreiben muss. Der goldene Mittelweg mal wieder. Aber jeder/e/es wie er/sie/es will...
  • Follo 06.08.2018 08:38
    Highlight Highlight Der Artikel erinnert stark an diesen (watson.ch/!959487100). Beide Male wird ein Konzept vorgestellt, dass eigentlich gute Dinge bewirken will (Schonung der Umwelt, gesünder/bewusster leben etc.). Beide Male ist das Fazit aber: Da es ein paar Leute auf Instagram zelebrieren, gilt das für alle als Ausdruck des eigenen Narzissmus und wir können mit gutem Gewissen daran festhalten, dass wir unsere Gewohnheiten nicht ändern müssen.
    Sollen sie sich toll finden. Schliesslich verzichten Sie gezielt auf etwas – Instagram hin oder her. Es liegt an denen die nichts tun, ihr Verhalten zu hinterfragen.
    • El Vals del Obrero 06.08.2018 12:39
      Highlight Highlight Diese Schubladen-gegen-Schubladen-Artikel, die davon ausgehen, dass alle in der Schublade gleich sind, die entweder nur die extremsten oder nur die typischsten Vertreter betrachten und diese auf alle hochrechnen, die alle, die das Klischee nicht erfüllen, durch Ignorieren bestraft sind sowas von unnötig.

      Egal ob es um Slow-/Fast-Food-Esser, Veganer/nicht-Veganer, Inländer/Ausländer, Religionen, Frauen/Männer undsoweiterundsofort geht.
  • Pidemitspinat 06.08.2018 07:53
    Highlight Highlight Klar ist Slow oft nur Lebensstil und mehr fürs Ego als für den Planeten. Aber: Nur deshalb ist es nicht schlecht. Gemessen am Output kann Slow oekologischer und oft auch sozialer sein als herkömmlichd Konsumformen, denn es wird tendenziell weniger verbraucht und mehr geteilt.

    Ob das nun so typischer westlicher Lifestylekack ist oder nicht, spielt nicht so eine Rolle. Immerhin haben viele dieser Slower gelernt, dass es auch um Verzicht geht. Auch wenn der Verzicht narzistisch begründet ist: Das Klima retten wir nur mit Verzicht. Wirtschaftswachstum und Klima retten geht nicht.
    • El Vals del Obrero 06.08.2018 12:42
      Highlight Highlight Totale Klimakatastrophe und langfristiges Wirtschaftswachstum geht aber auch nicht.

      Ich behaupte, es stimmt nicht, dass Umweltschutz und Wirtschaft in einem Widerspruch stehen, wie es leider in den Schulen immer gelehrt wird.

      In Wirklichkeit heisst der Widerspruch langfristig/kurzfristig. Denn wirklich langfristig kann keine Wirtschaft ohne halbwegs funktionierende Umwelt funktionieren.
    • Pidemitspinat 06.08.2018 14:38
      Highlight Highlight Ich behaupte, dass eine Wachstumswirtschaft langfristig unvereinbar ist mit Umweltschutz. Wenn die Wirtschaft wächst, müssen automatisch mehr Ressourcen verbraucht werden denn es braucht mehr Konsum und das trotz mehr Energieeffizienz. Wenn ich z.B. hundert normale Handys verkaufe und im nächsten Jahr zweihundert (ich muss ja steigern) energieeffizientere Handys, dann bleibt unterm Strich eben doch mehr Ressourcenverbrauch. Ressourcen sind aber endlich.
      Wir müssen uns vom Primat des Wachstums verabschieden. Das Konzept dazu heisst Décroissance. https://de.m.wikipedia.org/wiki/D%C3%A9croissance
  • Pana 06.08.2018 06:03
    Highlight Highlight Slow Sex, oder die langsamsten drei Minuten, die sie je erlebt hat.
  • Barracuda 05.08.2018 23:37
    Highlight Highlight Vielleicht einfach ein bisschen weniger irgendwelchen depperten Millennials folgen, die uns das Leben erklären wollen. Dann hast du auch nicht solche Probleme und kannst dich mit Wesentlicherem befassen ;-)
    • Beggride 06.08.2018 08:33
      Highlight Highlight Nicht nur die Millenials sind heutzutage voll im Stress und wollen alles sofort haben können... Es gibt ebenso viele in älteren Generationen
  • Carlo Meyer 05.08.2018 23:15
    Highlight Highlight Slow?
    Dolce far niente!
  • Beggride 05.08.2018 22:28
    Highlight Highlight Für mich ist jedes davon anzustreben, auch wenn ei iges (vor allem sliw parenting) schwer anzuwenden ist... Es kommt nucht nur von ungefähr, dass wir heute so viel haben wie nie zuvor aber auch so unglücklich sind mit uns und unserem Leben!
    • nick11 06.08.2018 07:32
      Highlight Highlight Aber möglichst schnell auf dem Handy einen Kommentar absetzen und sich nicht mal die Zeit nehmen, die Vertipper zu korrigieren?
    • Beggride 06.08.2018 18:20
      Highlight Highlight Tja ich bin leider von der Kritik nicht ausgeschlossen...
  • zettie94 05.08.2018 21:22
    Highlight Highlight Und dieser Patrick Reiser ist mit dem Bus nach Tansania gefahren?
    Diese Bemühungen, unserer Umwelt etwas gutes zu tun, sind ja eigentlich sehr toll. Aber mit einem einzigen(!) Langstreckenflug (oder 2-3 Kurzstreckenflügen) ist die eigene Klimabilanz für die nächsten paar Jahre wieder im Eimer.
    Man sollte versuchen zuerst auf die Dinge zu verzichten, welche auch einen grossen Einfluss haben. Z. B. nur noch alle 3 Jahre in die Ferien fliegen und die anderen Jahre den Zug nehmen. Es gibt auch in unseren Nachbarländern viele schöne und gut erreichbare Ferienziele...
  • NaSkivaL 05.08.2018 20:48
    Highlight Highlight Slow-Kultur ist ein Versuch, die Welt etwas lebenswerter zu machen. Was ist daran falsch? Leben wir nicht alle verschiedenste Widersprüche?
    Kann es sein, dass der Autor die Bewegung so radikal niedermacht, weil er selbst nicht mithalten kann? Und lebt er selbst nicht schon den Widerspruch, wenn er sich öffentlich über Leute ereifert, weil die sich öffentlich ereifern?
    Na gut, das letzte Wort passt nicht ganz. Aber irgendwie doch. Drum musste es da hin. Langer Rede kurzer Sinn: Lasst doch die Leute etwas versuchen und macht sie nicht gleich nieder! Slow Life ist ein gesunder Ansatz.
    • Nik G. 06.08.2018 08:30
      Highlight Highlight Ich finde Sie sollten lernen Texte so zu lesen, dass es nicht immer als eine persönliche Affront gelesen wird. Er hinterfragt nur eine Bewegung welche wir in der 1. Welt anwenden können, weil wir auf Pump der Restlichen Welt leben und dies nicht in die Welt rausposaunen können, da es viele andere Menschen gibt die dies nicht können.

Die Wunderwelt der Schweizerin – seit 1938 im einzig wahren Frauenheftli

Lasst euch mitnehmen. Auf eine kleine Lektürereise durch ein Stück Schweizer Medien- und Frauengeschichte. Willkommen in der «Annabelle»! Und in der Zeit unserer Grossmütter und Urgrossmütter.

Der Anlass für diesen Artikel ist eine persönliche Regung. Oder Aufregung. Weil ich hörte, dass die Redaktion des Schweizer Frauenmagazins «Annabelle» vom Verlagshaus Tamedia bis im Sommer halbiert wird. Was traurig ist. Denn wie lange kann sich ein halbiertes Medium noch halten? Ein Ende der «Annabelle» wäre allzu schade. Schliesslich lebt sie von allen deutschsprachigen Frauenzeitschriften schon am längsten. Wie grossartig – und gelegentlich kurios – ihre Geschichte ist, soll hier …

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