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Blutige Mens-Unterwäsche – so schneidet die THINX-Unterhose im Test ab

Ich hab meine Unterwäsche vollgeblutet – und zwar absichtlich

THINX – ist ihre Unterwäsche so gut wie ihr Marketing?Bild: Jennifer Zimmermann
Die Menstruationsunterwäsche von THINX soll Tampons und Binden so gut wie überflüssig machen. Ich habe den Test gemacht.
10.05.2017, 13:5710.05.2017, 14:53
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Nein, die Redaktion hat mich nicht genötigt, diese Mens-Unterwäsche zu testen. Und ich tat dies auch nicht, in der Hoffnung auf hohe Klickzahlen. Ich war ganz einfach schrecklich neugierig, nachdem die Subway-Unterführungen während Monaten mit THINX-Werbeplakaten zugepflastert waren.

Die Unterwäsche kommt in sechs verschiedenen Modellen, von Tanga bis Boyshort. Ich entscheide mich für den Publikumsliebling, das Modell Hiphugger. Es soll die Blutmenge von zwei regulären Tampons aufsaugen können und dabei noch antimikrobiell wirken und auslauf-sicher sein. Hört sich zu toll an, um wahr zu sein.

«Yay, you did it! We can’t WAIT to just soak up allllll that period :-) Sry, was that too much?»
Yay, du hast es getan! Wir können es kaum ERWARTEN, alllll das Blut aufzusaugen :-) Sorry, war das zu viel?bestellbestätigung von THINX

Nun gut, so aufregend ist es nun auch wieder nicht, einmal monatlich zu bluten. Aber ein paar Klicks und 34 Franken später liegt die Unterhose bei mir im Briefkasten und das erste Mal seit langem freue ich mich auf meine Tage. Nicht, dass ich ein Problem mit Tampons hätte, aber wenn die Werbung hält, was sie verspricht, dann könnte diese Unterwäsche mein Leben vereinfachen und mein Portemonnaie schonen.

Tag 1 meiner Periode: Bekanntlich dann, wenn frau am meisten Blut verliert. Ich wage mich mit THINX-Höschen, aber ohne Tampon an ein Konzert. Mit im Gepäck: eine Ersatzunterwäsche, viele Taschentücher und eine Freundin, die sich vor Lachen kaum mehr einkriegt, jedes Mal, wenn ich lache, huste oder niese und dabei Grimassen schneide, als hätte ich mir soeben in die Hose gemacht. So fernab der Realität ist das leider nicht.

«Und nein, sie fühlen sich nicht an wie Windeln und es fühlt sich auch nicht so an, als würde man in seinem eigenen Blut sitzen. Boom.»
Werbeversprechen von THINX

Zwischenbilanz beim ersten Gang aufs Klo nach etwa zwei Stunden: Wie zu erwarten, eine blutige Sache. Ich tupfe das Blut mit viel Klopapier auf und bin sehr erstaunt, dass das Blut nicht durch die Unterwäsche in meine Jeans gesickert ist. Vor allem seitlich des Schrittes, traue ich der Sache so gar nicht. Als ich die Unterwäsche wieder hochziehe, fühlt sie sich kalt und feucht an. Super.

Den Rest des Konzertes konzentriere ich mich darauf, mich so wenig wie möglich zu bewegen. Nach einer weiteren Stunde kapituliere ich und greife auf einen Tampon zurück. Test hin oder her, den Abend lasse ich mir nicht von einer blutigen Jeans versauen und die hätte es mit Sicherheit nach nicht mehr allzu langer Zeit gegeben.

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Hiphugger von THINX: Gar nicht so übel anzusehen, aber zu viel Stoff, um sexy zu sein.

Ich hatte sehr hohe Erwartungen in die Unterwäsche gesetzt – und diese wurden enttäuscht.

Ich hatte ihnen aber am ersten Tag meiner Periode wohl ein bisschen zu viel zugemutet. Alles in allem würde ich ihnen dennoch keine allzu schlechten Noten ausstellen:

  • Aussehen: 8/10 
    Ein bisschen Oma-mässig, aber hübsches Detail mit dem Spitzenrand.
  • Komfort: 6/10
    Bequem und sitzt gut. Die mehrschichtige Unterwäsche erinnert mich jedoch an das Tragen gepolsterter Snowboard-Hosen. Die Schichten um den Hintern bauschen ein wenig, zu sehen ist aber durch die Jeans nichts und nach einer Weile gewöhnt man sich an das Gefühl. 
  • Geruch: 10/10
    Nein, das heisst nicht, dass es da unten rum nach Rosen roch. Im Gegenteil, es roch nach gar nichts! Eine ziemliche Leistung bei all dem Blut.
  • Leistung: 6/10
    Ich hatte mir mehr erhofft. Nach nur drei Stunden ist für mich die Schmerzgrenze erreicht. Den Rest des Abends winde ich mich in meiner feuchten Unterwäsche. 
  • Gesamtnote: 7.5/10  

Fazit: Wenn man sich an den Extrastoff um den Hintern gewöhnt, dann sind sie bestimmt eine gute – und ökologisch sinnvolle – Alternative zu Binden und, bei leichten Blutungen, vielleicht sogar zu Tampons.

Nachhaltigkeit hin oder her: Nach einem langen Konzertabend die Unterwäsche von Hand auswaschen (in die Waschmaschine kommt sie danach) und dann auch noch unter die Dusche hüpfen zu müssen, entspricht nicht meiner Vorstellung eines gemütlichen Abends oder einer praktischen Erfindung. Da kann THINX ihr Produkt noch so begeistert und in hipper Jugendsprache in den Himmel loben.

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72 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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so wie so
10.05.2017 14:34registriert Juli 2015
Ich empfehle jeder die Menstasse. Ökologisch sinnvoll, einfach in der Anwendug und bequem. Ich würde nie mehr etwas anderes wollen. Bei den Unterhosen braucht man ja mehrere Exemplare und muss sie waschen. Ob das ökologisch sinnvoll ist? Die Tasse leert man auch, wäscht sie und benutzt sie weiter. Kein Abfall und wenig Abwasser. Für mich die perfekte Lösung.
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Ylene
10.05.2017 14:35registriert Januar 2016
Versuch mal eine Menstruationstasse, mit der kannst du auch baden gehen (und natürlich an Konzerten rum hopsen)... Auf Englisch heisst die ganz poetisch Moon Cup, auf deutsch sagt man halt direkt was Sache ist. :-) Brauche meine seit ca. 6 Jahren und bin sehr zufrieden. Meine ist von Lunette, aber es gibt x verschiedene Anbieter. Und nimm sie besser etwas grösser als kleiner, sonst gibt es auch eine Sauerei.
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sasava1712
10.05.2017 14:22registriert Mai 2017
Kann da nur die Menstruationstasse empfehlen, ökologisch und mega praktisch
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Horrorwunder «MaXXXine»: Die Welt ist schlecht, der Mensch ein Schlächter
So ein schöner Film! Okay, wenn man Blut und Gewalt verträgt. Aber dann ist er eine berauschte, sehr unterhaltsame, sexy Liebeserklärung an Hollywoods alte Grössen.

Ihr Lieben, lasst mich kurz persönlich werden: Ich sass im Kino und schaute «MaXXXine» und dachte, wooooow, hier hat ein sehr schlauer und schamloser Algorithmus die perfekte Beglückungsmaschine für mich erfunden. Dann sah ich, dass Martin Scorsese das auch fand. Und Stephen King. Den einen kann man ruhig zu den weltgrössten Kompetenzen in Sachen Kino und Filmgeschichte zählen. Und der andere versteht alles von Horror.

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