Gesundheit
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Die Schweiz punktet mit ihrem Gesundheitssystem und steht im europäischen Vergleich relativ gut da. Verbesserungspunkte gibt es dennoch. Bild: shutterstock

WHO-Gesundheitsbericht: Bei diesen Punkten schneidet die Schweiz schlecht ab



Die Europäer leben länger und gesünder, aber viele können nicht von ihren Lastern lassen. Rauchen, Alkohol und Übergewicht sind in vielen Staaten ein Problem, wie aus dem neuesten Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Europäische Region hervorgeht.

Der Bericht umfasst 53 Länder, vor allem in Europa, aber auch einige im Kaukasus und Zentralasien. Die Daten sind zum Teil relativ alt und wurden in anderen Zusammenhängen bereits publiziert.

Der «European Health Report» 2018 der WHO zeichnet jedoch ein Gesamtbild, wie sich Europa in Bezug auf eine gesunde Lebensweise entwickelt. Er stellt ein Art Zwischenbericht auf dem Weg zu den Gesundheitszielen 2020 der WHO dar, die Verbesserungen in verschiedenen Gesundheitsbereichen anstreben.

Die Schweiz kann sich zwar eines ausgezeichneten Gesundheitssystems erfreuen und belegt zusammen mit Luxemburg mit 83 Jahren Platz 1 bei der Lebenserwartung in der europäischen Region. Bei einzelnen Details eines gesunden Lebenswandels schneiden Schweizerinnen und Schweizer aber weniger gut ab.

Das Schweizer Gesundheitssystem gehört zwar zu den Besten, ist aber nicht ganz billig:

Die lebenswertesten Länder der Welt

Alkoholkonsum über dem Durchschnitt

So liegt der Alkoholkonsum in der Schweiz etwas über dem europäischen Durchschnitt: Wer über 15 Jahre alt ist, trinkt in der Europäischen Region durchschnittlich 8.6 Liter reinen Alkohol pro Jahr. In der Schweiz sind es 9.6 Liter (2014), wie es der WHO-Datenbank zur Studie zu entnehmen ist.

Spitzenreiter Litauen komme sogar auf 15.2 Liter, sagte die WHO-Expertin Claudia Stein gegenüber der Nachrichtenagentur DPA. In Russland habe der Alkoholkonsum dagegen abgenommen (10.1 Liter) – parallel dazu sei die Zahl der Verkehrsunfälle zurückgegangen.

Erfreulich ist die Entwicklung bei den Impfraten: Im Jahr 2000 lag die Impfrate in der Schweiz für die Masern-Impfung noch bei 82 Prozent, 2015 bei 94 Prozent, und damit nur knapp unter dem Durchschnitt von 94.3 Prozent.

Allerdings gibt es grosse Unterschiede zwischen den Ländern: Schlusslicht bildet die vom Krieg gebeutelte Ukraine mit nur 42 Prozent. Mit Blick auf die gesamte europäische Region im Jahr 2015 stiegen die Impfraten für Masern und Polio im Vergleich zu 2010 leicht, von 92.2 auf 94.3 Prozent für Masern, und von 94.8 auf 96.1 Prozent für Polio.

Übergewicht nimmt zu

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in der Europäischen Region bringt zu viele Kilos auf die Waage – Tendenz steigend. «In den meisten Ländern waren mehr Männer als Frauen übergewichtig, doch litten mehr Frauen an Adipositas (extremem Übergewicht) als Männer», heisst es in der am Mittwoch in London veröffentlichten Studie.

Insgesamt zieht die WHO ein positives Fazit: In der Europäischen Region sei die Lebenswartung demnach binnen fünf Jahren um ein Jahr gestiegen. Vor allem die verfrühten Todesfälle durch die wichtigsten nichtübertragbaren Krankheiten – Krebs, Herzleiden, Diabetes und chronische Atemwegserkrankungen – gingen deutlich zurück; zuletzt um zwei Prozent pro Jahr.

Der Report zur Europäischen WHO-Region, zu der auch Länder wie Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan gehören, wird alle drei Jahre veröffentlicht. In dem Gebiet leben fast 900 Millionen Menschen.

Kürzlich im Fachjournal «The Lancet» vorgestellten Daten zufolge trinken Männer in den meisten Ländern deutlich stärker als Frauen. In der Folge ist demnach ein höherer Prozentsatz der Todesfälle bei Männern als bei Frauen auf Alkoholkonsum zurückzuführen. (sda/dpa)

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Video: srf

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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sándor 13.09.2018 04:56
    Highlight Highlight Viele Ärzte hören den Patienten gar nicht zu, machen einfach. Das kostet Geld.

    Was die Behandlung psychische leiden anbelangt ist Schweiz ein Drittweltland.
  • Töfflifahrer 12.09.2018 05:16
    Highlight Highlight Der Punkt, dass die explodierenden Kosten, Stress und Existenzängste befeuern können wurde wohl von allem Beteiligten vergessen.

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