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Wie mich ein Sex-Club traumatisierte und dann in pure Faszination tauchte

Emma war sich in ihrer letzten Beziehung sicher, dass sie kein Problem hat, ihren Freund mit einer anderen zu sehen. Also besuchte sie den KitKat-Club in Berlin, wo sie scheiterte. Ein Trauma, das sie mit Hilfe eines zweiten Club-Ganges überwand. Dank ihrer weiblichen Begleitung.
27.07.2018, 09:59

Das Beste am Mann, den ich zuletzt liebte, ist, dass der Gute für alles zu haben war. Je abenteuerlicher meine Idee, desto grösser seine Begeisterung.

Wir waren schon eine Weile liiert, als ich fand, wir sollten nach Berlin reisen, um uns im KitKat zu amüsieren. Dabei handelt es sich um einen Club, in dem getanzt und gevögelt wird. Da kann man zusehen, sich zusehen lassen, mitmachen, Partner tauschen und irgendwie halt alles erleben, was in einem Porno besonders prickelnd daherkommt.

Als wir im Club stehen, bin ich überfordert. Am Eingang masturbiert ein alter, kleiner Mann wie wild. Weiter hinten schlabbert eine Gruppe rum, bei der ich nicht weiss, was vorne, was hinten, was Mann, was Frau, was Fetisch, was nackt, was Spielzeug ist.

Der damalige Herzjunge bleibt bei zwei barbusigen Girls hängen, die in Heels und Höschen knutschen. Da wird mir klar: Die Coolness, die ich mir im Vorfeld attestierte, ist nichts anderes als eine Fata Morgana. Je angeturnter er ist, desto unentspannter werde ich.

Auf meinen Wunsch verlassen wir das KitKat. Ich gestehe mir ein: Wenn ich liebe, ist das Teilen des Mannes nur an einem Ort toll: in der Fantasie. Herz über Kopf. Oder Romantik über Liebe. So halt.

Thelma & Louise in Berlin

14 Monate später: Gleiche Stadt, gleicher Club, andere Begleitung. Ich bin mit Kim da. Kim und ich kennen uns von einer Wohnungsbesichtigung. Es war Mädchenliebe auf den ersten Blick. Kim ist durchgeknallt. Kim lässt nichts anbrennen. Und Kim ist immer verliebt. Selten länger als eine Woche. Kim weiss, wie man auf der Überholspur tanzt, lebt und liebt.

Kim ist Miss Right, um dem KitKat noch eine Chance zu geben. Der wichsende kleine, alte Mann ist wieder hier. Kim schubst mich an ihm vorbei. Wir quetschen uns durch eine grosse Menge halbnackter Menschen. Viele tanzen zu Techno (grässlich), andere stehen an der Bar und trinken ein Bier. Auf den ersten Blick passiert hier … nicht viel.

I kissed a Girl and i liked it

Kim hat ihren BH schon lange ausgezogen und bewegt sich graziös auf der Tanzfläche. Sie ist ganz eins mit sich, dem Beat, den Menschen um sie herum. Kim winkt mich zu sich. Ich folge ihrem Ruf, überwinde meine Techno-Phobie und tänzle ein bisschen mit.

Um uns wirds eng. Einige knutschen, andere fummeln, drei Männer schauen Kim und mir zu. Was mich anturnt. Kim auch. Unserem Blick folgt ein Kuss. Jetzt machen wir biz rum. Und hauen dann ab. In den nächsten Club. Und den übernächsten. Um am Ende dann doch wieder im KitKat zu landen.

Für eine Nacht sind wir Thelma & Louise, Bonnie & Bonnie, Hauptprotagonistinnen aus Katy Perrys «I Kissed A Girl»-Song und die Zürcher Ausgabe von Cameron Diaz und Christina Applegate im Film «The Sweetest Thing».

Katy Perry – «I kissed a Girl»

Was sonst noch geschah im KitKat? Mit dem Club ist es wie mit Las Vegas. Was in Vegas und im KitKat passiert, bleibt in Vegas und im KitKat.

Adieu,

Was ist besser mindestens so gut wie Sex? Genau: Dessert, Dessert, Dessert!

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Dessert, Dessert, Dessert!
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Die Geschichten aus dem Leben von Emma Amour:

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Emma Amour ist ...
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Das bin nicht ich, aber so würde ich als Shutterstock-Illustration aussehen. Öppe.
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bild: shutterstock/unsplash/watson

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