Leben
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Wie sich Jules eventuell unsere Zukunft vorstellt. Bild: shutterstock / watson

Emma Amour

Because I got high ... mit dem kiffenden Jules und seinem dummen Ghettoblaster

Die Story von Jules und Emma beginnt wie jeder seichte Hollywood-Streifen. Im realen Leben scheitern sie aber kurz vor dem Happy End. Oder doch nicht?



Die erste Begegnung mit Jules war nervig. Er sturzbesoffen, ich nüchtern. Ich sprang für eine Freundin ein, die in einem Club an der Kasse arbeitete. Ich hatte schon viele Stunden damit verbracht, Menschen einen Stempel auf ihr Handgelenk zu drücken, als Jules auftauchte.

Er habe keine Kohle, lallte er. Ob ich ihn nicht einfach so reinlassen kann. Der Laden mache sowieso bald dicht. Er sei doch bloss ein armer, harmloser Student. Bla Bla.

Er kam am Freitag und ging am Sonntag

Als ich mich auf den Heimweg machen wollte, klemmte mein Veloschloss. Jules, der draussen rumlungerte, eilte mir zur Hilfe. Ob er meine Nummer haben kann. Erst da fiel mir auf, wie gut er aussieht. Ich liess mich auf einen Deal ein: Ich sagte ihm meine Nummer einmal. Kann er sie sich merken, treffe ich mich mit ihm.

Er konnte. Wir verabredeten uns für das nächste Wochenende. Jules kam am Freitag. Und ging Sonntagabend. Ich war verzaubert. Das, obwohl er sechs Jahre jünger ist. Und der Joint sein bester Freund ist. Und er in einer WG mit acht Menschen und zwei Katzen wohnt. Weil er auf dem Weg zum Kindergärtner nie Kohle hat.

Womit wir bei den Dingen sind, die mein Herz höher schlagen lassen. Jules ist heute ausgebildeter Kindergärtner. Er will selber Kinder. Er ist halb Franzose – mon Coeur! – und halb Mexikaner. Jules hat pechschwarzes Haar, fährt Skateboard und setzt auf einen 80er-Porno-Schnauz.

Jules ist auch ein Vorspiel-Gott

Jules hat diesen jugendlichen Leichtsinn, der ihn so Sachen machen lässt, wie mir nach monatelangem Kontaktunterbruch SMS im Stil von

«Je t’aime»

 oder

«Wann heiratest du mich, Emma?»

zu schicken. Auch ist Jules immer für mich da, wenn ich einen Lover oder Freund brauche. Jules ist frei im Kopf. Und Jules lebt losgelöst von jeglichen gesellschaftlichen Normen. Ausserdem ist Jules nicht nur gut im Bett. Er kann auch Vorspiel. Und stundenlang Knutschen.

Letztens frage ich mich mal wieder, warum wir eigentlich kein Paar sind. Also schreibe ich ihm. Er trampt gerade mit dem Zug durch Europa. Hab ich vor 10 Jahren gemacht. Easy. Ich könne ihn übermorgen am HB Zürich abholen. Ich freue mich. Jules und ich haben uns seit rund acht Monaten nicht gesehen.

Ist das lustig oder schrecklich?

Am Tag seiner Ankunft stehe ich pünktlich um 21.20 am Treffpunkt. Von weitem höre ich Bob Marley «No woman no cry» singen. In der Menschenmenge erkenne ich Jules. Er hat einen Joint im Mund und einen Ghettoblaster auf der Schulter, aus dem eben Bob singt.

Bevor ich mir überlegen kann, ob ich das lustig oder schrecklich finde, fällt mir Jules um den Hals. Sein Joint brennt mir ein Loch ins Shirt. Wir stolpern über den Ghettoblaster, der Rucksack fällt ihm runter und sorgt für ein Meer aus dreckiger Unterwäsche, Socken, halben Zigaretten, Grips und Tabak.

Während wir rumkriechen, tippt mir jemand auf die Schultern. Es ist mein Ex-Boss. Ein arroganter Tubel. Er will smalltalken. Ich stelle ihm zwangsläufig Jules vor, der den Ex-Boss mit «Alles smooth!?» begrüsst. Ich finde die Situation suboptimal.

Auf dem Weg zu mir denkt Jules nicht daran, den Ghettoblaster auszuschalten. So spazieren wir mit «Three little Birds» die Neugasse runter, biegen zu «I shot the Sheriff» in die Josefstrasse, um dann pünktlich zu unserer eigenen «Punky Reggae Party» meine Wohnung zu erreichen.

Damit ihr es euch auch wirklich gut vorstellen könnt:

abspielen

Video: YouTube/bandulu4real

Knapp 24 Stunden später ist Jules wieder weg. Es sieht aus, als ob 296 Bomben eingeschlagen hätten. Selbst meine Bettwäsche riecht nach Gras. Mein Parkett ist voll von Tabakkrümeln und mein Brünneli ist mit Zahnpasta vollgeschmiert.

Ich bin sehr happy, als ich die Tür hinter Jules schliesse. Der Ritt war super. Und super anstrengend. Für eine gemeinsame Zukunft ist mir Jules zu viel, denke ich. Und merke jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, dass die einzig Unlockere hier ich bin. Und er eigentlich grandios ist. Ob trotz oder wegen des Ghettoblasters weiss ich gerade nicht. Was ich aber weiss, ist, dass ich Jules jetzt sogleich eine SMS schicke:

«Schüüül, ich vermiss di schüüüli. Und will schüüli viel Amour avec toi mache.»

Adieu,

Bild

Gibt es in deinem Leben auch einen Schüül?

Apropos Bob Marley: Das beste Haar-Bild der Welt liefert ein Mann

Mehr Geschichten aus dem Leben von Emma Amour:

Emma Amour ist ...

... Stadtmensch, Single, Anfang 30 – und watsons neue Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch jeden Freitag deinen Fragen annimmt. Und keine Sorge, so wie auch Emma, wirst auch du mit deiner Frage anonym bleiben. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.

Hast du eine Frage?

Dann schick sie per Mail an Emma: emma.amour@watson.ch

Bild

Das bin nicht ich, aber so würde ich als Shutterstock-Illustration aussehen. Öppe. bild: shutterstock/unsplash/watson

Mehr von Emma Amour:

«Ich kann es nicht lassen, meine Ex-Affäre auf Social Media zu stalken»

Link zum Artikel

Mundgeruch, Panik, Scheissfrisur ... Mein erster Morgen mit dem Zyklopen!

Link zum Artikel

«Obwohl ich ihn heiraten will, kriege ich jetzt Panik …»

Link zum Artikel

Extra-Emma! Zum Valentinstag hier Antworten auf 14 dringende Fragen

Link zum Artikel

Leute, es ist passiert! Der Zyklop und ich hatten Sex

Link zum Artikel

«Wie verliere ich am Valentinstag nicht die Nerven?»

Link zum Artikel

Emma Emergency, Teil III! Für ganz dringende Fragen: Bitte hier melden!

Link zum Artikel

Das (null) perfekte Date mit dem Zyklopen

Link zum Artikel

«Wie wichtig ist Frauen der Penis beim Sex?»

Link zum Artikel

Wir müssen über Romantik trotz Arschfisteln reden, Leute!

Link zum Artikel

«Ich gerate immer an liierte Frauen …»

Link zum Artikel

Andere Länder, andere Sitten und sehr gute Ti-, äh, Brüste

Link zum Artikel

«Vielleicht bin ich doof und er will nur Sex …»

Link zum Artikel

Sorry Mami, eventuell liebe ich einen Zyklopen (oder einen Dealer)

Link zum Artikel

«Warum können viele Männer nicht mit einem Korb umgehen?»

Link zum Artikel

13 bescheidene (Haha!) Wünsche für 2020

Link zum Artikel

«Er versuchte, ohne Gummi in mich einzudringen …»

Link zum Artikel

Ich habe aufgehört zu rauchen: 24 Stunden in meiner persönlichen Hölle

Link zum Artikel

«Plötzlich erlebe ich, dass Männer keinen Sex mit mir wollen»

Link zum Artikel

Das Comeback des kiffenden Jules: Merry XXX-mas to me!

Link zum Artikel

«Ich begann, heimlich in Sexkinos zu gehen …»

Link zum Artikel

An alle Singles: Mit diesen 10 Tipps überstehen wir Weihnachten!

Link zum Artikel

«Ich habe mich in dieselbe Frau wie mein Kumpel verschossen – was tun?»

Link zum Artikel

Extra-Emma! Hier folgen die Antworten auf eure 13 dringendsten Fragen

Link zum Artikel

Der Ja-Sager, seine 10'000 JAs und mein NEIN

Link zum Artikel

«Wie sage ich ihm nett, dass er beim Sex etwas anders machen soll?»

Link zum Artikel

Emma Emergency, Teil II! Für ganz dringende Fragen: Bitte hier melden!

Link zum Artikel

Mein Date, die Sexmesse und ich!

Link zum Artikel

«Hand- und Blow-Job-Fragen ignoriert sie…»

Link zum Artikel

Wie ich in der Shisha-Bar Liebeskummer wegtwerke!

Link zum Artikel

«Wir wollten Sex, jetzt sind wir dummerweise verliebt»

Link zum Artikel

Ich öffne für euch die Büchse der Pandora aka meine Inbox, Teil III

Link zum Artikel

Der Tubel, der... ach, lest selbst und leidet mit mir!

Link zum Artikel

«Reicht Liebe, um eine Beziehung aufrecht zu erhalten?»

Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

Link zum Artikel

«Plötzlich schläft mein Freund schlecht neben mir»

Link zum Artikel

Yo Ladies, hier kriegen wir unser Fett weg!

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

116 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
Asmodeus
13.04.2018 11:01registriert December 2014
Das schrecklichste an der ganzen Story ist die Vorstellung ihn in die Nähe von Kindern zu lassen.
Der raucht sie noch aus Versehen.
550128
Melden
Zum Kommentar
Reptile
13.04.2018 11:21registriert June 2014
Wenn ich sowas lese merke ich wieder einmal, was für ein stinklangweiliger Typ ich bin. Kein Wunder hat sich noch nie eine für mich interessiert, hahaha.
37315
Melden
Zum Kommentar
Blitzmagnet
13.04.2018 11:40registriert June 2015
Ich würde sagen, der perfekte Beweis, dass Frau etwas wildes, nicht fassbares und unglaublich chaotisches will, wenn's ums Bett geht.. aber nicht für eine langfristige Beziehung, weil da würde das hinterherputzen schnell zum Dauerbrenner :D
1371
Melden
Zum Kommentar
116

Yonnihof

Von Schlafschafen und Aluhüten: Der Tanz mit den Extremen

Wenn man nur noch Extremmeinungen hört, fehlt die Stimme der Mitte.

Einen Text in die Richtung dessen, was ich hier nun zu schreiben versuche, schlug ich schon einmal zu Faden. Damals war Corona noch ausschliesslich ein Bier. Der Grund für jene Kolumne war die Debatte über Extrempole der Modeindustrie. Ein Kleiderhersteller hatte gerade eine Plus Size-Linie herausgegeben und Models für deren Präsentation ausgewählt, die stark übergewichtig waren – und selbstverständlich zerfleischten sich die Leute in den Kommentaren darüber, was gesund und was …

Artikel lesen
Link zum Artikel