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Emma Amour: Heute erzähle ich euch die Story über die Dünnpfiff-Explosion

So oder so ähnlich stellte ich mir die Situation vor.bild: shutterstock / watson
Emma Amour

Heute erzähle ich euch endlich die Story über die Dünnpfiff-Explosion meiner BFF

Emmas zwei beste Freundinnen sind grundverschieden. In einer Sache sind sich die zwei dennoch einig: Grosses Geschäft und grosse Liebe schliessen sich aus. Was aber tun, wenn die Natur einen anderen Plan hat? Die Geschichte eines Schisses, der schwitzend im öffentlichen WC endet.
06.04.2018, 13:2807.04.2018, 09:07
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Ich geniesse das Privileg zwei beste Freundinnen zu haben. Als wäre das nicht schon super genug, sind die beiden zudem sehr unterschiedlich. Was umso bereichernder für unseren Freundschafts-Dreier ist.

Während Cleo ein riesiges Herz für alles und jeden hat, geht Sophie mit einer «Leckt mich doch»-Attitüde durchs Leben. In einer Sache aber treffen sich die beiden auf Augenhöhe: Cleo und Sophie wollen nicht, dass Männer wissen, dass sie eine Verdauung haben. In ihrer Welt wünschen sich meine Freundinnen ein Leben ohne Blähungen und Stuhlgang.

Vom WC-Stress in den Ferien

Sophie ist seit einigen Jahren mit ihrem Freund zusammen, mit dem sie auch zusammen wohnt. Man könnte meinen, ihre Ängste und Krämpfe aufs WC zu gehen, wenn er da ist, seien vorbei. Denkste. Sie hat die Verdauung so im Griff, dass sie ihre Toilettengänge timen kann. Sophie kackt jeweils am Morgen, wenn er das Haus verlässt.

Einmal kam er zurück, weil er was vergessen hat. Das Drama war gross. Und Sophie deswegen schon um 15.00 Uhr betrunken. Das Malheur passierte an einem Dienstag. Da Sophie selbstständig arbeitet, konnte sie sich den Nachmittagsabsturz wenigstens leisten.

Verreist sie mit ihrem Freund, hält sie Cleo und mich per Whatsapp-Gruppe «Ernste Probleme» über ihr Leiden auf dem Laufenden. Im Hotelzimmer kann sie nicht aufs WC. Also rennt sie jeweils in die Lobby oder versucht zu verheben, bis sie in einer Bar oder in einem Restaurant sind, wo sie diskret verschwinden kann.

Das Rumoren im Bauch kündigte den Albtraum an

Den Vogel aber schiesst letztens Cleo ab. Cleo schläft zurzeit mit Theo. Cleo und Theo. Kein Witz. Aber das nur am Rande. Cleo wohnt an der Langstrasse. Theo schlief von Freitag auf Samstag nach dem Ausgang bei ihr. Während des Zmorgens rumort es in Cleos Bauch.

Wer Cleo und ihren Darm kennt, weiss: Das Unglück lässt nicht lange auf sich warten.

Später wird sie erzählen:

«Ich wusste, dass das kein leises ‹Pffft› wird. Ich wusste, dass sich hier eine Explosion einer anderen Dimension ankündigt.»

Auf Cleos Stirn bildet sich kalter Schweiss. Während Theo seelenruhig sein Gipfeli isst, droht Cleo zu implodieren. In diesem Stadium ist Zurückhalten keine Option mehr. Cleo weiss, dass ein massiver Unfall geschieht, wenn sie jetzt nicht schleunigst reagiert.

Überstürzte Flucht im Pischi und mit postkoitaler Frisur

Mann kann sich jetzt fragen, warum Cleo nicht einfach aufs WC ging. Es ist kompliziert. Cleos Wohnung ist nicht nur ein bisschen hellhörig. Cleo hört sogar ihren Nachbarn von zwei Stöcken weiter unten und gegenüber schnarchen.

In der ganzen Misere passiert nun das, was automatisch geschieht, wenn wir in Gefahr sind. Der Körper und die Psyche schalten auf Automatik. Cleo springt auf. Im Pischi und mit postkoitaler Frisur verlässt sie überstürzt die Wohnung. Sie ruft noch was von fehlender Milch. Und dass sie grad wieder kommt.

Aus lauter Panik noch eine Runde Diarrhö

Dann rennt Cleo um ihr Leben. Richtung Limmatplatz. Ohne Jacke. Bei 0 Grad. Sie bahnt sich einen Weg durch die Hipster, die Paare, die verkaterten Singles und die verlorenen Seelen, die ihre Samstage im Migros-Restaurant verbringen.

Als Cleo das WC erreicht, ist dieses sehr voll. Für einmal vergisst Cleo ihre Hemmungen und lässt los. Will man Cleos Ausführungen glauben, kommt es zu einer erdbebenähnlichen Explosion.

Cleo bleibt noch ein bisschen sitzen, um die Erleichterung auf sich wirken zu lassen. Und um per Gruppenchat über die neuesten, nun doch wieder schlimmen, Ereignisse zu informieren.

Samstag, 11.37 Uhr, Cleo an die Gruppe «Echte Probleme»:
«Ich war mir so sicher, dass es nicht schlimmer werden kann. Jetzt habe ich bemerkt, dass ich ohne Portemonnaie aus dem Haus bin. Ich kann nicht ohne Milch zurück. Eigentlich kann ich nie mehr zurück. Auch weil ich im Kühlschrank mindestens vier Liter Milch habe, was Theo beim Abräumen – er ist ja ein Guter – bereits entdeckt haben wird und mich nun für die allergrösste Amok-Braut hält, die er je getroffen hat.»

Samstag, 11.38 Uhr, Emma an die Gruppe «Ernste Probleme»:
«Wer kann's ihm verübeln?»

Samstag, 11.39 Uhr, Cleo an die Gruppe «Ernste Probleme»:
«Aus lauter Panik habe ich jetzt wieder Diarrhö.»

Samstag, 11.40 Uhr, Sophie an die Gruppe «Ernste Probleme»:
«Bleib wo du du bist, Cleo. Bin mit Milch und Imodium auf dem Weg zu dir. <3»

Freaks. 

Adieu,

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