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GC-Praesident Stephan Anliker, rechts, spricht mit Trainer Thorsten Fink, Mitte, und Sportchef Mathias Walther, links, im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem Grasshopper Club Zuerich und dem FC Basel im Letzigrund, am Sonntag, 3. Februar 2019 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Lange Gesichter bei den GC-Bossen: Ob sie wissen, dass es fünf vor 12 ist? Bild: KEYSTONE

Feuer im Dach beim Rekordmeister – haben die Grasshoppers den Ernst der Lage erkannt?

Der Grasshopper Club Zürich befindet sich in einer der grössten Krisen der vergangenen Jahre. Die GC-Führung will den Ernst der Lage erkannt haben, ihre Taten lassen derweil einen zweiten Schluss zu.



Der preisgekrönte amerikanische Friedensaktivist und Journalist Norman Cousins hatte sich Zeit seines Lebens nicht für Fussball interessiert. Weder Manuel Huber, Mathias Walther noch sonst jemand aus dem inneren Zirkel der Grasshoppers waren ihm ein Begriff. Und dennoch existiert dieses Zitat von Cousins, das so gut zu GC und seiner aktuellen Vereinsspitze passt, als hätte er es eigens für sie geschrieben: «Hope is independent of the apparatus of logic», liess sich der im Jahre 1990 verstorbene Autor zitieren, was auf Deutsch so viel heisst wie:

«Hoffnung und Logik sind voneinander komplett unabhängig.»

Norman Cousins, Journalist und Friedesaktivist

Auf Hoffnung stützen sie sich im GC-Campus seit einiger Zeit. Sie war im August 2017 schon da, als die Grasshoppers meinten, in Murat Yakin den Trainer-Messias gefunden zu haben. Nach nicht einmal sieben Monaten erwies sich dies aber als grosses Missverständnis. Bald darauf unterschrieb Nachfolger Thorsten Fink und liess in Niederhasli weiter hoffen. Das war vor zehn Monaten.

Auch aus dem «Ja» des Zürcher Stimmvolks zum neuen Hardturmstadion schöpften die Grasshoppers neuen Glauben. Der erhoffte Schub reichte am Abstimmungssonntag Ende November für einen 2:1-Sieg gegen St. Gallen - es war der bislang letzte von GC in der Super League. Seither gingen die Spieler des Rekordmeisters in sechs Partien als Verlierer vom Platz; auch vergangenen Sonntag, nach dem 0:1 im Abstiegskampf gegen Neuchâtel Xamax, was für GC das Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz bedeutete.

«Wir haben den Abstiegskampf angenommen», sagt GC-Sportchef Mathias Walther und «weil wir diese Einstellung haben, werden wir auch wieder aus dem Tabellenkeller heraus kommen». Noch in der Winterpause hatte die sportliche Führung nichts von einem Szenario «Barrage» wissen wollen, nun soll die Umstellung auf «Abstiegskampf» im Eiltempo erfolgen. Nur: Mit Neuchâtel Xamax und dem FC Lugano befinden sich neben GC zwei Teams im Keller, bei denen der Abstiegskampf seit Saisonbeginn ein Thema ist. Teams, die Attribute wie «Härte und Kampfgeist», welche auch Walther von seiner Equipe fordert, seit Wochen verinnerlicht haben.

GC in Not, CEO Huber in den Ferien

Unproblematisch dürfte die Umstellung auf den ausgerufenen Kampf gegen die erstmalige Relegation seit 70 Jahren nicht werden. Zumal Walther und Fink den Spielern Werte wie Einsatzwille und Kampfgeist vermitteln wollen, während mit CEO Manuel Huber ein Führungsmitglied durch seine Abwesenheit zur Unzeit gegenüber aussen ein anderes Bild abgibt. Wie der «Blick» berichtete, soll sich der 31-Jährige im zweiwöchigen Karibik-Urlaub aufhalten. Eine Aktion, die sämtliche Bekräftigungen der GC-Spitze, man habe den Ernst der Lage erkannt, torpediert. Bei Trikot-Sponsor Reinhard Fromm stiess Hubers Auszeit gar auf so wenig Verständnis, dass der 51-Jährige seinen Ausstieg als Geldgeber verkündete.

Hubers Fauxpas fällt just in eine für GC und Trainer Fink wegweisende Phase. In den kommenden Partien in Thun am Sonntag und insbesondere gegen den ebenfalls kriselnden FC Luzern ist ein Erfolgserlebnis Pflicht. «Es ist nun die Aufgabe des Trainers, in der Mannschaft die nötige Schärfe zu erzeugen, um zu punkten», so Walthers Vorgabe. Werfen die beiden Spiele keine Punkte für GC ab, ist kaum vorstellbar, dass der Trainer, der gemäss Walther derzeit kein Thema ist, nicht doch zum Thema wird.

Ravet und Caiuby als nächste Heilsbringer

Genügend Qualität, um sich rasch vom letzten Tabellenrang wieder loszueisen, ist gemäss Walther in dem von ihm zusammengestellten Kader vorhanden. Durch die Verpflichtung der Bundesliga erprobten Yoric Ravet und Caiuby sei auch die zuletzt wenig durchschlagskräftige Offensive der Zürcher aufgewertet worden. Zumindest Rückkehrer Ravet bestätigte in seinen beiden Einsätzen im Derby gegen den FC Zürich (1:3) und Xamax, dass er die Mannschaft trotz fehlender Spielpraxis führen und antreiben kann.

Zuerichs Levan Kharabadze, rechts, gegen den Grasshopper Yoric Ravet, links, beim Fussballspiel der Super League FC Zuerich gegen den Grasshopper Club Zuerich   
im Stadion Letzigrund in Zuerich am Samstag, 9. Februar 2019. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Schiesst Yoric Ravet den Rekordmeister aus dem Tabellenkeller? Bild: KEYSTONE

Der 29-Jährige kam aber nach den ersten Einsatzminuten für GC auch zum Schluss, dass er bei der Führung der jungen Spieler Unterstützung braucht. Der Co-Antreiber von Ravet soll der 30-jährige Brasilianer Caiuby werden, obschon dieser zuletzt in der Bundesliga bei Augsburg mehr durch Nicht-Erscheinen als durch grosses Engagement aufgefallen war. Dennoch ist sich Walther sicher: «Mit Caiuby und Ravet konnten wir die dringend benötigte Erfahrung ins Team reinbringen.» Die Hoffnung bei GC hat zwei neue Gesichter. (sda/bal)

Jubel bei GC-Fans

Video: watson/Sarah Serafini

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