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China kann seinen Satelliten Tiangong 1 nicht mehr kontrollieren – 2017 stürzt er auf die Erde



Erst letzte Woche hat China sein Raumlabor Tiangong 2 ins All geschossen. Noch bevor der «Himmelspalast» seine Umlaufbahn in 393 Kilometer Höhe erreichte, räumten chinesische Funktionäre ein, dass sie die Kontrolle über dessen Vorläufer – das Raumlabor Tiangong 1 – verloren haben. 

Tiangong 1

Tiangong 1 war über 1600 Tage aktiv. Ende 2017 wird das Raumlabor unkontrolliert abstürzen.  Bild: CMSA

Tiangong 1, das die Erde seit fünf Jahren umkreist, hatte im März aufgehört, Daten zu übermitteln. Das erste chinesische Raumlabor wird voraussichtlich Ende 2017 unkontrolliert abstürzen. Aufgrund seiner Grösse wird Tiangong 1 nicht vollständig in der Atmosphäre verglühen; einige Trümmerstücke des rund 10,4 Meter langen und 8,5 Tonnen schweren Labors werden die Erdoberfläche erreichen.

Nicht zum ersten Mal: Bei solchen Abstürzen regnen immer wieder Trümmerteile auf die Erde. 13 Beispiele: 

Kosmos 954

Bild

Ein Trümmerstück des Satelliten. Bild: Wikimedia

Januar 1978
Der sowjetische Überwachungs-Satellit Kosmos 954 stürzt über Kanada ab, wobei radioaktive Trümmer – der Satellit bezog seine Energie aus einem Atomreaktor – auf einem 600 Kilometer langen Streifen im dünn besiedelten Nordwesten des Landes niedergehen. Trotz einer aufwändigen Suchaktion kann nur etwa 0,1 Prozent des gefährlichen Materials geborgen werden. 

Skylab

FILE -  This is a  1979  file image of Skylab, at the end of its mission in 1979 when it crashed back to Earth. Skylab was the first United States manned space station, and was launched on May 14, 1973. NASA's Skylab was one of the best-known of a falling satellite, which re-entered in 1979. About 74 metric tons (82 tons) hit the Earth — some of it in Australia and the rest falling into the Indian Ocea  (AP Photo/NASA, FILE)

So gross wie ein Reihenhaus: US-Raumstation Skylab.  Bild: AP NASA

Juli 1979
Skylab, die erste US-Raumstation, stürzt vier Jahre früher als ursprünglich berechnet ab. Die Nasa steuert die 30 Meter lange und 80 Tonnen schwere Raumstation so, dass deren letzter Orbit vor allem über Wasserflächen verläuft. Da Skylab etwas später als vorgesehen in Teile zerbricht, gehen die Trümmer etwas weiter östlich in West-Australien nieder. 

Skylab Trümmerstück

Skylab-Trümmerstück. Bild: blog.b92.net

Pegasus 2

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Drei Jahre lang aktiv: US-Satellit Pegasus 2. Bild: Wikimedia

November 1979
Der 1965 in den Orbit geschossene, 11,6 Tonnen schwere US-Satellit stürzt in den Atlantik, ohne Schaden anzurichten. 

Saljut 7

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Saljut 7 mit angedockter Sojus T-14. Bild: Spacefacts.de

Februar 1991
Die zweite sowjetische Raumstation Saljut 7, ein 16 Meter langer und 19 Tonnen schwerer Koloss, stürzt gut ein Jahr, nachdem der Treibstoff ausgegangen ist, unkontrolliert über Argentinien ab. Auf die 400 Kilometer von Buenos Aires entfernte Kleinstadt Capitan Bermudez gehen zahlreiche Trümmerstücke nieder, niemand wird verletzt. 

Mir

In this June 1998 handout picture from NASA, Russia's Mir space station is photographed during the final fly-around of the Space Shuttle Discovery before docking. The Mir space station's 15-year voyage ended Friday, March 23, 2001 in a spectacular shower of blazing debris over the South Pacific, as computer screens in the Mission Control room went eerily blank and Russians gave the orbiter a dignified farewell. (KEYSTONE/AP Photo/NASA/Str)

Mir (russisch für «Frieden» bzw. «Welt»): Damals das grösste künstliche Objekt im Erdorbit.  Bild: AP, NASA

März 2001
Nach 15 Jahren Betriebszeit tritt ein wahrer Gigant
wieder in die Erdatmosphäre ein: Die russische Raumstation Mir wiegt 135 Tonnen und ist so gross wie sechs Schulbusse. Mir wird vollständig kontrolliert zum Absturz gebracht und verglüht als Feuerball über dem Südpazifik, wo die letzten Trümmerstücke niedergehen.  

Russian Space Station Mir burns up as it enters the earth's atmosphere over Nadi, Fiji,  Friday, March 23, 2001. After 15 years of service in outer space, Mir made its re-entry to earth  .  (KEYSTONE/AP Photo/Rob Griffith)

Wie Sternschnuppen: Trümmer der Mir verglühen über dem Südpazifik. Bild: AP

Columbia

In this Saturday, Feb. 1, 2003 file photo, debris from the space shuttle Columbia streaks across the sky over Tyler, Texas. A new NASA report says that the seat restraints, suits and helmets of the doomed crew of the space shuttle Columbia didn't work well, leading to

Das zerbrochene Space Shuttle über dem Himmel von Texas.  Bild: AP

Das erste weltraumtaugliche Space Shuttle der Nasa bricht auf seiner 28. Mission beim Wiedereintritt in die Atmosphäre kurz vor der Landung über Texas auseinander. Alle sieben Besatzungsmitglieder kommen bei der Katastrophe um. Einige Teile des Raumfähre verglühen, andere gehen über den Südstaaten der USA nieder. Gefundene Trümmer werden von den Behörden gesammelt, um die Absturzursache zu rekonstruieren.  

This overview of the Columbia debris shows the orbiter outline on the floor with some of the 78,760 pieces identified to date in the Kennedy Space Center's RLV Hangar 22 May 2003. The major Columbia recovery efforts in East Texas have produced more than 70,000 pieces, about 40 percent of the Space Shuttle by weight. The shuttle disintegrated 01 February upon reentering the earth's atmosphere.   EPA-PHOTO/EPA/NASA

Trümmerteile der Columbia in einem Hangar. Bild: EPA NASA

Beppo Sax

Bild

Absturz nach sieben Jahren Dienst im Orbit: Beppo Sax. Bild: acsstudio.acsys.it

April 2003
Der italienisch-niederländische Satellit stürzt 300 bis 400 Kilometer von den Galapagos-Inseln entfernt in den Pazifik. Zuvor war befürchtet worden, Bruchstücke des knapp 1,4 Tonnen schweren Röntgensatelliten könnten über Land niedergehen. Experten gehen davon aus, dass einige Trümmerstücke aus Stahl und Titan von bis zu 100 Kilogramm Gewicht die Erdoberfläche erreicht haben. 

Progress 12 M-12

epa02880088 A handout picture released by the Russian Federal Space Agency Roscosmos on 25 August 2011 shows a Russian Soyuz-U carrier rocket blasting off from the Baikonur cosmodrome in Kazakhstan on 24 August 2011 to deliver a Russian Progress M-12M cargo spacecraft to the International Space Station (ISS). Russia on 25 August grounded a mainstay cargo rocket and ordered an wide-reaching investigation after the country's second failed launch in less than a week. A statement from the Russian national space agency Roskosmos said its Progress M 12-M space cargo vehicle carrying more than 3.5 tonnes of supplies and its booster the Soyuz rocket would not fly missions until further notice. Russia's Soyuz rocket is, since the July retirement of the United States' space shuttle, the only space vehicle capable of moving crew to and from the ISS. According to Roscosmos it is the first Progress failure since 1978.  EPA/ROSCOSMOS PRESS SERVICE/HANDOUT BEST QUALITY AVAILABLE HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Start des Progress-Raumschiffs auf einer Sojus-Trägerrakete in Baikonur.  Bild: EPA

August 2011
Ein russischer Frachter vom Typ Progress stürzt kurz nach dem Start auf dem Weg zur Internationalen Raumstation ISS wegen einer Fehlfunktion des Triebwerks ab. Der Frachter mit knapp drei Tonnen Versorgungsgütern zerbricht über dem Altai-Gebirge in Russland. Die Bruchstücke könnten radioaktiv verseucht sein, warnen die Behörden. 

Progress-Raumschiff

Progress-Raumschiff. Bild: Wikimedia

UARS

FILE - In this file image provided by NASA this is the STS-48 onboard photo of the Upper Atmosphere Research Satellite (UARS) in the grasp of the RMS (Remote Manipulator System) during deployment, from the shuttle in September 1991. NASA's old research satellite is expected to come crashing down through the atmosphere Friday afternoon, Sept. 23, 2011 Eastern Time. The spacecraft will not be passing over North America then, the space agency said in a statement Wednesday evening. (AP Photo/NASA)

So gross wie ein Bus: US-Forschungssatellit UARS.  Bild: AP NASA

September 2011
Der 6,5 Tonnen schwere amerikanische Upper Atmosphere Research Satellite (UARS) stürzt vor der Westküste Nordamerikas über dem Pazifik ab. Die Trümmer – nach Schätzungen der Nasa erreichen rund 26 Stücke mit einem Gewicht von bis zu 140 Kilogramm die Erdoberfläche – verteilen sich über einen Umkreis von 800 Kilometern. 

UARS Satellit Tracking Karte

Karte des UARS-Orbits: Der gelbe Balken zeigt den berechneten Ort des Wiedereintritts, die gelbe Linie die Bahn der Trümmer. Karte: Earthsky.org

ROSAT

epa02976697 An undated handout picture provided by EADS Astrum shows the German satellite Rosat (Roentgensatellit) which has been in orbit since 01 June 1990. According to the latest calculations Rosat will be crashing. The German Aerospace Center (DLR) in Cologne announced that the satellite would reenter the earth's atmosphere on 22 or 23 October 2011.  EPA/EADS ASTRIUM  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Der bis dahin schwerste deutsche Satellit: Das Röntgenobservatorium ROSAT.  Bild: EPA

Oktober 2011
Nachdem der deutsche Röntgensatellit ROSAT kontinuierlich an Höhe verloren hat, umkreist er Ende September 2011 die Erde in nur noch 290 Kilometer Höhe. Der knapp 2,5 Tonnen schwere Satellit kann nicht kontrolliert zum Absturz gebracht werden, da er kein Triebwerk besitzt. Im Oktober verglüht er über dem Golf von Bengalen im Indischen Ozean. Schäden durch Trümmer sind nicht bekannt. 

Bild

ROSAT beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.  Bild: dlr.de

Phobos-Grunt

epa03061020 (FILE) A file handout image released by Russian Federal Space Agency Roscosmos on 02 November 2011 shows the Russian Phobos-Grunt probe being prepared for launch from the Baikonur cosmodrome in Kazakhstan. The defective Russian Mars probe Fobos-Grunt returned to Earth on 15 January 2012 and was landing in the Pacific Ocean. Debris from the 13.5-ton space vehicle fell into the ocean, after it had been trapped in a decaying orbit, Russian authorities told Interfax news agency on 15 January.  EPA/ROSCOSMOS/HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES *** Local Caption *** 00000403000238

Die Mars-Sonde vor dem Start.  Bild: EPA

Januar 2012
Die russische Mars-Sonde Phobos-Grunt, die aufgrund eines technischen Defekts den Erd-Orbit nicht verlassen konnte, tritt über dem Pazifischen Ozean unkontrolliert in die Atmosphäre ein und verglüht zu grossen Teilen. Gemäss Schätzungen der Europäischen Weltraumagentur ESA erreichen Trümmer der Raumsonde bis zu einem Gewicht von 300 Kilogramm die Erdoberfläche; Giftstoffe wie das radioaktive Kobalt sollen jedoch verglüht sein. 

Achtung Redaktionen: Bild nur zur redaktionellen Berichterstattung und bei Nennung

Vor dem Absturz: Aufnahme von Phobos-Grunt mit dem Weltraumbeobachtungsradar TIRA.  Bild: Fraunhofer FHR/dapd

GOCE

November 2013
Das Ionen-Triebwerk des Gravity field and steady-state ocean circulation explorer (GOCE) fällt aus, nachdem der Xenon-Vorrat aufgebraucht ist. Der geowissenschaftliche Satellit der ESA verliert darauf an Höhe und tritt rund drei Wochen später in die Erdatmosphäre ein. Während seiner Bahn über Sibirien, den Indischen Ozean, den Pazifik und die Antarktis bis über den Südatlantik verglüht GOCE zum grössten Teil; schätzungsweise ein Viertel der Gesamtmasse stürzt als Trümmer bei den Falklandinseln ins Meer. Schäden sind nicht bekannt.

Progress M-27M

abspielen

Start der Sojus-Trägerrakete mit dem Prospekt-M-27M-Raumschiff.  Video: YouTube/Телестудия Роскосмоса

Mai 2015
Der russische Raumfrachter Progress M-27M startet Ende April 2015 zu seinem Versorgungsflug für die Internationale Raumstation (ISS), erreicht aber aufgrund eines technischen Problems die geplante Umlaufbahn nicht. Eine gute Woche später verglüht der ausser Kontrolle geratene Transporter in der Atmosphäre. Einige Wrackteile fallen westlich von Chile in den Südpazifik. 

Progress M-27M-Raumfrachter Absturz Karte

Die Wiedereintrittsorte des Raumtransporters gemäss der russischen Weltraumorganisation Roskosmos und dem US-Militär.  Karte: russianspaceweb.com

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Lowend 22.09.2016 17:32
    Highlight Highlight Zum Glück heisst die Überschrift nicht: "Wenn Russlands Flop-Satelit ...", weil dann sicher schon 200 Kommentare und mehr geschrieben worden wären, die von der westlichen Lügenpresse, über die Herrlichkeit Putins, bis zur Mondlandung der NASA, die natürlich gefaked war, so ziemlich jede Halb- bis Unwahrheit posten würden, nur um von der Tatsache abzulenken, dass ein russischer Satelit zur Erde stürzt.
    • MikoGee 22.09.2016 20:36
      Highlight Highlight Naja die Russen waren die ersten die einen Satelliten hochgeschossen haben. Ausserdem war der erste Mensch im All, Juri Gagarin, auch Russe. Und um dem die Krone aufzusetzen: Ihre Raketen-Technik verdanken die Amis Wernher von Braun und anderen Deutschen Wissenschaftlern, welche im Rahmen von "Project Paperclip" ihr Heil im Tausch gegen Nazi-Errungenschaften suchten.
      Die weltberühmte Rede von J.F. Kennedy, "We choose to go to the Moon in this decade and do the other things, not because they are easy, but because they are hard" soll anscheinen auch von Braun geschrieben haben, würde passen. ;)
  • MikoGee 22.09.2016 16:36
    Highlight Highlight Passend dazu lief doch gerade gestern Abend der geniale Klassiker «Space Cowboys»...jetzt bloss keine falsche Gedanken aufkommen lassen. ;)

In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

Wer glaubt, für Fremdenfeindlichkeit brauche es Menschen aus fremden Ländern, irrt. Nach dem verlorenen Krieg drängten sich Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Rest-Deutschland. Heute gilt ihre Aufnahme als vorbildlich – doch in Wahrheit schlugen ihnen damals Hass und Verachtung entgegen und der offen ausgesprochene Gedanke, nicht nach Westdeutschland, sondern nach Auschwitz zu gehören.

Der Volkszorn kocht, und der Redner weiss genau, was die Leute hören wollen: «Die Flücht­lin­ge müs­sen hin­aus­ge­wor­fen wer­den, und die Bau­ern müs­sen da­bei tat­kräf­tig mit­hel­fen», ruft Josef Fischbacher. Der Kreisdirektor des bayerischen Bauernverbandes giesst kräftig Öl ins Feuer und nimmt sogar das Nazi-Wort «Blutschande» in den Mund.

Was hier nach Sachsen im Jahr 2016 klingt, ist Bayern im Jahr 1947. Und die Flüchtlinge, die Fischbacher hinauswerfen will, kommen nicht aus …

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