Wirtschaft

Die Exportwirtschaft ist begeistert: Ein schwacher Franken ist in ihrem Sinne.
Bild: KEYSTONE

Fünf Gründe, warum der Franken momentan schwächelt und was das für die Wirtschaft bedeutet (Gutes!)

Die Erholung in Europa und SNB-Negativzinsen schwächen den Franken ab. Aber es gibt auch noch andere Ursachen. Die Wirtschaft freut sich jedenfalls.

08.02.16, 07:04 08.02.16, 07:22

andreas schaffner / Aargauer Zeitung

Der Schock in der Schweizer Wirtschaft sass tief, als die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Mindestkurs zum Euro aufgehoben hatte. Das war vor einem Jahr. Konjunkturexperten sahen schon bald eine Rezession im Anmarsch und prophezeiten einen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Denn die Stärkung des Franken würde dazu führen, dass die Exportwirtschaft auf dem internationalen Markt ihre Produkte nicht mehr zu einem konkurrenzfähigen Preis anbieten könne.

Doch die Rezession ist ausgeblieben. In einzelnen Branchen mehren sich sogar die Anzeichen für eine Aufhellung. Auch die Arbeitslosigkeit ist weniger stark angestiegen als zunächst vorausgesehen, auch wenn laut dem Bundespräsidenten Schneider-Ammann im laufenden Jahr noch mehr schlechte Nachrichten zu erwarten sind.

Was jedoch völlig überraschend ist: Der Schweizer Franken hat sich in den vergangenen Wochen spürbar abgeschwächt. Was steckt dahinter?

«Zunächst hat sich die Wirtschaft in der Eurozone langsam aufgehellt. Der grosse Unterschied zu den USA ist kleiner geworden. Auf der anderen Seite wirken sich auch die Negativzinsen aus, die die SNB vor einem Jahr eingeführt hat.»

Rudolf Minsch, Chefökonom Economiesuisse

Sicher ist: Die SNB hat in den letzten Wochen nur wenig am Devisenmarkt interveniert und auch ihre Geldpolitik hat sie nicht mehr gelockert. Am Verhalten der Europäischen Zentralbank (EZB) kann es auch nicht gelegen haben. Das Gegenteil wäre hier eher zu erwarten: Die EZB kauft nämlich jeden Monat Anleihen für 60 Milliarden Euro auf und pumpt so Geld in den Markt. Dies mit dem Ziel, die europäische Gemeinschaftswährung zu schwächen und die Wirtschaft so anzukurbeln. EZB-Präsident Mario Draghi hat kürzlich eine weitere Lockerung dieser Geldpolitik in Aussicht gestellt. Und auch trotz dieser Ankündigung Draghis schwächte sich der Franken weiter ab.

Wirtschaft erholt sich

Für Rudolf Minsch, Chefökonom des Dachverbands Economiesuisse, sind mehrere Gründe für die Abschwächung des Frankens verantwortlich: «Zunächst hat sich die Wirtschaft in der Eurozone langsam aufgehellt. Der grosse Unterschied zu den USA ist kleiner geworden.

Negativzinsen

«Auf der anderen Seite wirken sich auch die Negativzinsen aus, die die SNB vor einem Jahr eingeführt hat.»

«Zinsänderungen brauchen immer eine gewisse Zeit, bis sich diese auf die Währung und die Wirtschaft auswirken»

Patrick Quensel, Premium Capital Advisors

Hedge Funds

Offenbar waren aber auch Hedge Funds am Werk: Auch sie gehen offenbar von einer Erholung der europäischen Wirtschaft aus und positionieren sich entsprechend. Währungsexperte Patrick Quensel vom Vermögensverwalter Premium Capital Advisors bestätigt die Vermutung. Spekulative Investoren, die zuvor gegen den Euro gewettet haben, hätten ihre «Short-Positions» geschlossen: «Diese Bereinigung hat nun für den Anstieg im Euro gesorgt.»

Apropos Franken: Die Reichsten in der Schweiz

Ausländer investieren vermehrt in andere Währungen

Damit alleine kann die – von vielen Exportunternehmen sehnlicht herbeigesehnte – Abwertung des Frankens nicht erklärt werden. Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass auch die grossen internationalen Anleger nicht mehr automatisch bei jeder Krise in den Schweizer Franken flüchten. Sie kauften lieber Dollars oder andere Währungen. Dies ist ein entscheidender Unterschied zu den Turbulenzen der vergangenen Jahre. Damals hatten die Anleger automatisch Franken gekauft und so dafür gesorgt, dass unsere Währung immer stärker wurde.

Die vor einem Jahr gemeinsam mit der Aufhebung des Mindestkurses eingeführten Negativzinsen zeigen also ihre Wirkung. Die SNB wollte damit genau das bewirken, was jetzt eingetreten ist: Anleger überlegen es sich zweimal, ob sie für das Halten von Schweizer Franken 0,75 Prozent Strafzins bezahlen wollen. «Zinsänderungen brauchen immer eine gewisse Zeit, bis sich diese auf die Währung und die Wirtschaft auswirken», erklärt Währungsexperte Quensel die Verzögerung.

Schweizer ebenfalls

Die Negativzinsen haben aber nicht nur ausländische Anleger abgeschreckt. Sondern sie haben auch dazu geführt, dass grosse Schweizer Anleger, wie etwa Pensionskassen, ihre Gelder vermehrt in anderen Währungen anlegen. Anleger verkaufen also Franken und kaufen Euros oder Dollars. Auch dies führt dazu, dass der Franken geschwächt wird, ohne dass eine direkte Intervention seitens der SNB am Markt nötig wurde. Nicht zu unterschätzen sind auch die vielen Konsumenten und Firmen, die sich im Lauf des vergangenen Jahres dank dem günstigen Kurs im Ausland bedient haben.

Das alles sind gute Aussichten für die Schweizer Exportwirtschaft, sagt Minsch: «Im Vergleich zu einem Eurokurs von Fr. 1.05, den wir im letzten Jahr befürchteten, haben wir heute eine Sicherheitsmarge.» Diese Sicherheitsmarge helfe, wenn es wider Erwarten in der Eurozone zu einem weiteren Schock komme. «Wir müssen da durch. Trotzdem hoffe ich natürlich, dass ein Kurs von Fr. 1.10 nur eine Durchgangsstation ist», sagt auch Schneider-Ammann in der «NZZ am Sonntag».

Noch ist die Erholung also nicht nachhaltig. Denn von der EZB werden neue Massnahmen zur Schwächung des Euros erwartet. Ob die US-Notenbank weiter die Leitzinsen erhöht, ist alles andere als gewiss. Marktteilnehmer sehen laut der «Financial Times» eine grössere Rezession voraus. Dies aufgrund der gegenwärtigen Renditen für Staatsanleihen.

Aber: Sinkende Kaufkraft-Parität

Und auch die Schweiz ist noch lange nicht aus dem Schneider. Laut den Berechnungen Minschs würde der reale, also kaufkraftbereinigte, Wechselkurs gegenüber dem Euro derzeit bei Fr. 1.25 liegen. Das ist um einiges höher als der am Freitag publizierte Kurs von Fr. 1.11. Doch aufgepasst: Gleichwohl liegt diese Kaufkraftparität derzeit tiefer als noch im letzten Jahr, als die SNB den Mindestkurs von Fr. 1.20 aufgehoben hat. Damals ging Minsch von Fr. 1.30 aus, die eigentlich nötig wären.

«Ein Grund für die Senkung liegt in den Importpreisen, die im vergangenen Jahr deutlich gesunken sind.» Mit anderen Worten, im Jahr eins nach der Aufgabe des Mindestkurses hat sich auch in der Schweiz etwas bewegt: Unternehmen haben Massnahmen ergriffen, um produktiver zu werden und um ihre Wettbewerbsfähigkeit wieder zu erlangen. Der starke Franken wirkte so auch als «Fitnesskur».

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • whatthepuck 08.02.2016 12:19
    Highlight Wer glaubt, der Einkaufstourismus sei ernsthaft schuld an der Wirtschaftslage hierzulande, hat in Sachen Wirtschaft etwas Nachholbedarf. Wer glaubt, die Produktpreise hierzulande seien tatsächlich gerechtfertigt und trügen zur höheren Lebensqualität im Vergleich zum Ausland bei, hat viel Nachholbedarf.

    Der Schweizer Trick-77:
    1. überhöhte Produktpreise ansetzen.
    2. mit den Einnahmen daraus viel höhere Löhne als im Ausland bezahlen.
    3. profit - woooooohooo nurwirschweizerhabensgechecktundderrestderweltistbizelidoofdasssiedasnichtauchsomachen.
    8 5 Melden
    • Wilhelm Dingo 08.02.2016 13:29
      Highlight Falsch gedacht: Die höheren Produktpreise gehen nur zum kleineren Teil in die Löhne. Der grösste Teil geht an die Hersteller und die unnötigen Zwischenhändler. Die Schweizer sind echli naiv und haben es noch nicht techegget.
      10 1 Melden
  • Wilhelm Dingo 08.02.2016 08:23
    Highlight Noch ein Grund: Einkaufstourismus. Ich gebe monatlich ca. 1500.- im Ausland aus und bin damit sicher nicht der einzige. Das macht pro Jahr mehrere Milliarden Euro-Käufe aus.
    20 54 Melden
    • Humbolt 08.02.2016 08:55
      Highlight Dann hör einfach auf damit. Genug Geld hast du ja anscheinend.
      Andererseits werden sich die Einkaufstouristen dank den Antibiotika im Hühnchen und im restlichen Essen wahrscheinlich bald selbst rausselektionieren.
      36 21 Melden
    • herschweizer 08.02.2016 08:59
      Highlight wie muss ich jetzt diese Blitze interpretieren? Macht doch die halbe Schweiz nicht?
      9 26 Melden
    • poga 08.02.2016 09:27
      Highlight @herrschweizer dass es viele machen, heisst ja nicht dass dies alle gut finden müssen. Vor allem aber finde ich es unmöglich wenn man das dann auch noch verpackt, im Stiel von: Ich habe meinen Teil beigetragen, weil ich im Grossen Stiel das Geld nach Deutschland schaffe.
      27 7 Melden
    • Wilhelm Dingo 08.02.2016 09:40
      Highlight @all: Ich finde es sch...e dass ich es machen muss. Aber ich bin doch nicht blöd und zahle den Konzernen ihre überhöhten CH-Preise. Sollte es eine Abstimmung darüber geben die Kartellgesetze zu verschärfen stimme ich sofort zu. Ich freue mich schon heute, wenn ich die Alltagrpdukte wieder zu angemessenen Preisen in der Schweiz kaufen kann. Fleisch kaufe ich übrigens keines in der EU.
      21 15 Melden
    • poga 08.02.2016 10:01
      Highlight @Dingo das ist deine persönliche Einstellung und du darfst es gerne machen. Wie gesagt, machs doch einfach, aber schreib nicht so etwas wie Frankenrettund o.ä. Ich würde als schweizer staat sofar geld auf ehmen und die griechischen Schulden aufkaufen. Nur um den Investoren zu zeigen, dass der Schweizer Franken nicht sicher ist. Weist du wer das am Schluss ausbadet? Die Bevölkerung, die in Schweizer Franken bezahlt. Übrigens, wenn dein Beispiel Schule macht im grossen Stiel, werden wir es an unseren Löhnen merken. Darum hinterlässt dein Komentar einen schalen Nachgeschmack.
      10 4 Melden
    • FrancoL 08.02.2016 10:13
      Highlight @Wilhelm Dingo;
      Ich gehe davon aus dass Du Dein Geld in der Schweiz verdienst und somit einen nicht zu kleinen Teil im Ausland ausgibst. Dieses Geld geht dem Schweizer Markt verloren und bringt auch keine Arbeit im schweizer Markt.
      Das ist schade und sollte das Schule machen wird man mittelfristig den Binnenmarkt schwächen. Ich finde Dein Verhalten höflich gesagt egoistisch denn Du überlässt es anderen Marktteilnehmern Deinen Lohn hier in der Schweiz zu stützen.
      16 4 Melden
    • FrancoL 08.02.2016 10:19
      Highlight @Wilhelm Dingo; Bist Du zudem sicher dass Deine Arbeit auch nicht überbezahlt ist oder Dein Arbeitgeber nicht zu hohe Preise verlangt und damit mitunter Deinen Lohn sichert? Viele merken gar nicht dass sie selbst in der Kartellmühle Ihren Lohn abholen! Betrachte doch einmal nicht nur Deinen Arbeitsplatz sondern auch das etwas grössere Umfeld, eventuell kommst Du noch ins staunen an welcher Mühle Du angeschlossen bist.
      14 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.02.2016 10:28
      Highlight Die Schweizer gaben 2015 ca. 11 Milliarden Franken im nahen Ausland aus - dies zum Einkaufstourismus.
      Diese Zahl ist seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses gestiegen - war aber schon in den vergangenen Jahren mehrere Milliarden stark.
      Eklatante Preisunterschiede in gewissen Artikeln sind doch eine Einladung, diese im Ausland einzukaufen. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern, solange die Schweizer Detailhandel von den ausländischen Lieferanten eine Prämie akzeptiert.
      12 0 Melden
    • FrancoL 08.02.2016 10:45
      Highlight Der Einkauf im Ausland geht zum Teil i.O wenn der eigene Lohn sich nicht aus Tätigkeiten generiert die eben solche Preisaufschläge in der Schweiz zur Grundlage haben! Wenn man aber direkt oder indirekt am Tropf der Schweizer Detailhandels hängt dann finde ich es mehr als bedenklich wenn man im Ausland einkauft! Es gibt nicht allzuviele Brachen die nicht direkt oder indirekt mit dem Detailhandel in Verbindung zu bringen sind.
      3 5 Melden
    • DerWeise 08.02.2016 11:18
      Highlight Lustig wie hier der "Einkauftourismus" gegeisselt wird.

      Die Wirtschaft zieht sich aus der ganzen Welt billige Waren und Arbeitskräfte, ohne Rücksicht auf Verluste bei den restlichen inländischen Wirtschaftsakteuren.

      Erzeugt der starke Franken ausnahmsweise beim Bürger eine höhere Kaufkraft auf Importwaren als üblich, fährt die Wirtschaft gemeinsam mit der Presse ne Kampagne auf und als Resultat kann man sich die Opferkommentare auf Watson lesen....
      15 3 Melden
    • FrancoL 08.02.2016 11:53
      Highlight @DerWeise; Finden Sie es lustig dass der Binnenmarkt, der doch eine gute Wirtschaftsstütze darstellt zwar gute Löhne generiert und wenn dann dieses Geld auch den Binnenmarkt stützen sollte ins Ausland zum Einkauf verschoben wird? Und der Einkaufstourismus war im letzten 2 Jahrzehnten in den Grenzregionen immer eine Thema unabhängig von der Franken-Stärke/Schwäche. Zudem kaufen die Schweizer ja nicht nur die in der Schweiz "überteuerten" Produkte ein, da liegen im Warenkorb auch etliche Gegenstände die im Ausland mit billigen Löhnen wesentlich günstiger produziert werden.
      5 5 Melden
    • Wilhelm Dingo 08.02.2016 12:21
      Highlight @all: Kleines Beispiel "Syoss Volume Lift Shampoo 500ml" in der Schweiz CHF 6.10 in Deutschland EUR 1.80. Hier zockt der Hersteller die Schweizer ab. Ich kann schon bald Listen erstellen mit solchen Frechheiten. Schuld ist unser Kartellgesetz welches von den Bürgerlichen gestützt wird.
      9 2 Melden
    • FrancoL 08.02.2016 13:21
      Highlight @Dingo; was immer noch fehlt; Wie verdienst Du Deinen Lohn? Arbeitet Du ein einem Bereich der nicht auch zu solchen preislichen Auswüchsen führt?
      Deine Listen manchen nur einen Sinn wenn Du auch die Liste Deiner Lohnherkunft sauber aufzeichnen kannst! Aber da scheinst Du ja nicht zu reagieren.
      2 3 Melden
    • poga 08.02.2016 13:46
      Highlight @Dingo obwohl der Hersteller in der Schweiz so viel verlangt, kaufst du Seine Produkte noch. Nur halt im Ausland.
      5 0 Melden
    • Wilhelm Dingo 08.02.2016 14:51
      Highlight @FrancoL: Ich arbeite in der Informatik. Verstehe nicht warum das relevant ist.
      2 0 Melden
    • DerWeise 08.02.2016 15:17
      Highlight Francol, den Binnenmarkt blähen wir jährlich mit ca. 80 000 Konsumenten auf. Zur Freude von Detailhandel, Gesundheitswesen, Bürokratie und co, aber zu Lasten der Allgemeinheit da das BiP/Kopf stagniert bzw nur leicht wächst....
      5 2 Melden
    • Humbolt 08.02.2016 15:37
      Highlight @Dingo: Also als Informatiker verdienst du mind. 10'000+. Mit solch einem Einkommen im Ausland einkaufen zu gehen finde ich persönlich nur egoistisch und frech! Geh zum Bauern im nächsten Dorf, oder zahle halt die 20% mehr was der CH-Korb mehr kostet als der EU-Korb und unterstütze die Angestellten die knapp 4000.- bekommen!
      2 4 Melden
    • FrancoL 08.02.2016 15:48
      Highlight @Dingo; es ist durchaus relevant wie Dein Lohn sich generiert! Wer die Lohnkette in der Schweiz bei zu hohen Preisen anprangert sollte ja nicht eben von dieser Lohnkette profitieren.
      2 4 Melden
    • FrancoL 08.02.2016 15:50
      Highlight @derWeiese; kannst Du die 80'000 Konsumenten etwas besser darstellen die den Binnenmarkt aufblähen sollen? Einfacher gefragt wer ist diese Gruppe die Du ansprichst?
      2 4 Melden
    • DerWeise 08.02.2016 16:07
      Highlight " Also als Informatiker verdienst du mind. 10'000+"

      Der war gut :)

      @FrancoL mehr Menschen mehr Konsum
      4 2 Melden
    • DerWeise 08.02.2016 16:13
      Highlight @Humbolt

      Die Frage ist, warum is es frech, wenn der einfache Bürger den freien Handel nützt und wenns die Wirtschaft macht, edel?

      Und wo ziehst du Linie? Nur beim CH-Detailhandel oder auch bei CH-Produzenten und Marken. Wenn die grossen Player auch so denken würden ok....

      Imho alles etwas schwammig und vor allem ziemlich witzlos, wenn sich das gemeine Volk selber fertig macht wie hier, während die grossen Akteure schön abkassieren.
      3 0 Melden
    • FrancoL 08.02.2016 16:23
      Highlight @DerWeise; und dass diese Menschen zu einem guten Teil herkommen um Arbeiten zu erledigen die für die bereits Anwesenden und Einheimischen erledigt werden müssen oder besser gesagt nicht durch die vorhandenen Arbeitskräfte geleistet werden, dies scheint Dir wohl eher egal zu sein.
      Man kann ja auch auf diese Arbeiten natürlich verzichten, doch da möchte ich gerne sehen wie die Wirtschaft dann noch aussehen würde und zudem wäre ich auch gespannt wer Tieflohnarbeiten die es immer geben wird noch erbringen würde.
      0 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.02.2016 16:30
      Highlight FrancoL, 80'000 Personen Nettozuwanderung pro Jahr entsprechen 80'000 zusätzlichen Konsumenten die das BIP Jahr für Jahr aufblähen.
      3 0 Melden
    • DerWeise 08.02.2016 16:42
      Highlight @FrancoL

      "oder besser gesagt nicht durch die vorhandenen Arbeitskräfte geleistet werden"

      Ich kenne die Gründe für die hohe Zuwanderung aber da gilt es zu Differenzieren:
      Allgemein: Die Lohnvorstellungen junger Zuwanderer kommen unseren Firmen eher entgegen als jeden von 45+ und älteren Arbeitnehmer (ob CH oder Ausländer ist ziemlich egal)
      Informatiker mit Bachelor aus DE für 5k ist nich Ohne.

      Medizin: Die Schweiz ist zu dumm, um selber genug auszubilden (tut sich ja langsam was)
      Medizin/Bürokratie: +80 000 Menschen brauchen auch wieder entsprechend Medizin und Bürokratie
      usw....
      1 1 Melden
    • FrancoL 08.02.2016 16:50
      Highlight @Zaafee; ja ich kenne einige dieser Nettozuwanderer; die die ich kenne braucht die schweizer Wirtschaft. Seit nun knapp 25 Jahren verfolge ich den Nachwuchs im Tieflohnbereich und stelle immer noch fest dass der einheimische Nachwuchs sich kaum finden lässt. Und doch sind es nicht nur Arbeiten für die Neuzuwanderer sondern Arbeiten in vielen Sektoren die eher zur Werterhaltung gehören. Ich habe bereits in x Kommentaren festgehalten dass die Nettozuwanderung nur gesenkt werden kann wenn der Einheimische sich bequemt auch Tieflohnarbeiter zu machen und das scheint eher schwierig zu sein.
      0 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.02.2016 16:58
      Highlight FrancoL, Sie haben gefragt, ich habe geantwortet. Nicht mehr, nicht weniger.
      3 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.02.2016 17:06
      Highlight Humbolt@
      Ob jemand 10'000 mtl. oder 100'000 verdient, kann er doch selber entscheiden, ob er/sie im Ausland einkaufen will oder nicht. Wir sind ein freies Land mit mündigen Bürgern, die selber entscheiden was sie tun und was sie lassen.
      2 4 Melden
    • FrancoL 08.02.2016 17:12
      Highlight @DerWeise; Nun ich bin ja richtig froh dass der Mechanismus der Bedarfssteuerung erkannt ist, dass es die Wirtschaft (die CH-Wirtschaft) ist die den Bedarf artikuliert und durch eine gewollte Lohnoptimierung die Zuwanderung auch fördert.
      Allerdings ist es nicht nur die Wirtschaft sondern auch die grosse Bequemlichkeit der CH-Gesellschaft die sich ausbreitet und kaum Interesse an den nötigen Arbeitsfeldern zeigt!
      1 3 Melden
    • Wilhelm Dingo 08.02.2016 19:16
      Highlight @Humbolt: ja, ich kaufe beim Bauer, z.B. Fleisch, Most Milch, Obst.
      @FrancoL: Ich verstehe Deine Argumentation nicht. Ob ich 10'000 oder 20'000 verdiene ist unwichtig. In keinem Fall will ich Abzockerlieferanten unterstützen. Für die besseren Löhne in der Schweiz zahle ich gerne einen Aufpreis, aber nicht Faktoren.
      2 2 Melden
    • FrancoL 08.02.2016 20:10
      Highlight @Dingo; ich habe auch nicht nach dem Lohnansatz gefragt sondern nach deiner Lohnkette! Ich hoffe nun dass Deine Tätigkeit ebenfalls fern von Abzockerlieferanten stattfindet, wenn nicht musst Du das mit Deinem Gewissen vereinbaren können.
      Ich kenne zu viele die beim Zahlen von Abzocke reden und beim Verdienst da mal schön wegschauen.
      1 3 Melden
  • Triumvir 08.02.2016 08:04
    Highlight Tolle "Fitnesskur" es werden massiv Arbeitsplätze abgebaut und das selbst in vermeintlich sicheren Branchen...
    18 16 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.02.2016 08:36
      Highlight Das Problem ist, dass Stellenabbau eher ein Spätindikator (richtiger Terminus?) auf eine schwache Wirtschaft ist. Soll heissen: Stellen werden erst nach einem schlechten Jahr abgebaut. So gut wie kein Unternehmen baut vorsorglich stellen ab. Somit ist der Stellenabbau einiger Firmen in diesem Jahr eine Reaktion auf die Vergangenheit.
      Auch sind gerade die Kündigungen der Swisscom nicht auf ein schlechtes Jahr zurückzuführen, sondern ja eine Reaktion auf eine Busse, die sie für unlauteren Wettbewerb erhalten haben (für die Kündigungen dürften sie eigentlich noch eine einstreichen)....
      21 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.02.2016 08:39
      Highlight Bei Alstom ist es ebenfalls eine Reaktion auf den Verkauf und somit ein Teil der Umstrukturierung und hat somit auch weniger mit der Wirtschaftslage zu tun.
      Schlussendlich ist es schade für diese Leute, die ihren Job verlieren. Aber der Jobabbau hat eher weniger mit den guten Prognosen zu tun.
      9 2 Melden
    • Spooky 08.02.2016 16:41
      Highlight Ach hört doch bitte auf mit eurem monetären Unsinn. Den Habenichtsen auf dieser Welt - und das ist die Mehrheit der Menschheit - ist es total egal, ob die gesamte korrupte Weltwirtschaft von einem Tag auf den anderen zusammenbricht oder nicht. Die Habenichtse in der Schweiz und in der übrigen Welt werden nicht weniger haben als vorher: Weniger als nichts geht nämlich nicht. Meine Devise ist übrigens: "Eigentum ist Diebstahl".
      0 4 Melden
    • Spooky 09.02.2016 04:29
      Highlight Übrigens: Eure Blitze sind für mich ein Kompliment.
      0 3 Melden

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