DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Er hatte Freude daran, Leid zuzufügen: «Zahnarzt des Horrors» muss 8 Jahre in den Knast

26.04.2016, 12:4826.04.2016, 13:13

Weil er mit unnötigen Eingriffen die Zähne dutzender Patienten verstümmelte, ist ein Zahnarzt in Frankreich zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Das Strafgericht der zentralfranzösischen Stadt Nevers verhängte am Dienstag zudem ein lebenslanges Berufsverbot.

Ausserdem gab es eine Geldstrafe von 10'500 Euro gegen den 51-jährigen Niederländer, der in Medien als «Zahnarzt des Horrors» bezeichnet wird.

«Freude daran, Leid zuzufügen»

Das Gericht folgte mit der langen Haftstrafe dem Antrag der Anklage. Staatsanwältin Lucile Jaillon-Bru hatte dem Zahnarzt während des Prozesses vorgeworfen, an seinen Patienten unnötige und schmerzhafte Eingriffe vorgenommen zu haben, um Geld von der Krankenversicherung zu kassieren. Sie warf ihm Habgier vor, Gleichgültigkeit gegenüber anderen sowie «Freude daran, Leid zuzufügen».

Der Zahnarzt hatte sich 2008 in der kleinen Gemeinde Château-Chinon niedergelassen, nachdem er von einem Headhunter angeworben worden war. In der ländlichen Region, die mehr als 100 Kilometer westlich von Dijon liegt, herrscht ein dramatischer Ärztemangel; die Ankunft des Niederländers wurde von den Bewohnern zunächst als Segen empfunden.

Über hundert Betroffene

In der Folge aber häuften sich die Klagen von Patienten, und bei den Abrechnungen des Arztes tauchten zahlreiche Unregelmässigkeiten auf. So berichtete eine Patientin, der Mediziner habe ihr die Nerven gesunder Zähne abgetötet, Zähne ohne medizinische Notwendigkeit gezogen und eine zu kleine Krone eingesetzt. Schliesslich klagten mehr als hundert betroffene Patienten.

Nach Einleitung der Ermittlungen flüchtete der Zahnarzt nach Kanada, wo er im September 2014 festgenommen und später ausgeliefert wurde. Während des Prozesses verweigerte der Niederländer bei fast allen Fragen eine Antwortet und reagierte meist mit einem knappen «kein Kommentar». (sda/afp)

Gesundheit und Ernährung

Alle Storys anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Fake-Stellengesuche von ungeimpften Pflegekräften erzürnen Deutschland – der AFD gefällts
Um die Impfpflicht im Gesundheitswesen zu stoppen, versuchen ungeimpfte Pflegekräfte in Deutschland den Eindruck eines Massenexodus zu erwecken. Dabei geht es nicht mit rechten Dingen zu.

Am 29. Januar sollen in der «Heilbronner Stimme» viele Stellengesuche von Pflegekräften erscheinen. Das steht jetzt schon fest, weil es in entsprechenden Gruppen auf Telegram besprochen wird. «Wichtig ist, ungeimpft hervorzuheben, und eine möglichst lange Berufserfahrung», heisst es in der Gruppe zur Anleitung.

Zur Story