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Stress-Ich vs. Chiller-Ich – ein Streitgespräch mit mir selbst

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Rund um Gsund

Stress-Ich vs. Chiller-Ich – ein Streitgespräch mit mir selbst

Was ist der Krankmacher Nummer eins unserer Gesellschaft? Da müssen wir alle nicht lange überlegen: Stress. Er wird für fast alles zumindest mit-verantwortlich gemacht, von Herz-Kreislauf- über Magen-Darm- bis hin zu psychischen Erkrankungen. Ich habe deshalb beschlossen, das Leben grundsätzlich gechillter anzugehen. Wenn das nur so einfach wäre.
09.09.2022, 08:04
Sandra Casalini
Sandra Casalini
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Stress-Ich: «Boah nei, eh! Dieses Wecker-Geräusch! Ich hasse es! Ich hasse Montag oder Mittwoch oder Donnerstag oder was immer auch heute ist!»
Chiller-Ich: «Iischnuufe, usschnuufe. Und zuerst einmal an die Dinge denken, auf die man sich freut. Das erste Kafi am Morgen – was gibt es Schöneres?»
Stress-Ich: «Ich bin müde!»
Chiller-Ich: «Blöd. Genügend Schlaf würde beim Stressabbau helfen.»
Sress-Ich: «Klar. Aber meinen Deadlines ist mein Stressabbau egal.»
Chiller-Ich: «Deadlines sind wichtiger als Schlaf? Vielleicht müsste man da mal über die Verteilung der Prioritäten nachdenken. Chill's mal, wie die Teenies sagen würden.»
Stress-Ich: «Apropos Teenies. Die müssten auch mal aufstehen. Ihr schlecht gelauntes Schweigen am Morgen sorgt ja auch voll für den Abbau von Stresshormonen.»
Chiller-Ich: «Ich lass mich von hässigen Pubertierenden stressen, die nichts machen, ausser nicht mit mir zu reden? Come on! Das ist doch kein Grund.»
Stress-Ich: «Die Gründe für Stress sind sehr individuell. Und ja, ich lass mich vom Schweigen der Teenie-Lämmer stressen. Ich hab dann immer das Gefühl, es belastet sie etwas und ich müsste wissen, was.»
Chiller-Ich: «Blödsinn. Das einzige, was sie stresst, ist eine gestresste Mutter.»
Stress-Ich: «Aaaaaaah!»
Chiller-Ich: «Was?»
Stress-Ich: «Meine To-Do-Liste! Wie soll ich das alles schaffen heute? Das gibt wieder eine Nachtschicht. Und Mittagessen liegt auch nicht drin.»
Chiller-Ich: «Warum schau ich auch schon vor dem ersten Kaffee auf den Fackel? Iischnuufe, usschnuufe, erster Schluck Kafi nehmen, Augen schliessen. Mmmh!»

«Eine Stunde joggen bringt vermutlich mehr als eine Stunde arbeiten. Wenn ich jetzt halb wach und super gestresst über einem Text brüte, brauche ich ewig. Wenn ich in einer Stunde frisch geduscht und um ein paar Stresshormone erleichtert das gleiche mache, bin ich viel schneller.»

Stress-Ich: «Ou Mann, ich wär so gern noch joggen gegangen bei dem schönen Wetter. Aber bei dem Arbeitspensum liegt das einfach nicht drin. So ein Scheiss! Dann nehm ich wieder zu und passe nicht mehr in meine Jeans, und irgendwann bin ich nicht mehr instagrammable.»
Chiller-Ich: «Uou, Schwester, mach mal halblang. Also erstens: F*ck Instagram. Wer mich im realen Leben mit einer Kleidergrösse mehr nicht mehr mag, ist ja wohl kaum meine Zeit wert und meine Gefühle schon gar nicht, oder? Zweitens: Neue Jeans kaufen ist doch super. Drittens: Eine Stunde joggen bringt jetzt vermutlich mehr als eine Stunde arbeiten. Wenn ich jetzt halb wach und super gestresst über einem Text brüte, brauche ich ewig. Wenn ich in einer Stunde frisch geduscht und um ein paar Stresshormone erleichtert das gleiche mache, bin ich viel schneller.»

Stress-Ich: «Nei ehrlich! Wieviele Idioten können eigentlich zum ein und selben Zeitpunkt auf der Strasse unterwegs sein?»
Chiller-Ich: «Und ich reg mich jetzt auf weil …. ?
Stress-Ich: «... ich im Stau stehe und zu spät zu meinem Termin komme! Und weil ich gewusst habe, dass es Stau hat, und trotzdem nicht früher losgefahren bin. Und weil ich gewusst habe, dass ich es, aus welchen Gründen auch immer, nicht schaffe, früher loszufahren. Weil ich ich bin und es mich total stresst, dass ich ich bin.»
Chiller-Ich: «Iischnuffe, uschnuufe. Schnell Bescheid geben, dass ich mich verspäte. Ja, ich bin etwas chaotisch. So what. Das macht mich ja auch liebenswert, irgendwie. »

Stress-Ich: «Endlich zu Hause. Scheisstag. Dieser Stau. Diese To-do-Liste, von der ich grad mal einen Bruchteil geschafft habe. Und dann die Diskussionen mit den Teenies heute Morgen. Ich brauch jetzt ein Glas Wein. Ein grosses. Und eine Packung Chips.»
Chiller-Ich (singt): «Always look on the bright side of life … Der Tag ist vorbei. Mein Termin war erfolgreich, auch wenn ich zehn Minuten zu spät war. Immerhin sind zwei Punkte auf der To-Do-Liste abgehakt. Die Teenies sind manchmal doof, aber sie kiffen und saufen nicht und besprayen keine Wände. Alles gut. Ein Glas Wein? Okay. Ein kleines. Und was Frisches kochen statt Chips. Gesunde Ernährung reduziert nämlich auch die Stresshormone im Blut.»
Stress-Ich: «Aaaaah!»
Chiller-Ich: «Was jetzt?»
Stress-Ich: «Die To-Do-Liste ist jetzt doppelt so lange wie heute Morgen. Wegen diesem Scheiss-Tag mit Stau und so, und ich bin zu nichts gekommen.»
Chiller-Ich: «Hey – auch mein Tag hat nur 24 Stunden. Ich sag diesen Nasen von Watson jetzt, ich liefere diesen Blog halt einen Tag später. Und jetzt geh ich mit der Katze kuscheln.»

Wie sieht das bei euch aus? Was löst Stress aus? Wie vermeidet ihr ihn? Und wie baut ihr ihn ab? Wir freuen uns über eure Tipps und Erfahrungen in den Kommentarspalten.

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Sandra Casalini, bei sich zu Hause in Thalwil, am 04.12.2018, Foto Lucian Hunziker
bild: Lucia Hunziker

Über die Autorin:

Sandra Casalini schreibt über mehr oder weniger alle und alles, was ihr über den Weg läuft – immer gnadenlos ehrlich und mit viel Selbstironie. Genau so geht sie auch den Blog «Rund um Gsund» an, der ab sofort alle zwei Wochen auf watson erscheinen wird. Bei dem Thema Gesundheit verhält es sich bei Sandra gleich wie mit der Kindererziehung: Sie ist keine Expertin, aber kommt mit beidem irgendwie klar. Manchmal mit Hilfe, manchmal ohne.

Casalinis Texte erscheinen regelmässig im Elternmagazin «Fritz und Fränzi» und der «Schweizer Illustrierten». Bei der SI gewährt sie zudem wöchentlich Einblick in ihr Leben mit pubertierenden Kids im Blog «Der ganz normale Wahnsinn».

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