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Rund um Gsund

Das könnten die Gründe für deine Kopfschmerzen sein

Ich habe das grosse Glück zu den Menschen zu gehören, die sehr, sehr selten Kopfschmerzen haben. Umso verhaltener reagiere ich jeweils, wenn eines meiner Teenie-Kids über welche klagt. Wenn das häufiger vorkommt, frage ich mich allerdings schon: Ist das nun wirklich nur ein «Null Bock auf Schule»-Syndrom oder steckt da doch was anderes dahinter?
08.10.2021, 08:57
Sandra Casalini
Sandra Casalini
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Wenn ich ehrlich bin, stehen meine Kopfschmerzen meist in direktem Zusammenhang zu einem gewissen Alkoholkonsum. Und da ich – zumindest diesbezüglich – mit dem Alter eine gewisse Vernunft entwickelt habe, kommen sie nicht allzu häufig vor. Bei meinen Kindern ist das anders. Zwar haben auch sie nicht übermässig oft Kopfweh, aber doch häufiger als ich. Zeit also, sich mal schlau zu machen, woher diese kommen könnten.

Zuerst einmal gibt es drei Hauptarten von Kopfschmerzen: Spannungskopfschmerz, Migräne und Cluster Kopfschmerz

  • Spannungskopfschmerz ist die häufigste Beschwerdeform überhaupt. Der dumpfe, drückende Schmerz beginnt häufig im Nacken und wird als ständiger Begleiter im Hintergrund wahrgenommen. Die möglichen Ursachen sind zahlreich: psychosozialer Stress, zu wenig Schlaf, Zähneknirschen, langes Sitzen, falsche Körperhaltung und schlechtes Licht bei der Arbeit. Gerade letztere führen zu Verspannungen im Nacken, welche in den Kopf strahlen.
  • Migräne wird im Gegensatz zu Spannungsschmerzen von Betroffenen als pochend-pulsierenden Schmerz wahrgenommen, ähnlich einem Gewitter im Kopf. Nicht selten sind Begleiterscheinungen wie Lärm- und Lichtempfindlichkeit, Übelkeit und Erbrechen. Was die Ursachen betrifft, steht die Forschung bis jetzt vor einem Rätsel. Man geht lediglich davon aus, dass die Gene eine Rolle spielen und gewisse Botenstoffe im Hirn in einem Ungleichgewicht stehen. Zu den sogenannten «Triggern», welche Migräne-Anfälle auslösen, gehören Hormonschwankungen, Änderungen im Schlafrhythmus, Stress, Kälte oder Lärm. Heilbar ist Migräne bis heute nicht.
  • Cluster Kopfschmerz ist eher selten, tritt einseitig im Augenbereich auf und strahlt zur Schläfe aus. Begleitet wird er oft von tränenden, roten Augen, Schwitzen und verstopfter Nase. Er tritt episodisch auf und kann von einigen Minuten bis hin zu zwei, drei Stunden dauern. Die Ursachen sind unklar. Man hat aber herausgefunden, dass zum Beispiel Nikotin, Flimmerlicht, Höhenluft oder histamin- und tyraminhaltige Lebensmittel wie Schoggi, Käse oder Nüsse den Schmerz begünstigen.

Dann gibt es noch sogenannte sekundäre Kopfschmerzen, also solche, die als Begleiterscheinung von anderen Krankheiten auftreten. Dazu gehören Entzündungen, Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen, vereiterte Zähne, Halswirbelerkrankungen, starker Bluthochdruck oder Infekte. Diese können alles sein, von relativ harmlos (Begleiterscheinung einer normalen Erkältung) bis zum Symptom einer ernsthaften Krankheit. Je häufiger, intensiver und länger die Schmerzen auftreten, desto eher sollte man zur Ärztin/zum Arzt. Und die Medizin rät: Treten die Schmerzen plötzlich in Stirn oder Hinterkopf auf und verstärken sich bei Bewegung, und/oder werden von Schwindel oder Sehstörungen begleitet, könnten dies Warnsignale von ernsthaften Erkrankungen sein.

Dann hab ich noch einige ungewöhnliche Arten von Kopfschmerzen gefunden, die ich euch nicht vorenthalten möchte – man muss ja auch bei ernsthaften Themen mal was zum Schmunzeln haben:

  • Sexualkopfschmerz: Durch den plötzlichen Blutdruckanstieg steigt die Schmerzintensität proportional zur sexuellen Erregung. Doof. Oder auch nicht. («Sorry, Schatz, Sex macht mir Kopfweh.»)
  • Gewichtheberkopfschmerz: Der Schmerz tritt bei körperlicher Anstrengung, vor allem bei schneller Veränderung der körperlichen Aktivität, auf. Ursache ist die Erhöhung des Drucks in den Venen. Super Ausrede. («Fitnessstudio? Sorry, macht mir Kopfweh».)
  • Schlafgebundener Kopfschmerz: Er tritt eher selten und in der Regel erst so ab dem 60. Lebensjahr auf. Der Schmerz sucht einen mitten in der Nacht heim, oft zur ungefähr gleichen Zeit. Helfen sollen nicht nur Medikamente, sondern auch Koffein. Good News für Kaffeejunkies. («Was soll das heissen, ich kann nicht schlafen, wenn ich nachts Kaffee trinke? Im Gegenteil!»)

Und zum Schluss noch drei Irrtümer, die es aufzuklären gilt:

  1. «Wer Kopfweh hat, braucht Ruhe.»

    Dies gilt bei Migräne-Attacken. Bei Spannungskopfschmerzen ist das Gegenteil der Fall: Ein Spaziergang lindert die Verspannungen und somit auch die Schmerzen.
  2. «Verzicht auf Zucker lindert Kopfschmerzen.»

    Leider nicht. Zwar kann eine ausgewogene Ernährung Symptome mildern – Vitaminmangel verschlimmert diese – heilen kann man sie durch Verzicht auf Zucker oder Kohlenhydrate allerdings nicht.
  3. «Elektrosmog löst Kopfschmerzen aus.»

    Es gibt null Hinweise darauf, dass die Strahlung von Handy, TV, PC und Co. Kopfweh verursachen. Allerdings ist das Dauerstarren auf PC- oder Handybildschirm nicht nur für die Augen anstrengend, sondern begünstigt dank schlechter Haltung auch schmerzauslösende Verspannungen.

Fazit

Wenn ich davon ausgehe, dass meine Kinder weder an Migräne noch an einer seriösen Krankheit leiden, gehören sie wohl der typischen «Generation Kopfweh» an. Sie verbringen Stunden vor Bildschirmen, lernen an PC oder Tablet, im Schneidersitz auf ihrem Bett, und starren parallel dazu auf ein Handy im Schoss. Kein Wunder, ist man da ständig verspannt. Es würde also schon mal helfen, wenn sie sich zum Lernen mal wieder an ihre Schreibtische setzen würden, statt diese einfach als eine weitere Ablagefläche zu sehen. Bisher scheint der Leidensdruck allerdings noch nicht gross genug zu sein.

Gehört ihr zu den Kopfwehgeplagten? Was hilft euch? Wie beugt ihr vor? Teilt es mit uns in den Kommentarspalten.

bild: Lucia Hunziker

Über die Autorin:

Sandra Casalini schreibt über mehr oder weniger alle und alles, was ihr über den Weg läuft – immer gnadenlos ehrlich und mit viel Selbstironie. Genau so geht sie auch den Blog «Rund um Gsund» an, der ab sofort alle zwei Wochen auf watson erscheinen wird. Bei dem Thema Gesundheit verhält es sich bei Sandra gleich wie mit der Kindererziehung: Sie ist keine Expertin, aber kommt mit beidem irgendwie klar. Manchmal mit Hilfe, manchmal ohne.

Casalinis Texte erscheinen regelmässig im Elternmagazin «Fritz und Fränzi» und der «Schweizer Illustrierten». Bei der SI gewährt sie zudem wöchentlich Einblick in ihr Leben mit pubertierenden Kids im Blog «Der ganz normale Wahnsinn».

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