DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
bild: Jurica Koletić/Unsplash

«Manchmal liebt er mich, dann wieder nicht, was soll ich tun?»

29.03.2018, 11:52
Liebe Emma

Vor drei Jahren hat mich Sam angesprochen. Das Feuer hält bis heute an. Sam war damals ein «f*ck boy». Ich habe mich darauf eingelassen, weil ich ihn um jeden Preis wollte. Ich hatte immer mehr Interesse an ihm als er an mir.

Wir wollten es immer wieder beenden. Andere Kontakte und Auslandaufenthalte trennten uns. Am Ende traf man sich aber im Ausgang und ging miteinander nach Hause.

Das Lied «Angelina» von Dabu Fantastic beschreibt uns treffend. Ende 2017 sind wir uns dann emotional doch noch sehr nahe gekommen.

Anfang Jahr ging Sam auf den Jakobsweg. Ich fand das toll und war gespannt, wie es mit uns weitergeht, wenn er zurück ist. Als er loslief, hatte ich Tränen in den Augen.

Sam hatte damals seinen Standpunkt nicht klar gemacht. Nach 3 Wochen habe ich aber ein Päckli bekommen! Drin war Likör und ein Brief, in dem er die letzten drei Jahre reflektierte. Er schrieb, dass er mir viel Kummer bereitete. Und dass er jetzt mehr Mut zeigen möchte und gespannt sei, was passiert, wenn er wieder da ist.

Ich weinte vor Rührung.

Später erhielt ich einen 2. Brief. Sam erzählte von seinen Erlebnissen in Frankreich. Er pilgerte alleine und war deswegen sehr dankbar über unsere Playlist. Ich war verliebt und fieberte seiner Rückkehr entgegen.

Vor lauter Sehnsucht schickte ich ihm etwas später ein Lied per WhatsApp. Ich schrieb ihm von mir aus sonst nie. Er hat meine Nachricht gesehen, aber tagelang nicht reagiert.

Nun erreichte mich Brief Nr. 3. Sam schrieb, dass er sich in einer tollen Gruppe bewege. Dann der Hammer: «Diese Reise und die Gespräche zeigen mir, dass uns etwas fehlt, die Gefühle sind nicht stark genug und ich möchte keine Beziehung mir dir weil ich denke, dass uns nicht genug verbindet.»

Und weiter: «Geh auf die Suche oder lass dich finden von dem Mann, der dich so behandelt und sich so um dich kümmert, wie du es verdient hast, das Warten lohnt sich für uns beide.»

Was denkst du darüber? Ich weiss, ich sollte ihn vergessen. Aber das wäre zu einfach. Ich möchte weiterkämpfen! Ich möchte noch sagen, dass ich leider eine «overthinking» Person bin.

Liebe Grüsse aus dem Berner Oberland,
Diana

Dabu Fantastic mit «Angelina»

Liebe Diana,

deine Situation ist ganz schön verzwickt. Du hast viel Zeit, Gefühle und Geduld investiert. Alles machte den Anschein, dass sich das Warten ausbezahlt hat und nun der Hammer: Sam will doch nicht. Also zumindest jetzt gerade nicht. Du zehrst wahrscheinlich davon, dass er seine Meinung in einem nächsten Brief noch einmal revidiert und doch noch JA zu euch sagt.

Sollte es dir in der Tat gerade so gehen, habe ich vollstes Verständnis, habe ich doch selber schon viel Zeit damit verbracht, auf das Hollywood-Happy-End zu warten, von dem ich aber, wenn ich genug tief in mich reinhorchte, stets wusste, dass es nicht kommen wird.

Nach dem letzten Herzschmerz habe ich für mich folgenden Pakt geschlossen: Ich will keinen Mann, der mich nicht zu 150 Prozent will. Genau das will ich dir auch ans Herz legen: Du sollst mit niemanden zusammen sein, für den du ein Kompromiss bist. Der dich eigentlich schon mega super findet, aber doch immer wieder mit sich, dir und euch hadert.

So wie es bei Sam und dir klingt, läuft es aber genau darauf hinaus. Ich halte die Wahrscheinlichkeit, dass er sich nach drei Jahren ändert, für sehr klein. Wenn er in den letzten drei Jahren nicht gefühlt hast, dass du die Eine bist, wird es wohl auch so bleiben.

Ob die Gründe dafür bei ihm liegen und er sich selber noch nicht ganz gefunden hat und gefestigt ist oder er einfach zu wenig in dich verliebt ist, halte ich für zweitrangig. Das Wichtigste ist, dass du möglichst gut aus dieser Situation rauskommst. Und nach vorne schauen kannst.

Beim lesen deiner Zeilen ruft jede Faser meines Seins: 

Zieh einen Schlussstrich, liebe Diana.

Überleg dir einmal, ob du nicht eventuell sogar ein bisschen zu viel Romantik in die Situation interpretierst. Ein Verhalten, das ich auch super von mir kenne. Solange man keinen Alltag miteinander teilen muss, ist ein Mann schnell einmal das Beste, Tollste und Einzigartigste, das man sich vorstellen kann. Ich weiss, dass folgende Parolen wie eine ätzende Plattitüde klingen, aber Diana: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Ich denke an dich und wünsche dir ganz viel Kraft,

deine Emma

Und was würdest du Diana antworten?

Passend dazu: Die schönsten Liebesbriefe der Geschichte

1 / 12
Die schönsten Liebesbriefe der Geschichte
quelle: epa / str
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Hast du eine Frage?

Dann schick sie per Mail an Emma: emma.amour@watson.ch

Emma Amour ist ...
... Stadtmensch, Single, Anfang 30 – und watsons neue Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch jeden Freitag deinen Fragen annimmt. Und keine Sorge, so wie auch Emma, wirst auch du mit deiner Frage anonym bleiben. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Shutterstock-Illustration aussehen. Öppe.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Shutterstock-Illustration aussehen. Öppe.
bild: shutterstock/unsplash/watson

Mehr von Emma Amour:

Alle Storys anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Emma Amour

Bin ich eine Nymphomanin? 🤔

Leute, wir müssen reden!

Über Sex. Über Frauen, die Sex haben. Über Frauen, die Sex haben wollen.

Nein, nicht über Oralsex. Nicht diesmal. Da reden wir aber auch noch drüber.

Geht ja nicht, dass ich da gross Tipps raushaue, wie man eine Frau oral befriedigt und dann nicht sage, wie der perfekte Blowjob geht.

Ich bin da, wie soll man sagen, noch in der Recherche-Phase. Ich kann ja nicht einfach meine Tipps weitergeben. Das wäre erneut die Frauen-Perspektive und deshalb ungerecht. Nein, das müssen …

Artikel lesen
Link zum Artikel