Schweiz
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Sie zerbrechen sich den Kopf zur Frage: Was tun gegen die Gesundheitskosten-Explosion?



Bundespraesident Alain Berset, Vorsteher des Eidgenoessisches Departement des Innern EDI, spricht anlaesslich der Nationalen Konferenz Gesundheit 2020, am Montag, 29. Januar 2018, in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Bundesrat Berset spricht an der Nationalen Gesundheitskonferenz. Bild: KEYSTONE

Über 300 Akteure aus dem Gesundheitswesen haben sich am Montag zur fünften Nationalen Gesundheitskonferenz getroffen. Sie diskutierten Massnahmen, die das Kostenwachstum im Gesundheitswesen dämpfen sollen - beispielsweise Experimente. Bundesrat Alain Berset sagte, dass jetzt energisches Handeln nötig sei.

«Seit Jahren steigen die Kosten im Gesundheitswesen stärker als die Preise und Löhne», dieses Zitat aus einer Botschaft des Bundesrats nutzte Bundespräsident Alain Berset als Einstieg in die Gesundheitskonferenz im Berner Kursaal. Es ist 26 Jahre alt. «Sie kennen die Geschichte», sagte Berset zu den Anwesenden. Die Kosten seien seither sehr stark gestiegen.

Das würden sie auch in den nächsten Jahren tun, das sei unabwendbar. Die entscheidende Frage sei: «Steigen sie aus den richtigen Gründen? Oder steigen sie, weil das System Fehlanreize setzt?» Es sei jetzt wichtig, dass alle Akteure rasch und energisch handeln und zusätzliche Massnahmen ergreifen, die das Wachstum der Kosten dämpfen.

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Video: srf/SDA SRF

Einen Zeitplan gab er sogleich vor. Die Erkenntnisse aus der Konferenz werden in die Arbeit des Gesamtbundesrats einfliessen. Bis zum Frühling will dieser die prioritären Massnahmen definiert haben, damit im Herbst eine erste Vernehmlassung lanciert werden kann.

«Kalte Dusche für alle»

Als Tagungsgrundlage diente der Bericht der Expertengruppe, der im Oktober präsentiert wurde. Er zeigte auf, wo am meisten Kosten eingespart werden können. Nicht viel Neues - aber «eine kalte Dusche für alle», sagte Berset zu den Ergebnissen, und zählte auf: Spielraum für kostendämpfende Innovationen seien nicht ausgenutzt, Revisionen seit Jahren verschleppt und Effizienz-Gewinne nicht an die Versicherten weitergegeben worden.

Aus den 38 Massnahmen aus dem Bericht gab es zwei übergeordnete, die an der Konferenz im Zentrum im Zentrum standen. So soll das obligatorische Krankenpflegeversicherungsgesetz (OKP) um einen Experimentierartikel ergänzt werden. Etwas ähnliches gab es im Asylbereich, wo das beschleunigte Verfahren experimentell getestet wurde.

Arzt, der mit Patienten experimentiert

Thomas Heiniger, Vorsteher der Gesundheitsdirektion Zürich und Präsident der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -Direktoren (GDK), ist demgegenüber skeptisch. «Ich möchte keinen Arzt, der mit mir experimentiert», sagte Heiniger. Experimente gehörten nicht ist Gesundheitswesen.

Dennoch unterstütze die GDK diesen Artikel, solange die Experimente nicht unumkehrbare Zustände schaffen würden. Die Experimente sollen zudem kostendeckend sein und die Zustimmung der betroffenen Kantone benötigen.

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Video: srf

Zustimmung findet der Vorschlag beim Nationalrat und Präsidenten des Krankenkassen-Verbands santésuisse, Heinz Brand. «Im Gesundheitswesen liegen die Lösungen nicht in der Theorie», sagte er. In der Praxis könne man den Tatbeweis für eine mögliche Massnahme antreten - oder die Idee beerdigen. Und der Vizepräsident des Spitalverbands H+ und Spitaldirektor des Universitätsspitals Basel Werner Kübler schlug - absichtlich provokativ - vor, eine kantonale Einheitskasse zu testen.

Dampfkochtopf mit zu kleinem Deckel

Umstrittener war der andere Vorschlag. Dieser sieht vor, für das Kostenwachstum verbindliche Zielvorgaben in den verschiedenen Leistungsbereichen festzulegen - in der Diskussion wurde von einem Globalbudget gesprochen.

Der Waadtländer Gesundheitsdirektor Pierre-Yves Maillard (SP) setzte sich vehement für diese Massnahme ein. Es sei die einfachste und effizienteste Massnahme. Man arbeite immer wieder in Teilen am Tarifsystem - das sei aber, wie wenn man bei einem Dampfkochtopf mit einem zu kleinen Deckel versuche, das Austreten des Dampfes zu verhindern.

Maillard lieferte sich eine hitzige Diskussion mit Michel Matter. Der Präsident der Ärztevereinigung des Kantons Genf und Mitglied des FMH-Zentralvorstands befürchtet bei einem solchen Globalbudget eine Zweiklassengesellschaft und lange Wartefristen, Beispiele aus Deutschland und Frankreich würden dies nahelegen. Es könne nicht sein, dass jemand mit Kopfschmerzen im Januar erst im März zum Doktor gehen könne.

Nach den Podiumsgesprächen diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Gruppen weitere Massnahmen aus dem Expertenbericht. Die Diskussionen wurden aufgezeichnet und fliessen nun in die Arbeit des Bundesrats ein. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Simonetta 30.01.2018 09:13
    Highlight Highlight Man kann viel sparen, ohne dass die Patienten Nachteile hinnehmen müssen

    Man muss einfach nur die Preise staatlich begrenzen. Die Preise für Medikamente, Laboruntersuchungen, Utensilien, Instrumente und ähnliches sollte auf das doppelte der Herstellkosten begrenzt werden, und die Beweislast dabei dem Hersteller obliegen.
    Das persönliche Einkommen von Ärzten muss auf eine ¼ Million pro Jahr begrenzt werden, wobei jede Form von Zuwendung an die Ärzte durch Firmen als Korruption streng verfolgt und hart bestraft werden muss.
    Auch gibt es bereits die Möglichkeit, Patente zu verstaatlichen.
    • Gogl Vogl 30.01.2018 18:26
      Highlight Highlight Selbst das missgönnt Mammon der Welt:

      Nach den Statuten der Welthandelsorganisation WTO dürfen arme Länder die Patente in den Industriestaaten ignorieren und billige Nachahmer-Präparate von Aids-Medikamenten herstellen, die meist aus EUROPA und den USA kommen - und dort für teures Geld verkauft werden.

      Laut einer Rede von George W. Bush in der WFO verstieße günstige Medikamente gegen die Prinzipien der freien Weltwirtschaft. Aus diesem Grund wurde in der WFO beschlossen einfach untätig zuzuschauen wie jedes Jahr in Südafrika eine Million Menschen an AIDS sterben.
  • FrannyH 29.01.2018 20:36
    Highlight Highlight Das Problem ist, dass viele Versicherte so viel bezahlen und aus Frust wegen den hohen Kosten für möglichst alles ein Rezept verlangen...

    Ich selbst zahle meine Kleinigkeiten selbst, lebe bewusst gesund und bin auch gesund. Und bin dankbar dafür. Und zahle für die, die weniger Glück haben. Irgendwann bin evtl auch ich froh zahlen andere für mich.


  • FrannyH 29.01.2018 20:36
    Highlight Highlight An die Ärzte :
    Wieso verschreibt man einer Schmerzmittelsüchtigen jahrelang ihre Schmerzmittel statt mal einen Entzug zu forcieren? Ich weiss, es gibt keine Zwangseinweisung in die Klinik aber irgendwann sollte die Leistung gekürzt werden. Punkt. Sie wäre vielleicht im Nachhinein froh wenn sie suchtfrei durch's Leben gehen kann! Da braucht es andere Ansätze!! Ist doch niemandem geholfen so.


    • Karoon 29.01.2018 22:00
      Highlight Highlight Jeder ist sich selbst der nächste. Und wo es ans eigene Portemonnaie geht, hört dann die Solidarität bald auf (Stichwort No Billag).
  • FrannyH 29.01.2018 20:34
    Highlight Highlight Da sind wir als Konsumenten gefragt: muss ich denn wegen jedem kleinen Schnupfen zum Arzt rennen wenn ich den schnupfen mit einem Nasenspray für 6.80 und einem Päckli Aspirin behandeln kann?? Und wegen trockener Haut um für meine 3 Kinder die Body Lotion verschreiben zu lassen??
    Könnte ich evtl ein wenig Sport treiben um mein Rücken zu entlasten statt ständig beim Arzt nach Schmerzmittel und dazu Pantozol zu betteln?? Und für Physiotherapie gleich dazu?
    • zialo 29.01.2018 21:35
      Highlight Highlight Wieso kostet in der Schweiz ein Nasenspray ca. 10 Franken fände ich die bessere Frage.
    • amourthebunny.com 30.01.2018 12:09
      Highlight Highlight Viele müssen halt direkt zum Arzt da der Arbeitsgeber ein Arztzeugnis verlangt..
  • Karl33 29.01.2018 20:24
    Highlight Highlight 300 Akteure machen sich Gedanken zur Kostenexplosion im Gesundheitswesen - wetten, keiner der 300 Mehrbesseren spürt die hohen Prämien am Ende des Monats?
  • Spiessvogel 29.01.2018 19:31
    Highlight Highlight Das Gesundheitswesen ist ein typisch eidgenössisches Fehlkonstrukt. Es stochert im föderalistischen Nebel ohne Kompass ziellos umher. Die Kantone beanspruchen die absolute Hoheit und der Bund soll es richten. Immer, wenn der Bund etwas durchsetzen will, heulen die Kantone auf. Wo Bundesmanna in Aussicht steht, machen sie die hohle Hand. Die Kostenexplosion lässt sich nur eindämmen, wenn sich der Bund prinzipiell aus dem System zurückzieht. Er hat für alle nur die Zulassung der Medikamente zu prüfen. Den Rest sollen die Kosten verursachenden Kantone erledigen. Also die Subventionsströme kappen.
  • Luesae 29.01.2018 19:12
    Highlight Highlight Und was ist mit dem Mangel an Pflegepersonal?
    • Makatitom 29.01.2018 22:16
      Highlight Highlight Nope, leider nicht, Stipps, sogar "billige" Pflegekräfte sind schwer zu finden. da herrscht wirklich ein Fachkräftemangel. Das liegt aber auch an der Akademisierung
    • Luesae 30.01.2018 18:23
      Highlight Highlight Ich rede es mir nicht ein ich merke es bei der Arbeit..
  • aglio e olio 29.01.2018 18:54
    Highlight Highlight Werden die Menschen immer kranker, oder weshalb steigen die Kosten kontinuierlich?
    • Lonzia 29.01.2018 19:54
      Highlight Highlight Demographische Entwicklung und Fehlanreize. Vereinfacht gesagt: Die Spitäler müssen schwarze Zahlen schreiben und versuchen daher soviele Behandlungen wie möglich durchzuführen. Das führt zu Stress für das Personal und Kostenexplosion für Kantone und Krankenkassen, wofür wir bezahlen müssen.
    • FrancoL 29.01.2018 20:20
      Highlight Highlight @Lonzia: So einfach das ganze an den Spitälern aufhängen ist genau so falsch wie der Versuch der Gesundheitslobby in Bern alles zu blockieren.
      Ein Teil des Kostenzuwachses geht ganz einfach auf das Verhalten der Patienten zurück. Da die KK-Prämien hoch sind, spielt man gerne auch unnötigerweise den Patienten. Als Arbeitgeber stelle ich fest: Obwohl ich kein Zeugnis verlange und meinen Mitarbeitern glaube frage ich mich immer wie ist es möglich, dass sie bei jeder Grippe 2-3 mal zum Arzt müssen.
      Ist zB der Fuss nachweislich verstaucht, dann braucht es trotzdem noch 3 Untersuchungen, etc.
    • _kokolorix 29.01.2018 21:03
      Highlight Highlight Die Menschen sind eigentlich gesünder als jemals zu vor in der Geschichte der Schweiz. Nur ein Narr würde annehmen, dass ein Marktsystem, das auf unendlichem Wachstum basiert ausgerechnet im Gesundheitswesen die Kosten senkt. Das würde es höchstens, wenn die KK freiwillig wäre. Ist sie aber nicht. Es gibt im ganzen System nicht einen Player der ein Interesse am Sparen hätte. Als Patient will ich die bestmögliche Versorgung, als Arzt/Spital die Therapie welche den grössten Gewinn abwirft, der KK kann das egal sein, wenn die Gewinne nicht mehr gross genug sind, erhöhen sie einfach die Prämie
    Weitere Antworten anzeigen
  • X23 29.01.2018 18:44
    Highlight Highlight Wie wärs damit, wenn Ärzte konsequent Leute, welche gegen Ende Jahr, nach bezahlter Franchise versteht sich, noch schnell 'Gratis' Physiotherapie, Medikamente usw gönnen, nur weil sie jetzt nichts mehr bezahlen müssen?
    • _kokolorix 29.01.2018 21:09
      Highlight Highlight Das wäre in einem staatlichen Gesundheitssystem selbstverständlich, in einem marktwirtschaftlichen aber unmöglich. Welcher Arzt wird seinem Kunden eine Behandlung verweigern, wenn er damit rechnen muss, dass der Kunde dann zu einem Anderen geht?
      Die 'vernünftigen' bürgerlichen Politiker sollten sich nach 40 Jahren 'dökterlen' endlich eingestehen, dass die Medizin nicht nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten funktioniert und das Experiment endlich abbrechen.
      Die meisten staatlichen Systeme erbringen wesentlich bessere Leistungen zu einem wesentlich günstigeren Preis
    • _kokolorix 30.01.2018 08:56
      Highlight Highlight @ZH27
      Ich gebe dir recht, dass es nur wenig mit Markt zu tun hat, aber viel mit Kapitalismus. Der Markt beschränkt sich auf die KK, und dort produziert er Overhead statt Effizienz.
      KK, Spitäler, Ärzte, Therapeuten jeder Couleur, Labors und Pharmaindustrie sind alle auf Gewinnmaximierung gebürstet. Wer glaubt ein solches Konstrukt sei auf vernünftig und effizient zu trimmen, der glaubt an den Osterhasen. Das einzige was hier effizient ist, ist die Abzockerei
  • Aliyah 29.01.2018 18:07
    Highlight Highlight Mit so komischen Systemen wie dem TarPsy aufhören wäre für den Anfang etwas. Wurde dieses Jahr frisch eingeführt und bedeutet mMn viel Höhere Kosten.

  • Carl Gustav 29.01.2018 18:03
    Highlight Highlight Teil 2
    - Ja, wir wollen es den Menschen selbst überlassen, wann und wo sie medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.
    Bei uns ist Gesundheit nicht eine Frage des Standes und soll nicht vom Vermögen der Person abhängig sein.
    - Ja, auch sterbenskranke und sehr alte Menschen sollen uneingeschränkt von allen Leistungen von allen Ärzten profitieren können.

    Danach soll sich Jede/r selbst überlegen wieviel ihr/ihm das Wert ist.
    Auch im Vergleich mit Miete, Auto, Ferien Handy/TV usw
    • bokl 29.01.2018 19:34
      Highlight Highlight "Danach soll sich Jede/r selbst überlegen wieviel ihr/ihm das Wert ist."

      OK. Habs mir überlegt. Für mich und meine Famillie 6000 Franken / Jahr.

      Zahlst du den Rest der KK-Prämie oder wer übernimmt?
    • FrancoL 29.01.2018 20:25
      Highlight Highlight Eine sehr sehr schwache aussage! Was soll man sich überlegen? Was soll man sich überlegen wenn man zB nicht krank ist, weiss man da was man braucht wenn man krank ist oder ob man im alter doch noch 1-2 Jährchen weiterleben möchte?

      Marlon, von der Gesundheitswesen weiss man wie es einem heute geht, das Morgen kann niemand voraussagen und schon gar nicht wie er sich verhalten wird.

      Darum geht es nicht um das was einem die Gesundheit wert ist, sondern um die Optimierung der Gesundheitskosten damit man sich nicht solche "dümmlichen" Gedanken machen muss.

      Die Gesundheit hat viele Werte.
  • Carl Gustav 29.01.2018 18:02
    Highlight Highlight TEIL1
    Wieso spricht niemand in der Politik Klartext:

    - Ja, unser Gesundheitswesen ist ein Erfolg, Volksgesundheit wird ständig besser und die Levenserwartung steigt.
    - Ja, wir wollen Pharmaunternehmen, die erfolgreich sind. Wir profitieren von enormen Fortschritten z.B. in der Krebsforschung und von den Milliarden, die als Einkommen im Land bleiben.
    • FrancoL 29.01.2018 20:27
      Highlight Highlight Wenn wir diese Milliarden selbst berappen müssen können wir auch darf verzichten und lieber konkurrenzfähige Preise avisieren.
    • _kokolorix 29.01.2018 21:20
      Highlight Highlight Ja, genau. Ein ungeheuerliches Erfolgsmodell, das den reichen Akteuren an der Spitze der Lohnpyramide Jahr für Jahr Millionen ins übervolle Kässeli spült. Ich als Normalverdiener mit einer Familie zahle über 10% meines Einkommens KK, und nochmal gegen 20% für die Steuern. Dazu finanziere ich die AHV für die Kinderlosen vor, indem ich meine Kinder 20 Jahre aufs Berufsleben vorbereite, damit dereinst noch jemand da ist der den Topf füllt. Eine Krebsbehandlung kostet Millionen und ist in mehr als der Hälfte der Fälle nutzlos. Aber der Pharmaindustrie ist das Egal, bezahlt ist bezahlt
    • Amboss 29.01.2018 22:31
      Highlight Highlight @kokolorix: Sobald eines deiner Kinder Krebs hat, bist du froh, gibt es solche Therapien.
      Und dass dich dies nur 10% deines Einkommens kostet und nicht hunderttausende Franken, die du dein Leben lang abzahlen musst.
      Oder dass du dir nicht überlegen musst, ob du dir es finanziell leisten kansst, dein Kind zu therapieren oder du den Stecker ziehen musst.

      Marlon hat Recht. Unser Gesundheitssystem ist ein Erfolg. Teuer zwar, aber Top Medizin steht allen offen
    Weitere Antworten anzeigen
  • bokl 29.01.2018 17:00
    Highlight Highlight Solche Konferenzen streichen. Mit der Einsparung wäre die Krankenkasse für meine Famillie (und wohl noch zahlreiche mehr) finaniziert :) ...

    Es geht nur mit einer Einschränkung des Leistungskatalogs. Zwei-Klassen-Medizin hin oder her. Vielleicht noch mit einem Bonus-System, dass "sparsame" Patienten bei zukünftigen Leistungen belohnt.
    • FrancoL 29.01.2018 20:32
      Highlight Highlight Man weiss nie wie "sparsam" man für eine Kasse ist, darum ist dies eher eine "abwegige" Idee. Mein Vater war nie krank, in den letzten 3 Jahren hat er wohl ein Vielfaches seiner KK-Einzahlungen verbraucht.
      Meine Mutter war immer etwas kränklich, jährlich wurde die KK "angezapft", sie starb plötzlich und in der Nachrechnung stelle ich fest dass meine Mutter eindeutig die "sparsamere" Patientin war.
  • Karoon 29.01.2018 16:57
    Highlight Highlight Sich lautstark über steigende Krankenkassenprämien beklagen, aber in Empörung ausbrechen, wenn ein Regionalspital geschlossen wird.
    • _kokolorix 29.01.2018 21:25
      Highlight Highlight Es macht ja alles sooo viel billiger, wenn man dann über eine Stunde ins nächste völlig überlastete Spital fahren muss. Dort werde ich dann nach dem Aufbrauchen der Fallpauschale nach Hause geschickt, damit ich dann am nächsten Tag wieder kommen kann und ein neuer Fall eröffnet wird...
      Die KK Prämien steigen weil wir ein völlig falsches Anreizsystem haben, welches die teuerstmögliche Behandlung für jedes Boboli erzwingt
    • Karoon 29.01.2018 21:59
      Highlight Highlight Wo wohnen Sie, dass Sie über eine Stunde für ins nächste Spital haben? Auf dem Jungfraujoch?
      Die Spitalplanung auf Bundesebene würde tatsächlich Kosten senken. Aber da machen regionale Interessen und der Kantönligeist einen Strich durch die Rechnung.
    • _kokolorix 30.01.2018 18:39
      Highlight Highlight @Karoon
      Zweisimmen reicht, für eine Geburt fährst du 50 Min nach Thun...
      Das Restspital gibts nur noch wegen vehementer Proteste der Bevölkerung...
    Weitere Antworten anzeigen
  • schuldig 29.01.2018 16:50
    Highlight Highlight Ich glaube das Hauptproblem liegt da dran, dass alle Beteiligten Teilverantwortung tragen am Kostenwachstum. Produzenten, Spitäler, Ärzte, aber auch wir Leistungsbezüger.
    Das macht es leicht, jeweils auf die anderen zu zeigen und drum ändert sich auch nichts.
    • Oban 29.01.2018 18:06
      Highlight Highlight Solange für eine Matratze mehrer 1000.- ausgegeben werden ohne dies zu hinterfragen werden auch die Kosten nicht sinken. Ein ganzes Spitalbett geht in den 5 Stelligen Bereich und eigentlich wissen nur die Produzenten weshalb. Aber solange man die Kosten einfach weiterreichen kann wird sich da nichts ändern. Und dies ist beinahe allem so das mit Healthcare zu tun hat.
  • DonPedro 29.01.2018 16:23
    Highlight Highlight Wenn ein sog. Globalbudget eingeführt werden sollte, wird jeder, der im Dezember krank wird, zum Notfall, der auch nach Ausschöpfung des Globalbudgets behandelt werden muss,und die "clevereren" Leistungserbringer sind im Dezember sowieso in den Ferien!
  • Madison Pierce 29.01.2018 16:21
    Highlight Highlight Es muss ein Weg gefunden werden, die Leute dazu zu bringen, beim Kosten sparen mitzuhelfen. Und das, ohne dass das System unfair wird. Das ist nicht einfach.

    Ein Selbstbehalt pro Arztbesuch hält vielleicht den einen oder anderen davon ab, sich die Kopfschmerztabletten verschreiben zu lassen (weil sie dann von der KK bezahlt werden). Aber man kann nicht chronisch Kranken bei jedem Arztbesuch Geld abknöpfen...

    Das Sparen muss aber die Leute einbeziehen. Wenn man hört, mit welchen Gebrechen sich gewisse Leute auf den Notfallstationen melden, weiss man, dass es teuer ist.
    • AdiB 29.01.2018 17:32
      Highlight Highlight einen selbstbehalt von 10% hast du sowieso bei jedem arztbesuch.
    • EnnoConda 29.01.2018 17:49
      Highlight Highlight Finde einen Selbstbehalt pro Arztbesuch, resp. pro Krankheitsbild absolut zumutbar und fair. So können chronisch kranke weiter fair behandelt werden und Leute, die das System ausnützen überlegen es sich zweimal.
    • Oban 29.01.2018 18:10
      Highlight Highlight Das Problem fängt aber schon beim Arbeitgeber an, der will vielfach ein Arztzeugnis, gewisse Firmen am ersten Tag. Man gewöhnt sich irgendwann dran das man für jedes Wehwechen zum Arzt muss. Infolge das diverse Hausärzte keine Patienten mehr aufnehmen führt dies dann auch noch weiter dazu das alle in den Spital rennen.
  • amourthebunny.com 29.01.2018 16:01
    Highlight Highlight Medikamente sind viel zu Teuer, ich leide unter chronischer Migräne und bin auf mein Migränemittel angewiesen. 12 Tabletten kosten rund 70 Franken und ich brauche fast 2 Packungen pro Monat!
  • Amboss 29.01.2018 15:42
    Highlight Highlight Aus meiner Sicht gibt es nur eins: Einsehen, dass die Gesundheitskosten immer ansteigen werden.

    Deshalb Grenzen für die Gesundheitskosten (Prämien + anfallende Gesundheitskosten) definieren, abhängig von Einkommen, Familienverhältnissen etc... bis zu welchen hin die Kosten von Patienten selbst getragen werden müssen.
    Sind diese erreicht, übernimmt der Staat den Rest.

    Und gleichzeitig aber mit Volldampf an Reformen dranbleiben, um das Kostenwachstum zumindest verlangsamen. mehr ist wohl nicht drin.

    Ich sehe keinen anderen Ausweg
    • bokl 29.01.2018 16:56
      Highlight Highlight @Amboss
      Sobald der "Staatslevel" erreicht ist, hat der Patient keinen Grund mehr auf die Kosten zu schauen. -> Kontraproduktiv.
  • Calisthenics 29.01.2018 15:36
    Highlight Highlight Und kein Wort über die zum Teil geradezu grotesk überteuerten Medikamente? Sehe ich das richtig?

    Die Einheitskasse wird bald mehrheitsfähig sein im Volk und dann wird sie kommen.
    Damit sage ich nicht das sei gut oder nicht gut, aber an diesen Gedanken gewöhne ich mich schon mal.
    • Amboss 29.01.2018 15:46
      Highlight Highlight Die Einheitskasse bringt Kostenmässig genau null und gar nichts.
      Denn sie macht dasselbe wie die Krankenkassen jetzt. Prämien einkassieren und Leistungserbringer kontrollieren und bezahlen.
      Dafür benötigen sie ca. 4-5% Verwaltungsaufwand. Dieser fällt so auch bei der Einheits-KK an.
    • Jozo 29.01.2018 16:38
      Highlight Highlight Ja und was ist mit den Kosten für die etlichen Makler und Callcenter die stattlich verdienen.
      Es gibt ca. 70 Krankenkasse. Jede von diesen besitzt wieder einen Hauptsitz und div. Liegenschaften. Mit Management und CEO's.
      Wenn alle in den gleichen Topf zahlen werden die Kosten sinken. Man kann hier doch nicht prozentual rechnen. Es gibt keinen Grund wieso die Kosten vor allem in der Management Ebene mitsteigen sollten. Vor allem nicht wenn es staatlich wird.
    • Senji 29.01.2018 16:48
      Highlight Highlight @Amboss: aber die Kosten für den Wettbewerb der KK fallen weg. Die Einheitskasse löst das Problem nicht von alleine, hilft aber trotzdem.

      Versuch mal einem Ausländer zu erklären wieso wir für Unfälle eine Einheitskasse haben, für Krankheiten aber nicht. Und dann versuche korrekt wiederzugeben was rechtlich als Unfall anerkannt ist und was nicht. Ich behaupte du scheiterst bei beidem.
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  • Hugo Wottaupott 29.01.2018 15:30
    Highlight Highlight 1. Aufhören Leute mit Zwangsmedikationen "zu versehen".
    • Butschina 29.01.2018 16:10
      Highlight Highlight Was meinen Sie damit?
    • Leela 29.01.2018 17:17
      Highlight Highlight Die Medikamenteneinnahme ist in der Regel freiwillig. Nur bei Personen die eine Gefahr für sich selbst oder ihre Umwelt darstellen und sich im Rahmen einer führsorgerischen Unterbringung bewegen, kann es unter Umständen zu Zwangsmedikationen kommen. Kann man kritisieren, doch auch hier muss meiner Ansicht nach der Einzelfall geprüft und nicht Mediziner pauschal verurteilt werden.
    • zialo 29.01.2018 21:31
      Highlight Highlight Die Zwangsbehandlung ist gesetzlich vorbildlich geregelt. Leider behandeln Klinikärzte dann oft willkürlich und selbstgerecht.

      Die NKVF hat 2017 einen Bericht über die Zustände in der Klinik Waldau Bern verfasst. Humanrights.ch schrieb: '[NKVF] stellte fest, dass die Zwangsmedikationen oft nicht in der vorgeschrieben Form .... angeordnet werden. Auch fehle bei einer grossen Zahl von Behandlungen die Unterschrift des dazu berechtigten Chefarztes, und die Massnahmen würden nur sehr lückenhaft dokumentiert. Die Patienten/-innen könnten so ihre Beschwerdemöglichkeiten nicht voll ausschöpfen.'
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Solarpanels werden auf Luzerner Hausdächern bald zur Pflicht

Die Stadt Luzern macht in Sachen erneuerbare Energien vorwärts: Auf Dächern, die grösser sind als 25 Quadratmeter, sollen künftig Solarpanels angebracht werden. Damit geht der Stadtrat auf einen Vorstoss von SP und Grüne ein, in dem sie fordern, dass Luzern «mit Solarstrom endlich durchstartet».

Im ersten Quartal 2021 will der Stadtrat einen Planungsbericht zum Thema vorlegen. Darin sollen die Forderungen aufgenommen werden. Bereits jetzt lässt er seine Absichten durchsickern:

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