Schweiz
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Weil nicht geimpft: Zahl der Masernfälle hat sich innert Jahresfrist verdoppelt 💉



Die Masern scheinen in der Schweiz nach wie vor nicht eliminiert zu sein. Die Zahl der Krankheitsfälle hat sich 2016 im Vorjahresvergleich auf 70 verdoppelt, wie die neusten Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zeigen.

Ob damit die Strategie der Bundesbehörden gescheitert ist, lässt sich aber noch nicht abschliessend sagen, wie ein BAG-Sprecher auf Anfrage sagte. Ursprünglich sollten gemäss der Umsetzung der Nationalen Strategie zur Masernelimination 2011 bis 2015 die Masern bis Ende 2015 besiegt sein.

Plakate der Kampagne zur Eliminierung der Masern haengen im Medienzentrum Bundeshaus waehrend einer Medienkonferenz am Donnerstag, 24. Oktober 2013 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Plakate der Kampagne zur Eliminierung der Masern. Bild: KEYSTONE

Derzeit werde diese Strategie evaluiert, sagte der BAG-Sprecher. Mitte Februar soll dazu ein Bericht veröffentlicht werden. Entscheidend ist dabei gemäss den Gesundheitsbehörden der Durchimpfungsgrad und nicht die Zahl der neuen Masernfälle.

Fast die Hälfte der 70 Masernfälle im vergangenen Jahr gehen auf zwei Masernausbrüche in Lausanne mit 22 Erkrankten und im Engadin mit rund 13 Erkrankten zurück. Die meisten Betroffenen seien nicht oder nur mit einer Dosis geimpft gewesen, gab das BAG dazu bekannt. 2015 waren zum Vergleich lediglich 36 Masernfälle verzeichnet worden, 2014 sogar nur 22 Fälle.

95 Prozent sollten immun sein

Um die Zirkulation von Masernviren in einem Land zu unterbrechen, müssen gemäss BAG mindestens 95 Prozent der Bevölkerung immun sein. Das heisst, dass 95 Prozent aller Kinder, Jugendlichen und jüngeren Erwachsenen ab Jahrgang 1964 zwei Impfdosen gegen Masern erhalten haben sollten. Bei Menschen mit Jahrgang 1964 oder älter gehen die Gesundheitsbehörden davon aus, dass sie die Masern bereits gehabt haben, da es damals noch keinen Impfstoff gab.

Bist du gegen Masern geimpft?

Gemäss den aktuellsten Zahlen aus dem Jahr 2014 betrug die Durchimpfung mit zwei Jahren 93 Prozent mit mindestens einer Dosis und 86 Prozent mit zwei Dosen der Masernimpfung. Die Schutzwirkung einer Masernimpfung mit zwei Dosen wird mit mehr als 98 Prozent angegeben.

Eine der ansteckendsten Infektionskrankheiten

Die Masern gelten als eine der ansteckendsten Infektionskrankheiten, wie das BAG schreibt. Die Viren werden über die Luft in Form von sehr feinen Tröpfchen oder durch direkten Kontakt mit dem Nasensekret oder dem Speichel erkrankter Personen übertragen.

Grundsätzlich ist eine mit Masern infizierte Person bereits vier Tage vor Auftreten des typischen Hautausschlags mit roten Flecken und bis vier Tage danach, also insgesamt neun Tage lang, ansteckend.

ARCHIVBILD ZUR VERDOPPELUNG DER MASERNFAELLE IN DER SCHWEIZ -- Die 7 jaehrige Katharina aus Steinen im Kanton Schwyz leidet am  Mittwoch 11.Juni 2003 an der neuerdings wieder aufkommenden Kinderkrankheit Masern. Im Kanton Schwyz sind in letzter Zeit mehrere Kinder an Masern erkrankt, aber auch wieder gesundet.  (KEYSTONE/Urs Flueeler)

So sieht das aus. Bild: KEYSTONE

Eine komplikationsfreie Masernerkrankung dauert fünf bis zehn Tage, aber auch nach der Ausheilung bleibt das Immunsystem noch mehrere Wochen lang geschwächt. Treten Komplikationen auf, kann die Krankheit mehrere Wochen oder sogar Monate dauern.

Die häufigste schwerwiegende Komplikation ist gemäss BAG eine Lungenentzündung. Sie erfordert oft eine stationäre Behandlung, manchmal auf einer Intensivstation. Ebenfalls häufig sind Mittelohrenentzündungen. Selten tritt Jahre nach einer Masernerkrankung eine schleichende Hirnentzündung auf, die die Hirnzellen abtötet und immer zum Tod führt.

Ein Todesfall auf 3000 Kranke

Weltweit fordern Masern jedes Jahr etwa 158'000 Todesfälle. Diese sind hauptsächlich auf Komplikationen wie Lungen- und Hirnentzündung zurückzuführen.

In Europa sind die Todesfälle dank der leistungsfähigen Gesundheitssysteme selten geworden. Durchschnittlich kommt es noch zu einem Todesfall pro 3000 gemeldeten Masernfällen. (gin/sda)

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34Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Martin1610 05.01.2017 09:44
    Highlight Highlight Wer sich gegen oder für selektives Impfen entscheidet, muß sich als Esoteriker, Verschwörungstheoretiker u.ä. titulieren lassen. Was soll das? Impfgegner machen sich die Entscheidung vermutlich 10mal schwerer aber nach eurer Meinung ist das ja alles nur Google Halbwissen.
  • Lami23 04.01.2017 18:57
    Highlight Highlight Ich sage euch, gegen die MMS Spinner Eltern sind Impfgegener noch fast harmlos...
    • Lady Shorley 05.01.2017 15:11
      Highlight Highlight Ach du meine Güte, ich hab das gerade mal gegoogelt und bin nun einigermassen fassungslos!
      Wer sich selbst vergiften will, bitte sehr, aber wenn man dieses Zeugs vorsätzlich seinen Kindern verabreicht gehört das meiner Meinung nach bereits zu Körperverletzung!
  • Martin1610 04.01.2017 14:49
    Highlight Highlight Kommentarfunktion könnt ihr bei diesem Thema mittlerweile weg lassen.
    • Lord_Mort 04.01.2017 16:45
      Highlight Highlight Bei Watson kann man alles kommentieren, was ich ziemlich toll finde. Das Weglassen einer Kommentarfunktion käme meiner Meinung nach einer Zensur gleich, wie sie z.B. 20min bei heiklen Themen betreibt. Hört bloss nicht auf Martin1610, Watson! =)
    • Hierundjetzt 04.01.2017 17:58
      Highlight Highlight Lieber Martin, jetzt noch mit einer strukturierter Begründung

      [Dein Kommentar], weil...
    • azoui 05.01.2017 11:16
      Highlight Highlight ......und schreibt einen Kommentar.
      Das nenne ich konsequent sein.
  • Lord_Mort 04.01.2017 11:07
    Highlight Highlight Habe dazu ein interessantes FAQ vom Robert Koch Institut gelesen. Darin wird auf die 20 häufigsten Einwände gegen das Impfen eingegangen.
    http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Bedeutung/Schutzimpfungen_20_Einwaende.html
    • Lady Shorley 04.01.2017 15:44
      Highlight Highlight Danke für den Link, der ist super!
      Vielleicht kann ich so meine Kollegin überzeugen, Ihre Kinder endlich impfen zu lassen... Ihr Mann gehört der Gattung "esoterischer Verschwörungstheoretiker" an und wehrt sich vehement gegen eine Impfung.
      Ich hoffe wirklich, dass er seine Entscheidung nie bereuen muss!
    • Lord_Mort 04.01.2017 16:41
      Highlight Highlight Gerne! Vielen Leute sehen ihre Anti-Impf-Haltung wohl als ein Widerstand gegen die grossen Pharmamultis. Dass sie damit aber potenziell mit der Gesundheit/ dem Leben ihrer Kinder spielen ist vielen nicht bewusst. Natürlich bedarf es einer kritischen Betrachtung des Themas Impfen (z.B. in Bezug auf die Wirkung von Grippeimpfungen). Dies aber bitte aufgrund von Fakten und nicht von Halbwissen esoterischer Natur. Viel Erfolg bei Ihrer Überzeugungsarbeit! ;-)
  • Ja Ra 04.01.2017 10:34
    Highlight Highlight Ja ich bekenne mich. Ich (1971) bin nicht geimpft, ich habe die Masern durchlaufen. Meine 3 Kinder sind ebenfalls nicht geimpft. Und jaa, ich habe mich im Internet darüber informiert. aber auch bei meinem Arzt und beim Kinderartz.
    Grund für meinen Entscheid: Möglicher Impfschaden (statistisch etwas gleich gross wie ein schlimmer Masernverlauf) und das Argument, dass geimpfte Kinder meistens einen schlimmeren Verlauf haben als ungeimpfte.
    Folge davon: Wir kümmern uns selbst um die Kids und sind bereit die Zeit zu nehmen bei einer Krankheit.

    und jetzt basht mich....
    • Tobi-wan 04.01.2017 11:07
      Highlight Highlight Hast du auch nach 'Herdenimmunität' gegoogelt?

    • Hierundjetzt 04.01.2017 11:21
      Highlight Highlight Kein Problem damit, dass Deine Kinder dafür sorgen, dass Kranke und Ältere Menschen wegen Deinem Egoismus und minimalster Eintretenswahrscheinlichkeit gem. WHO sterben können?

      Es ist wahrscheinlicher im Euromillions zu gewinnen, als das Dein Kind einem Schaden hätte.

      Es ist aber so wahrscheinlich wie ein Sommertag, dass Deine Kinder für immer bleibende Schäden davon tragen. Mohl Eltern des Jahres 👏🏼👏🏼👏🏼
    • Bowell 04.01.2017 11:23
      Highlight Highlight Starrkrampft, Kinderlähmung und Hirnhautenzündung hast du auch schon durchlaufen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kopold 04.01.2017 10:20
    Highlight Highlight Ein Todesfall bei 3000 Erkrankungen ist immer noch abartig viel.
    Das ist eine fast so schlechte Rate wie beim Basejumping.
    Dass Eltern ihre Kinder immer noch absichtlich dieser schmerzhaften Krankheit und diesem Risiko aussetzen ist für mich Kindesmisshandlung, Punkt.
    • Flint 04.01.2017 10:42
      Highlight Highlight Gerade Kinder können sich in diesem Bereich nicht wehren und sind ihren Eltern ausgeliefert. Zudem gefährden diese Leute die Bevölkerung. Ich wäre deshalb für Strafen. Wer seine Kinder nicht impft sollte verzeigt werden.
  • Hierundjetzt 04.01.2017 10:15
    Highlight Highlight Wie blöd muss man eigentlich sein, auf Basis von Google-Wissen sein eigenes Kind einer tödlichen Krankheit auszusetzen?

    Kommt mir jetzt nicht mit: ja aber impfen ist voll blöd Herr X von Youtube Channel Y findet das im Fall auch.

    A) Lebenslang bleibende Schäden können die Folge sein

    B) meine Grosselter, Eltern aber auch mein Bébé kann durch Eure infantile Entscheidung sterben.

    😡
    • Hierundjetzt 05.01.2017 17:40
      Highlight Highlight Netter Versuch. Nur lese ich zum Themenkreis empirisch erhärtete Studien. Tja Auge und daher darf ich mit Fug und Recht behaupten, dass nicht impfen aus Gründen sehr unüberlegt ist
  • Martin1610 04.01.2017 10:14
    Highlight Highlight Wie viele sind denn "die meisten Betroffenen?"
  • Flint 04.01.2017 10:07
    Highlight Highlight Was hier nicht hervorgeht weshalb die Leute nicht geimpft sind. Impfgegner sind sicher eine Gruppe, und der Rest?

Babyboomer sind die erste Generation, die weniger schlau als ihre Vorgänger ist

Generation um Generation ging es aufwärts: Seit der Altersgruppe der zwischen 1890 und 1923 Geborenen schnitt jede Generation in kognitiven Tests kontinuierlich besser ab als die vorhergehende. Bei den Babyboomern scheint Schluss mit diesem Trend zu sein. Mehr noch: Es geht nicht um einen Stillstand, sondern sogar um einen Rückgang.

Dies lassen zumindest die Ergebnisse einer aktuellen amerikanischen Studie vermuten, die im Fachmagazin «The Journals of Gerontology: Social Sciences» erschienen …

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