Schweiz
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In this Friday, Feb. 21, 2014 photo, the body of a brain-dead potential organ donor lies covered on a bed at Mid-America Transplant Services in St. Louis. Removing organs at a central location near hospitals that do transplants has allowed organs to spend far less time outside the body, which gives a wider window of transplant opportunity and should improve the odds of success. (AP Photo/Whitney Curtis)

Alles zum Thema Organspenden, das du schon immer wissen wolltest, aber nie zu fragen wagtest. Bild: AP/FR91291 AP

Unglaublich viele Fragen und Antworten zum Thema Organspenden

Fast jeder hat sie, einige brauchen sie extrem dringend, nicht alle wollen sie geben, viele haben keine Ahnung von ihnen: Wir reden von Organen und von Organspenden. 26 Fragen und Antworten, um dir einen Überblick zu verschaffen.



Im ersten Halbjahr 2019 haben in der Schweiz Organe von 86 verstorbenen Personen transplantiert werden können - fünf mehr als in der selben Periode im Vorjahr. Hochgerechnet auf das ganze laufende Jahr würde das 172 Spenderinnen und Spendern entsprechen.

Insgesamt konnten 261 Organe im ersten Halbjahr 2019 transplantiert werden, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag mitteilte. Die Zahl der Personen auf der Warteliste ist dabei seit 2018 relativ konstant geblieben: Ende 2018 warteten 1412 Patientinnen und Patienten auf ein Organ, derzeit sind es 1417.

Zeit, die wichtigsten Fragen zum Thema Organspenden genauer anzuschauen und zu beantworten.

Ok, wie ist die Organspende hierzulande geregelt?

In der Schweiz gilt aktuell das Prinzip der expliziten Zustimmung. Wer seine Organe spenden will, muss dies ausdrücklich kund tun.

Und wie geht das?

Zum Beispiel mit einem Organspendeausweis oder einer Patientenverfügung.

Hab ich nicht ...

Dann müssten, falls bei dir irgendwann einmal der Hirntod festgestellt wird und deine Organe für eine Transplantation in Frage kommen, deine Angehörigen für dich entscheiden – und zwar in deinem mutmasslichen Sinn. Es gilt: Der Wille des Verstorbenen ist massgebend.

Hm, aber wenn ich eine Organspendekarte habe, heisst das ja, ich will meine Organe spenden ...

Nein, man kann in der Karte ankreuzen, ob man seine Organe und Gewebe spenden will oder nicht. Man kann auch nur einzelne Organe für eine Transplantation zur Verfügung stellen. Oder aber man kann eine Vertrauensperson bestimmen, der man den Entscheid überlassen will.

Ok, und was muss ich mit dieser Spendenkarte machen?

Ins Portemonnaie, denk! Oder zwischen Handy und Schutzhülle.

Ich habe aber kein Handy/Portemonnaie/Schutzhülle/Gedächtnis ...

Seit letztem Herbst kann man zusätzlich online in einem nationalen Register festhalten, ob man seine Organe spenden will oder nicht. Hier geht's zum Link.

Wer darf Organe spenden?

Jugendliche ab 16 Jahren können einen Organspendeausweis ausfüllen, zuvor entscheiden die Erziehungsberechtigten über eine allfällige Organspende. Die Untergrenze liegt aus medizinischen und ethischen Gründen bei 28 Tagen, eine Altersobergrenze für Organspenden gibt es nicht. Rund 40 Prozent aller Spender waren letztes Jahr über 60 Jahre alt.

Und wie funktioniert Organspende eigentlich bei Monty Python?

abspielen

Video: YouTube/bojan6000

Wie viele Organe werden jährlich eigentlich gespendet?

Die Zahl der Organspenden nahm in den vergangenen Jahren leicht zu. 2017 waren Organe von 145 Verstorbenen transplantiert worden. Im Jahr 2018 waren es 158 Personen und nun ist wieder ein Aufwärtstrend feststellbar.

Das tönt doch gar nicht so schlecht, oder?

Eben doch. Trotz Aufwärtstendenz: Rund 1400 Menschen warteten gemäss Swisstransplant Ende 2018 auf ein neues Organ. Gemäss der Stiftung sterben jährlich fast 100 Patienten, weil passende Organspender fehlen.

Mit dem Aktionsplan «Mehr Organe für Transplantationen» von Bund und Kantonen soll bis Ende 2021 eine Rate von 22 Spenderinnen und Spendern pro Million Einwohnerinnen und Einwohnern erreicht werden. Die bisherige Entwicklung lässt erwarten, dass bis Ende 2019 die Rate von 20,2 erreicht wird.

OrganspenderInnen pro Million EinwohnerInnen

Bild

Bild: BAG

Ich bin Raucher, darf ich meine Lunge spenden?

Alle Organe werden vor der Entnahme auf ihren Gesundheitszustand, Funktionsfähigkeit und ihre Eignung geprüft. Auch Menschen mit Krankheiten können Organe spenden, ausgeschlossen sind nur Personen mit nicht behandelbaren Blutvergiftungen sowie Prionenerkrankungen (z.B. Creutzfeldt-Jakob-Krankheit).

Bild

Bild: karlwitowski/wikimediacommons

Ok war gelogen, ich bin Nichtraucher, möchte aber meine Lunge wirklich nicht spenden

In deiner Spendenkarte oder im Onlineregister kannst du natürlich auch festhalten, dass du deine Organe im Todesfall nicht spenden möchtest. Oder aber du teilst deinen Angehörigen deinen Willen mit, oder setzt eine Patientenverfügung auf.

Welche Organe können eigentlich alles gespendet werden?

In der Schweiz werden Herz, Leber, Niere, Lunge, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm transplantiert. Auch Gewebe kann transplantiert werden. In der Schweiz führen nur die sechs Universitätsspitäler in Zürich, Bern, Genf, Lausanne, St.Gallen, und Basel Transplantationen durch.

Oh, im März wurde ja eine Initiative zum Thema Organspende eingereicht!

Richtig!

Und was will diese Initiative genau?

Die Initiative will zuallererst einmal die Zahl der Organspenden erhöhen. Das soll erreicht werden, indem die bisher geltende Zustimmungslösung durch eine Widerspruchslösung ersetzt wird. In Zukunft sollen also potentiell alle in Frage kommenden Menschen die Zustimmung vermutet werden – vorausgesetzt, sie äussern sich nicht explizit gegen eine Spende oder ihre Angehörigen wissen über den Willen Bescheid. Bei Sterbenden, die keine Willensäusserung dokumentiert haben, sollen weiterhin Angehörigengespräche durchgeführt werden.

Allerdings ist unklar, ob ein Wechsel zur Widerspruchslösung tatsächlich eine Erhöhung der Spenderrate zur Folge hätte. Swisstransplant erhofft sich von der Initiative vor allem auch eine Debatte über das Thema Organspenden.

Was sagte eigentlich DJ Shadow dazu?

Nicht viel, sein Lied «Organ Donor» ist eher instrumentell gehalten:

abspielen

Video: YouTube/drewmatic22

Und was sagt der Bundesrat dazu?

Der Bundesrat lehnt die Volksinitiative ab und setzt stattdessen auf die Aufklärungskampagne «Rede über Organspende: Deinen Liebsten zuliebe.» Wenn du linear TV schaust, hast du diese Werbung sicher schon gesehen:

Ach, eigentlich ist mir die Meinung von Politikern schnuppe. Ich vertraue nur Comedians!

Gut, denn Komiker und Stimmenimitator Stefan «Büssi» Büsser hat seine Meinung in der Arena ziemlich deutlich gemacht. Büssi, der möglicherweise selber irgendwann auf eine Organspende angewiesen ist und sich seit Jahren für steigende Spenderzahlen engagiert, ist sicher: Nur die Widerspruchslösung bewirke etwas.

Wie ist die Situation im Ausland?

Belgien, Frankreich und Österreich kennen die Widerspruchslösungen oder ähnliche Regelungen. In Deutschland wird aktuell über eine Änderung von der Zustimmungs- zur Widerspruchslösung diskutiert.

Wann wird eine Organentnahme durchgeführt?

Die Organentnahme ist nur möglich, wenn bei dem Patienten der Hirntod festgestellt wurde.

Und wann tritt der Hirntod ein?

Dieser tritt ein, wenn die Funktionen des Gehirns irreversibel ausgefallen sind, das Gehirn also nicht mehr durchblutet wird und die Hirnzellen somit absterben. Das kann etwa bei Hirnblutungen oder unfallbedingten Verletzungen geschehen.

Bild

Bild: swisstransplant

Die Diagnose muss von zwei von der Transplantation unabhängigen Medizinern festgestellt worden sein. Gleichzeitig müssen die Organe mittels künstlicher Beatmung und kreislaufstützenden Medikamenten am Leben gehalten werden.

Kommt es vor, dass Patienten fälschlicherweise für hirntot erklärt werden?

In Deutschland gab es in den letzten Jahren eine Handvoll Fälle, bei denen fälschlicherweise der Hirntod festgestellt worden war. In einem Fall wurde der Fehler erst kurz vor der Organentnahme festgestellt. In der Schweiz ist diesbezüglich kein ähnlicher Fall bekannt.

Ist das Konzept des Hirntods umstritten?

In der Schweiz will Äpol, ein Verein von Ärzten und Pflegefachleuten, die Organentnahme bei Hirntoten komplett verbieten. Das menschliche Leben müsse unantastbar sein, so Äpol. Zudem werde der natürliche Sterbeprozess gestört, weil die Angehörigen in den letzten Sekunden vor dem Tod nicht mehr bei den Sterbenden sein dürfen. Dies, weil die Organe in lebendem Zustand sein müssen.

Vertreter von Organspendeorganisationen warnen vor einem solchen Schritt. Patienten, die auf ein gesundes Organ angewiesen sind, müssten dann für eine Operation ins Ausland ausweichen.

Was ist, wenn zum Beispiel ein Herzstillstand eintritt?

Dann kann eine Organspende nach Herz- und Kreislaufstillstand in Frage kommen. Wenn die Prognosen für eine Therapie aussichtslos sind, kann nach Abklärung aller Voraussetzungen im Operationssaal eine Transplantation beschlossen werden.

Beim Herz- und Kreislaufstilland müssen zwei Ärzte nach dem Vieraugenprinzip und unabhängig vom Transplantationsteam den Herz- und Hirntod feststellen. Nach dem Kreislaufstillstand ist eine Wartezeit von fünf Minuten, die sogenannte no-touch-Periode gesetzlich vorgeschrieben. Erst danach kann die Transplantation durchgeführt werden.

Wer verdient an den Organspenden?

Niemand. Organspenden sind unentgeltlich. Das Transplantationsgesetz verbietet den Handel mit Organen.

Brauche ich einen Organspende-Ausweis?

Bislang ist der Organspende-Ausweis eines der Mittel, mit denen man einer Organspende seine Zustimmung oder Widerspruch geben konnte. Neu kann man sich auch in einem nationalen Organspenderegister eintragen und dort seinen Willen festhalten.

Wie denken SchweizerInnen darüber?

Laut einer Umfrage von Swisstransplant sind 91 Prozent der Bevölkerung positiv eingestellt gegenüber Organspenden.

Ach so, dann ist ja alles gut?

Eben nicht. Nur gerade 30 Prozent haben geregelt, was mit ihren Organen nach dem Ableben passieren soll. Wenn Angehörige dann entscheiden müssen, lehnen sie in über 60 Prozent der Fälle eine Organspende ab. Aus Angst, den Willen des Verstorbenen nicht zu respektieren.

Wer regelt die Reihenfolge der Organspenden?

Immer wieder hört man, dass wohlhabende Patienten bei der Spendenvergabe bevorzugt werden. Massgebend ist jedoch das seit 2007 gültige Schweizer Transplantationsgesetz. Vier Kriterien entscheiden über die Zuteilung von Organen:

Ein Computerprogramm, das Swiss Organ Allocation System, berechnet anschliessend die Rangliste der Patienten und Zuordnung der Organe.

Organentnahmen werden ohne Narkose durchgeführt, oder?

Nein. Zwar geht man davon aus, dass Hirntote kein Schmerzempfinden mehr haben. Weil das intakte Rückenmark aber noch über Muskelreflexe verfügt, werden die Operationen unter Vollnarkose durchgeführt.

(wst)

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49Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hypotenuse 07.08.2019 16:34
    Highlight Highlight Warum macht man nicht einfach den Organspenderausweis obligatorisch für alle? wäre ja eine WINWIN-Situation. Dann müssen sich alle beschäftigen damit ob sie spenden wollen oder nicht. Es gibt allen mehr Sicherheit und schwere Entscheidungen werden abgenommen. Ausserdem wird die Anzahl Spenderorgane ansteigen, ohne das jemand zur Organspende gewungen wird.
  • Blaubar 07.08.2019 11:35
    Highlight Highlight Vorschlag: Wenn jemand stirbt, fallen alle Ersparnisse automatisch auf mich. Wenn nicht explizit etwas anderes geschrieben steht.
  • Elmas Lento 06.08.2019 16:48
    Highlight Highlight Schon den eigenen Angehörigen zu liebe sollte jeder einen Ausweis ausfüllen, egal ab da ja oder nein angekreuzt wird, sonst müssen diese dann entscheiden. Im schlimmsten Fall haben diese andere Sorgen als sich Gedanken darüber zu machen ob ihr Kind, Eltern oder Geschwister seine Organe spenden will oder nicht. Schon nur um ihnen diese Belastung zu ersparen habe ich den Ausweis immer bei mir.
  • Aithria 06.08.2019 15:48
    Highlight Highlight Das Organ muss aus dem noch lebenden Körper herausgenommen werden... Der potentielle Spender muss also lebendig sein, der darf nicht tot sein. Hirntot ist eine argumentative Lösung um dieser Tatsache entgegen zu kommen, indem man sagt, wenn das Hirn aus ist, ist's aus und nicht wenn das Herz aus ist. Wäre das Herz aus, setzt Verwesung ein. Ein Wurm hat kein Hirn aber ein Herz, eine Kakerlake lebt ohne Kopf aber ihr Kopf nicht ohne den Körper, Hirnschaden macht behindert, Herzschaden lebensunfähig - auch wenn man gehörige Mengen an Medikamenten zu sich nimmt oder sich an eine Maschine hängt.
  • Nik G. 06.08.2019 10:25
    Highlight Highlight Auch wenn ich mich registriert habe und einen Spenderausweis auf mir trage der gegen Organspende ist, bin ich gegen die Wiederspruchslösung. Die Organe gehören dem Menschen und wen er nicht explizit dafür ist muss man davon ausgehen, dass er sie nicht spenden will. Die Organe gehören nicht der Allgemeinheit. Der Bund soll aber möglichst gut informieren, sodass möglichst viele Menschen ihren Willen erfassen.
  • Simon Probst 06.08.2019 09:15
    Highlight Highlight Sorry Freunde, ich bin raucher, esse gerne fleisch und trinke ab und zu mal einen über den durst. Ich fühle mich unterdessen in unserer Gesellschaft als aussenseiter - und jetzt wollt ihr meine Organe haben?!

    Es gibt so oder so zu viele Leute auf der Welt, meine Organe sind für die Würmer und Maden bestimmt, die freuen sich über den Festschmaus wenn ich dann mal 2 meter tiefer liege.
  • Ryponagar 06.08.2019 07:06
    Highlight Highlight 91% stehen einer Organspende positiv gegenüber, 30% haben eine Regelung getroffen, aber trotzdem haben wir nicht mal 20 Spender pro Million Schweizer? Sterben "zuwenig" Leute oder sind die Organe nicht geeignet oder wie ist diese Diskrepanz zu erklären?
  • HPOfficejet3650 06.08.2019 07:06
    Highlight Highlight Ich bin dafür, dass Personen, welche selbst als organspender eingetragen sind, auf einer Warteliste für neue Organe bevorzugt behandelt werden. So kann auch ein Anreiz geschaffen werden, sich als Organspender einzutragen. 🙂
  • andybelle 06.08.2019 01:04
    Highlight Highlight Ich habe lange auf einer Transplantationsabteilung gearbeitet. Ich wäre bereit alles zu spenden. Bis auf die Leber. Ich habe des öfteren erlebt dass sich diese Patienten das neue Organ danach wieder kaputt gesoffen haben.
    • Nutshell 06.08.2019 01:58
      Highlight Highlight Aha und weil "öfters" keine Ausnahmen kennt, spendest du erst gar keine Leber.
    • andybelle 06.08.2019 08:52
      Highlight Highlight Richtig.
  • Cédric Wermutstropfen 06.08.2019 00:53
    Highlight Highlight Ich bin überhaupt kein Freund der Widerspruchslösung. Derzeit habe ich einen Spenderausweis, wenn auch schweren Herzens, und trage denn immer bei mir. Sollte jedoch diese Initiative angenommen werden, werde ich mich gegen eine Organentnahme aussprechen. Solch ein System werde ich nicht unterstützen.
  • Pontifex 06.08.2019 00:01
    Highlight Highlight Beim iPhone hat jeder die Möglichkeit durch schnelles fünfmaliges drücken des Seitenknopfs den Notfallpass des Besitzers des iPhone‘s zu betrachten.

    Darin kann man verschiedenes angeben. Unter anderem ob man Organspender ist oder nicht.

    Wäre dies keine Option?

    (Den Notfallpass kann man bei den Einstellungen unter Notruf SOS und dann bei Notfallkontakte in health bearbeiten)
  • Eldroid 05.08.2019 23:57
    Highlight Highlight Es gibt bereits zu viele Menschen auf diesem Planeten - wieso noch mehr am Leben erhalten?
    • Judge Dredd 06.08.2019 19:09
      Highlight Highlight Ich denke mit dieser Logik ihren Gedanke mal weiter, dann sollte man keine Herzfehler mehr operieren? Kein Krebs mehr bestrahlen, kein Blinddarm mehr entfernen, keine Kaiserschnitte mehr, hat ja eh zu viele Menschen auf der Welt?

  • Phönix3 05.08.2019 23:32
    Highlight Highlight Was ist, wenn ich im Ausland verunfalle? Bekommen die Zugriff auf die Spenderdatenbank?
  • wolge 05.08.2019 23:00
    Highlight Highlight Ich spende kein Geld. Dafür aber bin ich registrierter...

    Blutspender
    Knochenmarkspender
    Organspender
  • Amateurschreiber 05.08.2019 22:59
    Highlight Highlight Noch eine kleine Anekdote:
    Motorradfahrer werden gerne als "fahrende Organspender" bezeichnet. Das ist aber mehr ironisch gemeint, weil es so gefährlich ist.
    In einem Restaurant habe ich einmal folgende Geschichte vom Nebentisch mitbekommen:
    Ein Mann erklärte "In den Spitälern warten sie jeweils sehnsüchtig auf den Frühling, weil dann die Töffsaison wieder losgeht. Vom Frühling bis Herbst hat es dank der vielen Töffunfälle genug Spenderorgane. Wenn aber der Winter lang ist wird es wieder knapp. Deshalb hoffen sie immer, dass der Frühling möglichst schnell kommt!"
  • Blaubar 05.08.2019 22:50
    Highlight Highlight Fremde Organe verändern den Charakter des Empfängers. Aberglaube? Leider nicht.
    • Phönix3 06.08.2019 13:59
      Highlight Highlight Sterben auch.
  • Ehringer 05.08.2019 22:49
    Highlight Highlight Widerspruchslösung mag ich auch ethischen Gründen nicht. Es widerstrebt mir, dass der Staat über meinen Körper entscheidet und ich mich explizit wehren muss wenn ichs nicht will. Bevorzugen würde ich eine "Äusserungslösung": Jeder Bürger MÜSSTE sich äussern ob er spenden will oder nicht. Dann ists immer noch ohne "Bevormundung" des Staates und die Zahl würde sicherlich trotzdem stark ansteigen. Viele sind gar keine Gegner, sondern nur faul oder wissen nicht, wie man Spender wird oder es hat halt einfach nicht genügend Priorität, dass man sich damit beschäftigt.
    • Schellenursli 06.08.2019 23:12
      Highlight Highlight Genau meine Gedanken.
    • Käpt'n Hinkebein 07.08.2019 08:23
      Highlight Highlight Grundsätzlich sind ja sowohl die Zustimmungs- wie die Widerspruchslösung "Äusserungslösungen", wie du die nennst. Bei der einen muss sich jeder äussern, der spenden will. Bei der andern muss sich jeder äussern, der nicht spenden will. Eine Äusserungslösung, wie du sie vorsiehst, bringt schlichtweg nichts, weil sich die Person in 90% aller Fälle nie dazu geäussert hat. Und genau in diesen 90% brauchst du einen Grundansatz, der entweder spenden oder nicht spenden vorsieht.
    • Ehringer 07.08.2019 12:10
      Highlight Highlight Käpt'n Hinkebein, ich weiss zwar nicht, wo wir aneinander vorbeireden, aber wir tuns. Sowohl bei Zuspruchs- wie auch Widerspruchslösung muss sich nur ein Teil der Bevölkerung äussern. Entweder der Teil, der will, oder der Teil, der nicht will. Meine Idee der Äusserungslösung sieht vor, dass alle sich äussern müssen. Dann flattert halt mit 16 ein Brief zu dir in dem du aufgefordert wirst, dich online zu äussern, ob du spenden willst oder nicht. Wer sich innerhalb einer sinnvollen Frist nicht äussert, zahlt halt ne Busse.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Patho 05.08.2019 22:49
    Highlight Highlight Gibt es eigentlich eine Möglichkeit, irgendwo anzugeben, dass man, zum Beispiel, die Organe nur an jüngere Personen, als man selber ist, spenden will? Denn das macht für mich schon noch einen Unterschied...
    • wolge 05.08.2019 23:03
      Highlight Highlight Grundsätzlich wärst du wohl als Empfänger einfach mal froh überhaupt eine Organspende zu erhalten...

      Wenn du aber wählen könntest würdest du wohl aber eher das eines Jüngeren als eines älteren wollen oder?

      Als Organspender kann es dir wiederum echt egal sein wer die Organe erhält...
    • Ich hol jetzt das Schwein 05.08.2019 23:18
      Highlight Highlight Nein, kann man nicht. Genau weil das eben nicht der Spender entscheiden soll, sondern objektiv nach den 4 Kriterien unter Punkt 28 entschieden werden soll. Sonst sagen plötzlich Leute, sie wollten nur Weissen, keinen Juden, keinen SVP-Wählern oder was auch immer spenden.
    • ConcernedCitizen 05.08.2019 23:42
      Highlight Highlight Finde ich problematisch. Was kommt dann als nächstes? Nur an Veganer? Nur an Heteros? Nur an Eidgenossen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Heiniger(s) 05.08.2019 22:49
    Highlight Highlight Das Online-Formular ist einfach und schnell auszufüllen, danach auf den zu unterschreibenden Brief warten, signieren und zurückschicken, fertig!

    Gebt euch einen kleinen Ruck, und rettet vielleicht ein Leben.

    (oder garantiert dass euer Wille zur nicht-Entnahme respektiert wird, beides ist richtig/wichtig)
    • Daniel Caduff 06.08.2019 16:20
      Highlight Highlight Eigentlich heute gar nicht mehr nötig. Gibt alles auch als App.

      Vorteil: Die Daten können direkt im Spital ausgelesen werden (Bluetooth - Beacon), bzw. auf dem Homescreen angezeigt werden. Zudem können auch zusätzliche Daten, wie z.B. Kontaktpersonen hinterlegt werden.

      Einfach die "Medical ID"-App herunterladen.

      Android: https://bit.ly/2ZAGjSV
      Apple: https://apple.co/2KmtIxP

      Ebenfalls sinnvoll: Echo 112-App, REGA-App, Erste-Hilfe-App, AlertSwiss-App

      Benutzer Bild
  • Gurkensalat23 05.08.2019 22:41
    Highlight Highlight Ich bin absolut für die Widerspruchslösung. Viele Leute wollen einfach noch nicht an ihren Tod denken und lassen solch wichtige Fragen daher unbeantwortet. Der Eintrag ins Onlineregister stellt für mich die beste Lösung dar, da so ein papieriger Organspendeausweis leicht verloren geht. Genauso ist es mit dem elektronischen Impfausweis.
  • Amateurschreiber 05.08.2019 22:40
    Highlight Highlight Ich bin für die Widerspruchslösung. Sie hätte für alle Beteiligten riesige Vorteile:
    - Wenn es genug Organe hätte, müssten die Empfänger nicht so lange bangen und warten. Ausserdem kann man "wählerischer" sein und das am besten passende Organ auswählen (ich weiss, das tönt irgendwie komisch).
    - Von den erklärten "Nichtspendern" wird der Druck weggenommen. Sie müssen sich auch nicht rechtfertigen wenn sie kein Organ spenden, aber im Notfall selber doch eins wollen.
    - Wollen Angehörige nicht, dass Organe entnommen werden kann man auch mal gegen den Willen des Spenders entschieden werden.
  • Scaros_2 05.08.2019 22:40
    Highlight Highlight Das Problem das ich mit Organspende habe ist jenes, dass das System nie Fair ist. Eine sehr gute Kollegin arbeitet in Deutschland an einer Uniklinik. Sie war sehr lange Zeit bewusste Organspenderin. Aber mit den Jahren hatte sie auch Einblicke in das "Wie" man mit toten Organspendern umgeht und das hat ihr abgelöscht. Die Ethik wird oft ausser Acht gelassen und der Patient auf dem Tisch wird als "Lager" betrachtet aus dem man einfach was rausnehmen kann, er ist ja schliesslich tot, was kümmert einem da filigrane arbeit und Achtung. Seid diesem Moment sehe ich das ganze kritisch.
  • Lucida Sans 05.08.2019 22:38
    Highlight Highlight Hätte da noch eine Frage. Im Fernsehen habe ich einmal in einer Sendung gehört, dass das Kriterium Wartezeit dazu führt, dass die kränksten Leute zuerst berücksichtigt werden und viele den Eingriff gar nicht mehr überleben. Statt das man diejenigen Personen berücksichtigt, bei welchen ein Eingriff Erfolg verspricht. Stimmt das?

    Ich habe den Ausweis seit einigen Jahren und finde es gut, das schnuddelige Teil durch einen Eintrag im Internet zu ersetzen.
  • VAVAV 05.08.2019 22:38
    Highlight Highlight Mein Papa hat vor zwei Wochen eine Niere bekommen. Er hat sechs Jahre warten müssen und hatte die Hoffnung schon verloren. Seit der Transplantation ist er psychisch total aufgeblüht.

    Ich kann nachvollziehen, dass man sich nicht mit dem Thema beschäftigt, wenn man selbst nich betroffen ist oder jemand im Umfeld. Ich persönlich bin für die Widerspruchslösung, aber schon jetzt könnte man einfacher mehr Leute erreichen als durch TV-Spots, z.B. könnte jedem ein Ausweis zugeschickt werden und man kann ausfüllen was man will, der Hausarzt fragt nach oder die Krankenkasse oder gleich die Gemeinde...
    • Lioness 06.08.2019 00:32
      Highlight Highlight Alles gute ihrem Papa. Bin voll und ganz einig mit ihrem Kommentar.
  • Ihr Kommentar hat 20min Niveau 05.08.2019 22:35
    Highlight Highlight Punkt 28 macht mich stutzig. Es ist einfach zu oft passiert dass reiche, berühmte Promis innert Tagen zu Organen kamen, als man das zu erwarten getraut hätte. (Ja, in Europa. Gutes Beispiel: Nicki Lauda)

    Solange man nicht offiziell & zweifelsfrei bestätigen kann dass Geld & oder Privatversucherung da keinen Einfluss haben (was es sonst überall tut) wird es sicherlich, zumindest bei mir, schwierig sein meine Organe zu bekommen.
  • MBär 05.08.2019 22:09
    Highlight Highlight Danke für den Artikel, der hoffentlich zu Aufklärung beiträgt!

    Ich wäre für die Widerspruchslösung. Wer nicht will, dass seine Organe entnommen werden, kann sich ohne Schwierigkeiten dagegen aussprechen (Ausser man betrachtet das Ausfüllen eines Formulars als unüberwindbare Hürde). Aber es wäre schön, wenn sich jeder damit auseinandersetzten würde, damit der Wille des Verstorbenen bekannt ist.

    Bis wir soweit sind: Füllt doch alle bitte einen Ausweis aus! Ihr könntet damit Leben retten.
    • Silent_Revolution 06.08.2019 00:17
      Highlight Highlight Wer will, dass seine Organe entnommen werden, kann sich doch auch ohne Schwierigkeiten dafür aussprechen.

      Was für ein Rechtsverständnis. Jemand will sich an meinem (noch lebendigen) Körper vergreifen und darf das ohne meine ausdrückliche Zustimmung tun.
      Passiert dasselbe im Schlafzimmer, dreht ihr alle am Rad.

      Es wäre schön, wenn man Menschen nicht aufzwingen würde, mit welchen Themen sie sich zu befassen haben.

      Organspende ist ein wichtiges Thema - die Überbevölkerung aber auch. Nicht zu spenden ist moralisch nicht verwerflicher als es zu tun. Alles eine Frage des Blickwinkels.
    • Frances Ryder 06.08.2019 07:41
      Highlight Highlight Bin ich dagegen. Dein Körper gehört dir, auch nach dem Tod. Man sollte sich dieses Recht nicht zuerst hollen müssen, indem man sich irgendwo anmeldet. Vielleicht ist das zu viel Idealismus, aber die Menschen haben über Jahrhunderte für die Grundrechte, die wir heute haben gekämpft, allen voran die physische Integrität und mir gefällt der Gedanke nicht einen Teil davon wieder abzugeben.

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