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Sportchef Marco Streller, Trainer Marcel Koller und der neue CEO Roland Heri, von links, an einer Medienkonferenz des FC Basel anaesslich des Abschlusses der Hinrunde der Super League, am Mittwoch, 19. Dezember 2019, im Medien Center des St. Jakob Park Stadion in Basel. (KEYSTONE/Patrick Straub)

Ziehen eine positive Bilanz: Roland Heri, Marcel Koller und Marco Streller (von rechts nach links) Bild: KEYSTONE

«Keine Baustellen» – der FCB spielt heile Welt

Analyse zur optimistischen Hinrunden-Bilanz von FCB-Sportchef Marco Streller und FCB-Trainer Marcel Koller

jakob weber / ch media



Schon der Auftritt der drei Herren macht deutlich, in welche Richtung diese offizielle Hinrunden-Bilanz gehen soll. Mit einem synchronen Lächeln betreten FCB-CEO Roland Heri, Trainer Marcel Koller und Sportchef Marco Streller das Podium im Medienzentrum des St. Jakob-Parks. Die Beförderung von Roland Heri vom COO, dem Leiter des operativen Geschäfts, zum CEO, also zum Geschäftsführer, wurde vom FCB gezielt nur wenige Minuten vorher kommuniziert.

«Es war immer klar, dass wir in dieser Konstellation weitermachen»

Marco Streller.

Dabei ändert sich grundsätzlich nichts. Marco Streller wird sich – auf gleicher Stufe wie der CEO – um den Bereich Sport kümmern. Roland Heri wird auch als CEO das Geschäft leiten und zumindest bis zur nächsten GV nicht im Verwaltungsrat sitzen. Dafür müsste er sich erst zur Wahl stellen.

Sportchef Marco Streller, Trainer Marcel Koller und der neue CEO Roland Heri, von links, an einer Medienkonferenz des FC Basel anaesslich des Abschlusses der Hinrunde der Super League, am Mittwoch, 19. Dezember 2019, im Medien Center des St. Jakob Park Stadion in Basel. (KEYSTONE/Patrick Straub)

Auch Marcel Koller zeigt sich demonstrativ gut gelaunt. Bild: KEYSTONE

Nachdem sowohl Sportchef als auch Trainer dem neuen CEO artig zur Beförderung gratuliert haben, betonen alle drei in ihren Begrüssungsworten, wie froh sie sind, gemeinsam hier zu sitzen. Als Marcel Koller sein Statement mit «auch ich freue mich, hier zu sitzen und gemeinsam die Rückrunde in Angriff zu nehmen», beginnt, müssen alle drei selber lachen. Zwar sagt Marco Streller auf Nachfrage, es habe nie einen anderen Plan gegeben, und legt sogar nach: «Es war immer klar, dass wir in dieser Konstellation weitermachen», doch tatsächlich ist das wohl nur die halbe Wahrheit. Denn wenn sich Spieler bei einem über den Trainer beklagen, wird sich auch Daueroptimist Marco Streller gefragt haben, ob Marcel Koller noch der Richtige ist.

«Es muss auch in Zukunft mehr miteinander gesprochen werden.»

Marcel Koller

Natürlich gibt es aus Sicht der Vereinsführung gute Gründe, am Trainer festzuhalten. Zum einen hätte eine Entlassung Kollers, der noch einen Vertrag bis 2020 hat, den FCB einiges gekostet. Zum anderen wäre es eine rotblaue Bankrotterklärung gewesen, wenn Streller seine «letzte Patrone» in den Wind geschossen hätte. Auch der Sportchef wäre dann nur noch schwer tragbar gewesen, und bessere Alternativen sind ebenfalls rar.

Alles beim Alten beim FCB und trotzdem bald alles gut?

Jetzt geht es also vorerst mit der gleichen Besetzung weiter. Die FCB-Führungsriege ist überzeugt, dass die Gespräche der letzten Wochen reichen, um den FCB 2019 wieder in ruhigeres Fahrwasser zu lenken. Differenzen zwischen Sportchef und Trainer? Zitat Marco Streller: «Wir haben unsere Rollen definitiv gefunden.» Differenzen zwischen Mannschaft und Trainer? Zitat Marcel Koller: «Es geht nur gemeinsam. Dafür waren die Gespräche wichtig.» Der Trainer zieht nur einen einzigen Schluss aus der Spielerrevolte: «Es muss auch in Zukunft mehr miteinander gesprochen werden.»

Sportchef Marco Streller und Trainer Marcel Koller, von links, an einer Medienkonferenz des FC Basel anaesslich des Abschlusses der Hinrunde der Super League, am Mittwoch, 19. Dezember 2019, im Medien Center des St. Jakob Park Stadion in Basel. (KEYSTONE/Patrick Straub)

Marco Streller und Marcel Koller ziehen trotz der schlechtesten Hinrunde seit der Einführung der Super League vor 16 Jahren eine positive Bilanz. Bild: KEYSTONE

«Der Erfolg ist noch nicht da, doch wir gehen diesen Weg weiter»

Marco Streller

Baustellen hat Marcel Koller nach eigener Aussage keine: «Seit ich hier bin, haben wir uns weiterentwickelt, und ich bin sicher, dass dieser Fortschritt noch weiter gehen wird.» Zur Erinnerung: Vor einem Jahr betrug der Rückstand auf YB nur zwei Punkte und der FCB überwinterte in der Champions League. Bei jetzt 19 Punkten Rückstand und der schlechtesten Hinrunde seit der Einführung der Super League im Jahr 2003 wirkt ein solcher Optimismus dann schon etwas sehr blauäugig.

Kann der FC Basel auch mit neuem Konzept Titel holen?

Marcel Koller und Marco Streller begründen ihre Zuversicht. «Wir haben von unserem neuen Konzept viel umgesetzt. Der Erfolg ist noch nicht da, doch wir gehen diesen Weg weiter», sagt der Sportchef. Er strahlt, wenn er davon erzählt, wie Eray Cömert in der Hinrunde verantwortungsbewusst den Abwehrchef gab, wie Albian Ajeti mit 21 Jahren im Sommer Torschützenkönig wurde und mit Noah Okafor und Yves Kaiser zwei noch jüngere Eigengewächse ins Team integriert wurden. «Ich sehe bei vielen eine positive Entwicklung. Was fehlt, ist ein Titel», so Streller weiter.

Berns Loris Benito, hinten, im Kampf um den Ball gegen Basels Eray Coemert, rechts, im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel 1893 und dem BSC Young Boys im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Sonntag, 2. Dezember 2018. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Eray Cömert lässt sich auch von «Schwinger» Loris Benito nicht stoppen. Bild: KEYSTONE

Die Mannschaft sei besser als ihr Punktekonto und mit den wiedergenesenen Spielern, und je nach Marktsituation auch dem ein oder anderen Neuzugang gehe der FCB voll motiviert ins Jahr 2019. Als Fan kann man nur hoffen, dass alles so kommt, wie es sich die Verantwortlichen beim FC Basel vorstellen und es der FCB schafft, wieder eine «Euphorie zu entfachen». Doch irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass diese heile FCB-Welt auch 2019 schnell wieder in sich zusammenfällt.

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    Alle Leser-Kommentare
  • feuseltier 20.12.2018 22:32
    Highlight Highlight Man hätte nie stocker und frei zurückholen müssen.. Zu verletzungsanfällig und konnten so nie ihr wirkliches Potenzial von dazumal abrufen. . Und die Strategie wurde von Anfang an klar kommuniziert. Platz 2 haben sie ja. Also entweder ist die Liga so schlecht oder der FC noch immer stark genug für Titel zu holen
  • RescueHammer 20.12.2018 20:37
    Highlight Highlight Ein leuchtendes Beispiel wie aus einem erfolgreichen Fussballclub in kurzer Zeit ein bestenfalls mitellmässiger wird. Unglaublich!
    • wasps 20.12.2018 21:50
      Highlight Highlight Ähh, der FCB überwintert in der Tabelle auf auf Platz 2.
    • JoeyOnewood 20.12.2018 23:53
      Highlight Highlight freu dich mal nicht zu früh RescueHammer. Basel ist und bleibt die Nummer eins in der Schweiz. Da können 2 Saisons problemlos mal in die Hosen gehen.
    • Knety 21.12.2018 00:54
      Highlight Highlight GC ist das bessere Beispiel dafür. Ich denke der FCB wird nächste Saison wieder um den Titel spielen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • fisk 20.12.2018 20:16
    Highlight Highlight Schönrederei? Was wollt ihr hören? Wie "knapp" der Riesenknall noch abgewendet wurde? Dass sich Koller auf dünnem Eis bewegt? Dass man 20 Mio in Transfers investiert, um YB unbedingt diese Saison noch abzufangen? Dass man nun nach Bekanntgabe der Zusammenarbeit mit Bayern gegen zu negative Zeitungsartikel Klagen einreicht?

    Mal ehrlich, das war einfach eine stinknormale PK zum Jahresabschluss, in der man versuchte, in den quasi stürmischen Zeiten Einigkeit zu demonstrieren.
  • Jol Bear 20.12.2018 19:48
    Highlight Highlight Mit einem Happyend aus der "Krise", und das kurz vor Weihnachten, so soll es sein. Die aktuelle Situation, inkl. Tabelle, ist die logische Folge der Neuausrichtung unter der neuen Führung. Was sie jetzt verkündet haben, ist lediglich konsequent. Mehr "Basler-Gene", mehr Junge, dank vollen Kassen den einen oder andern wirklich starken Spieler dazuverpflichten, i.d.R. wird das in der Liga locker für Plätze 1 bis 3 reichen. Im Moment hat YB dazwischen gefunkt, doch das ist in Kauf zu nehmen. Eine Strategie festlegen und dann diesen Weg gehen, ist eigentlich nichts anderes als richtig.
  • DocShi 20.12.2018 19:36
    Highlight Highlight Ich hätte auch gerne von diesen "blauäugigignorierProblemeaber macht happy-Drogen".
  • #Technium# 20.12.2018 18:31
    Highlight Highlight Kann diese Schönrederei von Streller nicht mehr hören. Er hat keine Ahnung als Sportmanager und sollte längstens weg. Aber lieber die Sache aussitzen. Wie Politiker.
  • ujay 20.12.2018 17:21
    Highlight Highlight Ach Watson, Blick und 20min, dumm gelaufen😂😂😂😂😂😂
  • Max Müsterlein 20.12.2018 16:51
    Highlight Highlight Dangge Basel. Somit sind die wichtigsten Personalien von YB geklärt.
  • JoeyOnewood 20.12.2018 16:45
    Highlight Highlight Ich bin zuversichtlich: Marce Koller kriegt nun in der Winterpause Zeit, Korrekturen anzubringen und Automatismen einzuüben, allenfalls auch konditionell nachzulegen. Diese Vorbereitung wird das Vertrauen zwischen Spieler und Trainer stärken. Meister werden wir sowieso nicht mehr, also befreit aufspielen, guten Fussball zeigen und sich weiterentwickeln. Zur Saison 19/20 sind wir wieder da wo wir hingehören. Wir haben auch das FCZ-Intermezzo überlebt.
  • Raembe 20.12.2018 16:23
    Highlight Highlight Warten wir mal die ersten 5 Spiele der Rückrunde ab...

  • MitchMossad 20.12.2018 16:16
    Highlight Highlight Das werden magere Jahre für den fcb. Uns in Bern freuts..😎
    • William F. Buckley Jr. 21.12.2018 00:20
      Highlight Highlight Wir in Bern sollten immer schön demütig bleiben und uns ab unserem Erfolg freuen, nicht ab Basels momentanem Misserfolg. Das kann sich alles schnell wieder drehen gäu! Und unsympathisch machen uns solche Sprüche auch noch!
  • Linus Luchs 20.12.2018 16:02
    Highlight Highlight «Der Erfolg ist noch nicht da, doch wir gehen diesen Weg weiter.»
    Klar, Herr Streller, nur nicht zweifeln, es kann nichts passieren. Das sagte auch der Kapitän der Titanic. Oder der Verwaltungsrat der Swissair.
    • Quasi Modo 20.12.2018 19:23
      Highlight Highlight Heute stehen wir an der Klippe. Morgen drehen wir uns um und machen einen Schritt rückwärts.

      Wird schon gut gehen.
  • SoullessStone 20.12.2018 15:58
    Highlight Highlight Wenn man sich diese Schönrederei anhört: Es scheinen goldene Zeiten vor dem Rest der Liga zu liegen...
    • Herr Ole 20.12.2018 17:11
      Highlight Highlight Der Rest der Liga hat doch bisher immer von der Stärke des FCB profitiert, da der auch international was reissen konnte. Die einzigen, denen die Situation jetzt nützt, sind YB. Die Hälfte der Liga muss sich eher darauf konzentrieren, nicht abzusteigen.
    • Matterhorn 20.12.2018 18:35
      Highlight Highlight Klar, man begnügt sich mit Platz 2 in der Liga! Problem ist nur: wie sag Ichs denn den Fans? Die fühlen sich, so wie ich, verarscht...
    • fisk 20.12.2018 20:19
      Highlight Highlight Ich fühl mich nicht verarscht.
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