DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Die Forschenden haben Einschlüsse im Zahnstein von Neandertalern per DNA-Analyse untersucht.
Die Forschenden haben Einschlüsse im Zahnstein von Neandertalern per DNA-Analyse untersucht.Bild: AP

Wer hätte das gedacht: Bereits die Neandertaler kannten die Wirkung von Aspirin

10.03.2017, 08:4610.03.2017, 10:15

Ein internationales Forscherteam mit Schweizer Beteiligung hat DNA-Analysen am Zahnstein von fossilen Neandertaler-Gebissen durchgeführt. Neben regionaltypischen Ernährungsweisen fanden die Forscher bei einem Individuum auch Hinweise auf Selbstmedikation.

Besonders überraschend waren die Ergebnisse über eines der Neandertaler aus der El-Sidron-Höhle. Seinem Gebiss war anzusehen, dass er an einem dentalen Abszess gelitten hatte. Ausserdem litt er offenbar an einem Magenparasiten, der heftigen Durchfall verursachte, wie die DNA-Analysen zeigten.

Pappel statt Aspirin

Erstaunlicherweise behandelte er sich dagegen offenbar selbst: «Er hat Pappel gegessen, die das Schmerzmittel Acetylsalicylsäure (den Wirkstoff in Aspirin) enthält», erklärte die Forscherin Laura Weyrich gemäss einer Mitteilung ihrer Hochschule. Ausserdem entdeckten sie und ihre Kollegen bei ihm den Schimmelpilz Penicillium, der Penicillin erzeugt. Die anderen Neandertaler zeigten keine Spuren davon.

«Offenbar hatten Neandertaler gute Kenntnisse über Heilpflanzen und ihre verschiedenen entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften», so Weyrich weiter. «Der Gebrauch von Antibiotika wäre sehr überraschend, da das über 40'000 Jahre vor der Entdeckung von Penicillin war.» Die Ergebnisse der Studie stünden jedenfalls in starkem Kontrast zum verbreiteten Bild vom primitiven Neandertaler. 

Die untersuchten Gebisse stammten von vier Individuen aus der Höhle von Spy in Belgien und der El-Sidron-Höhle in Spanien und sind zwischen 42'000 und 50'000 Jahre alt. (whr/sda)

115 Jahre Aspirin

1 / 15
115 Jahre Aspirin
quelle: ap / karsten thielker
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Gesundheit und Ernährung

Alle Storys anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

5 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
lilie ❤ Bambusbjörn
10.03.2017 09:14registriert Juli 2016
Sehr interessant, aber auch nicht besonders überraschend: Selbst Tiere kennen die Wirkung heilender Pflanzen und wenden sie nach Bedarf an.

Aber bitte korrigieren, da leider oft falsch erklärt: Acetylsalicylsäure (ASS), der Wirkstoff in Aspirin, ist synthetisch und kommt NICHT in der Natur vor. In der Weide und der Pappel hat es Salicin, das im Körper zu Salicylsäure umgesetzt wird - Verwandte von ASS, aber eben nicht identische Substanzen.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Acetylsalicyls%C3%A4ure (unter Geschichte nachzulesen)
250
Melden
Zum Kommentar
5
Wer unterschätzt die Bedrohung durch den Klimawandel? Diese Studie zeigt Erschreckendes

Eine Online-Umfrage hat Menschen allen Alters in sechs europäischen Ländern zum Thema Klimawandel befragt. Die Initianten wollen unter anderem herausfinden, wie der Wissensstand zum Thema Klimaerwärmung ist, wie sehr der Wissenschaft in diesen Belangen vertraut wird und wie besorgt die Befragten um die Folgen des Klimawandels sind.

Zur Story