Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
YB Cheftrainer Gerry Seoane, speaks with his players during a friendly soccer match of the international Uhrencup tournament between Switzerland's BSC Young Boys and England's Wolverhampton Wanderers F.C. at the Stadion Neufeld in Bern, Switzerland, Saturday, July 14, 2018. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Wie schlagen sich die Young Boys als Gejagte? Bild: KEYSTONE

Zum ersten Mal seit über 30 Jahren ist YB wieder Gejagter statt Jäger

Die Young Boys nehmen für die Super League 2018/19 eine Rolle ein, die sie seit einer Generation nicht mehr kennen. Der Titelverteidiger startet als Gejagter.



1986/87, als YB letztmals als Meister in eine neue Saison gestartet war, resultierte am Ende nach 30 Spielen unter 16 Teams der 10. Rang. Wie haben sich die Zeiten geändert. YB ist längst dem Mittelmass entflohen. Seit 2008 gehörten die Berner mit einer Ausnahme (2013/7. Platz) stets zu den Top 3 der Super League, sieben Mal sogar zu den Top 2.

Dass YB im Frühling 2019 diese gleich schlechte Platzierung wie nach der letzten Nach-Meister-Saison stehen hat (und damit absteigen würde), kann so gut wie ausgeschlossen werden. Denn die Ambitionen nach dem ersten Meistertitel seit 32 Jahren sind ganz andere. «Wir können nach der letzten Saison nicht sagen, wir wollen Zweiter oder Dritter werden», sagte Gerardo Seoane, der Nachfolger des zum deutschen Cupsieger Eintracht Frankfurt weitergezogenen Meistertrainers Adi Hütter. «Wir sind maximal ambitioniert.»

So feierte YB den ersten Meistertitel seit 32 Jahren

Die Young Boys starten mit dem (bislang geltenden) Vorteil zur Aufgabe Titelverteidigung, keine einschneidenden personellen Veränderungen erfahren zu haben. Die Stammkräfte haben allesamt weiterlaufende Verträge, der sich mit Fortdauer der Transferperiode bis Ende August erhitzende Markt könnte aber gleichwohl noch Wechsel ergeben.

Bislang hat YB sämtliche Angebote kategorisch abgelehnt – was aber nicht heissen soll, dass das bei finanziell unmoralischen Offerten so bleibt. 

Basels Verluste und Ambitionen

Mit dem Problem von wichtigen Abgängen sah sich dafür einmal mehr der FC Basel konfrontiert, er wurde aber immerhin grosszügig entschädigt. Für die in europäische Top-5-Ligen gewechselten Tomas Vaclik, Michael Lang und Mohamed Elyounoussi soll der abgelöste Dauermeister rund 30 Millionen Franken eingenommen haben. Das zur Verfügung stehende Geld allein löst die Schwierigkeit des Vereins aber nicht von selber. Die Ergebnisse auf dem Platz kann sich der FCB nicht kaufen.

«Ich spüre einen sehr grossen Rückhalt.»

Raphael Wicky, FCB-Trainer

Basels Verantwortungsträger wissen, dass sie die erfolgsverwöhnten Fans nach dem ersten titellosen Jahr seit 2009 wieder zufriedenstellen müssen. In erster Linie gilt das für Trainer Raphael Wicky. Der 41-jährige Walliser betonte aber, dass er den Druck nicht als grösser empfinde als im letzten Jahr. «Ich spüre einen sehr grossen Rückhalt.»

Die Frage wird sein, wie schnell Wicky den FCB auf Kurs Richtung Zielsetzungen bringen kann. Denn die Ansage an die Konkurrenz ist klar. «Der Titel muss zurück nach Basel», gab Sportchef Marco Streller vor. Und Präsident Bernhard Burgener sagte, er wolle den Meistertitel und nicht «es wäre schön, wenn wir ihn holen».

Als internationales Minimalziel gab Burgener die Europa League vor, «dazu wollen wir in den Cupfinal». Was also geschieht, wenn der Start in die Meisterschaft misslingt und wenn Basel in der Champions-League-Qualifikation an der ersten Hürde (PAOK Saloniki) strauchelt?

YB, Basel – und dann?

Hinter dem vermutlich unantastbaren Spitzenduo möchte sich in der zweiten Saison nach dem Wiederaufstieg der Cupsieger FC Zürich positionieren. «Ich will, dass wir diesen Abstand so schnell wie möglich verkleinern. Die beiden Grossen haben in den letzten Jahren sehr gut gearbeitet, aber wir müssen sie wieder härter bedrängen, ohne die Realität aus den Augen zu verlieren», sagte FCZ-Trainer Ludovic Magnin.

«Wir wollen keine grosse Klappe haben.»

Thorsten Fink, GC-Trainer

Auch die Grasshoppers streben nach einer missglückten letzten Saison nach Höherem. «Wir wollen keine grosse Klappe haben», so GC-Coach Thorsten Fink, «aber von Rang 9 aus ist eine Top-5-Klassierung machbar. Das Team hat diese Qualität. Unser mittelfristiges Ziel ist auch, vor dem FCZ zu stehen.»

Neben den Young Boys erhielten mit den Europacup-Teilnehmern Luzern (René Weiler für Seoane) und St. Gallen (Peter Zeidler) zwei weitere Klubs einen neuen Trainer. Für sie wäre die Wiederholung des 3. respektive des 5. Platzes als Erfolg zu werten. Gerade in St.Gallen mit 19 und in Sitten mit 20 Mutationen veränderten sich die Spielerkader massiv, eine Prognose gestaltet sich relativ schwierig.

Wie das Meisterrennen zeichnet sich auch der Kampf gegen den Abstieg einigermassen deutlich ab. Thun, das seit dem Wiederaufstieg vor acht Jahren nie schlechter als Siebter war, verstärkte sich gemäss seinen finanziellen Möglichkeiten. Gleiches lässt sich von Lugano sagen. Diese beiden Teams werden sich eher mit dem Ligaerhalt beschäftigen müssen als mit den Europacup-Plätzen.

Neuchatel Xamax FCS devoile les nouveaux maillots de la saison 2018-2019 en presence de l'equipe pour son retour en Super league, ce vendredi 6 juillet 2018 au stade de la Maladiere a Neuchatel. (KEYSTONE/Thomas Delley)

Was ist Aufsteiger Xamax in dieser Saison zuzutrauen? Bild: KEYSTONE

Nach dem Abstieg von Lausanne-Sport vertritt neben dem FC Sion auch Neuchâtel Xamax die Westschweiz wieder in der Super League. Nach dem Zwangsabstieg im Januar 2012 begann der dreifache Schweizer Meister in der 2. Liga interregional neu, nun ist er zurück in der höchsten Liga.

Unter Michel Decastel, dem dienstältesten Trainer der Liga, hat Xamax seit Oktober 2015 nie zweimal in Serie verloren. Deshalb sagte der weitgereiste Coach: «Es muss jedem bewusst sein, dass sich die Ausgangslage für uns ändert und dass es Niederlagen geben wird. Wir sind zwar ein Aussenseiter – aber ein guter!» (abu/sda)

Fussballer im Büro

abspielen

Video: watson/Angelina Graf

Tierische Störenfriede im Sport

Dieser Mann hat den FCB mit seinem indischen Partnerteam verkuppelt

Link zum Artikel

Das verlorene Wunderkind – Guillemenot will in St.Gallen endlich durchstarten

Link zum Artikel

Die schöne Geschichte, warum ManCity-Star Walker einem verletzten Aarau-Spieler schrieb

Link zum Artikel

So wird der FCB-Präsi (das B steht für Bollywood) in Basel ausgelacht

Link zum Artikel

Feuer im Dach beim Rekordmeister – haben die Grasshoppers den Ernst der Lage erkannt?

Link zum Artikel

GC-Trainer liess sich angeblich von den Eltern junger Talente schmieren

Link zum Artikel

Die Entlassung von Trainer Weiler ist erst der Anfang – da kommt noch mehr in Luzern

Link zum Artikel

Der Videobeweis kommt auch in der Super League – die Frage ist nur wann und wie

Link zum Artikel

So viele Schweizer Klubs hätte Liverpool statt Shaqiri kaufen können

Link zum Artikel

Mit diesem Trio tauscht das SRF seine Fussball-Experten Sermeter und Eggimann aus

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Fazit nach Frauenstreik: Hunderttausende Menschen protestierten für Gleichstellung

Link zum Artikel

«Er hat nicht unrecht» – das sagt Christoph Blocher zu SVP-Glarners Handy-Terror

Link zum Artikel

Du willst dein Handy sicherer machen? Dann solltest du diese 10 Regeln kennen

Link zum Artikel

FCB-Sportchef Streller tritt mit emotionalem SMS zurück: «Es bricht mir s’Herz»

Link zum Artikel

Trump hat sich im Persischen Golf verzockt

Link zum Artikel

5 Action-Heldinnen, die die Filmwelt ordentlich gerockt haben

Link zum Artikel

Preisgeld-Vergleich: So viel mehr kassieren Männer im Sport als Frauen

Link zum Artikel

14 Gründe, warum die Frauen heute streiken

Link zum Artikel

«Das stimmt einfach nicht» – Martullo-Blocher wird in der «Arena» vorgeführt

Link zum Artikel

Nach Handy-Terror: Betroffene Mutter rechnet mit SVP-Glarner ab – und wie

Link zum Artikel

Trump setzte Kopfgeld auf unschuldige Schwarze aus – jetzt melden sie sich zu Wort

Link zum Artikel

9 spannende Geisterstädte und ihre Geschichten

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

12
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Jonas Schärer 21.07.2018 14:54
    Highlight Highlight Nur weil wir letztes Jahr den Titel geholt haben sind wir noch lange nicht per se Favorit in der neuen Saison.

    Das Loch,welches der FCB die letzten Jahre riss ist immer noch gross genug.
    YB tut gut daran, angesichts der offiziellen Statements muss man sich da keine Sorgen machen, dies etsprechend einzuschätzen.
    Da kann die Presse noch schreiben wie sie will...
  • CASSIO 21.07.2018 14:38
    Highlight Highlight YB ist noch immer Jäger, und der FCB ist noch immer der Gejagte, da ändert ein (1!!!!) Meistertitel nichts daran. Und genau so, aber auch mit dem Selbstvertrauen eines Meisters, wird Seoane auch in die Meisterschaft starten.
    • cgk 22.07.2018 15:15
      Highlight Highlight Ob der FCB nach der gestrigen Niederlage als Jäger gehandelt werden darf, ist mehr als fraglich 😬
  • Päsu 21.07.2018 13:09
    Highlight Highlight Ich bin Berner und auch YB Fan. Aber als Realist denke ich, wenn Basel wieder zu alter Stärke findet wird das nichts mit der Titelverteidigung.
    • Lamino 420 21.07.2018 13:49
      Highlight Highlight Und YBs Stärke blendest du aus?
  • Wasmeinschdenndu? 21.07.2018 12:57
    Highlight Highlight Wenn sich zwei streiten, freut sich ein Dritter. Den FCZ hat wohl niemand wirklich auf der Rechnung, aber Zürich hat ein wirklich starkes Kader und wird hoffentlich für die ganz grosse Überraschung sorgen ;)
    • Päsu 21.07.2018 13:58
      Highlight Highlight Nein. Dann doch lieber Basel.
    • Knety 21.07.2018 15:12
      Highlight Highlight Abstieg?
    • satyros 21.07.2018 15:17
      Highlight Highlight Zürich hatte glaub etwas über 30 Punkte Rückstand. Da braucht's dann doch einiges, um die Lücke zu schliessen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • salamandre 21.07.2018 10:35
    Highlight Highlight der Titel muss zurück nach Basel, sonst fliegt Wicky über Bord. Grössenwahn ist immer was tolles egal woher, für die "Kleinen" ganz speziell. Kreiert doch endlich diese Europäische Superliga,
    damit sich die Miliardäre untereinander messen können.
    • Fabio Haller 21.07.2018 13:58
      Highlight Highlight Schon mal was von der Champions League gehört?

YB macht im neuen Jahr dort weiter, wo es im alten aufgehört hat

YB startet mit einem glanzlosen Pflichtsieg gegen Xamax ins neue Jahr. Loris Benito und Nicolas Moumi Ngamaleu schiessen die Tore zum 2:0-Heimerfolg – der achte Sieg in Folge.

YB kommt bei Schlusslicht Xamax problemlos zum 17. Sieg der Saison. Der Titelverteidiger hat die Partie von Anfang an im Griff ist gegen ein überfordertes Xamax stets Herr der Lage. Nach einer einstudierten Eckball-Variante bringt Loris Benito die Berner in der 14. Minute früh auf Kurs. Es ist das erste Saisontor des Verteidigers, der YB im Sommer wohl verlassen wird.

Auch nach der Pause gelingt YB ein frühes Tor. Thorsten Schick, der den verletzten Kevin Mbabu vertrat, findet mit seiner Flanke …

Artikel lesen
Link zum Artikel