Schweiz

Trotz Lohnanstieg können sich Schweizer 2017 kaum mehr kaufen

Publiziert: 26.10.16, 15:28 Aktualisiert: 26.10.16, 15:40

Leere Taschen: Schweizerinnen und Schweizern bleibt wenig von den Lohnerhöhungen. Bild: KEYSTONE

In der Schweiz dürften die Löhne laut einer UBS-Umfrage im nächsten Jahr durchschnittlich um 0,6 Prozent steigen. Trotzdem können sich die Angestellten davon kaum mehr kaufen. Denn wegen steigender Preise bleibt von der Lohnerhöhung kaum etwas im Portemonnaie übrig.

Erstmals seit sechs Jahren dürften 2017 die Preise in der Schweiz wieder anziehen. Die UBS erwartet eine Inflation von 0,4 Prozent, wie sie am Mittwoch in einem Communiqué bekannt gab. Einerseits schwäche sich der Frankenschock ab, der Importgüter verbilligt habe, sagte UBS-Ökonomin Sibille Duss auf Anfrage. Andererseits dürfte die lange Talfahrt der Ölpreise vorbei sein.

Dies bedeute, dass teuerungsbereinigt (real) die Löhne im nächsten Jahr lediglich um 0,2 Prozent zulegen würden. Die Kaufkraft dürfte damit weniger steigen als in diesem Jahr.

Geringere Kaufkrafterhöhung

Zwar erwarten die 314 von der UBS befragen Unternehmen heuer lediglich eine Erhöhung der Nominallöhne von 0,5 Prozent. Dies wäre etwas weniger als nächstes Jahr.

«Wird jedoch die Teuerung einbezogen, zeigt sich ein anderes Bild», schreibt die Grossbank. Wegen des Ölpreiszerfalls und den Nachwehen des Frankenschocks dürften die Preise 2016 um 0,3 Prozent nachgeben. Damit ergebe sich teuerungsbereinigt eine Erhöhung der Reallöhne von 0,8 Prozent im Vergleich zu 0,2 Prozent im kommenden Jahr.

Damit findet die kräftige Erhöhung der Kaufkraft in den letzten Jahren ihr Ende. Seit 2008 hat die stets tiefer als erwartet ausgefallene Teuerung die Reallöhne jährlich um überdurchschnittlich hohe 1,2 Prozent steigen lassen.

Chemie- und Pharma an der Spitze

Am stärksten würden die Löhne 2017 in der florierenden Chemie- und Pharmaindustrie klettern, wo durchschnittlich ein Plus von 1 Prozent erwartet werde, hiess es. Auch die Arbeitnehmer im öffentlichen Sektor sowie von Dienstleistern für Unternehmen könnten sich über einen Aufschlag von 1 Prozent freuen.

In 14 von 22 Branchen werde die Lohnerhöhung ein halbes Prozent betragen. Dazu gehört auch die vom Frankenschock gebeutelte Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie. Sogar im Tourismus erhalten die Beschäftigten im nächsten Jahr mehr.

Dagegen schauen die Angestellten der unter Druck stehenden Medien und der Uhrenindustrie in die Röhre. Sie müssen 2017 ein weiteres Mal eine Nullrunde hinnehmen.

Real bedeute dies Lohneinbussen. Denn eine erwartete Teuerung von 0,4 Prozent werde die Kaufkraft der Löhne von Mitarbeitern der Uhren- und Medienbranche um 0,4 Prozent schwächen. Alle anderen Branchen können trotz leichter Teuerung mit steigenden Reallöhnen rechnen.

Dennoch sehen die Unternehmen nicht mehr so schwarz wie im vergangenen Jahr, als der Frankenschock die Stimmung massiv getrübt hatte. Über die Hälfte der befragten Unternehmen rechnet mit einem moderaten Wirtschaftsaufschwung im kommenden Jahr. 2015 war es nur knapp ein Viertel gewesen. (sda)

Geld, Banken, Weltwirtschaft

Trotz Lohnanstieg können sich Schweizer 2017 kaum mehr kaufen

Credit Suisse mit weiterem Gewinneinbruch – Aktie im Sinkflug

Europäische Zentralbank legt vorerst nicht nach – es bleibt bei null Prozent

«Bitcoins sind kein sinnvolles Geldsystem» – weil sie zuviel Strom verbrauchen

Wegen Irreführung mit Neugeld: Credit Suisse in den USA zu Millionenbusse verdonnert

Bauer, WWF und Kinderkrippe – was die Crash-Banker der Nuller-Jahre heute machen

Credit Suisse hat in diesem Jahr bereits 4800 Jobs gestrichen, 1200 weitere sollen noch folgen

Die CS soll sich in Italien auf 100 Mio Euro-Zahlung geeinigt haben

Will die UBS jetzt eigene Bitcoins prägen? Nein – aber die Bank hat eine clevere Idee

In Asien gibt es jeden dritten Tag einen neuen Milliardär

Ist das die Retourkutsche? Deutsche Bank zu 14-Milliarden-Busse verdonnert

Brexit könnte bei der UBS in London zu einem Aderlass von 1500 Arbeitsplätzen führen 

UBS will eigene digitale Münzen herausbringen

Die Chefs der Schweizer Grossbanken verkaufen ihre Aktien

Jetzt nehmen die USA den Goldhandel ins Visier – Schweizer Grossbanken sind am Rande betroffen

Finma-Chef hält noch schärfere Grossbanken-Regulierung für nötig

Sollte die Deutsche Bank untergehen, würde ich einen Notvorrat anlegen – aber so weit wird es wohl nicht kommen

Wall-Street-Banker wollen den CEO der Credit Suisse stürzen

«Worst Case Szenario»: Credit-Suisse-Aktie ist nicht mal halb so viel wert wie Anfang Jahr

US-Justiz an der Nase herumgeführt: Bank Vontobel lässt indischen Betrüger Millionen verstecken

Panama Papers: Und was hat das mit der Schweiz zu tun?

Warum gerade Panama? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Mega-Datenleck

EZB-Chef Draghi dämpft Zinsfantasien: Euro im Höhenflug – Franken wird schwächer

Das verdienen die Chefs der Kantonal- und Regionalbanken 

EZB senkt Leitzins erstmals auf null Prozent: Franken geht nicht durch die Decke

Hacker dringen in das internationale Zahlungssystem Swift ein

Das sind die wirtschaftlichen Brandherde Europas

Schwarzgeld: 40'000 Schweizer zeigen sich selbst an – das bringt dem Staat rund 2 Milliarden

Steuer-CD: Deutschland gibt verdächtige Schweizer Kontodaten an 27 Länder weiter

Von wegen «Finanzkrise»: Seit 2007 haben Grossbank-Aktionäre 1,7 BILLIONEN eingestrichen

Offshore-Insider Elmer zu Gast bei Schawinski: 7 Erkenntnisse aus der gestrigen Panama-Talkshow

«Geldwäscherei ist kein Kavaliersdelikt»: FINMA kontaktiert Banken wegen Offshore-Firmen

Coop, Migros, SIX und Swisscom: Gibt es bald eine einheitliche Lösung im digitalen Zahlungsverkehr? 

Die Verkehrsampeln der Weltwirtschaft wechseln die Farben – und das Chaos an den Märkten ist vorprogrammiert

Fünf Gründe, warum der Franken momentan schwächelt und was das für die Wirtschaft bedeutet (Gutes!)

Es ist nicht China, Dummkopf, es ist die Fed!

Die Frage wird immer dringlicher: Wie unabhängig dürfen die Zentralbanken noch sein?

Der neue Weg aus der Krise: «Helikopter-Geld»

Warum der chinesische Börsen-Crash weltweit Angst und Schrecken auslöst – und wie die US-Notenbank eine Panik verhindern kann

Übernehmen bei der CS die Scheichs aus Katar und Saudi-Arabien das Zepter?

Der Kampf der Titanen: Die beiden wichtigsten Banken der Welt wollen eine gegensätzliche Geldpolitik

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die catson-App!

Die flauschigste App der Welt! 10 von 10 Katzen empfehlen sie ihren Menschen weiter.
3 Kommentare anzeigen
3
Logge dich ein, um an der Diskussion teilzunehmen
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • AlteSchachtel 26.10.2016 19:28
    Highlight Die Löhne steigen.... "von der UBS befragte Unternehmen, 14 von 22 Branchen..."
    Ich wette fast darauf, dass diejenigen, die es am nötigsten hätten, mit den üblichen Ausreden auf spätere Jahre vertröstet werden. Derweil verteuern sich die KK-Prämien für Familien und so weiter.
    Schönwetter-Meldung aus der Wirtschaft, jetzt warte eigentlich nur noch auf die Schlagzeile, dass der Durchschnittslohn der Schweizer 7500 Stutz beträgt....
    2 0 Melden
    600
  • DerTweety 26.10.2016 16:36
    Highlight "Ist ja auch (fast) alles TEURER geworden ...!!!"
    (Oder empfinde dies nur ich so....??)
    10 2 Melden
    • Lami23 26.10.2016 18:19
      Highlight Kommt mir nicht so vor..
      4 8 Melden
    600

«Wäre es wichtig, dass ich heute erscheine? Haben wir viel zu tun?» – Dank Facebook ist das der beliebteste Lehrling der Schweiz

Die Chefs der Zürcher Werbeagentur FS Parker feiern ihren Lehrling Cyril. Der Grund: Er hat seine Abschlussprüfung bestanden. Und die Facebook-Gemeinde feiert mit, allerdings aus einem anderen Grund: Nämlich weil Cyril in Sachen Ausreden der wohl kreativste Lehrling der Schweiz ist.

Über diese Tatsache sind inzwischen alle informiert, weil das Unternehmen zusammen mit der Gratulation eine Sammlung von SMS gepostet hat, die allesamt von Cyril stammen. Daraus geht klar hervor, dass …

Artikel lesen