Schweiz
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Im stationären Handel kämpft die Migros gegen Umsatzschwund.
Bild: KEYSTONE

Migros stagniert in den Läden, wächst online – und denkt über Verkaufsroboter nach

10.04.16, 11:46


Auch die Migros sieht ihre grössten Herausforderungen im Bereich der Digitalisierung. Dennoch will sie mit dem Handel im Internet zulegen und ihr eigenes Online-Warenhaus bald für andere Händler öffnen.

Dies sagt Migros-Chef Herbert Bolliger im Interview mit der «Schweiz am Sonntag». Er will mit dem Online-Warenhaus Galaxus «in weitere Märkte vordringen», es zudem «dritten Händlern zugänglich machen» und damit das Angebot vergrössern. Migros hält seit April 2015 die Mehrheit an Galaxus.

Bolliger glaubt ans Wachstum im Internet. In den Läden, dem sogenannten stationären Handel, hingegen kämpft Migros gegen Umsatzschwund. «Das Non-Food-Geschäft hat sich praktisch über Nacht zu einem signifikanten Teil ins Internet verlagert», sagte Bolliger.

Verkaufsroboter als nächster Schritt?

Resultat davon ist, dass die meisten Non-Food Händler nicht mehr über Expansion wachsen. Das spiegle sich in den Innenstädten, wo es selbst an Toplagen, wie der Bahnhofstrasse in Zürich, schwierig geworden sei, Mieter zu finden.

Die Migros setzt darüber hinaus auf personalisierte Angebote. Seit Jahres sammelt sie Daten ihrer Kunden über die Kundenkarte Cumulus und zusehends auch im Online-Geschäft. Weil die Migros ihre Kunden kenne, könne sie ihnen gezielt das anbieten, was sie interessiere, so Bolliger. Aber: «Wir werden die Preise nicht personalisieren», versprach er weiter.

Ähnlich wie Nestlé in seinen japanischen Nespresso-Filialen Roboter einsetzt, kann sich Bolliger auch für die Migros vorstellen, mit Verkaufsrobotern zu arbeiten. «Die Frage ist, ob es wirtschaftlich machbar ist», schränkt er ein. «Prüfenswert» seien verkaufsunterstützende Roboter.

Trotz zunehmender Computerisierung, etwa im Bereich der Kassen mit Self-Scanning, hat die Migros im vergangenen Jahr jedoch ihren Personalbestand insgesamt leicht gesteigert und erstmals die Marke von 100'000 Mitarbeitenden geknackt. Auch für dieses Jahr prognostiziert Bolliger eine stabile oder leicht steigende Zahl der Stellen. (viw/sda)

Passend dazu: Das Leben von Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Daniel_a 11.04.2016 08:38
    Highlight "Wir werden die Preise nicht personalisieren."

    Gibt es etwa einen Trend zur Personalisierung von Preisen? Irgendwie beunruhigend...
    5 0 Melden
  • Schneider Alex 11.04.2016 06:05
    Highlight
    Migros und Coop: Von Jägern zu Gejagten! (1)

    So wie Migros und Coop vor Jahrzehnten der Schreck der unabhängigen Detailhändler waren, so sind Aldi und Lidl heute die harten Konkurrenten der beiden Kolosse. Ihre Discountpreise sind zum grössten Teil auf ihr Logistik-, Laden- und Sortimentskonzepts zurückzuführen.
    5 0 Melden
    • Homes8 11.04.2016 18:41
      Highlight Immer billiger dank Waren aus China. Mittlerweile sollen ja schon die Brötchen mit dem Container aus China kommen. Frisch gebacken!
      1 0 Melden
  • Schneider Alex 11.04.2016 06:05
    Highlight
    Migros und Coop: Von Jägern zu Gejagten!(2)

    Ihre diesbezügliche Strategie ist effizient und klar auf die Hauptbedürfnisse der Kunden ausgerichtet. Migros und Coop haben sich im Lauf der Zeit einen grossen Rucksack an Fixkosten aufgeladen. Die vielen Gross-Einkaufszentren mit ihrer tiefen Flächenproduktivität und das riesige Sortiment mit den hohen Bewirtschaftungskosten sind heute ein Klotz am Bein der beiden Grossverteiler.
    2 1 Melden
  • Dan Ka 10.04.2016 18:30
    Highlight Verkaufsroboter... Ich glaube das bedingungslose Grundeinkommen wird früher nötig als erwartet...
    20 1 Melden
    • Stefan von Siegenthal 10.04.2016 21:32
      Highlight Das ist so. Jedoch können sich die meisten Menschen dies noch nicht vorstellen und drum wird die Abstimmung negativ ausfallen. Es wird auch hier erst eine Arbeitslosenquote von 10% brauchen, bis die Leute die Entwicklung nachvollziehen können. Grundsätzlich muss sich die Schweiz akademisch, wie auch bei den Innovationen mehr weiter entwickeln. Aber dass aus Kassiererinnen, Taxifahrer und KV Leute bald mal alle Software Entwickler werden ist logischerweise sehr unwahrscheinlich und für diese Entwicklung braucht es definitiv eine soziale Lösung, denn die Zeiten der Selbstversorging sind vorbei.
      10 0 Melden
  • Evan 10.04.2016 13:39
    Highlight Das einzige was de Migros endlich braucht sind Maschinen, an denen man auch mit Bargeld bezahlen kann. So wie bei Coop.
    27 11 Melden
    • blueberry muffin 10.04.2016 16:36
      Highlight Bargeld ist so letztes Jahrhundert.
      8 25 Melden
    • Hoppla! 10.04.2016 22:24
      Highlight Das wäre etwa so wie ein Smartphone das auch faxe senden und empfangen kann... ;-)
      5 2 Melden
    • Evan 11.04.2016 14:09
      Highlight So lange die Schweiz Bargeld nicht abschafft, sollten auch Migros automatische Kassen Bargeld akzeptieren. So einfach ist das, liebe Leute. Auch wenn Bargeld "vom letzten Jahrhundert" ist, hat es sich bewährt.
      1 0 Melden
    • Homes8 12.04.2016 08:05
      Highlight @ Hoppla!
      Nein, das ist eher wie Notizzettel und Bleistifft. Man muss sich nicht überall vom Strom abhängig machen.
      0 0 Melden

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