Wirtschaft

Nur gerade 260 Stück des Model 3 gebaut: Tesla enttäuscht Anleger massiv

02.11.17, 06:27 02.11.17, 07:52

Der Elektroautobauer Tesla ist im dritten Quartal stärker als erwartet in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich fiel ein Verlust in Höhe von 619 Millionen Dollar an, wie der Konzern von Tech-Milliardär Elon Musk am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte.

Es war der höchste Fehlbetrag, den Tesla bisher in einem Quartal verkraften musste. Im Vorjahreszeitraum hatte die Firma 22 Millionen Dollar verdient. Anleger reagierten enttäuscht, die Aktie fiel nachbörslich zunächst um drei Prozent.

Produktion läuft äusserst schleppend an: Teslas Model 3. Bild: EPA/TESLA MOTORS

Der Umsatz kletterte um knapp 30 Prozent auf 3,0 Milliarden Dollar, das war mehr als von Analysten erwartet. Zu den Problemen bei der anlaufenden Massenfertigung von Teslas erstem Mittelklasse-E-Auto Model 3 hiess es im Brief an die Aktionäre, die Produktion sei in der Startphase eine Herausforderung, werde aber stetig erhöht.

Tesla investiert massiv, um zügig die Produktion seines ersten E-Autos für den Massenmarkt – das Model 3 – auszubauen. Doch trotz des finanziellen Kraftakts musste Musk eingestehen, dass seine Fertigungsziele nicht einzuhalten sind. Statt Ende des Jahres sollen nun erst spät im ersten Quartal 5000 Fahrzeuge pro Woche vom Band rollen.

Probleme dauern an

Mit lediglich 260 hergestellten Model 3 verfehlte das Unternehmen seine Ziele im dritten Quartal massiv. Im Brief an die Aktionäre hiess es, die Produktion sei in der Startphase eine Herausforderung, werde aber stetig erhöht. «Wir machen weiter Fortschritte, die anfänglichen Engpässe zu lösen». Es sei aber schwer, vorauszusagen, wie lange es dauern werde, die Probleme zu bewältigen, räumte Musk ein.

Anleger reagierten daher enttäuscht. Die hohen Erwartungen an das Model 3 hatten Tesla monatelang an der Börse beflügelt. Der Kurs ist seit Anfang des Jahres um über 50 Prozent gestiegen. Zwischenzeitlich hatte die Musk-Firma – trotz im direkten Vergleich winziger Produktionszahlen – sogar den Branchenriesen General Motors als wertvollsten US-Autokonzern am Markt abgelöst. (sda/dpa)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Sharkdiver 02.11.2017 11:05
    Highlight Meine Einschätzung war, nur Tesla selbst kann seine Zukunft zerstören, wenn sie frühzeitig das Model 3 versprechen und wie beim S ewige Rückstände haben werden. Denke die Klientel des Model 3 wird da weniger gedult haben und bei einer guten alternative abspringen. Sein Glück ist, dass es die noch nicht gibt
    2 1 Melden
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 02.11.2017 10:38
    Highlight Aha, endlich, ein gefundenes Fressen für alle, die schon immer wussten, dass Tesla zum scheitern verurteilt ist. Ich sage euch, erfreute euch an diesem Augenblick.
    0 3 Melden
  • Caturix 02.11.2017 10:07
    Highlight VW Zittert vor Angst wenn sie solche Zahlen sehen. Die verkaufen ja nur 850'000 Fahrzeuge aller ihrer Marken jeden Monat.
    Also Tesla sollte sich wircklich einen Partner suchen um ihr Model 3 zu fertigen das Auto würde so auch billiger werden und schneller auf den Markt kommen.
    4 2 Melden
  • Str ant (Darkling) 02.11.2017 09:17
    Highlight Die armen armen Börsianer nicht wahr
    0 0 Melden
  • EvilBetty 02.11.2017 07:49
    Highlight Wird die Autosparte von Tesla gelöst von allem an der Börse gehandelt? Falls nicht, sollte man Tesla nicht mit GM vegleichen. Die Autos werden wohl über kurz oder lang nur noch ein Nebenprodukt von Tesla sein.
    17 7 Melden
    • Triumvir 02.11.2017 09:04
      Highlight Genau. Tesla ist viel mehr als ein weiterer, schnöder Autokonzern. Tesla ist ein Konzern mit einer Zukunftsvision für eine bessere, innovativere Welt. Innovative Unternehmer wie Musk haben schon immer zur Stirnrunzeln bei alten Wirtschaftsdinosauriern geführt...am Ende haben sie aber diese Dinosaurier alle weit hinter sich gelassen...Ich erinnere an Steve...
      2 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 02.11.2017 07:42
    Highlight Musk beherrscht das Marketing wie kein anderer. Spuckt super grosse Töne und alle kaufen seine Aktien, diese steigen... und am Schluss steht er bei mickrigen 260 Autos.

    Aber eben, verkaufen muss dem niemand beibringen.
    33 15 Melden
    • walsi 02.11.2017 08:39
      Highlight Ich zitiere mal aus der Zeit: "Insgesamt lieferte Tesla im dritten Quartal 26.150 Autos aus – 4,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Darunter 14.065 Fahrzeuge des Model S und 11.865 Fahrzeuge des seit September 2015 erhältlichen E-SUV Model X."

      Bei den anderen Modellen läuft es also, es ist nur das Modell 3, dass zurzeit Probleme macht. Da es um eine neue Produktion geht ist es eher normal, dass es Schwierigkeit macht. Auch die anderen Autohersteller müssen solche Probleme bei neuen Modellen regelmässig in Kauf nehmen, nur liest man darüber nicht.
      30 7 Melden
    • EvilBetty 02.11.2017 08:41
      Highlight Bei Tesla gehts ja nicht nur um Autos ;)
      10 1 Melden
    • Posersalami 02.11.2017 08:48
      Highlight Tesla macht ja nicht mal Werbung.. Was kann Musk dafür, wenn die Leute ihm die Bude einrennen? Das zeigt doch auch, wie die Leute die Konkurrenz von Tesla sehen und sollte dort zu denken geben.
      22 3 Melden
    • Commander 03.11.2017 15:32
      Highlight Da haben Sie wohl recht. Und den Wahnsinn an den Börsen, dass dieses Unternehmen zeitweise höher als General Motors bewertet wurde, sieht man, wenn man ins Verhältnis setzt, wie viele Fahrzeuge hergestellt wurden. Und da hat GM sozusagen am 3. Januar schon mehr produziert als Tesla in einem Jahr.
      1 0 Melden

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