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Elon Musk, Chef von Tesla Motors, bei der Präsentation des Model X.
Elon Musk, Chef von Tesla Motors, bei der Präsentation des Model X.
Bild: AP/AP

Basler Polizei kauft Teslas für 980'000 Franken – und so reagiert Elon Musk

Elon Musk freut sich öffentlich darüber, dass die Basler Polizei sich für seine E-Autos entschieden hat. Und garantiert, die «Bad Guys» könnten nun nicht mehr entkommen.
22.03.2018, 14:57
Nicolas Drechsler / bz Basel

Elon Musk ist ein beschäftigter Mann. Der 20-fache Milliardär schiesst seine Elektro-Autos der Marke Tesla in die Erd-Umlaufbahn, will zum Mars reisen, die Autoindustrie revolutionieren, Energieprobleme lösen und hat gerade ein Medienunternehmen gegründet. Dazwischen findet er aber auch noch Zeit, die Basler Polizei und die Schweiz zu loben, weil man in Basel Tesla-Autos als neue Polizeiwagen beschaffen will. Schlau sei das:

Dass Musk sich freut, ein paar Autos in die Schweiz zu verkaufen, ist ja logisch. Aber auch schön, wenn einer der grossen Trendsetter der Welt Basel bescheinigt, Stil zu haben. 

Weniger euphorisch sind einige andere Reaktion von Musks über 20 Millionen Followern auf Twitter. Die fragen nach, ob denn die Bösen Buben in der Schweiz sich nicht auch Teslas kaufen würden. Und ob Schweizer Polizisten auf Verfolgungsjagden Käse knabbern würden und mit Sackmessern bewaffnet seien. 

Bleibt die bange Frage, ob Tesla für einmal rechtzeitig liefern kann? Musk Firma ist berüchtigt dafür, Liefertermine nicht einzuhalten.

Teslas statt Diesel-Pikettkombis

Die Basler Polizei betankt ihre Alarmpikett-Autos künftig an der Steckdose: Sieben Tesla-Kombis (Modell X-100D) sollen die heutigen Diesel-Kombis ersetzen. Die Elektroautos seien unter dem Strich ökonomisch und ökologisch die bessere Wahl.

Zwar koste ein Tesla X samt polizeilichem Ausbau im Ankauf mit rund 140'000 Franken pro Stück fast 50'000 Franken mehr als ein vergleichbares Dieselauto mit Ausbau. Aber bei den gesamten Betriebs- und Unterhaltskosten sei es günstiger. «Deutlich höher» sei zudem der Wiederverkaufswert; Stauraum und Nutzlast seien gross.

Das ausgewählte Modell hat laut Mitteilung «mindestens 500 Kilometer» Reichweite pro Stromladung. Im Schnitt legten die Alarmpikettfahrzeuge 200 Kilometer im Tag zurück - Basel-Stadt ist als Stadtkanton mit nur zwei Landgemeinden überschaubar. Sechs Ladestationen an drei Polizeistandorten werden noch installiert.

Dem Entscheid seien «eine gründliche Abklärung und Praxistests» vorausgegangen. Über Sicherheitsvorkehrungen gegen das Hacken der Fahrzeugelektronik mochte ein Polizeisprecher keine Auskunft geben; alles wesentliche sei geprüft worden.

Voll erneuerbarer Strom

Der Legislaturplan der Basler Regierung gibt unter anderem eine ökologische Vorbildfunktion der Verwaltung vor. Die Industriellen Werke Basel liefen voll erneuerbaren Strom. Die dem Tesla vorab attestierte «bessere Fahrleistung» - Top-Elektroautos gelten als beschleunigungsstark - dürfte den Entscheid erleichtert haben.

Ein Alarmpikett-Fahrzeug der Polizei müsse hohe Anforderungen erfüllen, hiess es weiter. Derzeit sei nur ein Anbieter in der Lage, diese zu erfüllen. Deshalb sei die Vergabe des Beschaffungsauftrages über 980'000 Franken freihändig statt per Ausschreibung erfolgt.

Die ersten drei der neuen Pikettfahrzeuge werden im Herbst erwartet, die restlichen vier im kommenden Jahr. Auf die Frage, ob das Modell denn lieferbar sei, sagte der Sprecher: «für uns schon». In den üblichen vier Jahren Nutzungsdauer bei der Basler Polizei spulen Pikettautos übrigens insgesamt gegen 300'000 Kilometer ab.

Jetzt auf

Mangels Motorenlärm sind Teslas leise, dennoch hat die Beschaffung bereits politischen Lärm ausgelöst: Die SVP beklagte sich am Freitag per Interpellationsankündigung über die freihändige Beschaffung. Die Partei bezweifelt zudem die Eignung als Polizeiautos und mit Verweis auf die Batterie auch die positive ökologische Einschätzung.

(bzbasel.ch/oli/sda)

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