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Durchzogener Auftritt in Cleveland: Donald Trumps Partei ist zerrissen.
Durchzogener Auftritt in Cleveland: Donald Trumps Partei ist zerrissen.Bild: Evan Vucci/AP/KEYSTONE

Heftiger Streit und Chaos am Parteitag der Republikaner – Delegierte verlassen Halle

Auch mit dieser Tradition hat Donald Trump gebrochen: Der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner ist überraschend schon am ersten Tag der Parteiversammlung in Cleveland aufgetreten. Wegen seiner geplanten Nominierung kam es zu Streit.
19.07.2016, 01:5319.07.2016, 06:51

Trump war wie üblich erst am vierten und letzten Tag des Konvents, dem Donnerstag, erwartet worden. Bei seinem unerwarteten Auftritt in der Nacht zum Dienstag wurde er von grenzenlosem Jubel empfangen. Der 70-Jährige führte seine Frau Melania als Rednerin ein. Seine Wahl wurde für den Dienstagabend (Ortszeit) erwartet.

Vor der Ankunft des rechtspopulistischen Immobilienmoguls spielten sich in der Quicken-Loans-Basketballarena dramatische Szenen ab, wie sie der designierte Kandidat und die Parteiführung unbedingt hatten vermeiden wollen. Die lautstarken Auseinandersetzungen offenbarten die ganze Zerrissenheit der Partei über die Figur des Kandidaten.

Bei dem Streit ging es konkret um die Regel, die die grosse Mehrheit der 2472 Delegierten beim Votum über den Kandidaten an die Ergebnisse der Vorwahlen bindet. Die Vorwahlen hatte der Quereinsteiger aus der Geschäftswelt mit klarer Mehrheit gewonnen.

Freie Wahl gefordert

Die Trump-Gegner wollten erreichen, dass alle Delegierten frei über den Kandidaten abstimmen dürfen. Ihre Hoffnungen, eine solche Änderung der Regularien durchzusetzen und den Immobilienmogul dann auch noch am Erreichen der erforderlichen absoluten Mehrheit zu hindern, waren allerdings von vornherein wenig realistisch.

Die Trump-Gegner reklamierten allerdings, sie hätten genügend Unterschriften beisammen, um eine Abstimmung über die Nominierungsregularien mit Durchzählung aller Delegierten zu erreichen. Dennoch liess die Parteitagsleitung nur per Akklamation darüber abstimmen und verkündete dann, die Regeln seien in der bestehenden Form von der Versammlung gebilligt worden.

Daraufhin brachen hunderte Trump-Gegner in lautstarken Protest aus. «Schande, Schande»-Rufe ertönten, einige Delegierte verliessen die Halle. Anhänger des Immobilienmilliardärs konterten mit den Rufen «Trump, Trump».

«Nicht überrascht, aber empört»

Schliesslich liess Versammlungsleiter Steve Womack nochmals per Akklamation über die Nominierungsregeln abstimmen. Erneut wurde hinterher verkündet, dass die Mehrheit der Delegierten die Regeln akzeptiert habe. Womack erklärte ferner, dass die Antragsteller nicht genügend Unterschriften beisammen hätten, um eine formelle durchgezählte Abstimmung zu erzwingen, da die Delegationen dreier Staaten ihre Unterstützung widerrufen hätten.

Die Trump-Gegner schienen danach zu resignieren. Der frühere Senator Gordon Humphrey, einer der Initiatoren des Vorstosses, sagte, er sei über den fehlenden Rückhalt für seine Gruppe «nicht überrascht, aber empört».

Das in Teilen der Partei weiterhin verbreitete Unbehagen über Trump spiegelt sich auch im Fehlen zahlreicher Parteigranden in Cleveland wider. So glänzen etwa die früheren Präsidenten George Bush und George W. Bush und auch die vormaligen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney und John McCain durch Abwesenheit.

Parteitag der US-Republikaner: Demonstranten ziehen durch Cleveland. 
Parteitag der US-Republikaner: Demonstranten ziehen durch Cleveland. Bild: AARON JOSEFCZYK/REUTERS

Mutter von Bengasi-Opfer schiesst gegen Clinton

Für die tödliche Attacke auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi im Jahr 2012 macht die Mutter eines der vier Opfer Hillary Clinton persönlich verantwortlich. Die heutige voraussichtliche Präsidentschaftskandidatin der Demokraten war damals Aussenministerin.

«Für meinen Verlust klage ich Hillary Clinton an», sagte Pat Smith, Mutter von Sean Smith, am Montagabend (Ortszeit) auf dem Parteitag der US-Republikaner in Cleveland.

Trauert um ihren Sohn: Pat Smith am Parteikongress in Cleveland.<br data-editable="remove">
Trauert um ihren Sohn: Pat Smith am Parteikongress in Cleveland.
Bild: J. Scott Applewhite/AP/KEYSTONE

«Seither habe ich Clinton wiederholt nach den wirklichen Gründen gefragt, warum mein Sohn tot ist», sagte Smith, «Ich warte immer noch.» Clinton habe es verdient, ins Gefängnis zu gehen.

Die Republikaner versuchen seit Jahren, Clinton persönlich für den Angriff verantwortlich zu machen. Allerdings ergab keine einzige der vielen Untersuchungen und Kongressanhörungen dafür einen Anhaltspunkt. (cma/sda/dpa/afp)

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10 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Malu 81
19.07.2016 02:36registriert Juni 2016
Trump ist das Spiegelbild Amerikas. Ein paar
degenerierte Wutbürger, welche auf die Hasstiraden eines Möchtegern Politikers hereinfallen. Der IQ seiner Wähler entspricht
des eigenen. Falls dieser Irre Präsident würde,
wird die Welt unsicherer.
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drjayvargas
19.07.2016 04:16registriert Januar 2016
Das ist ja ein Ding! Wenns sogar den Amis zu blöd wird heisst das schon was (zumindest in dem Moment). Hoppla!
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HabbyHab
19.07.2016 06:56registriert Oktober 2014
Spassige Sache am Rande: Melanie Trump soll Teile ihrer Rede einfach von einer früheren Rede Michelle Obama's abgekupfert haben.
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