Aargau

General Electric will «Effizienz verbessern»: 1400 Jobs in der Schweiz weg

07.12.17, 11:18 07.12.17, 12:24

Kurz vor Weihnachten: General Electric gibt Abbaupläne bekannt. Bild: EPA/KEYSTONE

Der US-Konzern General Electric (GE) setzt in der Schweiz erneut das Sparbeil an. Insgesamt will der Konzern von seinen 4500 Jobs etwa 1400 Stellen streichen. Betroffen sind die Standorte Baden, Birr und Oberentfelden. Ganz geschlossen werden diese Standorte aber nicht, wie GE am Donnerstag mitteilte.

In der Medienmitteilung, die mit dem Titel «GE Power präsentiert den Sozialpartnern seinen Vorschlag zur Bewältigung der Herausforderungen auf dem globalen Energiemarkt» verschickt wurde, erklärt Michael Rechsteiner, Vice President & CEO Power Services Europe und GE Officer:

«Ich bedauere es ausserordentlich, dass wir diesen Stellenabbau vorschlagen müssen. Wir treffen solche Entscheidungen nie leichtfertig. Aber wir sind überzeugt, dass die Umsetzung dieser Vorschläge uns erlauben wird, unsere Effizienz zu verbessern und die Kosten besser zu kontrollieren sowie ein Kraftwerkgeschäft zu schaffen, das mittel- und langfristig wettbewerbsfähig und erfolgreich ist.»

Für die betroffenen Mitarbeiter wird es einen Sozialplan geben. Der Abbau wird sich über die nächsten zwei Jahre erstrecken. GE wolle möglichst dafür sorgen, dass alle Mitarbeiter wieder eine Stelle finden.

Grund für den Abbau ist unter anderem der rückläufige Markt für thermische Gaskraftwerke. GE-Chef John Flannery hatte nach einem «fürchterlichen» dritten Quartal ein hartes Durchgreifen mit Milliardenverkäufen angekündigt. Erste Pläne dazu stellte er Mitte November an einer Investorenkonferenz in New York vor. Zu den Folgen für die Schweiz sagte GE damals jedoch noch nichts.

Bereits im Januar 2016 hatte General Electric angekündigt, 1300 Arbeitsplätze abzubauen bei der Energiesparte, die der Konzern Alstom abgekauft hatte.

Nach der Konsultation fiel die Zahl jedoch tiefer aus: Im Sommer 2016 gab GE bekannt, es sollen nunmehr 900 Jobs hierzulande gestrichen werden. Die Reduktion um 400 entspreche dabei der Summe aus der natürlichen Fluktuation, reduzierten Synergiezielen und innerbetrieblichen Bewerbungen auf neu geschaffene Stellen.

Zudem stellte GE damals die Schaffung neuer Stellen im Bereich Power Services in Baden in Aussicht. Diese Sparte wartet, repariert und modernisiert Kraftwerke und Industrieanlagen. Schon ein Jahr später, im Juli 2017, gab GE bekannt, am ehemaligen Alstom-Standort im aargauischen Birr zusätzlich 99 der insgesamt 2444 Stellen im Bereich Hydro Solutions zu streichen. In diesem Bereich werden vor allem Maschinen für Pumpspeicherwerke entwickelt, produziert und gewartet.

Aargauer Regierung ist bestürzt

Der Aargauer Regierungsrat gibt sich bestürzt über den Abbau von 1400 Stellen bei General Electric (GE) in der Sparte Power in Baden. Dass die Produktionsstandorte Birr und Oberentfelden erhalten bleiben, verbucht der Regierungsrat als Folge seiner Bemühungen.

Der Massenabbau ist gemäss Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann (SP) «ein harter Schlag für den Industrie- und Wirtschaftskanton Aargau». Er bedaure zutiefst, dass GE aufgrund der Marktsituation im Turbinengeschäft und des weltweiten Spar- und Restrukturierungsprogramms solche drastische Massnahmen ergreife.

(aeg/sda)

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22
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22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • MeinSenf 07.12.2017 19:46
    Highlight Was mich interessiert: Wieviele Jobs wurden in Frankreich abgebaut?
    5 0 Melden
  • Schneider Alex 07.12.2017 19:19
    Highlight Die Deindustrialisierung der Schweiz ist schon lange im Gang. Man hat die zunehmenden Schwierigkeiten kommen sehen. Umso bedenklicher ist es, dass die Wirtschaftsförderer immer noch die Ansiedlung von strukturschwachen Arbeitsplätzen, die vorwiegend von Zuwanderern besetzt werden, unterstützen. Wenn die Unternehmen in der Schweiz eine Abgabe leisten müssten, wenn sie Zuwanderer anstellen, würden sie es sich zweimal überlegen, welche Unternehmensteile sie in der Schweiz ansiedeln. Diese Abgabe wäre als Entgelt für die entstehenden Infrastruktur- und Sozialkosten zu verstehen.
    7 1 Melden
  • marcog 07.12.2017 18:38
    Highlight Ich habs ja schon einmal gesagt, GE ist eine Rechtsfirma mit angegliederter Technikabteilung. Das einzige Ziel der Firma ist es, andere Firmen aufzukaufen und mit Steuertricks das Geld gratis abzuziehen. Was da sonst noch gemacht wurde, interessiert niemanden.
    12 0 Melden
  • Zap Brannigan 07.12.2017 18:35
    Highlight Ich kenne GE aus der Zusammenarbeit meines Arbeitgebers mit der Firma. Ich kann nur empfehlen: Wenn euer Arbeitgeber von GE gekauft wird, sucht Euch sofort einen anderen Job, bevor es zu spät ist. Völlig egal, was Euch das GE Management erzählt. GE ist das Paradebeispiel einer Firma, die Personal, Entwicklung und Produktion nur als Kostenfaktoren sieht, die das eigentlich für die Boni der Mänätscher vorgesehene Geld verbrauchen.
    19 0 Melden
  • Donald 07.12.2017 14:52
    Highlight Ein SPler, der darüber bestürzt ist, dass nicht mehr Gaskraftwerke gebaut ist...

    Aber seht es positiv. 1400 Frachkräfte kommen auf den Arbeitsmarkt.
    13 5 Melden
  • coheed 07.12.2017 13:56
    Highlight Effizienz steigern, Prozesse automatisieren... Wir werden uns in Zukunft ein Grundeinkommen wünschen. Denn bald gibt es einfach zu wenige Jobs. Alle die gegen das Grundeinkommen sind verstehen nicht, dass es in Zukunft immer weniger Jobs für Menschen geben wird.
    36 14 Melden
  • Legume 07.12.2017 13:42
    Highlight auch die pläne von GE werden in der CH scheitern, wie so viele US unternehmen vor ihnen. leider unbelehrbar und beratungsresistent.
    18 3 Melden
  • Lowend 07.12.2017 13:23
    Highlight Wäre mal interessant zu wissen, was uns dieser Kahlschlag gekostet hat (Wirtschaftsförderung, Steuererleichterungen, Infrastrukturausgaben, usw.) und noch kosten wird (Arbeitslose, Leerstände, Steuerausfälle, Neuansiedlungen, usw.)

    Wetten, unter dem Strich zahlt hier der Staat, sprich der Steuerzahler, fast mehr an eine private Unternehmung, als er als Gegenleistung zurückerhält?
    38 6 Melden
  • Töfflifahrer 07.12.2017 12:41
    Highlight Management im Millenium: was Geld bringt lässt man als Cash Cow laufen. Entwicklung, Visionen, Zukunftsplanung und entsprechende Investitionen kosten nur Geld, warum als sich darüber Gedanken machen. Sieht man neue erfolgsversprechende Branchen werden entsprechende Firmen eingekauft und die Bereiche die vernachlässigt wurden eben geschlossen.
    So lässt sich auch der eigene Bonus maximieren, ohne einen Finger zu krümmen.
    21 2 Melden
  • acove 07.12.2017 12:06
    Highlight Die Effizient bei GE besteht in der Ausschüttung von extro Bonis etc. an die leitenden Manager, doch das hindert in
    der Chefetage niemanden daran, sich immer mehr selbst im Kässeli zu bedienen.
    80 8 Melden
  • Chääschueche 07.12.2017 11:37
    Highlight Wenns in dem Tempo weitergeht hat die Schweiz bald keine Industrie mehr. Und wenn das soweit kommt. Viel Spass.

    Wie viele 10tausend Stellen wurden allein in der Industrie in den letzten 10 Jahren vernichtet?


    63 9 Melden
    • Posersalami 07.12.2017 12:54
      Highlight Ja und? Das ist doch das tolle an diesem Neoliberalismus! Andere Alternativen sind ja per Definition alle links-versifft und können darum nicht einmal diskutiert werden. Spiegelt sich gut in der Stimmenverteilung der Parteien ab. Die neoliberalen Parteien CVP, FDP, BDP, GLP und SVP sind sehr stark. Das Volch wählt eben immer gerne gegen seine Interessen.
      28 20 Melden
    • Nicosinho 07.12.2017 13:45
      Highlight gegen die Billigländer in Osteuropa und Asien kann man sich meiner Meinung nach nur durch Innovation behaupten.

      Darum ist der geplante Innovationspark im AG auch super wichtig!
      18 3 Melden
    • raues Endoplasmatisches Retikulum 07.12.2017 16:04
      Highlight @Posersalami
      Ich muss schon lachen, in Schland beklagt sich der gemeine AfDler über die "Kartellparteie" CSUCDUFDPSPDGrüneLinke", im watson-Forum beklagt sich der gemeine Linke über die "Kartellpartei" SVPFDPCVPBDPGLP.
      7 7 Melden
    • Rodney McKay 07.12.2017 19:56
      Highlight Posersalami kann beruhigt sein, zumindest im Aargau müsste in naher Zukunft nach seiner Theorie ein deutlicher Aufschwung zu verzeichnen sein, warum ? Folgen Sie dem Link :
      https://www.srf.ch/news/regional/aargau-solothurn/linksrutsch-im-aargau-spurensuche-bei-sp-gewinnern-und-svp-verlierern

      2 0 Melden
    • Posersalami 07.12.2017 22:32
      Highlight @raues: Diese Parteien bilde. natürlich kein Kartell, verfolgen aber im Grundsatz die gleiche Wirtschaftspolitik, da ihnen die selbe Denkschule zu Grunde liegt.
      0 1 Melden
  • Zeit_Genosse 07.12.2017 11:36
    Highlight Effizient sein ist einfacher als effektiv sein. Ist man nicht effektiv, nützt die beste Effizienz nichts. Ob das auf GE zutrifft, ob sie Trends verschlafen haben oder einfach Opfer des schnellen Wandels wurden, ich weiss es nicht und hoffe einiges darüber zu erfahren.
    15 2 Melden
    • E. Edward Grey 07.12.2017 12:36
      9 1 Melden
    • Saraina 07.12.2017 14:25
      Highlight Danke für die Information Edward Grey! Irgendwie muss man die Saudis ja bei der Stange halten...
      7 1 Melden
    • Zeit_Genosse 07.12.2017 17:45
      Highlight Grazie EEG

      Globale Firmen können sich fast jeglichen Verantwortungen entziehen und lassen die Nationalstaaten für angerichtete "soziale Schäden" aufkommen.
      5 0 Melden
  • Chääschueche 07.12.2017 11:35
    Highlight Vielen Dank an unsere unfähigen Politiker denen sowas scheiss egal ist.

    68 18 Melden
    • x4253 07.12.2017 20:13
      Highlight Kannst du das erläutern, oder musstest du einfach Dampf ablassen?
      3 1 Melden

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