Digital

Swatch-Chef Nick Hayek liebt extravagante Auftritte.
Bild: KEYSTONE

Elektro-Autos mit Swatch-Batterien sollen 2017 kommen

Der Schweizer Uhrenkonzern setzt stark auf die Entwicklung sparsamer Energieträger. Nick Hayek hat noch eine Rechnung mit der Autoindustrie offen.

10.03.16, 16:43

Der Schweizer Uhrenpatron Nick Hayek lässt keine Zweifel aufkommen, wo er den Schlüssel zum Erfolg für technologische Innovationen sieht: Ob Roboter, selbstfahrende Autos, Drohnen oder Smartwatches – die Frage von Erfolg und Misserfolg ist für Hayek untrennbar mit der Entwicklung sparsamer und langlebiger Batterien verbunden.

Dabei soll der Swatch-Konzern eine führende Rolle übernehmen. Den Grundstein hatte bereits sein Vater Nicolas gelegt, mit der Gründung der Firma Belenos Clean Power im Jahr 2007.

Anfänglich auf Brennstoffzellen ausgerichtet, liegt der Schwerpunkt des Unternehmens mit Sitz im neuenburgischen Marin-Epagnier mittlerweile in der Entwicklung hocheffizienter Batterien – nicht zuletzt für die Autoindustrie.

Zuerst in China?

Wie Hayek am Donnerstag an der Bilanz-Medienkonferenz in Biel auf die Frage eines Journalisten antwortete, dürften bereits im kommenden Jahr erste Autos mit Belenos-Batterien herumfahren. «In einem Land mit 1,3 Milliarden Einwohnern und viel Smog könnten es dann aber schnell mehr werden». Die Aussage legt nahe, dass Belenos den Durchbruch in der Autoindustrie zuerst in China schaffen will.

Bereits vor einem Jahr hatte Hayek in einem Zeitungsinterview gesagt, Belenos habe eine Batterie entwickelt deren Speicherkapazität für elektrische Energie zwischen 50 bis 100 Prozent höher sei als alle auf dem Markt befindlichen Produkte.

Belenos-Website: Nicolas Hayek (1928-2010) trieb die Forschung nach Alternativ-Antrieben für Autos voran. 
screenshot: belenoscleanpower.com

Im vergangenen November berichtete die «Handelszeitung», dass Swatch mit einer Superbatterie gegen Tesla antrete. Im Beitrag wird daran erinnert, dass Hayek Senior mit dem Vorhaben scheiterte, ein kleines, günstiges und umweltfreundliches Auto für alle zu bauen. Der Schweizer Wirbelwind mit libanesischen Wurzeln habe sich an den Bossen der deutschen Autohersteller die Zähne ausgebissen. «Eine Scharte, die Sohn Nick Hayek nun auswetzen will.»

Extrem dünn und biegsam

Während sich Belenos auf grössere Batterien für Autos, Drohnen und E-Bikes konzentriert, setzt Renata, die zweite Batterie-Tochter von Swatch, auf kleinformatige Energiespeicher. Dazu gehören zum einen sogenannte Knopfzellenbatterien. 90 Prozent aller in der Schweiz verkauften Quarzuhren, sind mit solchen Kleinstbatterien von Renata ausgerüstet. Daneben werden sie auch in verschiedenen elektronischen Produkten in der Medizintechnik, der Funksteuerung und Messtechnik verbaut.

Zum anderen stellt die Firma auch extrem dünne und biegsame Batterien, sogenannte Thin-Film-Cells, her. Das Unternehmen profitiert dabei auch vom Know-how von Belenos. So sei die neue Technik der Belenos-Batterien für die kleineren Formate von Renata adaptiert worden, sagte Hayek. Noch in diesem Jahr werde die Firma in Itingen BL neue Produkte lancieren.

(dsc/sda)

Mehr zu Swatch und Nick Hayek

Der Swatch-Chef hat 2015 weniger verdient – ins Armenhaus muss er deswegen nicht ...

«Mit Batterien, Mikrochips, Quarz und Displays sind wir Weltspitze und haben auch Erfahrung»

Mit diesem Plan will Swatch gegen die Apple Watch bestehen

«One More Thing»: Swatch hat sich die Rechte an Steve Jobs legendärem Spruch geschnappt

Schweizer Smartwatch-Experte im Interview: «Herr Koenig, hat Swatch den Zug verpasst?»

iSwatch vs. iWatch: Die Schweizer Uhrenfirma Swatch geht weltweit gegen Apple vor

Alle Artikel anzeigen

Mehr zu Tesla

Der Tesla 3 ist da! Das «Günstig»-Modell ist genau so abgefahren, wie wir gehofft haben

Der Tesla-Effekt – wie der E-Auto-Boom die Schweizer Energieziele torpediert

Bald ist jedes vierte Auto ein Elektromobil – und steuert sich selbst

Tötet Trump Tesla?

Diese haarsträubenden Videos zeigen, dass dem Tesla-Autopiloten (noch) nicht zu trauen ist

Tesla-Chef in der Kritik: Hat Elon Musk den Bogen überspannt?

Droht Tesla ein Toyota-Schicksal?

Tesla bestätigt weitere «Autopilot»-Unfälle

Elon Musk präsentiert «Tesla-Masterplan, Teil 2» – das sind die 7 wichtigsten Punkte

Tesla-Fahrer stirbt bei Unfall mit Lastwagen – er hatte den Autopiloten aktiviert

Wenn der Autopilot schlampt – 5 finanzielle Fakten, die nicht nur Tesla-Fahrer kennen sollten

Haarsträubende Videos zeigen, dass dem Tesla-Autopiloten nicht zu trauen ist

Ist Tesla das neue Apple? Was Elon Musk von Steve Jobs lernen kann

Ein merkwürdiger «Tagi»-Artikel ändert nichts daran: Der Tesla ist eine gute Sache

Du willst einen Tesla? Dann beschwer dich nicht öffentlich über miesen Kunden-Service

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • roger_dodger 12.03.2016 08:48
    Highlight Hoffen wie mal das es stimmt und nicht wieder zusammen mit Mercedes gearbeitet wird, sonst wird aus dem Swatch-Mobil wieder ein Quatsch-Mobil wie letztes mal.
    1 0 Melden
  • Sheez Gagoo 10.03.2016 20:56
    Highlight Da bin ich aber gespannt. Ich mag den cholerischen Zwergclown zwar überhaupt nicht, aber ich wünsche ihm trotzdem viel Glück bei seinem Unterfangen.
    8 2 Melden

Teslas E-Brummi ist vielleicht sexy, aber wir Schweizer bauen schon lange E-Lastwagen

Elon Musk hat seinen ersten Elektro-Lkw präsentiert. Die Innerschweizer Firma E-Force One baut schon seit 2013 E-Lastwagen – spezifisch für den Schweizer Markt.

Tesla-Chef Elon Musk hat in der Nacht auf Freitag einen strombetriebenen Sattelschlepper vorgestellt. Er soll auch mit voller Ladung von 40 Tonnen eine Reichweite von rund 800 Kilometern haben. Die Produktion werde im Jahr 2019 starten.

Musks E-Brummi ist sexy und die bislang bekannten technischen Daten sind beeindruckend. Aber wer Tesla kennt, weiss, dass es auch mal ein paar Jährchen länger dauern kann, bis den vollmundigen Ankündigungen Taten folgen. In der Innerschweiz ist man Musk …

Artikel lesen