Schweiz
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Hälfte der Schweizer will Regulierung von Managerlöhnen

12.05.17, 13:44 12.05.17, 14:01


Die Verantwortlichen von kotierten Unternehmen stehen zusehends im Gegenwind. Erstmals seit der Minder-Abstimmung nimmt der Ruf nach staatlicher Regulierung deutlich zu, wie aus einer Umfrage der Vergütungsberatung HCM Hostettler & Company (HCM) hervorgeht.

Dieses Jahr zeige sich eine klar Trendwende beim Ruf nach staatlicher Regulierung der Managerlöhne, sagte Vergütungsexperte Stephan Hostettler am Freitag vor den Medien in Zürich. In einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage befürworten 48 Prozent mehr Staatseingriffe. Im Vorjahr waren es nur 44 Prozent.

Die Interviews fanden im März und April bei 1000 Personen statt, als die Kritik an den Boni der Credit Suisse am lautesten war. Eine überwiegende Mehrheit von 73 Prozent (Vorjahr: 71 Prozent) der Befragten begrüssten eine Lohnobergrenze. Fast zwei Drittel glauben nicht, dass eine Beschränkung bei den Boni den Unternehmen schadete.

Uneinigkeit über Lohnobergrenze

Hostettler, Geschäftsleiter der HCM, befürchtet, dass der konstant hohe Wunsch nach einer Lohnobergrenze die Firmen in ihrer unternehmerischen Freiheit einschränken könnte. Gegen eine staatliche Grenze spricht für ihn auch, dass die Umfrageteilnehmer nicht genau wüssten, was sie überhaupt als Grenze sähen.

So stehen zwar knapp 39 Prozent hinter einer absoluten Lohnobergrenze. Aber die Vorstellungen, wo die Grenze sein soll, schwanken zwischen 100'000 und 50 Millionen Franken. Eine Relation zwischen dem höchsten und dem tiefsten Lohn etwa, wie es die 1:12 Initiative verlangte, findet nur bei 5 Prozent Zuspruch.

Erstmals versuchte HCM zu erfassen, wie stark die Ansichten über Managerlöhne auf die Unzufriedenheit mit dem eigenen Lohn zurückzuführen ist. Ein Grossteil von 83 Prozent sind mit ihrem Lohn zufrieden. «Das ist ein Indiz dafür, dass die Lohnkritik nicht Ausdruck einer Neidkultur ist,» sagt Hostettler.

Systemproblem, keine Einzelfälle

Die Auswertung beinhaltet weitere Indikatoren für den steigenden Zuspruch staatlicher Regulierung. Mit 66 Prozent (Vorjahr: 63 Prozent) denken mehr Befragte, bei überrissenen Bonuszahlungen handle es sich nicht um Einzelfälle, sondern um ein Systemproblem.

Trotz aller Kritik werden variable Vergütungen nicht grundsätzlich abgelehnt. Gemäss 69 Prozent (Vorjahr: 76 Prozent) der Befragten spornen leistungsabhängige Löhne zu einem besonderem Einsatz an.

Statt Eingriffen des Staats fordert Vergütungsexperte Hostettler Begrenzungen, die von der Branche und Unternehmen festgelegt werden. Sowieso hätten etliche Unternehmen bereits Obergrenzen, die sie aber ungenügend kommunizierten.

Dass nicht nur der Gegenwind aus der Bevölkerung zunimmt, sondern auch von den Aktionären, zeigen Auswertungen der bisherigen Generalversammlungen durch HCM. Mehr Aktionäre haben die Vergütungsberichte abgelehnt als im Vorjahr. Die Zustimmungsrate sank gegenüber 2016 um drei Prozentpunkte auf 85 Prozent. (sda)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 13.05.2017 06:50
    Highlight Kein Top-Manager kann die hohen Verluste einer Fehlstrateg. verantwortlich tragen, muss er auch nicht, weil die Ungewissheiten bei der Strategiewahl zu gross sind. Bei der richtigen Wahl der Strateg. darf er aber auch nicht für etwas belohnt werden, bei dem die Umstände, sein Mitarbeiterstab und das Glück eine wesentliche Rolle gespielt haben. Zudem verliert ein Topshot bei Misserfolg lediglich seine Stelle und kann als gut Qualifizierter bald wieder eine neue antreten. Die Konsequenzen aus seiner Verantwortlichkeit sind beschränkt, rechtfertigen also keine überrissene Entschädigung bei Erfolg
    3 1 Melden
  • Gavi 12.05.2017 20:28
    Highlight Wenn die Löhner der Manager angepasst werden, habe ich de facto nichts davon. Mein Schmürzelilohn erhöht sich deswegen nicht.
    Trotzdem, die Löhne dieser "Profis" sind zum Teil echt obszön. So bei 14 Mio pro Jahr, nicht schlecht. Die müssen ja wahnsinnig gut arbeiten.
    3 1 Melden
  • pedrinho 12.05.2017 18:06
    Highlight "Die GV stimmt bindend über die Vergütungen ab, die der Verwaltungsrat, die Geschäftsleitung und der Beirat erhalten."

    VegüV - es liegt in den haenden der aktionaere
    2 0 Melden
  • Ökonometriker 12.05.2017 17:26
    Highlight Mir ist es egal, ob reiche Firmenbesitzer oder neureiche Firmenbosse das erwirtschaftete Geld kassieren.

    Was mich stört ist die Tatsache, dass ich über die Pensionskasse gezwungen bin, Aktien von Firmen wie der Credit Suisse zu halten. Wenn andere Millionen an ihren Manager zahlen wollen ist das ihr gutes Recht. In den meisten Fällen glaube ich aber nicht, dass diese Leute so viel wert sind.
    13 0 Melden
  • Wehrli 12.05.2017 16:51
    Highlight Nun, es ist herzlich wurscht was Herr und Frau Schweizer wollen. Solange eine AG Privateigentum ist, hilft alles Jämmerle und Stämpfele wenig.
    Entweder wir enteigenen die Bevölkerung und dann können wir Managerlöhne und Penisgrösse reglementieren, oder wir halten die Schnauze.
    10 3 Melden
    • michiOW 13.05.2017 08:45
      Highlight Es braucht ein Umdenken aller Menschen. Wenn wir alles staatlich regulieren wollen, endet es wie beim Kommunismus: Eine tolle Idee wird nicht von allen getragen, also zwingt man alle dazu, mitzumachen. Die Regulierung ufert aus, da man alle kontrollieren will. Zwang hilft selten.

      Wir sollten einfach solidarischer sein. Es geht nicht darum, alles Geld dem Staat geben oder zu spenden, welches man nicht zum Leben braucht, sondern darum, Anderen einfach zu helfen, weil man es kann.

      Schülern aus schwierigen Verhältnissen beim Lernen helfen, Trainer im FC werden, etc.

      Es fängt bei uns an.
      1 1 Melden
    • Wehrli 16.05.2017 08:59
      Highlight Es geht um Neid. Und Tellerrand. Und Moralin. Flaschen voll Moralin.
      1 0 Melden

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