Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Nadal, Federer, Djokovic, Murray und Wawrinka sind wieder gleichzeitig bei einem Grand-Slam-Turnier am Start. Bild: AP

Warum es selbst die Gegner freut, dass die «Big 5» zurück sind

Bei den US Open stehen die vier Grossen plus Wawrinka erstmals seit Wimbledon 2017 alle im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers. Wieso das selbst die Gegner freut, obwohl sie ihretwegen seit einem Jahrzehnt nur Nebenrollen bekleiden .

Simon Häring / Nordwestschweiz



Für die Konkurrenz gäbe es wahrlich genügend Gründe, die Grossen ihrer Zunft zu beneiden. Ja, sie gar ins Pfefferland zu wünschen. Seit über einem Jahrzehnt spielen diese fünf Darsteller die Hauptrollen, nur zwei der 54 seit den French Open 2005 verteilten Grand-Slam-Trophäen gewannen weder Roger Federer, Rafael Nadal, Novak Djokovic, Stan Wawrinka noch Andy Murray: 2009 Juan Martin Del Potro, fünf Jahre später Marin Cilic – beide bei den US Open.

epa06974981 Rafael Nadal of Spain plays during a practice session in Arthur Ashe Stadium a day before the start of the US Open Tennis Championships the USTA National Tennis Center in Flushing Meadows, New York, USA, 26 August 2018. The US Open runs from 27 August through 09 September.  EPA/JOHN G. MABANGLO *** Local Caption *** 53000073

Rafael Nadal. Bild: EPA/EPA

Es sind Marginalien, meist bleibt der Konkurrenz die Rolle der Statisten. Es ist nicht so, dass sie sich damit abgefunden hätte, wie die Beispiele von Alexander Zverev, Kevin Anderson, Cilic und Del Potro zeigen, die aus ihren Ambitionen auf den Triumph bei einem Major-Turnier kein Geheimnis machen.

Und doch ist sie auch bei ihnen nicht gespielt, die Freude darüber, dass die Avantgarde ihrer Generation erstmals seit Wimbledon 2017 wieder vollständig im Haupttableau eines Grand-Slam-Turniers steht. Sie wissen, dass auch sie von der goldenen Ära profitieren, auch wenn Turniersiege für die überwältigende Mehrheit von ihnen nur ein Traum bleibt.

epa06969570 Swiss tennis player Roger Federer (C) is seen practicing on Arthur Ashe stadium prior to the start of the 2018 US Open Tennis Championships at the USTA National Tennis Center in Flushing Meadows, New York, USA, 24 August 2018.  EPA/JASON SZENES

Roger Federer. Bild: EPA/EPA

Zunächst Federer, später auch dessen Erzrivale Nadal haben eine Kultur des Respekts, des Dialogs und der Demut kultiviert. Nach den Jahren der Hitzköpfe mit Charakteren wie zum Beispiel John McEnroe hat das Männer-Tennis einen Wandel zurück zum Sport der Gentlemen gemacht. Die folgende Generation, auch wenn sie einmal aufmuckte, konnte gar nicht anders, als ihrem Beispiel zu folgen.

Bild

Nadal, Federer Djokovic, Murray und Wawrinka in einer Hommage an das Filmplakat von «The Usual Suspects». bild: aargauer zeitung

Dem liegt die Erkenntnis zugrunde, dass von der Strahlkraft dieser Tennis-Ikonen und deren Hingabe für den Sport nicht zuletzt auch sie selber profitieren. «Jeder in der Kabine ist Roger dankbar für das, was er dem Tennis gegeben hat. Wie sehr er sich für sie eingesetzt hat und was er damit erreicht hat», sagte kürzlich Jamie Murray, der ältere Bruder von Andy Murray und einer der weltbesten Doppel-Spieler.

Novak Djokovic, of Serbia, reacts after defeating Roger Federer, of Switzerland, during the finals at the Western & Southern Open tennis tournament, Sunday, Aug. 19, 2018, in Mason, Ohio. (AP Photo/John Minchillo)

Novak Djokovic. Bild: AP/AP

Als Präsident des Spielerrats hat sich Federer über Jahre dafür eingesetzt, dass die astronomischen Summen, welche die Grand-Slam-Turniere in den letzten Jahren erwirtschaftet haben, an jene zurückfliessen, die für die Hausse verantwortlich sind: die Spieler selbst. Inzwischen können mehr als doppelt so viele Profis von ihren Einkünften leben.

Zwar gehören inzwischen weder Federer noch Nadal dem Spielerrat an, doch auch in diesem Organ haben sie nachhaltige Spuren hinterlassen. Novak Djokovic hatte nun wahrlich andere Sorgen, als er im Januar in Australien nach halbjähriger Pause zurückkehrte. Gleichwohl dachte er nicht nur an sich selbst, sondern in erster Linie an seine Kollegen, als er beim dort jährlich stattfindenden Treffen der Spieler dazu aufrief, für höhere Preisgelder einzustehen.

Andy Murray, of Great Britain, returns to Lucas Pouille, of France, in the first round at the Western & Southern Open, Monday, Aug. 13, 2018, in Mason, Ohio. (AP Photo/John Minchillo)

Andy Murray. Bild: AP/AP

Angesichts der Summen, die er als Spieler verdient hat, gerät der Serbe schnell in den Verdacht, geldgierig zu sein. Erst bei differenzierter Betrachtung wird nachvollziehbar, wie berechtigt diese Forderung ist: Die Spieler erhielten bisher sieben Prozent der Einnahmen. Der Rest floss in die Taschen der Organisatoren.

Roger Federer feierte jüngst seinen 37. Geburtstag, er ist vierfacher Vater und steht im Herbst seiner Karriere. Auch Murray, Djokovic und Wawrinka sind Väter und allesamt über 30 Jahre alt, wie auch Rafael Nadal, der zwar nicht Vater ist, aber eine Akademie in seiner Heimat auf Mallorca betreibt. Was sie im Tennis erlebt haben, ist Geschichte, noch dominieren sie die Gegenwart. Die Zukunft aber gehört anderen.

Stan Wawrinka, of Switzerland, serves to Kei Nishikori, of Japan, during the Western & Southern Open tennis tournament Wednesday, Aug. 15, 2018, in Mason, Ohio. (AP Photo/John Minchillo)

Stan Wawrinka. Bild: AP/AP

Dass sie trotzdem bemüht sind, die Zukunft des Tennis mitzugestalten, wird ihnen von den Kollegen hoch angerechnet. Sie wissen, dass ihr Erfolg eng mit jenem der fünf Grossen verknüpft ist. Und so ist es nicht erstaunlich, dass einem von ihnen die Ehre zuteilwird, die erste Partie im grössten Tennis-Stadion der Welt zu bestreiten: Stan Wawrinka.

Das Hut-Interview mit Stan Wawrinka

Video: watson/Angelina Graf

Alle Weltnummern 1 im Männertennis

Tennis-Quiz

Galgenhumor am Australian Open und die Spenden-Show von Federer und Co.

Link zum Artikel

Die miese Luft fordert an den Australian Open ein erstes Opfer

Link zum Artikel

Federer dachte wegen Buschbränden an Verzicht auf Australian Open

Link zum Artikel

«Niemand schlägt Vitas Gerulaitis ­17 Mal hintereinander!» – auch Jimmy Connors nicht

Link zum Artikel

Federer lobt Klimajugend – diese will «mehr als nur leere Worte» vom Superstar

Link zum Artikel

Wegen Federers Absage entgeht Laaksonen der Zahltag seines Lebens

Link zum Artikel

Roger Federer lässt Klimajugend auflaufen – jetzt hecken Aktivisten weitere Aktionen aus

Link zum Artikel

Schiri zu den Djokovic-Fans: «Wenn ihr kein Tennis sehen wollt, dann geht doch nach Hause»

Link zum Artikel

Roger Federer steigt in den kleinen Kreis der Sport-Milliardäre auf

Link zum Artikel

Wawrinka hat so ein Gefühl: «Wir werden 2020 keinen neuen Grand-Slam-Sieger sehen»

Link zum Artikel

Tsitsipas rastet auf dem Platz komplett aus – das Opfer ist sein Vater

Link zum Artikel

60 Architekten und ein paar Bagger für Federers 70-Millionen-Villa am Zürichsee

Link zum Artikel

Wegen Rossets Dummheit des Jahres bricht Hingis beim Hopman Cup in Tränen aus

Link zum Artikel

Nadal, Djokovic und Kollegen stehen in Australien trotz Feuerwalze im Geldregen

Link zum Artikel

Diese Schlagzeile möchte Federer 2020 über sich lesen – sie ist ziemlich unbescheiden

Link zum Artikel

Die besten Sport-Momente der 2010er-Jahre in 100 Bildern

Link zum Artikel

Federers Pakt mit China – oder warum der «Maestro» für ein Wochenende nach Shanghai fliegt

Link zum Artikel

Ronaldo bringt Djokovic den Supersprung bei – und der schlägt sich gar nicht so schlecht

Link zum Artikel

Von Träumen, Wundern und Liebe – der sportliche Jahresrückblick in 52 Zitaten

Link zum Artikel

Roger Federer als Tanzbär der Eliten – weshalb die Lateinamerika-Reise problematisch ist

Link zum Artikel

Nach den Olympischen Spielen in Sydney entfacht die grosse Liebe zwischen Roger und Mirka

Link zum Artikel

«Love is in the air» – Tenniswelt feiert die «Bromance» zwischen Federer und Nadal

Link zum Artikel

Europa gewinnt zum 3. Mal – so feiern Federer und Co. den Laver-Cup-Triumph

Link zum Artikel

Sein Name als Türöffner: Die lukrativen Doppel des Roger Federer

Link zum Artikel

Federer/Nadal necken sich wie ein altes Ehepaar und McEnroe will «ihre Karrieren beenden»

Link zum Artikel

«Who is the beeest? Better than the reeest?» – Federer rockt beim Davis Cup das Festzelt

Link zum Artikel

Wenn Rivalen zu Freunden werden – 7 Dinge, die du zum Laver Cup wissen musst

Link zum Artikel

Roger Federer: «Ich werde in den nächsten Wochen entscheiden, ob ich Olympia spiele»

Link zum Artikel

Tennis-Legende Rod Laver über Federer: «Roger und ich wurden verkuppelt»

Link zum Artikel

Welch königliches Duell! Real Madrid plant Federer – Nadal im Bernabéu

Link zum Artikel

Diese Video-Grafik zeigt: Es sieht düster aus für Roger Federers Grand-Slam-Rekord

Link zum Artikel

Tränen, Rekorde und totale Dominanz der «Big 3» – alles zu Nadals Wahnsinns-Sieg

Link zum Artikel

«Das war Wahnsinn» – Nadal schnappt sich seinen 19. Grand-Slam-Titel nach 5-Satz-Thriller

Link zum Artikel

Andreescu bodigt Williams und holt ersten Major-Titel: «Das ist einfach verrückt»

Link zum Artikel

Der neue Medwedew liebt die USA – und trifft im Final auf keinen Geringeren als Nadal

Link zum Artikel

Bencics grosse Enttäuschung: «Der Final war zum Greifen nah»

Link zum Artikel

Wie «Bad Boy» Nick Kyrgios Roger Federer in Bedrängnis bringt

Link zum Artikel

Nahe am Sieg – und trotzdem verloren: Belinda Bencic scheidet im Halbfinale aus

Link zum Artikel

5 Gründe, warum Belinda Bencic reif ist für ihren ersten Grand-Slam-Final

Link zum Artikel

Belinda Bencics zweite Sternstunde macht sie zum Gesicht der Gegenwart

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen

Er überlebte den Untergang der Titanic und wurde danach Olympiasieger

Als am 14. April 1912 die Titanic einen Eisberg rammt, bangt Richard Norris Williams II um sein Leben. Er hat Glück und wird gerettet, doch ein Arzt empfiehlt, die Beine zu amputieren. Mit Willen kämpft er sich zurück – und wird ein legendärer Tennisspieler.

Richard Norris Williams II ist nicht ohne Grund ein Mitglied der Hall of Fame des Tennis-Weltverbands. Der Amerikaner gewann die US Open, in Wimbledon und den Davis Cup. In Genf geboren und aufgewachsen war Williams massgeblich dafür verantwortlich, dass der Genève LTC 1911 die erste Interclub-Meisterschaft für sich entscheiden konnte. Keinen einzigen Satz gaben die Genfer in den Gruppenspielen und im Final gegen Basel ab. Williams habe die Zuschauer mit seinem Spiel zu Begeisterungsstürmen …

Artikel lesen
Link zum Artikel