Schweiz
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7 Fragen und Antworten zur unglaublich komplexen Vollgeld-Initiative

23.03.18, 09:09 03.04.18, 11:52


Helvetia, links, und Wilhelm Tell enthuellen das Abstimmungsplakat beim Kampagnenstart zur Vollgeld Initiative, am Donnerstag, 22. Maerz 2018, in Bern. Das Schweizer Stimmvolk hat am 10. Juni ueber diese Vorlage zu bestimmen. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Am Donnerstag startete die Kampagne zur Vollgeld-Initiative – die Initianten traten im Helvetia- und Wilhelm-Tell-Look auf.  Bild: KEYSTONE

Am 10. Juni kommt eine der komplexesten Vorlagen der jüngeren Schweizer Geschichte vors Volk. Die Vollgeld-Initiative. Ganz grob gesagt, will diese den Geschäftsbanken verbieten, Geld zu schaffen. 

Blickt man ein bisschen genauer hin, so stolpert man schnell über einen Wust an Fachbegriffen und über den «mysteriösen Prozess» («ARD») der Geldschöpfung.

Weil die letzte Lektion in Finanzwissenschaften vielleicht schon länger her ist, und damit du dir in der Debatte einen Überblick verschaffen kannst, beantworten wir im Folgenden die 7 wichtigsten Fragen zur Abstimmungsvorlage.

Was bedeutet Vollgeld?

Die Nationalbank hat heute ein Monopol auf der Ausgabe von Banknoten. Diese machen aber nur rund einen Zehntel des vorhandenen Geldes aus. Die übrigen 90 Prozent werden nach Angaben der Initianten von den Geschäftsbanken erzeugt. Es handelt sich um virtuelle Werte, die in der Regel nur als Zahl auf einem Bildschirm oder einem Kontoauszug existieren. 

Dieser weitaus grössere Betrag, Buchgeld genannt, wird aktuell von den Geschäftsbanken geschaffen – aus der Luft, wie die Initianten sagen. Stark vereinfacht geben dabei Geschäftsbanken Kredite an Firmen oder Privatpersonen, zum Beispiel 100 Franken. Dieser Betrag wird auf dem Konto der Firma gutgeschrieben. Dabei existiert kein oder nur ein geringer Gegenwert.

Natürlich können Geschäftsbanken nicht unbeschränkt Geld erzeugen. Die Höhe der Geldschöpfung wird beeinflusst durch das Vertrauen in die Banken, die Kreditnachfrage und die Regulierungen.

Trotzdem: Das gegenwärtige System ist den Verfechtern der Vollgeld-Initiative zu unsicher. Weil Banken Profitinteressen verfolgten, würden sie regelmässig zu viel Geld schaffen, argumentieren sie. Das führe zu Blasen und Geldentwertung.

Bild: screenshot/batz.ch

Was will die Initiative genau?

Die Initiative will den Geschäftsbanken das Geschäft mit der Geldschöpfung via Kredite entziehen. Neu soll die Notenbank auch das Monopol auf Buchgeld erhalten, nicht nur auf Bargeld, wie bisher.

Die Geschäftsbanken könnten zwar weiterhin Kredite vergeben, allerdings nur, wenn diese Kredite durch Einlagen hunderprozentig gedeckt sind. Das heisst, das alles Geld – ob Banknoten, Münzen oder elektronisches Buchgeld – zukünftig alleine von der Nationalbank herausgegeben würde.

Dieses Geld könnten die Geschäftsbanken auch verleihen. Das Geld auf Zahlungskonten hingegen würde den Kontoinhabern gehören und nicht verloren gehen, wenn eine Bank in Schieflage gerät. Damit würden die Banken allen anderen Unternehmen und Privatpersonen gleichgestellt, argumentieren die Initianten.

Jenen Teil des Geldes, den die Nationalbank nicht an Geschäftsbanken vergibt oder zum Kauf von Devisen verwendet, soll sie Bund, Kantonen und Bürgern gratis zur Verfügung stellen. 

Was würde sich konkret ändern?

Laut Initianten sollen sich mit der Vollgeld-Initiative zwei Dinge ändern. Erstens soll das Finanzsystem stabiler werden, weil mit dem Notenbankmonopol Inflationen und Spekulationsblasen verhindert würden. Und zweitens würden Bund, Kantone und Bevölkerung in den Genuss von Hunderten Milliarden Franken kommen.

300 Milliarden Franken Ausschüttung versprechen die Initianten, hinzu komme eine jährliche Dividende von 5 bis 10 Milliarden Franken. Die 300 Milliarden ergeben sich gemäss Initianten aus der Umwandlung von Buchgeld zu Vollgeld. Die Rechnung ist allerdings sehr umstritten. Kritiker weisen daraufhin, dass die 300 Milliarden Franken faktisch eine Ausschüttung des Nationalbank-Vermögens sei.

Wäre das Finanzystem wirklich stabiler?

Die Befürworter versprechen sich vor allem zwei Verbesserungen: Too-Big-To-Fail-Banken würden nach der Annahme nicht mehr existieren, ebensowenig könnten Banken-Runs stattfinden, bei denen verunsicherte Sparer in Krisenzeiten ihre Einlagen aus der Bank abziehen. Dies, weil die direkt verfügbaren Zahlungsverkehrskonti künftig zu 100 Prozent von Notenbankgeld gedeckt wären.

Allerdings weisen Experten darauf hin, dass die Gefahr eines Bank-Runs in der Schweiz sowieso gering sei. Auch während der Finanzkrise sei dies kaum der Fall gewesen. Damals lag das Problem vor allem an dem fehlenden Vertrauen im Interbankensystem, also dass sich Geschäftsbanken untereinander kein Geld mehr leihen wollten und so in Liquiditätsnöte gerieten.

Was wären die Nachteile?

Die Gegner der Initiative argumentieren, dass das Finanzsystem eher instabiler würde. Unter anderem würden Bankdienstleistungen teurer, die Kreditversorgung wäre erschwert und die SNB aufgrund der direkten Geldverteilung an Staat und Bevölkerung im Fokus von politischen Verteilkämpfen. 

Hinzu kommt, dass gemäss Gegnern die Unsicherheiten nach einer Annahme gross wären. Man dürfe das Finanzsystem nicht leichtfertig in ein Experimentierfeld verwandeln, so der Tenor.

Wer ist dafür?

Raffael Wuethrich, Reinhold Harringer, Sergio Morandi, Jean-Marc Heim und Katharina Serafimova, von links, vom Initiativkomitee sprechen beim Kampagnenstart zur Vollgeld Initiative, am Donnerstag, 22. Maerz 2018, in Bern. Das Schweizer Stimmvolk hat am 10. Juni ueber diese Vorlage zu bestimmen. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Das Initiativkomitee beim Kampagnenstart am Donnerstag.  Bild: KEYSTONE

Die Initianten der Vollgeld-Initiative sind eine bunte Mischung aus Ökonomen, Aktivisten und Pensionierten. Bekannte Gesichter sind nicht darunter. Mit der Unterstützung Hunderter Freiwilliger, Stand- und Flyeraktionen wollen sie in den kommenden drei Monaten eine Mehrheit der Stimmbürger auf ihre Seite ziehen. Das dürfte schwierig werden.

Auf der anderen Seite beobachten Wirtschaftswissenschafter aus dem Ausland mit Spannung den Entscheid am 10. Juni. Auch in anderen Ländern wird momentan über einen Wandel im Finanzsystem diskutiert. Nähme die Schweiz eine Vorreiterrolle ein, könnte das Ausland aus den hiesigen Erfahrungen lernen, so die Überlegung.

Wer ist dagegen?

Thomas Jordan, Praesident der Schweizerischen Nationalbank, an einer Medienkonferenz in Zuerich, am Donnerstag, 19. Maerz 2015. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) haelt an ihrer bisheriger Geldpolitik fest. Die Negativzinsen auf den Giroguthaben der Banken belaesst sie bei -0,75 Prozent, das Zielband fuer den Referenzzins Dreimonats-Libor bleibt zwischen minus 1,25 und minus 0,25 Prozent. Zudem hielt die SNB erneut fest, dass der Franken ueberbewertet sei und sich abschwaechen sollte. (KEYSTONE/Walter Bieri)

«If it ain't broke, don't fix it» – SNB-Präsident Thomas Jordan lehnt die Vollgeld-Initiative ab. Bild: KEYSTONE

Kurz: Alle anderen. Der Bundesrat empfahl die Initiative zur Ablehnung, ebenso Stände- und Nationalrat. Einzig eine kleine Minderheit von SP-Exponenten unterstütze im Parlament die Initiative. Es wird erwartet dass sich die grossen Parteien von SVP bis zu den Grünen mehrheitlich dagegen aussprechen, ebenso Verbände und Organisationen. Auch die Nationalbank, die laut Aussagen der Vollgeld-Befürworter gestärkt würde, warnt vor der Annahme: «If it ain't broke, don't fix it», sagte Nationalbank-Präsident Thomas Jordan. 

Eine Glaubensfrage?

Wer sich tiefer ins Vollgeld-System einlesen möchte, findet hier einen neutral verfassten Leitfaden. Darin ist auch eine Art Empfehlung für die Stimmbürger enthalten: Wer der Meinung ist, dass die Nationalbank den Geldbedarf der Volkswirtschaft besser einschätzen könne als die Geschäftsbanken, dem entspricht gemäss Autoren des Papiers die Volksinitiative. Und umgekehrt.

In einem zweiten Schritt könne man sich überlegen, ob das nationale Vermögen besser von der Nationalbank oder vom Staat verwaltet werden soll: wer auf den Staat tippt, der könne sich mit der Initiative anfreunden. Wer auf die Nationalbank tippt, eher weniger.

Damit wird die Vollgeld-Initiative zu einer Glaubensfrage.

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109
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    Alle Leser-Kommentare
  • Frey 25.03.2018 18:27
    Highlight Danke, William für den ausgewogenen Artikel. Im letzten Abschnitt (Glaubensfrage) wird die Sache aber unklar. Die Kredite würden weiterhin von den Geschäftsbanken vergeben und die Kreditwürdigkeit wie bisher von diesen eingeschätzt. Die Vermögensverwaltung bliebe dort, wo sie heute ist. Zur Frage steht: Wer steuert die Geldmenge des CHF (im Moment hat die Nationalbank ein kleines Steuerchen für einen grossen Dampfer), die Nationalbank per gesetzlichem Auftrag, oder private Banken mit natürlichen Eigeninteressen.
    Die 2. Frage könnte sein: Bewährt sich das Experiment der Schuldenwirtschaft?
    1 2 Melden
  • Schneider Alex 25.03.2018 07:34
    Highlight An der Vollgeld-Initiative wird kritisiert, dass nicht klar sei, wie die Zentralbank sinnvoll entscheiden könne, um wie viel die Geldmenge in einer bestimmten Periode zunehmen soll. In der Geldmengentheorie war lange klar, dass inflationsfreies Wachstum langfristig nur mit einer Geldmengenerweiterung gemäss dem realen Wachstum einer Volkswirtschaft möglich ist.
    Mit einer Vollgeldreform erlangt die Nationalbank wieder die Kontrolle über die gesamte Geldmenge und kann damit Blasenbildungen, Inflation und überbordendes Wachstum direkt verhindern.
    12 0 Melden
  • trubi 24.03.2018 13:48
    Highlight Die Illustration "Einlegerschutz im Vergleich" (Quelle batz.ch) ist falsch. Der Einlegerschutz des geltenden System bleibt weiterhin bestehen mit Vollgeld, muss dann aber nur noch die Sparguthaben absichern. Die Vollgeld-Initiative entlastet also den Einlegerschutz, welcher heute nur 1.4 % der Guthaben deckt, beträchtlich. Ein klarer Vorteil für die Einzelperson und für die Schweiz!
    13 0 Melden
  • rodolofo 23.03.2018 13:28
    Highlight Noch mehr Fragen und Antworten zum Geld-System:
    http://www.franzhoermann.com/uploads/2/0/1/9/20192907/20110810-das_ende_des_geldes.pdf
    5 3 Melden
  • YvesM 23.03.2018 13:25
    Highlight Wenn die Banken aus dem Nichts Geld schöpfen könnten, warum gehen dann welche Pleite? 🤔
    12 3 Melden
    • Pitsch K. Matter 23.03.2018 15:13
      Highlight Kurz und knapp
      22 1 Melden
    • Tikvaw 23.03.2018 15:41
      Highlight Weil es Maximalgrösseen der erlaubten Schöpfung gibt. Basierend auf:
      - den Mindesteigenmitteln
      - dem Eigenmittelpuffer
      - dem antizyklischen Puffer
      - dem erweiterten antizyklischen Puffer (für grosse CH-Banken)
      - den Zusatz-Eigenmitteln (für Big-to-Fail-Banken, namentlich UBS&CS)
      13 0 Melden
    • o.shry 23.03.2018 15:54
      Highlight Gier
      15 2 Melden
  • Herren 23.03.2018 12:57
    Highlight Zitst: "Mit der Unterstützung Hunderter Freiwilliger, Stand- und Flyeraktionen wollen sie in den kommenden drei Monaten **eine Mehrheit der Stimmbürger** auf ihre Seite ziehen."
    Nein, so funktionieren Volksinitiativen nicht; nicht mal die Abstimmungen. Was hat sich der Autor bei dieser Aussage nur gedacht?
    2 10 Melden
    • c_meier 23.03.2018 18:31
      Highlight Wie funktionieren dann Abstimmungen? Ist zumindest ein Versuch wert aus Sicht der Initianten...
      3 0 Melden
  • sheimers 23.03.2018 12:46
    Highlight Liesse sich das nicht auf freiwilliger Basis realisieren? Man könnte doch eine genossenschaftliche Bank gründen, die auf die Geldschöpfung verzichtet und mit dem Argument der grösseren Sicherheit der Anlage beim Kunden wirbt. - Und welche Auswirkung hätte die Initiative auf die WIR-Bank, welche das pure Gegenteil praktiziert, indem ihre Währung WIR zu null Prozent durch echte Nationalbankfranken gedeckt ist und nur von der Bank geschöpft wird.
    1 1 Melden
  • mogad 23.03.2018 12:34
    Highlight Die Gegner werden mit mindestens diesen Argumenten kommen:
    Wenn die Geschäftsbanken Zins zahlen müssen für Vollgelddarlehen von der Nationalbank wird dies die Kredite verteuern. Die Geschäftsbanken wollen ja auch verdienen an den Krediten.
    Der Finanzindustrie wird durch die zu erwartenden hohen Gewinne der Nationalbank viel Geld entzogen, das dann in die Staatskasse fliesst.

    10 4 Melden
  • marmuel 23.03.2018 12:20
    Highlight Frage: würde das nicht zu einer extremen Deflation führen und womöglich ähnlichen Kursschwankungen wie heute bei Bitcoin? Wieso noch USD halten wenn man auch "echte" CHF haben kann?
    9 2 Melden
    • rodolofo 23.03.2018 16:04
      Highlight Du meinst nach dem Prinzip "Mitgehangen mitgegangen"?
      Wer hat denn dann wen aufgehängt, und wer ist anschliessend einfach gegangen?
      2 0 Melden
  • Bauernbrot (mit ganzen Bauern) 23.03.2018 12:17
    Highlight Was geschieht, wenn man Kredite mit "erfundenem" Geld erteilt und diese mit ebenso "erfundenem" Geld zurück bezahlt werden, hat man ja 2007 gesehen. Bis auf wenige Länder ist die Staatsverschuldung lachhaft hoch, diesem Problem kann man nur mit dem Verleih von "wertlosem" Geld entgegen wirken. Die Vollgeld-Initiative ist das kleinere Übel, wenn man bedenkt was die Zukunft für uns sonst bereit hält.
    29 10 Melden
    • Sandro Lightwood 23.03.2018 14:38
      Highlight Gerade in der Schweiz ist sie vergleichsweise tief. Die Staatsverschuldungsquote sinkt seit Jahren. Gerade hier, wo es so viele Banken hat. Die Staatsschulden machen nicht die Banken, sondern die Staaten selber wegen ihrer Nachfrage nach Geld. Zudem holt der Staat sich i.d.R die Gelder mittels Staatsanleihen / Obligationen. Nicht als Kredit bei einer Bank.
      8 1 Melden
  • Michael Derrer 23.03.2018 12:08
    Highlight Denkt mal darüber nach: Bis in die 1970er wurden Löhne bar in Vollgeld ausbezahlt.
    21 5 Melden
  • Michael Derrer 23.03.2018 12:07
    Highlight Der Titel des Artikels ist falsch: Die Vollgeld-Initiative ist nicht komplex. Vollgeld versteht jeder, da es so funktioniert, wie wir uns ein sinnvolles Geldsystem vorstellen.
    Komplex ist hingegen unser heutiges Geldsystem. Leider obliegt es den Vollgeld-Befürwortern, das komplexe aktuelle System zu erklären - dort hängen dann manche ab.
    48 5 Melden
  • TanookiStormtrooper 23.03.2018 11:56
    Highlight Wird eine Initiative von einem Wilhelm Tell und/oder einer Helvetia enthüllt ist irgendwas faul.
    Seriös und mit Argumenten geht anders.
    36 60 Melden
    • Pisti 23.03.2018 12:20
      Highlight Aber mit dem Namen Tanooki Stormtrooper Kommentare ist dann seriöser?
      Für mich schaut es aus dass du keine Ahnung hast um was es bei der Initiative geht. Aber hauptsache mal deinen Senf dazu gibst.
      25 4 Melden
    • mogad 23.03.2018 12:53
      Highlight Bitte lesen sie den Artikel, oder beide. Da finden Sie die Argumente.
      10 2 Melden
  • demokrit 23.03.2018 11:38
    Highlight Also die Ausschüttung an Kantone unter Punkt 3 ist sehr schlecht erläutert.

    Wenn es sich bei den ausgeschütteten 300 Milliarden um eine Umwandlung von Buch- zu Vollgeld handelt, ist dieses Geld dann nicht bereits über die Geschäftsbanken in Kredite investiert?
    12 5 Melden
  • raphe qwe 23.03.2018 11:38
    Highlight „If it ain‘t broke, don‘t fix it“ Das Bankensystem ist broke. Wir sind immer noch in der Krise vom 2008. Ausstehende Kreditsummen im Immobilienbereich sind in den USA wieder auf Stand 2008. Die UBS haben wir bezahlt, mit unserem Geld, damit wir unser Geld wieder sehen. Ich sage nicht, dass die Initiative diese Probleme löst, dafür verstehe ich nun wirklich zuwenig von der Ökonomie, aber dass unser Bankensystem keinen fix braucht ist ja wohl auch falsch.
    64 8 Melden
    • rodolofo 23.03.2018 16:16
      Highlight Anscheinend verstehen die Ökonomen auch nicht viel mehr von Ökonomie.
      Sonst hätten sie nämlich den Finanz-Crash von 2008 vorhergesehen!
      Haben sie aber nicht.
      Und genauso wenig sehen diese Ökonomen heute den Kollaps unserer Lebensgrundlagen nach einem nie da gewesenen Raubbau durch die zwanghaft wachsende Zinseszins-Wirtschaft vorher, bei der ein globaler Geldadel immer mehr abschöpft und auspresst, während immer mehr Menschen verarmen und Hunger leiden, so wie auch die Natur, gegen die "unsere" Ökonomie Krieg führt, irgendwann zusammenbricht und zur ausgelaugten Wüste verkommt...
      13 7 Melden
    • rodolofo 23.03.2018 22:27
      Highlight @ R.Peter
      Ich sehe die Lösung bei einer Umkehrung der jetzigen Verteilungs-Verhältnisse, die dadurch entstehen, dass das Finanz-System im Ultra-Liberalen Kapitalismus übermächtig geworden ist und sowohl die übrige Wirtschaft, als auch die Politik, den Rechtsstaat, die Wissenschaft und die Medien zu seinen Gunsten dominiert und umfunktioniert.
      Ich lese gerade folgendes:
      http://www.franzhoermann.com/uploads/2/0/1/9/20192907/20110810-das_ende_des_geldes.pdf
      Bei den Lösungen, die der Professor vorschlägt, bin ich noch nicht angekommen.
      Sobald ich soweit bin, kann ich Dir mehr sagen.
      5 1 Melden
  • Daniel Fetz 23.03.2018 10:53
    Highlight Das weltweite Finanzsystem steht vor dem Abgrund. Wir haben einen "Komapatienten", der mit "billigem" Geld am Leben erhalten wird. Hier gibt es nichts mehr zum "Fixieren". 1998 retteten ein paar Banken den Hedgefonds LTCM. 2008 mussten die Banken von den Staaten gerettet werden. 2018(?) können die Staaten das System nicht mehr retten.... Rette sich, wer kann. Ich werde am 10. Juni ein JA in die Urne legen! Welche Lobbisten werden sich in den kommenden Wochen outen (wen stellen sie voran?)
    61 40 Melden
  • Ökonometriker 23.03.2018 10:49
    Highlight Die Initiative würde eine weitere enorme Ausweitung der SNB Bilanz mit sich bringen. Bei einem Crash bliebe die SNB dann einfach auf den faulen Krediten sitzen und so lange es gut geht kassieren die Banken für die Kreditvermittlung. Es sei denn die SNB schätzt extrem konservativ und würgt die Kreditwirtschaft bereits im vornherein ab. Dann haben wir hier aber eine schlimme Krise.

    Lieber die Finanzmarktregulationen so stark vereinfachen, dass es wieder viele kleine Banken mit ein paar Dutzend Angestellten gibt. Wäre der Markt atomisiert, wäre keine Bank too big to fail.
    39 21 Melden
    • Troxi 23.03.2018 11:26
      Highlight Lieber die SNB sitzt auf dem Kredit, als dass ich mit meinem Sparheft bei der Geschäftsbank, wie damals die Leihkasse Thun, für den Kredit, auf den ich keinen Einfluss habe, bürgen würde. Setzen wir die Initiative von 1891 auf die heutige Zeit um mit einem Ja zur Vollgeldinitiative!
      38 13 Melden
    • Michael Derrer 23.03.2018 12:12
      Highlight Die Vollgeld-Initiative hilft kleinen Banken, da die Regulierung abgebaut werden kann und die Grossbanken Ihren antuellen To-big-to-fail Vorteil nicjt mehr missbrauchen können.
      15 7 Melden
    • Ökonometriker 23.03.2018 12:48
      Highlight @Troxi: Dein Sparheft ist bis zu einem Betrag von 100k geschützt.
      Andere Anlageklassen wie Wertschriften gehören ohnehin ganz Dir, die Bank bewahrt sie nur für Dich auf.
      Die Gesetze haben sich seit Thun geändert...

      Zudem würde die SNB auf das Sparheft Negativzinsen verlangen. Rechnet man den Erwartungswert der Vermögensentwicklung fahren sparer also massiv schlechter.
      10 11 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • demokrit 23.03.2018 10:42
    Highlight Weshalb würden mit der Annahme Bankdienstleistungen teurer?
    16 6 Melden
    • Ijen 23.03.2018 11:49
      Highlight Weil die Banken die Konten für den Zahlungsverkehr gemäss Initiative künftig ausserhalb ihrer Bilanz führen müssen - wie Geld in einem Bankschliessfach. Sie können also nicht damit arbeiten und z.B. einen Zins erwirtschaften. Alle Kosten für Ein- und Auszahlungen etc. plus eine Marge würden deshalb direkt den Kunden in Rechnung gestellt.

      PS: Die Banken könnten theoretisch heute schon solche Konten anbieten. Tun sie aber nicht, weil es für sie und auch für die Kunden extrem unattraktiv ist.
      22 4 Melden
    • Cris Schmid 23.03.2018 12:18
      Highlight Dass Bankdienstleistungen teurer würden, ist eine Angstmache der Gegner.
      Tatsache ist, private Banken können sich heute schon GRATIS von der Nationalbank Geld ausleihen - falls sie nicht genügend Spareinlagen von Kunden haben - es spielt für sie also keine Rolle ob sie Geld selber herstellen oder gratis ausleihen.
      14 11 Melden
    • demokrit 23.03.2018 13:06
      Highlight Ausserhalb ihrer Bilanz?
      7 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Zuettu 23.03.2018 10:40
    Highlight "Man dürfe das Finanzsystem nicht leichtfertig in ein Experimentierfeld verwandeln"

    Und was genau ist es heute?
    86 12 Melden
    • Mermegil Schweiz 23.03.2018 12:01
      Highlight ein experimentierfeld mit leichtsin ;)
      39 4 Melden
    • Cris Schmid 23.03.2018 12:20
      Highlight Was die Gegner natürlich verschweigen ist dass es im Finanzsystem BEREITS HEUTE Vollgeld gibt (=elektr. Geld der Nationalbank(en)). Banken tätigen mit Vollgeld ihre Zahlungen untereinander (BIC-System).
      Banken haben also bereits Vollgeld, wir Bürger sind aber noch auf das unsichere, selbergemachte Geld der Banken angewiesen.
      Wieso bezahlen sich Banken untereinander wohl nicht mit selbergemachtem Geld?
      29 4 Melden
  • ResSprecher 23.03.2018 10:30
    Highlight Vollgeld ist kein Experiment, es wurde 1891 mit dem Notenbankartikel schon mal angenommen und mit der Inbetriebnahme der Nationalbank 1907 umgesetzt. seither gibt es die Schweizer Banknote der SNB, damit wurden die vorher von Privatbanken selbst hergestellten Noten verboten.

    Bis in die 70er Jahre wurden Löhne und Gehälter Bar in "Vollgeld" ausbezahlt. Der sFr hat sich ab 1907 sehr gut bewährt, er hat sogar die Weltwirtschaftskrise der 20er Jahre überstanden.

    Die Vollgeld-Initiative ist darum kein Experiment, sondern ein notwendiger Schritt um unser sFr und unsere Wirtschaft zu sichern.
    155 73 Melden
    • mogad 23.03.2018 12:52
      Highlight Werden wir noch mehr Luftgeld in Umlauf haben, wenn das Bargeld abgeschafft wird?
      3 1 Melden
    • ResSprecher 23.03.2018 15:58
      Highlight Heute haben wir ja ca 10% Münzen,Noten und Buchgeld der SNB im System, die restlichen 90% sind von Privat/Geschäfts-Banken via Kreditvergabe geschöpftes Buchgeld (Luftgeld).

      Bei Ablehnung der VGI hätten wir durch eine Bargeldabschaffung tatsächlich kein legitimes Gesetzliches Zahlungsmittel mehr, nur noch wie Sie schreiben "Luftgeld"
      5 0 Melden
  • nakasara 23.03.2018 10:24
    Highlight never touch a running system? but why not create a whole new, that works???????

    also ich bin dafür, sehe es aber dennoch kritisch. Banken könnten so keine milliarden-boni mehr auszahlen, irgendwe muss ich ja die garage mit ferraris vollstopfen.
    37 30 Melden
    • Cris Schmid 23.03.2018 12:21
      Highlight Banken könnten ihre Garagen immer noch mit Ferraris vollstopfen, und auch hemmungslos spekulieren, aber eben nur wenn sie das Geld dafür auch tatsächlich haben :)
      Und wir Bürger brauchen mit Vollgeld Banken auch nicht mehr zu retten, falls das Gezocke schliefläuft.
      14 1 Melden
    • mogad 23.03.2018 13:12
      Highlight Weil die fetten Milliardengewinne dann an die Nationalbank gehen und von dort zum verhassten Staat. Geht ja gar nicht. Der Staat als nützlicher Idiot soll den Crash des Finanzsystems nicht verhindern, er soll ihn lediglich ausbaden, wenns dann wieder so weit ist.
      8 4 Melden
    • Marco86 23.03.2018 13:13
      Highlight Genau, alle Bankangestellten erhalten schliesslich Milliardenboni...

      An der Finanzbranche hängen sehr viele Normalverdiener die mit ihrem Lohn eine Familie ernähren müssen. Mit der faktischen Verstaatlichung des Aktiv/Passivgeschäfts sind diese Stellen in Gefahr.


      1 18 Melden
  • a-minoro 23.03.2018 10:13
    Highlight Hat an der Urne keine Chance (Prognose: 70-80% Nein). Next!
    33 49 Melden
    • Flötist 23.03.2018 11:05
      Highlight Hatte das Frauenstimmrecht im ersten Anlauf auch nicht. So what?
      31 4 Melden
    • a-minoro 23.03.2018 13:14
      Highlight Zugegeben, ich habe mich noch gar nicht in die Materie eingelesen. Habe lediglich kurz überflogen, um was es geht, wer dafür und wer dagegen ist. Aufgrund dessen habe ich diese Prognose in den Raum geworfen.

      Diskussionen tun in jedem Fall not, egal zu welchen Themen. Aber kann man heute denn nicht mal mehr ohne die Volksinitiative im Rücken diskutieren?
      7 5 Melden
    • aglio e olio 23.03.2018 14:07
      Highlight Sehe ich auch so. Der Durchschnittswähler hat meist keine Lust sich tiefer damit zu beschäftigen. Aus der Unwissenheit folgt Die Angst irgendwas zu verlieren. Man kann sich nicht vorstellen was passieren könnte. Also lieber beim Alten bleiben.
      Da meint man zu wissen was man hat. Typisch Mensch.
      6 1 Melden
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  • Gregor Dietrich 23.03.2018 09:59
    Highlight Vollgeld: Öffentliche Geldherstellung und private Kreditvergabe. Wer Kredite vergibt soll nicht gleichzeitig das Geld für die Kredite herstellen können.
    52 8 Melden
    • mogad 23.03.2018 13:08
      Highlight Und warum nicht? Weil die Nationalbank die Kredite abdeckt, die nicht zurückgezahlt werden und nicht die Geschäftsbank. Die Nationalbank kann nicht Konkurs gehen, im Gegensatz zur Geschäftsbank. Vorteil: das Risiko einer Bankenpleite wird dadurch viel kleiner und das Geld der Kleinsparer ist sicherer.
      6 4 Melden
  • Graf Von Mai 23.03.2018 09:55
    Highlight Lasst das Geld Geld sein. In Zukunft werden wir sowieso hauptsächlich „digitales Geld“ über irgendwelche Blockchains, etc. verwenden. Der Vorteil daran? Die Menge ist begrenzt und Geschäftsbanken können nicht mehr Geld aus der Luft schaffen. Diese Initiative ist m. M. n. heute nicht mehr durchzusetzen, da die Folgen wahrscheinlich zu extrem wären. Und an alle Leute die jetzt was davon reden, dass ihr Blockchain und Konsorten nicht versteht, ihr habt gerade einen Text gelesen welches euch euer in die Wiege gelegtes Geld erklärt.
    5 45 Melden
    • Marco86 23.03.2018 13:21
      Highlight Auf aus der Luft erschaffene Digitalwährungen obskurer Firmen setzten ist sicherer?

      Jedes meiner Häufchen ist einmalig, sprich begrenzt, haben aber keinen inneren Wert (ausser etwas Biomasse): somit würden sie sich wohl auch als alternative Währung eignen...
      5 0 Melden
  • Pitsch K. Matter 23.03.2018 09:51
    Highlight Das kriminelle an unserem heutigen System ist, dass die privaten Banken Geld aus dem nichts erzeugen und dafür Zinsen verlangen. Wenn 90% des Geldes aus der Luft gegriffen sind, wo kommen die Zinsen her?
    58 19 Melden
    • walsi 23.03.2018 12:32
      Highlight Deswegen braucht es Inflation, damit die Zinsen bedient werden können.
      4 1 Melden
    • Abnaxos 23.03.2018 12:41
      Highlight Die Zinsen *sind* (ein Teil des) neu erschaffenen Geldes.

      Eine Banknote ist ein Schuldschein, sie bescheinigt, dass die SNB dir soundsoviel Geld schuldet.

      Wenn du einen Kredit aufnimmst, schuldest du einer Bank soundsoviel Geld. Später schuldest du der Bank soundsoviel+Zins Geld. Der Zins ist neu erschaffenes Geld, aus dem Nichts einfach so entstanden.
      8 0 Melden
    • mogad 23.03.2018 13:09
      Highlight Die Zinsen für das Luftgeld sind dann eben Vollgeld. Das braucht die Bank ja auch.
      2 5 Melden
  • Siebenstein 23.03.2018 09:43
    Highlight "Weil die letzte Lektion in Finanzwissenschaften vielleicht schon länger her ist..."

    Der war gut 😂
    17 2 Melden
  • Bufzgi 23.03.2018 09:30
    Highlight Ich war mal ganz zu Beginn der Unterschriftensammlung für die Initiative an einer Veranstaltung für Interessierte.
    Schon damals zirkulierte die Zahl von 300 Milliarden Franken an Ausschüttung an Bund, Kantone etc.
    Ich bin Laie was Finanz- oder Volkswirtschaft betrifft, aber würde diese enorme Ausschüttung nicht irgendwelche negative Konsequenzen nach sich ziehen (Geldentwertung?) .
    Wäre mal froh, um etwas Aufklärung, was diesen konkreten Punkt betrifft.
    Danke :)

    Btw: Netter Artikel, guter Einstieg für die weitere Diskussion / Recherche
    119 7 Melden
    • ThomasMayer 23.03.2018 10:07
      Highlight Die Zahl ist in dem Artikel etwas falsch dargestellt. 300 Milliarden ist die Menge an Schweizer Franken die im langen Blick auf alle Fälle von der Wirtschaft benötigt wird, sozusagen der Basis-Geldbedarf. Dieser könnte theoretisch von der SNB an Bund, Kantone oder BürgerInnen ausbezahlt werden. Das ist also die theoretische Maximumsumme, die im Laufe einiger Jahrzehnte ausbezahlt werden könnte. Die SNB hat als Hauptziel die Geldwertstabilität. Sie wird also nur dann neues Geld auszahlen, soweit das dafür angesagt ist und sie wird vorsichtig damit umgehen.
      28 2 Melden
    • Ostberg 23.03.2018 10:16
      Highlight Diese 300 Milliarden sind das heutige 90%-Luftgeld, das am Tag X der Umstellung "echt" wird, also offiziell von der SNB geschöpft. Die Geldmenge wird dadurch nicht erhöht, eine Geldentwertung ist nicht zu erwarten.
      33 3 Melden
    • Baffes 23.03.2018 10:44
      Highlight Die Frage ist in wie weit das der Deflation entgegen wirken würde. Aktuell ist ja eine gewisse Inflation gewollt eben aus dem Grund heraus das von Banken Geld erschaffen wird. Wenn Kredite in Zulunft voll gedeckt sein müssten, wäre das im ersten Moment eine Deflation weil die Banken nicht einfach Geld verleihen können welches gar nicht vorhanden ist.
      6 3 Melden
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  • Loeffel 23.03.2018 09:29
    Highlight Angenommen wir stimmen ja. Was passiert dann mit den 90% „Luftgeld“ die im heutigen System sind?
    161 5 Melden
    • Gregor Dietrich 23.03.2018 09:56
      Highlight Das privat hergestellte Bankengeld wird in gesetzliches Zahlungsmittel umgewandelt. Die Geldmenge beibt gleich!
      www.BankenKnacker.ch
      25 0 Melden
    • ThomasMayer 23.03.2018 10:10
      Highlight Das bestehende elektronische Bankengeld wird in Vollgeld der Nationalbank umgewandelt. Das "Luftgeld" wird also zu "Vollgeld". Bei der Umstellung verschwindet kein Geld. Das ist wichtig, denn sonst wäre diese nicht umsetzbar. Langfristig kann dann die Nationalbank die Geldmenge wieder mehr mit der realten Wirtschaft in Einklang bringen und die Banken können kein "Luftgeld" mehr schaffen.
      34 4 Melden
    • Ostberg 23.03.2018 10:11
      Highlight Am Tag X der Umstellung wären diese 90% Luftgeld echtes Geld. Ab dann schulden die Banken dieses Geld der SNB. Die SNB kann dann entscheiden, ob die Banken das zurückzahlen sollen oder nicht. Wenn die SNB hohe Zinsen dafür verlangt, werden die Banken mehr zurückzahlen als wenn die Zinsen gegen 0 sind. So kann die SNB die Geldmenge viel besser steuern als heute, für das Wohl der gesamten Wirtschaft der Schweiz, nicht nur für die Finanzwirtschaft wie heute!
      29 7 Melden
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  • blaubar 23.03.2018 09:21
    Highlight «If it ain't broke, don't fix it»

    Wenn man davon profitiert, will man natürlich nichts daran ändern. Im Klartext: Banken können einfach Geld erfinden, aus dem Nichts! Private Banken!
    Überlegt mal, was das für den effektiven Wert des Geldes bedeutet.
    109 109 Melden
    • Ramsay Snow 23.03.2018 09:54
      Highlight Thomas Jordan und die SNB würden mehr profitieren, wenn nur noch sie Buchgeld rausbringen könnten. Deine Aussage macht nicht viel Sinn.
      19 10 Melden
    • Seebueb 23.03.2018 10:36
      Highlight Ganz so einfach ist es nicht. Wenn es so wäre, würde jede Bank einen unendlich hohen Gewinn machen. In der Praxis können die Banken nur bis zu einem gewissen Grad Geld "erfinden". Die Grenzen setzen die Spielregeln zu Eigenkapital und Mindestreserven. Hier ist die Politik gefordert, die Regeln so zu erlassen, dass keine Kreditblasen entstehen. Andererseits können die Banken nur dann Geld schaffen, wenn auch eine Nachfrage nach Krediten besteht. Das entscheiden letztlich nicht die Banken, sondern Unternehmen, Staatliche Institutionen und Konsumenten.
      18 1 Melden
    • who cares? 23.03.2018 11:17
      Highlight Watson sollte vielleicht noch einen separaten Artikel zu diesem Thema machen. Der breiten Bevölkerung und den Kommentatoren hier ist der Mechanismus, mit dem Geld geschöpft wird nicht bekannt.

      Wenn mir jemand sagt, Banken erfinden einfach Geld, dann würde ich auch JA stimmen. Aber das Ganze ist viel komplexer.
      12 3 Melden
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  • Scaros_2 23.03.2018 09:19
    Highlight Und so was harmoniert natürlich auf der globalen wirtschaftebene.

    Ist ja gut gemeint aber international bringt uns das nicht weiter
    22 47 Melden
    • Gregor Dietrich 23.03.2018 09:57
      Highlight Mit Vollgeld werden alle Konten der Bankkunden und die der Unternehmen aus den Bankbilanzen gerettet. Was das uns nützt? Warte doch auf die nächste Krise. Dann merkst du den Unterschied.
      28 8 Melden
    • ThomasMayer 23.03.2018 10:11
      Highlight International ist die Umstellung auf Vollgeld überhaupt kein Problem, denn Devisenhandel funktioniert heute schon mit Vollgeld der Nationalbank. Da ändert sich gar nichts.
      22 4 Melden
    • Wilhelm Dingo 23.03.2018 10:13
      Highlight Es würde eine Lawine lostreten, aber ein positive heilsame. Allerdings dürfte es sehr mächtige Turbulkenzen geben, weil die sehr mächtigen, bisherigen Profiteure (Banken) dem nicht klaglos zusehen würden.
      14 10 Melden
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