DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Republican U.S. presidential nominee Donald Trump appears at a campaign rally in Ambridge, Pennsylvania, October 10, 2016.   REUTERS/Mike Segar

Kämpferisch trotz mieser Lage: Donald Trump am Montag in Pennsylvania. Bild: MIKE SEGAR/REUTERS

Trump nach Debatten-Fail im freien Fall – wird der Wahlkampf jetzt ganz übel?



Im US-Wahlkampf 2016 ist nichts unmöglich. Eine Faustregel allerdings gibt es: Donald Trump schafft es immer wieder, einen vermeintlichen Tiefpunkt in Sachen Niveau nochmals zu unterbieten. Neustes Beispiel war die zweite Fernsehdebatte mit Hillary Clinton am Sonntagabend in St.Louis, die nach Ansicht vieler Beobachter so hässlich verlief wie kein Duell zuvor.

abspielen

Trump droht Clinton mit Gefängnis. Video: streamable

Der Republikaner, der seit der Veröffentlichung des «Muschigrabscher»-Videos am Wochenende mit dem Rücken zur Wand steht, feuerte einen Giftpfeil nach dem anderen auf seine Kontrahentin ab, die zeitweise nicht wusste, wie ihr geschah. Clinton behielt die Fassung und ging gemäss den Post-Debatten-Umfragen als Siegerin aus der Schlammschlacht hervor.

Der Immobilienunternehmer aber lässt nicht locker. Das verheisst wenig Erfreuliches für die vier Wochen bis zur Wahl. Denn die Negativmeldungen für Donald Trump häufen sich:

Miese Beliebtheitswerte

In den Umfragen befindet sich Trump im freien Fall. Eine Erhebung von NBC News und Wall Street Journal sieht ihn bei 35 Prozent, während Hillary Clinton auf 46 Prozent kommt. Berücksichtigt sind dabei die beiden Drittpartei-Kandidaten Gary Johnson (Liberäre) und Jill Stein (Grüne). Im Direktvergleich liegt Trump sogar 14 Prozent hinter Clinton.

Bild

Seit es Meinungsforschung in der heutigen Form gibt, hat laut Politico noch nie ein Kandidat die Wahl gewonnen, der im Oktober mehr als vier Prozent Rückstand aufwies. Ronald Reagan hatte dies 1980 gegen den amtierenden Präsidenten Jimmy Carter geschafft. Das Prognosemodell Fivethirtyeight, das für seine hohe Trefferquote bekannt ist, gibt Clinton eine Siegeschance von 83 Prozent. Auch im wichtigen Swing State Ohio, wo sie lange hinten lag, ist sie klar in Führung.

Partei in Panik

Schon vor dem Auftauchen des Skandalvideos haben sich prominente Republikaner von ihrem Präsidentschaftskandidaten abgewandt. Diese Absetzbewegung hat sich seither verstärkt. John McCain, der Kandidat von 2008, teilte am Wochenende mit, er und seine Frau würden Trump nicht wählen. Paul Ryan, der Vorsitzende des Repräsentantenhauses und mächtigste Republikaner in Washington, erklärte am Montag, er werde keinen Wahlkampf mehr mit Trump machen.

Dahinter steckt die pure Panik: Die Republikaner fürchten, dass Trump sie mit in den Abgrund reissen und die Mehrheit im Senat und vielleicht sogar im Repräsentantenhaus kosten wird. Geschürt wird diese Angst durch die NBC/WSJ-Umfrage: 49 Prozent wollen, dass die Demokraten die Kontrolle über den Kongress übernehmen. Nur 42 Prozent sind für die Republikaner. Donald Trump reagierte auf seine Art, er schimpfte auf Twitter über die «selbstgerechten Heuchler».

Clinton buhlt um Republikaner

abspielen

Republikanerin gegen Trump. Video: YouTube/Hillary Clinton

Die Kandidatin der Demokraten versucht, die Gunst der Stunde zu nutzen. Sie hat am Montag mehrere Werbevideos veröffentlicht, in denen Mitglieder der republikanischen Partei auftreten, die Hillary Clinton wählen wollen. Darunter befindet sich die Mutter eines autistischen Jungen, die erklärt, ihr Sohn könne «nicht in der Trump-Welt leben». Die Botschaft könnte verfangen: Laut der erwähnten Umfrage wollen nur 72 Prozent der eingeschriebenen Republikaner Trump wählen.

Bush für Clinton

NEW YORK, NY - NOVEMBER 19:  Lauren Bush Lauren (L) and David Lauren attend the 2014 Whitney Gala presented by Louis Vuitton at The Breuer Building on November 19, 2014 in New York City.  (Photo by Andrew H. Walker/Getty Images for Whitney Museum of American Art)

Lauren Bush Lauren und Ehemann David Lauren. Bild: Getty Images North America

Der Bush-Clan, die «First Family» der Republikaner, macht kein Geheimnis aus seiner Abneigung gegen Donald Trump. Das neuste Mitglied, das sich zur Wahl von Hillary Clinton bekennt, ist das Model Lauren Bush Lauren, eine Enkelin von George Bush senior und Nichte von George W. Bush. Ihr eigenartiger Name ist leicht zu erklären: Lauren ist ihr Vorname und der Nachnahme ihres Ehemannes David. Er ist ein Sohn von Mode-Tycoon Ralph Lauren. Hillary Clinton wiederum trägt in letzter Zeit mit Vorliebe dessen Hosenanzüge, so auch in den beiden TV-Debatten.

Aus für Casino

1 / 10
Trump Taj Mahal wird geschlossen
quelle: ap/ap / mel evans
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Eine weitere Hiobsbotschaft gab es für Donald Trump am Montag aus Atlantic City. In der Glücksspielstadt an der US-Ostküste machte das Megacasino Trump Taj Mahal nach einem monatelangen Streik definitiv dicht. Trump hatte es 1990 als «achtes Weltwunder» eröffnet, doch wirklich profitabel war es nie. Zwar gehörte es ihm seit einiger Zeit nicht mehr, er hat es dem Investor Carl Icahn verkauft, doch das Taj Mahal trug weiterhin seinen Namen.

Buffett kontert Steuervorwürfe

Starinvestor Warren Buffett hält gar nichts von Donald Trump. Dieser zahlte es ihm in der Debatte am Sonntag heim. Er beschuldigte Buffett, «massive Steuerabschreibungen» für sich auszunutzen. Am Montag schoss Warren Buffett zurück. Der Milliardär legte offen, dass er 2015 auf 11.6 Millionen Dollar Bruttoeinkommen 1,8 Millionen Bundessteuern gezahlt habe. Grund für den relativ geringen Steuersatz sei der Abzug von 3.5 Millionen Dollar an gemeinnützigen Spendengeldern.

Berkshire Hathaway Chairman and CEO Warren Buffett cheers as he and Democratic presidential candidate Hillary Clinton arrive at a rally at Omaha North High Magnet School in Omaha, Neb., Monday, Aug. 1, 2016. (AP Photo/Andrew Harnik)

Warren Buffett unterstützt Hillary Clinton. Bild: Andrew Harnik/AP/KEYSTONE

Donald Trump weigert sich hartnäckig, seine Steuerklärung zu veröffentlichen. Enthüllungen der «New York Times» lassen vermuten, dass er jahrelang gar keine Steuern bezahlt hat. Der 86-jährige Warren Buffett hingegen betonte, er habe seit seinem 13. Lebensjahr jedes Jahr Bundessteuern bezahlt und sich im Gegensatz zu Trump nie des Verlustvortrags bedient.

Gibt Trump auf?

Im Gegenteil, er Republikaner fühlt sich laut US-Medien nach dem «Liebesentzug» seiner Partei frei, sein Ding durchzuziehen. Eine Kostprobe gab er an einem Wahlkampfauftritt am Montag im Bundesstaat Pennsylvania, als er eine Salve an Angriffen gegen Hillary Clinton abfeuerte und sich dabei auf die von Wikileaks veröffentlichten Mails bezog, die aus dem vermutlich von Russen gehackten Konto von Clintons Wahlkampfleiter John Podesta stammen.

abspielen

Trump greift Clinton massiv an. Video: YouTube/Associated Press

Im Clinton-Camp ist die Gefühlslage zwiespältig. Einerseits verfolgt man die Implosion der Trump-Kampagne mit Genugtuung. Gleichzeitig stellt man sich laut CNN darauf ein, dass die Schlussphase des Wahlkampfs übel werden dürfte. Hillary Clinton selbst hatte unmittelbar nach der Debatte erklärt, sie habe nicht damit gerechnet, mit derart vielen Unwahrheiten konfrontiert zu werden. Und noch steht ein weiteres Duell an, am 19. Oktober in Las Vegas.

Und dann noch dies

Video: watson.ch

Am Rockfestival Desert Trip im kalifornischen Indio, einem Stelldichein zahlreicher Rocklegenden, gab Pink-Floyd-Mitbegründer Roger Waters seinen eigenen Kommentar zum Wahlkampf ab. Er liess ein aufblasbares Schwein steigen, das Donald Trumps Konterfei und die Aufschrift «Fuck Trump and his Wall» zeigte. Dazu spielte Waters unter anderem den Kulthit «Another Brick in the Wall».

US-Wahlen 2016

Hacker-Magazin setzt «Kopfgeld» für Donald Trumps Steuererklärung aus

Link zum Artikel

Clinton erklärt sich: Weshalb sie ihre Erkrankung vorerst verschwiegen hat

Link zum Artikel

Ein «politisches Erdbeben im Wahlkampf»: Der oberste US-Richter Antonin Scalia ist gestorben 

Link zum Artikel

Seit 40 Jahren wird Hillary Clinton niedergemacht – der Grund ist stets derselbe: Sie hat keinen Penis 

Link zum Artikel

Aggressiv vs. gelassen: Hitzige erste TV-Debatte zwischen Trump und Clinton

Link zum Artikel

Dieses clevere Cartoon beschreibt den Unterschied zwischen Clinton und Trump perfekt

Link zum Artikel

US-Wahlen: Trump bezeichnet Irak-Krieg als «dicken, fetten Fehler»

Link zum Artikel

Obama warnt: Trump ist nicht imstande, «den Job zu machen»

Link zum Artikel

Melania Trump hält ihre erste grosse Rede – und klaut mehrere Absätze von Michelle Obama

Link zum Artikel

Hillary Clinton gerät ins Wanken – jetzt muss sie in den Debatten glänzen

Link zum Artikel

«Hast du die Verfassung überhaupt gelesen?» – Dieser muslimische Vater fertigt Trump so richtig ab

Link zum Artikel

100 nackte Frauen gegen Donald Trump

Link zum Artikel

Meg Whitman, Milliardärin und Republikanerin, wechselt die Seite und stimmt für Clinton   

Link zum Artikel

Trump hatte Recht: Veranstalter räumt Mikrofon-Panne bei TV-Debatte ein 

Link zum Artikel

Die wirklich gefährliche Revolution findet in den USA statt – und Ted Cruz ist ihr «Robespierre»

Link zum Artikel

«The Donald» im Aufwind – Trump überholt in Umfrage Clinton

Link zum Artikel

Die Trump-Show in Cleveland beginnt mit Chaos und Peinlichkeiten

Link zum Artikel

Du glaubst, am Ende wird schon alles gut und Trump verliert gegen Hillary? Hmm ...

Link zum Artikel

Donald Trump öffnet (erst jetzt) sein Portemonnaie: «Wir werden 2 Millionen Dollar pro Woche in den Wahlkampf stecken»

Link zum Artikel

Trump will Einreiseverbot für Muslime – Obama nominiert islamischen Richter für Bundesgericht

Link zum Artikel

Pivot, bigot und alt-right: Diese drei Begriffe müsst Ihr kennen, wenn ihr die US-Wahlen verstehen wollt

Link zum Artikel

«Was ist Aleppo?» Libertärer US-Präsidentschafts-Kandidat blamiert sich am TV bis auf die Knochen

Link zum Artikel

Warum ist Hillary Clinton eigentlich so unbeliebt? 7 Gründe und wie plausibel sie sind

Link zum Artikel

Worst of Donald Trump: Die irrsten Sprüche des künftigen (?) US-Präsidenten

Link zum Artikel

Hillary Clinton im 50:50-Glück: Münzwurf sichert der Demokratin knappen Vorsprung

Link zum Artikel

Die Rechtsextremen entdecken die Comedy

Link zum Artikel

«Ich bin ein wütender, alter, reicher Mann!» – Wer hat's gesagt? Trump oder Burns?

Link zum Artikel

Wir sind mitten in den US-Vorwahlen und du verstehst nur Bahnhof? Dann schau dir dieses Video an

Link zum Artikel

Clintons sonderbare Nähe zur Wall Street – Wikileaks veröffentlicht Redeauszüge

Link zum Artikel

Wie zwei Brüder die mächtigste Propaganda-Maschine der USA schufen – und Trump jetzt daran rüttelt

Link zum Artikel

Clinton erringt Punktsieg gegen Trump: Die 16 wichtigsten Fragen und Antworten zur TV-Debatte

Link zum Artikel

Schlechter Verlierer: So versucht Trump seine Niederlage schönzureden

Link zum Artikel

Nach Trump-Sieg treten prominente Republikaner aus und sagen #ImWithHer (ja, mit Hillary ...)

Link zum Artikel

Exklusiv! Donald J. Trump spricht mit watson

Link zum Artikel

Die Angestellten grosser Schweizer Firmen unterstützen Donald Trump

Link zum Artikel

Junge Frauen verschmähen Hillary Clinton – weil «die Jungs bei Bernie sind»?

Link zum Artikel

«Ein Sack von Kläglichen»: Clinton sorgt mit Attacken gegen Trump-Anhänger für Aufregung

Link zum Artikel

US-Demokraten schreiben Geschichte: Hier kürt Sanders eine Frau zur Präsidentschaftskandidatin

Link zum Artikel

Donald Trump rettet die US-Medien – und was ist mit Roger Köppel bei uns?

Link zum Artikel

Tennisbälle sind am Republikaner-Parteitag verboten – einmal dürft ihr raten, was erlaubt ist

Link zum Artikel

Donald Trump macht Ted Cruz salonfähig – das macht ihn so gefährlich

Link zum Artikel

Robert De Niros Hasstirade gegen Trump: «Ich möchte ihm eine reinhauen»

Link zum Artikel

Donald Trumps kreativer Umgang mit der Wahrheit: 5 krasse Lügen aus der TV-Debatte

Link zum Artikel

Genug von Trump und Hillary? Dieser dritte Kandidat hat ein Wörtchen mitzureden – obwohl er chancenlos ist

Link zum Artikel

Präsident Trump? 11 Mythen zum US-Wahlkampf – und was von ihnen zu halten ist

Link zum Artikel

Entfesselter Obama am Parteikongress: «Ja, sie kann es»

Link zum Artikel

Trump rutscht auf der «Forbes»-Liste ab – er ist doch nicht so reich

Link zum Artikel

Der neue Wohlstands-Faschismus ist da – und auch die alte Unfähigkeit, dagegen anzukämpfen

Link zum Artikel

Donald Trump preist die Führungskraft von Kreml-Chef Putin

Link zum Artikel

Hillary Clinton bricht Auftritt bei 9/11-Feier wegen Kreislaufproblemen ab

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

FBI durchsucht das Haus von Rudy Giuliani – ist Trump der nächste?

Die Aktion des FBI könnte der Auftakt zur Abrechnung mit der Trump-Regierung werden.

Der Refrain eines bekannten Liedes von Leonhard Cohen lautet: «First we take Manhattan, then we take Berlin.» Ersetze Berlin mit Washington – und du hast das passende Motto für die Ereignisse, die sich am frühen Mittwochmorgen an der Madison Avenue und der Park Avenue in New York abgespielt haben: Agenten des FBI haben die Wohnung und das Büro von Rudy Giuliani durchsucht und dabei elektronische Geräte beschlagnahmt.

Giuliani ist nicht irgendwer. Er hat selbst einmal die Zweigstelle des …

Artikel lesen
Link zum Artikel