International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Republican U.S. presidential candidate Donald Trump appears onstage in a blaze of lights at the Republican National Convention in Cleveland, Ohio, U.S. July 18, 2016. REUTERS/Mike Segar

Donald Trump erscheint auf der Bühne in Cleveland.
Bild: MIKE SEGAR/REUTERS

Die Trump-Show in Cleveland beginnt mit Chaos und Peinlichkeiten

Ein Aufstand der Trump-Gegner, eine «abgekupferte» Rede und bizarre Auftritte: So haben sich die US-Republikaner den Auftakt zu ihrem Parteitag kaum vorgestellt.



Mit Aufrufen zur Einigkeit und Siegeszuversicht hat am Montag der Parteitag der US-Republikaner in Cleveland begonnen. Bereits am ersten Tag aber wurde die «Krönungsmesse» für Donald Trump von Misstönen begleitet. Dessen innerparteiliche Gegner unternahmen einen letzten und ziemlich hoffnungslosen Versuch, die Nominierung des Immobilienmoguls zu verhindern.

Bei dem Streit ging es konkret um die Regel, die die grosse Mehrheit der 2472 Delegierten beim Votum über den Kandidaten an die Ergebnisse der Vorwahlen bindet. Diese hatte der New Yorker Quereinsteiger aus der Geschäftswelt mit klarer Mehrheit gewonnen. Die Trump-Gegner wollten erreichen, dass alle Delegierten frei über den Kandidaten abstimmen dürfen.

Republican National Convention delegates yell and scream as the Republican National Committee Rules Committee announces that it will not hold a recorded vote on the Rules Committee's Report and rejects the efforts of anti-Trump forces to hold a roll-call vote, at the Republican National Convention in Cleveland, Ohio, U.S., July 18, 2016. REUTERS/Brian Snyder

Wütende Trump-Gegner protestierten gegen das Abstimmungsprozedere.
Bild: BRIAN SNYDER/REUTERS

Ihre Aussichten waren von vornherein wenig realistisch. Sie reklamierten allerdings, sie hätten genügend Unterschriften, um eine Abstimmung über die Nominierungsregularien mit Durchzählung aller Delegierten zu erreichen. Dennoch liess die Parteitagsleitung nur per Akklamation darüber abstimmen und verkündete dann, die Regeln seien in der bestehenden Form gebilligt worden.

Daraufhin brachen hunderte Trump-Gegner in lautstarken Protest aus. «Schande, Schande»-Rufe ertönten, einige Delegierte verliessen die Halle. Anhänger des Milliardärs konterten mit den Rufen «Trump, Trump». Der frühere Senator Gordon Humphrey, einer der Initiatoren des Vorstosses, sagte, er sei über den fehlenden Rückhalt «nicht überrascht, aber empört».

Die Versammlung verlief danach ohne grössere Zwischenfälle. Höhepunkt war der Auftritt von Trumps Gattin Melania. In ihrer Ansprache versuchte die gebürtige Slowenin, das Hardliner-Image ihres Angetrauten weichzuspülen und seine grossherzige Seite zu betonen. Am Ende aber sprach kaum jemand über den Inhalt von Melania Trumps Rede, sondern vorab über die Tatsache, dass sie anscheinend ganze Passagen von First Lady Michelle Obama abgekupfert hatte.

abspielen

Steve Kings kontroverse Aussage.
YouTube/Chase Odenkirk

Eine weitere Peinlichkeit ereignete sich am Rande des Parteitags. In einer Fernsehdebatte liess sich der Kongressabgeordnete Steve King aus Iowa zur Aussage hinreissen, Weisse hätten mehr für den Fortschritt der menschlichen Zivilisation geleistet als andere «Untergruppen» von Menschen. Er reagierte mit diesem Votum auf die Kritik an der Tatsache, dass die Führung der republikanischen Partei ausschliesslich aus Weissen besteht.

Allerdings ist Steve King einschlägig vorbelastet. Er reichte im Repräsentantenhaus einen – erfolglosen – Vorstoss ein, mit dem er verhindern wollte, dass die Anti-Sklaverei-Aktivistin Harriet Tubman auf der 20-Dollar-Note verewigt wird. Und auf seinem Schreibtisch steht eine Flagge der Konföderierten – obwohl Iowa im Sezessionskrieg zu den Nordstaaten gehört hatte. Auftritte wie jener von King festigen das Image der Republikaner als Partei wütender (männlicher) Weisser.

Comedian Stephen Colbert clowns around on the stage at the Republican National Convention in Cleveland, Sunday, July 17, 2016. (AP Photo/J. Scott Applewhite)

Stephen Colbert als Caesar Flickerman. Bild: J. Scott Applewhite/AP/KEYSTONE

Bereits am Tag vor der Eröffnung war es in der Quicken Loans Arena zu einem kleineren Eklat gekommen. Der Comedian und Talkshow-Moderator Steven Colbert schlich sich auf die Bühne, verkleidet als Caesar Flickerman, der schrille Zeremonienmeister aus «The Hunger Games». Als solcher erklärte er die «Republikanischen Machthunger-Spiele 2016» für eröffnet.

abspielen

Colberts Auftritt, gefilmt mit einem Handy.
YouTube/Tom Cahill

Als ein Sicherheitsmann ihn wegführen wollte, sagte Colbert: «Ich sollte nicht hier sein, aber Donald Trump auch nicht.» US-Medien spotteten, der Nachfolger von Lateshow-Legende David Letterman sei der grösste Star, der auf der Bühne in Cleveland auftreten werde. Tatsächlich fehlt es der Trump-Show an Starpower, ausser B- und C-Promis ist niemand angesagt. Der fromme Footballer Tim Tebow wurde als Redner gehandelt, bezeichnete dies jedoch als «Gerücht».

US-Wahlen 2016

Worst of Donald Trump: Die irrsten Sprüche des künftigen (?) US-Präsidenten

Link zum Artikel

Donald Trump rettet die US-Medien – und was ist mit Roger Köppel bei uns?

Link zum Artikel

Entfesselter Obama am Parteikongress: «Ja, sie kann es»

Link zum Artikel

Obama warnt: Trump ist nicht imstande, «den Job zu machen»

Link zum Artikel

Clinton erklärt sich: Weshalb sie ihre Erkrankung vorerst verschwiegen hat

Link zum Artikel

Schlechter Verlierer: So versucht Trump seine Niederlage schönzureden

Link zum Artikel

Du glaubst, am Ende wird schon alles gut und Trump verliert gegen Hillary? Hmm ...

Link zum Artikel

Donald Trump macht Ted Cruz salonfähig – das macht ihn so gefährlich

Link zum Artikel

Der neue Wohlstands-Faschismus ist da – und auch die alte Unfähigkeit, dagegen anzukämpfen

Link zum Artikel

Robert De Niros Hasstirade gegen Trump: «Ich möchte ihm eine reinhauen»

Link zum Artikel

Tennisbälle sind am Republikaner-Parteitag verboten – einmal dürft ihr raten, was erlaubt ist

Link zum Artikel

«Ich bin ein wütender, alter, reicher Mann!» – Wer hat's gesagt? Trump oder Burns?

Link zum Artikel

Seit 40 Jahren wird Hillary Clinton niedergemacht – der Grund ist stets derselbe: Sie hat keinen Penis 

Link zum Artikel

Genug von Trump und Hillary? Dieser dritte Kandidat hat ein Wörtchen mitzureden – obwohl er chancenlos ist

Link zum Artikel

Donald Trump öffnet (erst jetzt) sein Portemonnaie: «Wir werden 2 Millionen Dollar pro Woche in den Wahlkampf stecken»

Link zum Artikel

100 nackte Frauen gegen Donald Trump

Link zum Artikel

Hillary Clinton bricht Auftritt bei 9/11-Feier wegen Kreislaufproblemen ab

Link zum Artikel

Die Angestellten grosser Schweizer Firmen unterstützen Donald Trump

Link zum Artikel

Pivot, bigot und alt-right: Diese drei Begriffe müsst Ihr kennen, wenn ihr die US-Wahlen verstehen wollt

Link zum Artikel

Wir sind mitten in den US-Vorwahlen und du verstehst nur Bahnhof? Dann schau dir dieses Video an

Link zum Artikel

Donald Trump preist die Führungskraft von Kreml-Chef Putin

Link zum Artikel

Trump hatte Recht: Veranstalter räumt Mikrofon-Panne bei TV-Debatte ein 

Link zum Artikel

«Ein Sack von Kläglichen»: Clinton sorgt mit Attacken gegen Trump-Anhänger für Aufregung

Link zum Artikel

Exklusiv! Donald J. Trump spricht mit watson

Link zum Artikel

Präsident Trump? 11 Mythen zum US-Wahlkampf – und was von ihnen zu halten ist

Link zum Artikel

Donald Trumps kreativer Umgang mit der Wahrheit: 5 krasse Lügen aus der TV-Debatte

Link zum Artikel

Die Trump-Show in Cleveland beginnt mit Chaos und Peinlichkeiten

Link zum Artikel

Clintons sonderbare Nähe zur Wall Street – Wikileaks veröffentlicht Redeauszüge

Link zum Artikel

Trump will Einreiseverbot für Muslime – Obama nominiert islamischen Richter für Bundesgericht

Link zum Artikel

Melania Trump hält ihre erste grosse Rede – und klaut mehrere Absätze von Michelle Obama

Link zum Artikel

Hacker-Magazin setzt «Kopfgeld» für Donald Trumps Steuererklärung aus

Link zum Artikel

Aggressiv vs. gelassen: Hitzige erste TV-Debatte zwischen Trump und Clinton

Link zum Artikel

Junge Frauen verschmähen Hillary Clinton – weil «die Jungs bei Bernie sind»?

Link zum Artikel

Die Rechtsextremen entdecken die Comedy

Link zum Artikel

Meg Whitman, Milliardärin und Republikanerin, wechselt die Seite und stimmt für Clinton   

Link zum Artikel

Hillary Clinton gerät ins Wanken – jetzt muss sie in den Debatten glänzen

Link zum Artikel

«Hast du die Verfassung überhaupt gelesen?» – Dieser muslimische Vater fertigt Trump so richtig ab

Link zum Artikel

Die wirklich gefährliche Revolution findet in den USA statt – und Ted Cruz ist ihr «Robespierre»

Link zum Artikel

Wie zwei Brüder die mächtigste Propaganda-Maschine der USA schufen – und Trump jetzt daran rüttelt

Link zum Artikel

Clinton erringt Punktsieg gegen Trump: Die 16 wichtigsten Fragen und Antworten zur TV-Debatte

Link zum Artikel

Nach Trump-Sieg treten prominente Republikaner aus und sagen #ImWithHer (ja, mit Hillary ...)

Link zum Artikel

US-Demokraten schreiben Geschichte: Hier kürt Sanders eine Frau zur Präsidentschaftskandidatin

Link zum Artikel

US-Wahlen: Trump bezeichnet Irak-Krieg als «dicken, fetten Fehler»

Link zum Artikel

«The Donald» im Aufwind – Trump überholt in Umfrage Clinton

Link zum Artikel

Hillary Clinton im 50:50-Glück: Münzwurf sichert der Demokratin knappen Vorsprung

Link zum Artikel

Warum ist Hillary Clinton eigentlich so unbeliebt? 7 Gründe und wie plausibel sie sind

Link zum Artikel

«Was ist Aleppo?» Libertärer US-Präsidentschafts-Kandidat blamiert sich am TV bis auf die Knochen

Link zum Artikel

Trump rutscht auf der «Forbes»-Liste ab – er ist doch nicht so reich

Link zum Artikel

Ein «politisches Erdbeben im Wahlkampf»: Der oberste US-Richter Antonin Scalia ist gestorben 

Link zum Artikel

Dieses clevere Cartoon beschreibt den Unterschied zwischen Clinton und Trump perfekt

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

«So sehen Depressionen aus» – Facebookpost einer jungen Frau geht viral

Link zum Artikel

Kann Basel YB wieder gefährlich werden? Alle Transfers der Super League im Überblick

Link zum Artikel

Mehr Spass! Hier kommen die 24 lustigsten Fails, die das Internet gerade zu bieten hat

Link zum Artikel

Kommen Sie, kommen Sie! PICDUMP!

Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

9
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • meili 19.07.2016 21:46
    Highlight Highlight trump ist nicht der hellste aber in amerika ist dummheit eben populär
  • Randy Orton 19.07.2016 21:45
    Highlight Highlight Ehrlich gesagt haben die Republikaner meiner Meinung nach den Vorwahlkampf besser genutzt, sie haben den am wenigsten unfähigen Kandidaten aus ihrer Partei gefunden. Den Demokraten ist dies leider nicht gelungen, neben Hillary hätte es mit Sanders bessere gegeben. Cruz und die anderen rechtsextremen wären wohl noch gefährlicher als Trump.
  • Hayek1902 19.07.2016 18:07
    Highlight Highlight "Hungry for Power Games" ist eines der Dinge, die man nicht übersetzen sollte. Ansonsten gut zusammengefasst.

    https://www.youtube.com/playlist?list=PLiZxWe0ejyv9-kb2sMpipMpWsHlpQSr_V
  • Ton 19.07.2016 18:02
    Highlight Highlight Währenddessen klagt der Congress Hillary Clinton an, auf Grund von Falschaussagen unter Eid, und keine Sau interessierts. Never Trump, never Hillary.
  • Amboss 19.07.2016 16:12
    Highlight Highlight Natürlich ist vieles, was man an diesem Parteitag sieht, zeimlich peinlich.

    Es ist wirklich bedenklich, dass die Republikaner es a
    a) verpasst haben, bessere Kandidaten aufzubauen (hatten ja wahrlich genügend Zeit...) und b) es verpasst haben die Partei zu einen, nachdem alle anderen ausgeschieden sind.

    Ein richtiger Hühnerhaufen. Unglaublich.

    Und das traurigste: Die Partei muss Trump dankbar sein, dass er den Wahlkampf macht. Würde er nicht antreten, sie könnten das Feld gleich kampflos Hillary überlassen. Denn andere nur ansatzweise geeignete Kandidaten gab es wahrlich nicht.
    • Crecas 19.07.2016 16:25
      Highlight Highlight Naja, geeigneter als Trump waren viele. Aber dies ist ja nicht so schwer. Der hat nicht gerade viel drauf.

      Aber er war halt der bessere Wahlkämpfer. Die Partei hat in den letzten 6 Jahren immer gepredigt, was Trump jetzt überspitzt von sich gibt. Gehandelt haben sie aber immer anders. Die Quittung haben sie jetzt erhalten (darum waren auch die 2 'extremsten' Kandidaten klar vorne und jeder moderate hatte keine Chance).
    • Amboss 19.07.2016 16:37
      Highlight Highlight Ich bin nicht deiner Meinung:
      Das US-Präsidentenamt beinhaltet eben mehr, als nur Fachwissen und eine moderate Einstellung.
      Mindestens doppelt so wichtig ist das Charisma und die Fähigkeit, einen guten Auftritt hinzulegen und die Leute zu packen, zu begeistern, zu überzeugen.

      Und hier sackten alle anderen ab. Von denen konnte man sich keinen auch nur annähernd in der Rolle des Präsidenten vorstellen.
      Gut, Trump auch nicht, aber der kann zumindest Wahlkämpfen und Leute begeistern.
    • Crecas 19.07.2016 17:26
      Highlight Highlight Weiss nicht, ob du wirklich anderer Meinung bist. Ich habe ja auch gesagt, er sei der beste Wahlkämpfer gewesen.
    Weitere Antworten anzeigen

Die Arktis brennt – mit gefährlichen Folgen

Mit der Arktis assoziiert man Eis und Kälte. Derzeit wüten im nördlichsten Bereich unserer Erde jedoch die vermutlich grössten Wald- und Tundrabrände der Welt – mit gefährlichen Folgen für das Klima.

In den Sommermonaten Juli und August sind Brände innerhalb des Polarkreises an und für sich kein ungewöhnliches Phänomen. Die trockenen Torfböden sind leicht entflammbar – meist sorgen Blitze für den Ausbruch der Feuer und grosse ausgetrocknete Pflanzen ernähren die Feuer zusätzlich.

Dieses Jahr ist das nicht anders: Die Brände wüten seit Wochen auf einer Fläche von mehr als 100'000 Hektar. Besonders betroffen ist der Bundesstaat Alaska und Gebiete in Grönland und Sibirien. Wie viele Brände …

Artikel lesen
Link zum Artikel