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epa06063954 A undated handout photo made available by Tesla Motors on 03 July 2017 shows Tesla Model 3 in silver. The all-electric Model 3 was unveiled on 31 March 2016.  According to a tweet by Elon Musk, CEO of Tesla Inc., Model 3 passed all regulatory requirements for production and is expected to be rolling off production line this week.  EPA/HANDOUT HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Tesla Model 3. Bild: EPA/TESLA MOTORS

In Norwegen boomen die Elektroautos – doch Oslo hat nun ein Problem

In Norwegen hat die Politik den Verkauf von Elektrofahrzeugen enorm angekurbelt. Die Stadt Oslo hat nun aber ein Problem: Sie kommt mit dem Bau von Ladestationen nicht hinterher.



Die Elektrowagenvereinigung rät Autofahrern in Oslo davon ab, sich ein strombetriebenes Fahrzeug anzuschaffen – wenn sie nicht die Möglichkeit haben, es zu Hause zu laden. «Im Verhältnis zu der Anzahl der verkauften Autos ist die Kommune mit dem Ausbau von Ladestationen nicht nachgekommen», sagte der Sprecher der Elbilforening, Petter Haugneland.

«Jedes Jahr installieren wir 26 Prozent mehr Ladestationen, aber die Anzahl der E-Autos ist über 100 Prozent gestiegen.»

Sture Portvik, Stadtverwaltung Oslo

Der prozentuale Anteil der neu zugelassenen E- und Hybrid-Autos liege inzwischen bei 35 Prozent. «Also einer von drei verkauften Neuwagen in Norwegen ist elektrisch», so Haugneland. In der Hauptstadt seien es sogar 40 Prozent.

50'000 Elektrofahrzeug und 30'000 ladbare Hybrid-Autos sind derzeit im Grossraum Oslo registriert, bestätigte Sture Portvik von der Osloer Stadtverwaltung. Demgegenüber stünden 1300 kommunale Ladestationen. «Wir geben unser Bestes», sagte Portvik. «Jedes Jahr installieren wir 26 Prozent mehr Ladestationen, aber die Anzahl der E-Autos ist über 100 Prozent gestiegen. Die Kluft wird nur grösser und grösser.»

In der Schweiz dagegen ist die Nachfrage nach E-Autos weiterhin gering. Laut dem Bundesamt für Statistik (BFS) waren auf Schweizer Strassen im vergangenen Jahr 10'700 Elektro-Autos unterwegs sowie 57'000 Hybrid-Autos – gegenüber 3,1 Millionen benzinbetriebenen Fahrzeugen und 1,3 Millionen Diesel-Autos.

In this Saturday, June 24, 2017, photo, a Tesla car recharges at a charging station at Cochran Commons shopping center in Charlotte, N.C. On Monday, July 3, 2017, Tesla CEO Elon Musk sent out a tweet saying that the company anticipates reaching production of 20,000 Model 3 cars per month in December. That figure is less than previous estimates. Tesla's shares are shaping up to possibly have their worst week of the year so far as lower-than-expected production, increased competition and a review from an industry group weigh on the electric carmaker. (AP Photo/Chuck Burton)

Olso kommt mit dem Bau von Ladestationen derzeit nicht nach. Bild: AP/AP

Finanzielle Anreize

Dass die Elektroautos in Norwegen so beliebt sind, liegt vor allem an den finanziellen Vorteilen, die der Staat den Autofahrern gewährt: Mehrwertsteuer, Importsteuer und Fahrzeug-Steuer fallen weg. In der Anschaffung kann die E-Variante vieler Autos deshalb billiger sein als die mit Verbrennungsmotor.

«In Norwegen bezahlt man für einen E-Golf rund 250'000 norwegische Kronen (30'000 Franken) und für einen Benzin-Golf rund 300'000 Kronen (knapp 37'000 Franken). Das ist also ein Unterschied», sagte Haugneland. Ausserdem kann man in vielen Kommunen kostenlos parken, laden und zahlt keine Mautgebühren.

Diese Förderung kostet den Staat eine Menge Geld. Dennoch hat das Parlament entschieden, dass bis 2020 erst einmal nicht daran gerüttelt werden soll. Ein Grund dafür ist die ehrgeizige Verpflichtung, dass bis 2025 alle neu zugelassenen Autos in Norwegen Nullemissionsfahrzeuge sein sollen.

Bild

Blick auf die Hauptstadt Norwegens: 50'000 Elektrofahrzeuge und 30'000 ladbare Hybrid-Autos sind im Grossraum Oslo registriert. bild: shutterstock

Zuckerbrot und Peitsche

Erreichen will man das mit einem Prinzip von Zuckerbrot und Peitsche. Zuckerbrot in Form von Abgabenbefreiung für die, die mit Strom fahren. Peitsche in Form von hohen Abgaben und hohen Benzinpreisen, für die, die weiter mit fossilem Brennstoff fahren.

Über das Zuckerbrot herrscht bei den Parteien im Parlament breite Einigkeit. Über die Peitsche ist man sich nicht einig. Vor allem die rechtspopulistische Fortschrittspartei, die nach den Wahlen Mitte September wieder eine Regierungsbeteiligung anstrebt, will das Autofahren nicht teurer machen. Ihrem Widerstand ist es zu verdanken, dass die Erhöhung der Abgaben auf Benzin- und Diesel vor einem Jahr moderat blieb, der Peitscheneffekt damit also ausblieb.

Die E-Experten Haugneland und Portvik sind dennoch beide der Meinung, dass das Ziel 2025 zu schaffen sei. «Es kommen ja nun in den nächsten Jahren viele neue Modelle auf den Markt, und so lange diese Förderpolitik fortgesetzt wird, halten wir das für möglich.» Man könne ja sehen, wie schnell sich das in den letzten fünf Jahren in Norwegen entwickelt habe.

«Bis 2025 wird viel passieren.» Auch Portvik von der Kommune glaubt, dass sich die Entwicklung noch beschleunigen werde. «Ich glaube an ein Wachstum bei den Elektrofahrzeugen, wenn die Batterien grösser und die Ladegeräte schneller werden und mehr Modelle auf den Markt kommen.»

Die Kommune muss nur sehen, dass sie hinterherkommt. Die grösste Herausforderung sei es jetzt, so Portvik, dass 60 Prozent der Osloer Bevölkerung in einer Wohnung lebe, also nicht in einem Einfamilienhaus mit Garage, in der sie ihren Wagen über Nacht aufladen können. Deshalb drängt man Wohnungsbaugenossenschaften und grosse Vermieter, ihre Parkgaragen mit Steckdosen auszustatten.

Effizienz steigern

Doch die Anzahl der Ladestationen zu vergrössern, sei nicht die Lösung, meint Portvik. «Wir müssen dafür sorgen, dass das System effektiver wird», sagte er. «Wir brauchen smartere, schnellere Lader und Mobilitätshäuser, wo man nicht nur sein Auto laden kann, sondern auch sein E–Fahrrad, E-Motorrad, E-Scooter und so weiter.»

Das kleine Land Norwegen, in dem 98 Prozent der Energie aus Wasserkraft gewonnen wird, eignet sich prima als Versuchskaninchen. Die Elektrowagenvereinigung bekommt mindestens zweimal die Woche Besuch aus dem Ausland, von Journalisten, Politikern und Branchenvertretern.

«Wir sind ein guter Testmarkt», erklärt Haugneland. «Unsere Mitglieder testen das hier in der Realität, das ist kein Labortest. Wir zeigen, wie der Markt in anderen Ländern in ein paar Jahren aussehen kann.»

Norwegen sei davon abhängig, dass andere Länder folgen und ihren Beitrag dazu leisten, dass dieser Markt in Gang komme, so Haugneland. Vor allem von Deutschland erhofft er sich eine «Auto-Wende».

Auch wenn Kritiker sagten, dass Elektroautos in Deutschland nicht umweltverträglich seien, weil sie mit Strom aus Braunkohle fahren. «Wir können nicht warten, bis alle Elektrizität erneuerbar ist, bevor wir mit dem Austausch unseres Automobilparks beginnen. Das muss parallel geschehen.» Mit dem stetigen Ausbau erneuerbarer Energien werde ein Elektroauto ja von Jahr zu Jahr reiner und reiner. (cma/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Sheez Gagoo 18.09.2017 16:31
    Highlight Highlight So bauet halt die Ladestationen etwas tifiger. Dann kann man auch sein Stromvehikel laden. Was bin ich nur für ein Problemsolver.
  • Goldbach 18.09.2017 14:42
    Highlight Highlight Ein Elektroauto muss man haben.
    Als abschreckendes Beispiel in der Autosammlung.
    Mein Tesla steht zwischen meinem Aventador und dem FF.
    Jedesmal ein Riesenlacher für die Gäste, sobald sie den Tesla sehen.
    • sambeat 18.09.2017 22:23
      Highlight Highlight Hmmm. Du weisst aber schon, dass der Tesla die beiden anderen beim Start links stehen lässt?
      Elektromotoren sind in Sachen Effizienz auf der Strasse bislang nicht schlagbar. Aber das weisst Du als Troll bestimmt schon, nicht? 😉
    • Goldbach 19.09.2017 00:41
      Highlight Highlight @sambeat:
      Sie sind definitiv kein Autosammler. Sonst wüssten Sie worauf es ankommt.
    • sambeat 20.09.2017 23:00
      Highlight Highlight Das stimmt. Ich bin kein Autosammler. Ich sammle lieber Wissen, so gut ich kann. Darauf kommt es an ;)
  • devilazed 18.09.2017 12:59
    Highlight Highlight Ja und wenn dann der Strom fehlt, bleiben alle liegen. Ausser die, die mit Diesel oder Benzin unterwegs sind. Schon mal überlegt, wenn alle mit Strom unterwegs sind, fehlt es dann irgendwo oder ist teurer. Oder man baut dann halt ein CO2 neutrales Kernkraftwerk. Und jemand lacht sich sowieso ins fäustchen, der Hr.Musk der Milliarden scheffelt und das heile der Welt verspricht. Wie werden Akkus hergestellt? Oder Photovoltaik? Alles sehr "sauber"! Eben nicht! So, mögen die Blitze über mich hereinprasseln, mir egal :-P
    • Matrixx 18.09.2017 14:07
      Highlight Highlight Wenn der Strom fehlt, bleiben auch die Maschinen still, die Benzin oder Diesel herstellen...
      Es ist dann auch ein Aus für Verbrennungsmotoren...
    • flausch 18.09.2017 14:39
      Highlight Highlight Nun ja es sind eben nicht alle Weltgegenden so fortschrittsfeindlich wie die Schweiz.
      Norwegen hatt im gegensatz zur Schweiz kein Problem mit Energie das Proble der Schweiz aber liegt viel weniger in der Unlösbarkeit als in der eigenen Ignoranz und Gier.
      Im übrigen Norwegen ist de facto noch immer ein Ölproduzent steckt aber alle einnahmen daraus in einen Fond um in die Zukunft zu investieren. Wesshalb? Weil sie wissen dass wenn das ÖL mal weg ist alles liegen bleibt :-P
    • phreko 18.09.2017 15:12
      Highlight Highlight Mit Benzin/Diesel bist du doch auf Importe angewiesen. Wäre es gemäss deiner Logik nicht sicherer und zuverlässiger, dich mit einer Pferdekutsche fortzubewegen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Raphael Stein 18.09.2017 12:40
    Highlight Highlight Ist doch kein Problem im üblichen Sinn oder?
    • Tilman Fliegel 18.09.2017 12:58
      Highlight Highlight Wenn dein Akku leer ist und alle Ladestationen besetzt sind, wirst es auch du als Problem empfinden.
    • Raphael Stein 18.09.2017 14:05
      Highlight Highlight Wieso denn?
      Ewig negative Menschen empfinden das so.

      Ich bin schon an einige Tankstellen ohne Benzin geraten bisher.
      Und ich lebe noch
    • bobi 18.09.2017 15:38
      Highlight Highlight @ Tilman Flieges: Super Argument, mou. Wie sieht es mit deinem Benzin-Auto aus, wenn dein Tank leer ist und die Tankstellen besetzt? :)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Posersalami 18.09.2017 12:01
    Highlight Highlight In Norwegen ballen sich die meisten Menschen zwar im Südwesten zusammen, der aber immer noch 3-4x so gross wie die Schweiz ist. Wieso also klappt das mit den Ladestationen in Norwegen (bzw. man tut was), aber hier nicht, wo es erstmal reichen würde nur ein drittel der Fläche mit Ladestationen auszustatten? Hier ist natürlich bei diesem wichtigen Thema Funkstille.

    Ohne Infrastruktur wird hier nie ein nennenswerter Teil der Autos ohne Verbrennungsmotor unterwegs sein. Mir scheint, das bürgerliche Parlament hat kein Interesse daran.

    • Posersalami 19.09.2017 11:01
      Highlight Highlight Man muss ja bei Neubauten noch nicht einmal Leerrohre vorsehen, die in der Zukunft eine preisgünstige Installation von Ladestationen ermöglichen würde.

      Der Investor weiss nicht ob das hier irgendwann kommt und wenn es kommt, ob er dann überhaupt noch im Besitz der Immobilie ist. Ergo spart man sich die Leerrohre und hat dafür eine höhere Rendite. Das ist die (absurde) Realität.

      MMn müsste der Bund sagen: Liebe Hauseigentümer, ab 2020 müssen 25% der PPs elektrisch sein und dann jedes Jahr 5% mehr, oder so ähnlich. Da würde es Gewissheit geben, sinnvolle Vorarbeiten könnte man noch fördern..
  • Denk-mal 18.09.2017 11:37
    Highlight Highlight Den Dieselmotor kann man durchaus sauber machen. Schliesslich, wenn's stimmt, flog man ja auch auf den Mond. Es lebe die Ingenieurskunst! Der Arbeitsdruck von einem Benziner ist der Kompressionsdruck des Diesels, ein ungeheurer Vorteil, den kann man nicht totschweigen. Ein Lastwagen, eine Lok oder ein Schiff, da wird es nie möglich sein elektrisch zu fahren. Ich glaube an einen sauberen Diesel. Amen:-)
    • p4trick 18.09.2017 11:58
      Highlight Highlight VW Ingenieure machen das mit Software :-)
    • p4trick 18.09.2017 12:06
      Highlight Highlight Syntnthetischer Diesel wäre hier die Zwischenlösung:
      Play Icon

      Zwischenlösung darum, weil ein Diesel Motor immer noch einen tieferen Wirkungsgrad hat als ein Elektromotor. Batterien sind aber das Problem bei den E-Autos.
      Elektromotor angetrieben durch syntetischem Diesel, also aus syntetischem Diesel wieder elektrische Energie erzeugen, das wäre das Nonplus Ultra, wenn der Wirkungsgrad bei der Herstellung von syntetischem Diesel noch weiter erhöht werden kann.
    • Chrigu91 18.09.2017 12:17
      Highlight Highlight Ganz nach Kaiser Wilhelm II. : "Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung"
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sir_Nik 18.09.2017 11:15
    Highlight Highlight "Das kleine Land Norwegen [...]"

    Norwegen ist mit 385000 km2 nur knapp gleich gross wie die Schweiz und Deutschland zusammen, also regelrecht winzig... 🙄

    Schonmal Norwegen auf einer Karte gesehen Watson?
    • HuC94 18.09.2017 11:31
      Highlight Highlight Ich nehme an, dass sich dieser Satz auf die Anzahl Einwohner (ca. 5.2 Millionen) bezieht und nicht auf die Grösse des Landes.
  • atomschlaf 18.09.2017 11:14
    Highlight Highlight "In der Schweiz dagegen ist die Nachfrage nach E-Autos weiterhin gering."

    Da müsste man aber schon die Verfaufszahlen und nicht den Bestand zitieren...

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