DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Razzia bei Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz

28.02.2018, 10:1809.03.2018, 09:47
Pierin Vincenz
Pierin Vincenz
Bild: KEYSTONE

Der ehemalige Aduno-Verwaltungsratspräsident und ehemalige Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz hat ein Strafverfahren am Hals: Die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft eröffnet ein Verfahren wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung. Raiffeisen doppelt mit einer Anzeige nach.

Am Dienstag wurden in den Wohnungen und Büros der fünf Beschuldigten bereits Hausdurchsuchungen durchgeführt. Die St.Galler Staatsanwaltschaft unterstützte die Zürcher Justiz dabei. Es sei umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden. Die Einvernahmen der fünf Beschuldigten sind nach wie vor im Gang.

Im Juni 2017 war Vincenz von seinem Posten bei Aduno zurückgetreten. Im Herbst gab die Kreditkartengesellschaft dann bekannt, dass sie die Geschäfte von Vincenz unter die Lupe nehmen will, vor allem was gewisse Akquisitionen betrifft.

Gefeierter Banken-Chef

Nun wird gegen den einst gefeierten Banken-Chef auch noch ein offizielles Strafverfahren geführt: Die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft hat ein Verfahren wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung eröffnet. Auslöser war eine Strafanzeige von Aduno vom Dezember 2017.

«Ich bestreite die gegen mich erhobenen Vorwürfe vehement und werde mich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen wehren.»
Pierin Vincenz 
Bild: KEYSTONE

Ermittelt wird aber nicht nur gegen Vincenz selber, sondern auch gegen vier weitere Personen aus seinem beruflichen Umfeld, darunter ein weiteres ehemaliges Mitglied des Aduno-Verwaltungsrates, wie die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich am Mittwoch mitteilte.

Medienmitteilung von Raiffeisen
«Raiffeisen nimmt den Verdacht auf ungetreue Geschäftsbesorgung und die für uns neuen Indizien der Staatsanwaltschaft zum Anlass, auf eine juristische Aufklärung aller Vorgänge in der Vergangenheit zu drängen. Darum hat der Verwaltungsrat auf Antrag der Geschäftsleitung beschlossen, Strafanzeige gegen Pierin Vincenz und gegen weitere möglicherweise involvierten Personen einzureichen.»

Vincenz bestreitet Vorwürfe

Vincenz bestreitet die Vorwürfe vehement. «Ich werde mich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen wehren», teilte Vincenz mit. «Als gestern Morgen früh die Polizei vor der Tür stand, war das für mich ein Schock», so der frühere Raiffeisen-Chef weiter. «Ich habe die Interessen der Firmen, für die ich gearbeitet habe, stets gewahrt und bin nach wie vor überzeugt, dass ich mir nichts habe zuschulden kommen lassen.»

Am gleichen Tag, an dem die Razzien stattfanden, wurde die Raiffeisen-Bank durch die Zürcher Justiz über das Strafverfahren informiert. Sie selber reichte daraufhin ebenfalls Strafanzeige gegen ihren ehemaligen Chef ein, wie die Raiffeisen am Mittwoch mitteilte. Die Bank will zudem in dem Verfahren als Privatklägerin auftreten.

Finma-Verfahren eingestellt

Auch die Finanzmarktaufsicht Finma führte bereits eine Untersuchung gegen Vincenz - stellte diese aber Ende Dezember 2017 ein. Das Verfahren sei gegenstandslos geworden, weil Vincenz sich entschieden habe, von seinen Führungsfunktionen bei der Versicherungsgruppe Helvetia zurückzutreten.

Damit zog sich Vincenz aus der von der Finma beaufsichtigten Branche ganz zurück. Andere Ämter hatte er zuvor schon aufgegeben. In der Folge wurde das Verfahren gegen ihn gegenstandslos. Auslöser für die Finma-Untersuchung waren Interessenkonflikte im Zusammenhang mit bedeutenden Beteiligungen. Diese warfen Fragen zur einwandfreien Geschäftsführung auf. Ein Finma-Verfahren gegen Raiffeisen läuft noch. (whr/sda)

Das sind die schönsten Banknoten der Welt

[dhr, 22.01.2017] Geld, Banken, Weltwirtschaft

Alle Storys anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Raiffeisen verweigert Ehe-für-alle-Gegnern ein Konto: Strafanzeige wegen Diskriminierung

Gegen die «Ehe für Alle» wird das Referendum zustande kommen. Aber nicht nur das Zusammenbringen der Unterschriften war ein Weg mit Hindernissen. Recherchen zeigen: Auch bei der Eröffnung eines Bankkontos in Zug gab es Schwierigkeiten.

Offiziell bestätigen mag es Anian Liebrand, der Koordinator des Trägervereins «Nein zur Ehe für alle» nicht. Doch es ist klar: Das Referendum gegen die «Ehe für alle» kommt an die Urne. Gemäss watson-Recherchen werden die Gegner die dafür notwendigen 50'000 Unterschriften am Montag bei der Bundeskanzlei einreichen.

Unter anderem erlaubt die «Ehe für alle» homosexuellen Paaren die Adoption und lesbischen Paaren den Zugang zu Samenspenden. Ein Komitee um SVP- und EDU-Politiker erzwingt nun …

Artikel lesen
Link zum Artikel