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Democratic nominee Hillary Clinton speaks during the third and final 2016 presidential campaign debate with Republican U.S. presidential nominee Donald Trump (not pictured) at UNLV in Las Vegas, Nevada, U.S., October 19, 2016. REUTERS/Rick Wilking

Clinton wurde wie erwartet von Donald Trump hart angegangen, konterte aber mehrheitlich geschickt. Bild: RICK WILKING/REUTERS

Laut, aggressiv – und in Hochform: das letzte TV-Duell in 17 Punkten



In der Nacht auf heute trafen sich in Las Vegas die US-Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump zum dritten und letzten Mal vor den Wahlen im November.

Was du über die Debatte wissen musst:

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Video: watson.ch

In sechs Blöcken zu je 15 Minuten «debattierten» Clinton und Trump im Spielerparadies zu den Themen Verschuldung, Immigration, Wirtschaft, Supreme Court, aussenpolitische Brandherde und «Fitness» der Kandidaten. Die vorangegangene Debatte wurde von Beobachtern unter anderem als «die mieseste TV-Debatte aller Zeiten» betitelt. Die Erwartungen ans Niveau waren dementsprechend tief...

Wurde es die erwartete wüste Schlacht?

Ja, phasenweise. Zu Beginn hielt sich Donald Trump zurück, nach 15 Minuten fiel aber seine Maske und zum Vorschein kam sein bekanntes Gesicht. Doch auch Clinton zeigte Krallen, liess sich nicht niederschreien und sprach stoisch weiter, wann immer Trump oder auch Moderator Chris Wallace sie unterbrachen. Daraus resultierte eine «Diskussion», die in ihren Spitzen schlicht nicht erträglich war.

Jeder schreit, niemand versteht

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Video: streamable

Gelang es Donald Trump, Hillary Clinton nochmals so richtig in Bedrängnis zu bringen?

Nein. So richtig brachte Trump Clinton nicht in Bedrängnis. Allerdings gelang es ihm besser als in den ersten beiden Debatten – vor allem bei der Einwanderung und im Zusammenhang mit ihrer Clinton Foundation. Ausser in einem Fall konterte Clinton jeweils geschickt.

Welcher Fall war das?

Trump rang Clinton ein Teilgeständnis ab, dass sie in der Vergangenheit eine Mauer zwischen Mexiko und den USA befürwortete. Clintons Antwort, vor allem aber ihre Mimik, zeigten Anzeichen von Verunsicherung. 

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Hatte Clinton weitere Aussetzer?

Einen. Clinton stotterte sehr untypisch, sichtlich genervt von ihrem Gegenüber, als sie zu erklären versuchte, wie sich der sogenannte «IS» endgültig vernichten lässt.

Clinton kommt in Erklärungsnot

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Also schaffte es Clinton nicht, Trump endgültig zu vernichten?

Nein. Zu Beginn der Debatte sah es allerdings kurz danach aus. Trump wirkte müde und sprach mit heiserer Stimme. Beide Kandidaten konzentrierten sich auf Inhalte. In diesem Spiel kann Donald Trump Hillary Clinton nicht gefährlich werden.

Spätestens beim Thema Einwanderung drehte the Donald allerdings auf. Die Debatte nahm den erwartet lauten und wütenden Verlauf. Trump zeigte sich dabei in Höchstform und schlug sich deutlich besser als in den Debatten zuvor. Nein, Trump wurde nicht vernichtet.

Welches war der grösste Aufreger?

Trump liess offen, ob er das Wahlergebnis am 8. November akzeptieren wird oder nicht. Das ist einerseits ein riesiger Affront gegenüber der amerikanischen Demokratie, andererseits aber auch der Versuch, die verschiedenen politischen Lager gegeneinander aufzuwiegeln und das Land damit zu destabilisieren. Destabilisierung ist – da ist man sich in den USA unter Experten einig – das letzte, was die USA im Moment gebrauchen kann.

Trump lässt offen, ob er die Wahlresultate akzeptiert

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Video: streamable

Sprach Trump wenigstens ein einziges Mal über politische Lösungsansätze oder beschränkte er sich auf Angriffe, Drohungen und Beleidigungen?

Während Clinton jahrelang exponiert in der politischen Öffentlichkeit stand, hat Trump keinen politischen Leistungsausweis vorzuweisen und deshalb auch nichts zu verteidigen. Diesen Umstand macht er sich zu Nutze. Er weiss genau, dass er Hillary Clinton auf inhaltlicher Ebene weit unterlegen ist. Deswegen versuchte er auch in der dritten Debatte, inhaltliche Diskussionen bereits im Keim zu ersticken.

Trump vs. Clinton, das ist wie der ungehobelte Fussballprolet, der von weit oben in den Rängen den gestandenen Schiedsrichter auf dem Platz anpöbelt. Der Prolet erhält zwar Zustimmung, aber eigentlich will niemand, dass er hinunter steigt und das Spiel leitet.

Auf einer Skala von 1 (miserabel) bis 10 (herausragend). Wie würdest du die Performance von Clinton und Trump einschätzen?

Die Schwierigkeit dieser Frage liegt in den unterschiedlichen Stilen: Clinton versuchte, wann immer möglich, politische Lösungsansätze zu besprechen. Trump hingegen zog mit Vorliebe sein beliebtes Spiel auf, sämtliche Errungenschaften der Obama-Administration schlecht zu reden oder sein Gegenüber zu diffamieren. Man muss also Birnen und Äpfel vergleichen – und an diesem Abend sahen wir zwei reife Früchte.

Unsere Einschätzung von Clintons Performance:

  1. Debatte: 6,5
  2. Debatte: 7,5
  3. Debatte: 8,5

Unsere Einschätzung von Trumps Performance:

  1. Debatte: 5,5
  2. Debatte: 3
  3. Debatte: 8,5

Ein Unentschieden?

Ja. Wie gesagt. Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen.

Clinton vs. Trump: Das dritte TV-Duell in Zitaten

Ist deshalb das Rennen um die Präsidentschaft nun wieder offener?

Nein. Trump braucht die Stimmen der Unentschlossenen. Und wenn es ihm mit seinem Stil bisher nicht gelungen ist, diese auf seine Seite zu ziehen, dann wird ihm das auch heute Abend nicht gelungen sein.  

Kamen die von Wiki-Leaks veröffentlichten Clinton-Reden zur Sprache?

Ja. Beim Thema Einwanderung zitierte Moderator Chris Wallace eine Rede, die Clinton in Brasilien hielt. Sie sprach damals vom «Traum einer Welt ohne Grenzen». Clinton verteidigte sich vor allem damit, indem sie darauf verwies, dass russische Spionageaktivitäten hinter der Beschaffung dieser Informationen stehen.

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Video: streamable

Wer hatte den besten Spruch des Abends?

Beide bewiesen Schlagfertigkeit. Trump hatte einen Lacher auf seiner Seite, als er witzelte, er hätte für seine Show einen dritten Emmy verdient. Damit nahm er einer in Fahrt gekommenen Clinton den Wind etwas aus den Segeln.

Clinton punktete, als sie klarstellte, weshalb Putin einen Präsidenten namens Trump bevorzugt: «Weil er lieber eine Marionette hätte.»

Trump: «Ich hätte ihn gewinnen sollen.»

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Clinton stellt Trump in den Senkel

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Video: streamable

Nannte Trump die Wahlen wieder «manipuliert?»

Trump reagierte, als ihn der Moderator darauf ansprach. Und seine Antwort steht exemplarisch dafür, wie er sich durch diese drei Debatten ruderte: «Die Manipulation liegt darin, dass meine Gegenkandidatin gar nicht erst hätte zu diesen Wahlen zugelassen werden dürfen ...» 

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Video: streamable

Welche war Trumps übelste Beleidigung?

Trump nannte Clinton eine «nasty woman». «Nasty» kann von «widerlich» bis «unartig» so ziemlich alles bedeuten. Trump hat sich im Verlaufe dieses Wahlkampfs bereits einige Entgleisungen geleistet, diese schafft es aber mit Sicherheit in seine persönliche Top 10.

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Video: streamable

Clintons grösste Backpfeife?

Donald Trump zitierte, wie schon bei den vorangegangenen Debatten, immer wieder Bernie Sanders Satz, Clinton habe ein schlechtes Urteilsvermögen. Clinton antwortete ebenfalls mit einem Sanders-Zitat: «Trump ist als Präsidentschaftskandidat die grösste Gefahr der Moderne.»

Trump, die Gefahr

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Video: streamable

Der Moderator wurde von FOX-News gestellt. War der Einfluss des rechten Senders spürbar?

Nein. Chris Wallace kann keine Parteiergreifung unterstellt werden. Ausserdem meisterte er die schwierige Aufgabe, die Diskussion einigermassen zivilisiert über die Runden zu bringen mehrheitlich souverän und ohne sich selbst in den Vordergrund zu spielen. 

Wie geht es nun weiter?

Es war der letzte gemeinsame Termin der beiden Kandidaten vor laufenden TV-Kameras. Sie werden nun ihre Kampagnen alleine weiter führen, bis zum offiziellen Wahltermin am 8. November. In vielen Staaten sind die Wahlbüros für die sogenannten Early Voters bereits geöffnet – die immer wichtiger werden. Denn mittlerweile geben über 30 Prozent aller Amerikaner ihre Stimme vor dem offiziellen Wahltermin ab. 

Watson berichtet am 8. November selbstverständlich live von diesem Grossanlass. Wegen der Zeitverschiebung werden erste Zwischenresultate gegen Mitternacht und das Endergebnis am Morgen des 9. Novembers erwartet.

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14
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nothingtodisplay 20.10.2016 12:42
    Highlight Highlight So ein Kindergarten... meine Güte!
    Anstatt mal auf die eigenen Strategien und Stärken (Falls überhaupt vorhanden) hinzuweisen will jeder den anderen einfach schlechter machen.

    Dass einer von diesen beiden Personen das "mächtigste" Land regieren soll regt nicht zu Freudentänzen.
  • The fine Laird 20.10.2016 11:23
    Highlight Highlight Ich gib die Hoffnung nicht auf..
    Benutzer Bild
  • Narugami 20.10.2016 11:08
    Highlight Highlight Wenn ich so die Kommentar Bewertungen anschaue und die jeweils dazugehörigen Kommemtare, stelle ich fest, dass hier alle Clintonsupporter und anti-trump leute sind... "ich kann trump nich zuhören" 7likes -dislike
    "Hillary hat in ihrer kernkopetenz, Aussenpolitik, komplett versagt" 2likes -6dislikes
    Wenn das nicht mal eine kompetente Rückmeldung ist... vorallem ohne Begrümdung die Kommentare einfach zu "disliken"... ach ja, ich bin wedr clinton, noch trump supporter ;)
    • Herr Schibli 20.10.2016 12:26
      Highlight Highlight Na ja, es ist ja nicht sicher woher die Dislikes kommen. Das Watson und so ziemlich alle Medien auf Trump rumhacken, sagt eigentlich mehr über die Medien aus, als über Trump. Und bei so wenigen Likes/Dislikes werden wohl nicht allzu viele diese Artikel überhaupt lesen.
  • Herr Schibli 20.10.2016 10:38
    Highlight Highlight Ich möchte nicht in der Haut von Hillary stecken. Gewinnt Trump droht ihr eine Gerichtsverhandlung wegen Zerstörung von Beweisen (E-Mail Server, zerstörte Laptops und Smartphones). Gewinnt sie und die Reps gewinnen den Senat, dann droht ihr ein Impeachment-Verfahren. Und dann, Trump hat durchaus klare politische Vorstellungen, ob die uns nun gefallen oder nicht. Nafta neu verhandeln, Strafzölle für Unternehmen, die Jobs auslagern, TPP stoppen etc. etc. Bin gespannt auf den 8. Dez.
    • Ton 20.10.2016 17:16
      Highlight Highlight Kleine Korrektur zu Deinem Kommentar, gemäss Trump wird am 28. November gewählt. ;-)
  • Perwoll 20.10.2016 09:13
    Highlight Highlight Clinton hat in ihrer Kernkompetenz, Aussenpolitik, komplett versagt. Was da von Clinton kam war schlicht skandalös.
    • Kyle C. 20.10.2016 14:20
      Highlight Highlight Das macht aber Trump nicht zum besseren Präsidenten.
    • Perwoll 20.10.2016 14:48
      Highlight Highlight Aber auch nicht zum schlechteren...
  • Igowhenyougo 20.10.2016 09:05
    Highlight Highlight Mir fällt vor allem auf, wie wenig sich die Medien für die von den Kandidaten (zugegebenermassen sehr sparsam) vorgetragenen "Inhalte" interessieren...
    • Kyle C. 20.10.2016 14:24
      Highlight Highlight Diese TV-Battles verfolgen eigentlich auch nicht zwingend das Ziel, die Inhalte nachvollziehbar und politisch relevant zu präsentieren. Hier geht es um Rhetorik, Geschick, Schlagfertigkeit....und um Show. Öffentlichkeitsarbeit sozusagen. Eine Kompetenz, die ein Präsident nunmal beherrschen sollte. Persönlich halte ich nix davon, aber am Ende zählt halt, wer in den Medien gewonnen hat.
  • Tartaruga 20.10.2016 08:33
    Highlight Highlight Ich kann diesem Kerl einfach nicht zuhören. Die Art und Weise wie er spricht... die etlichen Wiederholungen. Zieht das wirklich bei den Amerikanern? Ich kann nicht nachvollziehen weshalb jemand Trump unterstützt. Klar Clinton ist auch nicht eine super Wahl, aber Trump verhält sich wie ein Kind.
  • a-n-n-a 20.10.2016 08:28
    Highlight Highlight Hat zwar nicht direkt was mit dem Duell zu tun, aber als kleiner Denkanstoss:

    “Who will sleep well with Trump in the White House? But you shouldn’t sleep well with Hillary in the White House either. Fortunately, we live in a democracy and we have more than two deadly choices,” Stein said, referring to herself and Libertarian candidate Gary Johnson.

    Quelle:
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    (ab Minute 2:00)
    • Neruda 20.10.2016 11:32
      Highlight Highlight Joe Exotic nicht vergessen! Real champion!
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Für Trump ist billiges Benzin wichtiger als ein Krieg gegen Iran

Nach dem Drohnenangriff auf Ölanlagen in Saudi-Arabien nimmt die Gefahr eines Kriegs in der Golfregion weiter zu. US-Präsident Donald Trump kann ein solches Szenario nicht gebrauchen.

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