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ZU DEN US-PRAESIDENTSCHAFTSWAHLEN AM DIENSTAG, 8. NOVEMBER 2016, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZU DONALD TRUMP ZUR VERFUEGUNG - epa04992228 Republican US presidential candidate Donald Trump gestures as he speaks during a campaign rally at the Trump National Doral Miami hotel in Miami, Florida, USA, 23 October 2015. Trump made his first public visit at the Trump National Doral Miami golf resort since announcing his presidential candidacy.  (KEYSTONE/EPA/CRISTOBAL HERRERA)

Eine Gefahr für die Demokratie: Populist Donald Trump. Bild: EPA

Wie der Populismus und die Sozialen Medien Demokratien zu schaffen machen 

Prof. Dr. Otfried Jarren



Auch im us-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf erleben wir den Einfluss eines politischen Populisten.

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Prof. Dr. Otfried Jarren ist Leiter der Abteilung "Medien & Politik" am Institut für Publizistikwissenschaften der Universität Zürich. Ausserdem ist er Präsident der Eidgenössischen Medienkommission und Honorarprofessor am Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften der Freien Universität Berlin  bild:  IMPZ

Populisten behaupten, im Namen des Volkes zu handeln oder in Volkes Namen zu sprechen. Sie überziehen politische Institutionen mit einer massiven Kritik, stellen Funktionen und Rollen in Frage, greifen Personen massiv an.

Vor allem aber behaupten sie, gegen das jeweilige Establishment anzutreten – um es, endlich, anders zu machen. Nicht nur das: sie wollen „aufräumen“. Sie streben also in Ämter, deren Bedeutung sie ebenso bestreiten wie die Leistungsfähigkeit der Amtsinhaberinnen und Amtsinhaber.

In der Schweiz streben Populisten nach Ämtern, Einfluss und Macht, um sie der – vermeintlichen – Classe Politique zu entreissen. Diese Kommunikations- und Handlungsstrategie gefährdet die demokratische Substanz – eben weil sie das Vorhandensein einer institutionellen Ordnung mit einer funktionierenden Kontrolle bestreitet. Zum Populismus gehört, dass die Gewaltenteilung faktisch bestritten wird. Einzelne Aspekte der staatlichen Ordnung hingegen werden überbetont und idealisiert.

Die derzeit beobachtbaren Formen des Populismus sind vielfältig. Sogenannte Social Media spielen den Populisten in die Hände. Rasch, vielfach ideologisch und emotional aufgeladen sowie wiederkehrend verbreiten sie nicht nur Meinungen, sondern krude Auffassungen.

Die Social Media, vermeintlich „sozial“, erlauben nun weder Diskussion noch Debatte – allenfalls ein Nebeneinander an Behauptungsströmen. Und auf die wird wiederum stromförmig geantwortet, so auch in Form von Verächtlichmachung und sogar Hass. Das belastet die demokratische Kommunikationsordnung.

Für die Auswahl, die Bewertung, die Debatte und den Diskurs benötigen wir in der Demokratie hingegen Zeit und professionelle Rollenträger. Dazu zählen auch Journalistinnen und Journalisten. Mehr denn je sind wir auf sie angewiesen, auch damit den Behauptungen und Lügen mancher Populisten etwas entgegengesetzt werden kann.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 09.11.2016 13:12
    Highlight Highlight Populismus - das neue Feindbild unserer Eliten

    Stammtische und ihre Wutbürger (Populisten) stellen die politische Themensetzung und Deutungshoheit der Hauptstrom-Journalisten, Politiker und Kulturgrössen infrage. Wo die dringende Lösung politischer Probleme verschleppt wird oder Probleme verharmlost werden, reagiert die Stimmbürgerschaft verständlicherweise verärgert. Ihr Ärger ist als Aufruf zum Handeln für die verantwortlichen Politiker und Politikerinnen zu verstehen.
  • Lowend 08.11.2016 19:38
    Highlight Highlight Danke für diesen Artikel! Meine Worte!
    Seit die Profis von den PR- und Werbeagenturen, oder auch alle Verkäufer von Verschwörungstheorien und die verschiedenen Geheimdienste (für alle Russentrolle schliesse ich auch die Amerikaner mit ein) die Macht der sozialen Medien entdeckt haben, prasseln so viele widersprüchliche Meldungen auf uns ein, dass es für Normalsterbliche nicht mehr möglich ist, diese richtig und vernünftig einzuordnen. Wer da keine gute Ausbildung in Quellenkritik erhalten hat, ist in der Flut von Lügen und Desinformationen komplett verloren und wird Spielball dieser Kräfte.
    • Prof. Dr. Dr. D. Trump 09.11.2016 09:10
      Highlight Highlight Jeder ist in der Flut der Lügen verloren. Wer etwas anderes glaubt, der bildet sich hellseherische Kräfte ein.
  • Danyboy 08.11.2016 18:30
    Highlight Highlight Es hiess jahrelang immer, Internet und Social Media führen zu mehr Demokratie, Schwarmintelligenz und was weiss ich nicht für Blödsinn... Wir sehen seit einigen Jahren zunehmend den Beweis, dass dies überhaupt nicht "von alleine" passiert. Es ist eben auch das Gegenteil möglich: Unkritische Rezeption von Quellen und Information, emotionale Hochstilisierung und als wahr angesehener Unsinn (jeglicher Verschwörungstheorie).
    • Prof. Dr. Dr. D. Trump 09.11.2016 09:12
      Highlight Highlight Das ist nichts neues. Das geschieht seit der Mensch lügen kann, also seit vor der Entstehung der Sprache.
  • Der Zahnarzt 08.11.2016 18:28
    Highlight Highlight Sehr guter Kommentar. - Wenn Populisten wie Herr Blocher und Herr Trump so erfolgreich sind, weil Journalisten nicht mehr die Möglichkeiten haben ihre Lügen zu entlarven, dann liegt das auch daran, dass alles nur noch unter ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet wird. Zeitungen, Medien müssen rentieren, sich nach der Nachfrage richten etc. Die Wurzel dieses ganzen Übels ist der Glaube, der freie Markt sei die Voraussetzung der freien Gesellschaft , mit anderen Worten das Übel ist der Neoliberalismus in all seinen Facetten. Der Kapitalismus zerstört die Demokratie.
    • Micha99999 09.11.2016 06:09
      Highlight Highlight Eine zeitung musste immer schon rentieren.

      Alles wurde auch früher schon immer unter ökonomischen gesichtspunkten betrachtet.

      Och. Neolieralismus bashing. Wenn das kein populismus ist.
    • Der Zahnarzt 09.11.2016 09:34
      Highlight Highlight @Micha99999: Dass Zeitungen, Immobilien etc. etc. rentieren müssen ist eine Lüge. - Nur im Kapitalismus muss alles rentieren: Menschen, Tiere, Maschinen, Häuser, was auch immer. Das ist keinNaturgesetz sondern der feuchte Traum aller Neoliberalen. - Nein, nicht alles wurde immer unter ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet. Siehe z. B. Landwirtschaft vor der industriellen Revolution in England. - Alle Neoliberalen wollen uns ihre Wahnvorstellungen als Naturgesetze verkaufen.
    • Micha99999 09.11.2016 14:41
      Highlight Highlight Nur weil du ein bespiel findest, hast du noch lange nicht mein argument wiederlegt.
  • Prof. Dr. Dr. D. Trump 08.11.2016 18:23
    Highlight Highlight Der Professor verwechselt Demokratie mit der Sowjetunion: ein Volk, eine Partei, eine Wahrheit.
    Doch Demokratie heisst, dass jeder sagen darf, was er meint. Dass jeder selber entscheidet, was er glauben will.
    In einer Demokratie ist eine Zeitung nicht die Stimme der einzigen Wahrheit, wie es die "Prawda" in der Sowjetunion war. Dass via Internetforen nun auch vermehrt freie Bürger erhört werden, ist ein Gewinn, weil sie eher als Journalisten tatsächlich unabhängig sind. Das passt selbstgefälligen Etatisten, wie dem Professor natürlich nicht. Denn ein tumbes Volk, melkt sich halt leichter.
    • michiOW 08.11.2016 19:59
      Highlight Highlight Wow.
    • _kokolorix 08.11.2016 21:41
      Highlight Highlight Demokratie sollte aber auch heissen, dass nicht nur der gehört wird der am lautesten brüllt.
      Demokratie verlangt nach Regeln für die Meinungsäusserung. Z.B. sollte es nicht möglich sein eine Lüge mit viel Geld auf allen Kanälen immer wieder zu verbreiten bis sie als Wahrheit wahrgenommen wird. Es ist z.B. nicht wahr, dass Ausländer uns unsere Jobs wegnehmen, sondern sie werden von unseren Patrons bevorzugt angestellt. Das wurde aber immer andersrum kommuniziert und heute ist es für viele ein Fakt, dass die Ausländer hierherkommen um unsere Jobs zu klauen
    • Prof. Dr. Dr. D. Trump 09.11.2016 09:08
      Highlight Highlight @Koko: Was ist eine Lüge?
      Weil es hier keine Antwort gibt für die allermeisten Fragen, darum scheitert Ihre Idee des Lügenverbreitungsverbots. Ausser sie wollen eine Zensurstelle einführen, ein Propagandaministerum und eine Gestapo. Dieses Trio sorgt dann dafür, dass nur die Wahrheit verbreitet wird, egal ob sie stimmt oder nicht.
      Akzeptieren Die die Tatsache, dass 999 Promille der vielen kleinen und grossen Wahrheiten in Ihrem Kopf reine Überzeugungen, also festgewordener Glaube sind.
      Man weiss nur das, was man sich selbst _und_ anderen beweisen kann. Das ist erbärmlich wenig.
  • Thinktank 08.11.2016 18:21
    Highlight Highlight Der Abschnitt gefällt mir: Populisten behaupten, im Namen des Volkes zu handeln oder in Volkes Namen zu sprechen. Sie überziehen politische Institutionen mit einer massiven Kritik, stellen Funktionen und Rollen in Frage, greifen Personen massiv an.
    Ersetze Populisten durch "Linke", in Volkes Namen durch "Für alle statt für wenige" und politische Institutionen durch "Militär", "Justiz" und "Polizei" und Personen durch "SVP Exponenten Ihrer Wahl".
    Populisten sind ganz einfach der Gegenpol der Linken. Beide verwenden identische Methoden.
    • Lowend 08.11.2016 19:40
      Highlight Highlight So eineinseitiger Schwachsinn, wenn sie überlegen wie die finanziellen Mittel verteilt sind! Gegen diese finanzielle Macht der Rechtspopulisten haben die Linken doch keine Chance!
    • _kokolorix 08.11.2016 21:52
      Highlight Highlight Wenn man bedenkt, dass es etwa ¼ eher linke und ebenso ⅓ eher rechts eingestellte Bürger gibt, braucht es wohl beide Positionen. Was aber unnötig wäre, ist der blinde Hass der Rechten auf alles Linke und Grüne. Während die Linken immer wieder Kompromisse machen, wollen die Rechten die Linken ausrotten und aberkennen ihnen jegliche Daseinsberechtigung.
      Auf dieser Grundlage ist keine konstruktive Zusammenarbeit möglich. ⅓ ist auch nicht die Mehrheit, aber genug um alles zu blockieren
  • Lukas Hutter 08.11.2016 17:48
    Highlight Highlight Schöner Kommentar. Zeigt vor allem eines der vielen Gesichter der Social Media: Gleichgesinnte finden sich per Suchbegriff und Knopfdruck. Sie liefern ein Instrument um Bevölkerungsgruppen gezielt anzusprechen, die im Schatten der Anonymität zu ihren extremistischen Ansichten stehen. Beim Wählen könnten die einen tatsächlich durch die Posts beeinflusst werden und wählen den Populisten. Bringt man so eine Mehrheit zustande ist das tragisch, aber wenn die Gesellschaft vorwiegend aus beeinflussbaren Dummköpfen besteht, dann regieren diese eben. Auch das ist Demokratie. God bless America
  • PatCrabs 08.11.2016 17:06
    Highlight Highlight Schöner Text, wenn auch etwa gleich "eingängig" geschrieben wie jeweils seine Vorlesungen waren.

    In der Identifizierung des Hauptproblems bin ich jedoch einig: Das fehlen von Gatekeepern (oder deren sich verändernde Rolle weg von Information, hin zur Konfliktgenerierung und -Anheizung, s. 20min.) und die Tatsache, dass Lügen toleriert werden, stellen für die Demokratie ein riesiges Problem dar - auch bei uns.

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