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Wetten, das gibt Gegenwehr? Nationalratskommission will Rentenalter auf 67 erhöhen

Wetten, das gibt Gegenwehr? Nationalratskommission will Rentenalter auf 67 erhöhen

19.08.2016, 14:3119.08.2016, 15:33
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Die bürgerliche Mehrheit der nationalrätlichen Sozialkommission (SGK) will das Rentenalter auf 67 Jahre erhöhen können. Das teilte die Kommission am Freitag mit. Das Rentenalter soll automatisch steigen, wenn die AHV in finanzielle Schieflage gerät.

Die Idee stammt vom Wirtschaftsdachverband Economiesuisse und vom Arbeitgeberverband: In einem ersten Schritt soll das Rentenalter der Frauen wie vom Bundesrat vorgeschlagen auf 65 Jahre angehoben werden. 0,6 Mehrwertsteuer-Prozente sollen die AHV zusätzlich stabilisieren.

Höheres Rentenalter – ja oder nein?

Reicht das nicht aus, würden weitere Schritte fällig: Sinkt der AHV-Fonds unter 100 Prozent einer Jahresausgabe, muss der Bundesrat dem Parlament Korrekturmassnahmen vorschlagen. Fällt der AHV-Fonds trotzdem unter 80 Prozent, wird das Rentenalter automatisch um bis zu zwei Jahre erhöht. Die Mehrwertsteuer würde um 0,4 Prozent angehoben.

Findet dieser Kommissionsentscheid im Parlament eine Mehrheit, ist die Reform der Altersvorsorge akut gefährdet. Es gilt als unwahrscheinlich, dass das Rentenalter 67 eine Volksabstimmung überstehen würde. Für Gewerkschaften ist schon die Erhöhung des Frauenrentenalters auf 65 kaum zu schlucken.

Um ihnen die bittere Pille zu versüssen, hat der Ständerat einer substanziellen Erhöhung der AHV-Renten zugestimmt: Einzelrenten sollen um 70 Franken erhöht werden, der Plafond für Ehepaarrenten von 150 auf 155 Prozent.

Die Nationalratskommission hat sich jedoch mit 13 zu 12 Stimmen gegen diesen Zuschlag ausgesprochen. Wie der Ständerat will sie hingegen die Kompensationsmassnahmen bei der zweiten Säule zusammenstreichen. Mit diesen wollte der Bundesrat die Senkung des Umwandlungssatzes von 6,8 Prozent auf 6 Prozent ausgleichen. Ohne Ausgleich würden die Renten der zweiten Säule auf einen Schlag um 12 Prozent sinken.

Der Nationalrat behandelt die Vorlage in der letzten Woche der Herbstsession. Am Wochenende vor der Debatte stimmen Volk und Stände über die Initiative «AHVplus» des Gewerkschaftsbunds ab, die 10 Prozent höhere AHV-Renten verlangt. (aeg/sda)

[dhr, 22.01.2017] Geld, Banken, Weltwirtschaft

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109 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Statler
19.08.2016 14:54registriert März 2014
Super, dann sind die Leute einfach 2 Jahre länger arbeitslos. Das belastet dann halt nicht die AHV, sondern das Sozialamt... doch, moll, bravo... sehr durchdacht...
Solange Ü50 Menschen keine Jobs mehr finden (u.A. weil die Sozialabgaben ab diesem Alter für die Arbeitgeber drastisch steigen), sind solche Ideen einfach nur Hafechäs.
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Lowend
19.08.2016 15:52registriert Februar 2014
Sie wählten den Fremdenhass und nun bekommen sie Sozial- und Rentenabbau, gewürzt mit Steuergeschenken an Grossunternehmen und Aktionäre.
Wenn dieser unverfrorene, bürgerliche Raubzug auf die Sozialwerke nicht so asozial und verheerend für das Schweizer Volk wäre, könnte mich krank lachen, ob so viel politischer Dummheit!
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Scaros_2
19.08.2016 14:40registriert Juni 2015
Ist doch ok - wir werden immer älter und ich arbeite auch gerne bis 70!

ABER NUR DANN - wenn die gleichen politiker auch jobs dafür schaffen denn wenn du mit 60 arbeitslos kein job findest kommt so was nie durch.
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