Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Banken ein Regulierungs-Korsett angeschnallt»: Grübel kritisiert Macht der Zentralbanken



Oswald Gruebel, German banker and former CEO of Swiss banks Credit Suise and UBS, poses on the Red Carpet during the 69th Locarno International Film Festival, Friday, August 5, 2016, in Locarno, Switzerland. The festival runs from 3 to 13 August. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

«Ohne Gewinne sollte es keine Boni geben»: Oswald Grübel. Bild: KEYSTONE

Ex-UBS- und Ex-Credit-Suisse-Chef Oswald Grübel kritisiert die wachsende Macht der Zentralbanken. Heute lägen mit Minuszinsen, aufgeblähten Bilanzen und dem Aufdrängen von Krediten die «Massenvernichtungswaffen» bei den Zentralbanken.

So zwängen die Zentralbanken die Banken, Geld auszuleihen, was später zu Kreditverlusten führen könne, sagt Grübel in einem Interview mit dem «SonntagsBlick».

Nach der Finanzkrise habe die Politik die Macht übernommen. «Sie hat den Banken ein Regulierungs-Korsett angeschnallt.» Den Zentralbanken hätten die Politiker gesagt, «ihr bestimmt nun, was mit der Wirtschaft passiert.» Während früher das Risiko auf Tausende von Banken verteilt gewesen sei, trage deswegen heute vermehrt der Staat das Risiko.

Nach dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 haben Aufseher weltweit die Vorschriften für Banken verschärft. Mehrere Grossbanken wurden damals mit Staatsgeldern gerettet - darunter in der Schweiz die UBS - weil die Regierungen befürchteten, dass ihr Untergang der Volkswirtschaft zu stark schaden würde («too big to fail»).

Kurze Rezession favorisiert

Als Beispiel für das grössere Risiko für den Staat führte Grübel die Bilanz der Schweizerischen Nationalbank (SNB) an, die über 600 Milliarden Franken beträgt, umgerechnet pro Einwohner 75'000 Franken.

Er selbst hätte es als Zentralbanker vorgezogen, «das Land durch eine kurze Rezession gehen zu lassen, statt Wohlstand und Zukunft aufs Spiel zu setzen.» Grübel erwartet demnach, dass die heutige Geldpolitik in einem Crash enden wird, wenn die Zentralbanken ihre Glaubwürdigkeit verlieren - das könne noch zehn oder mehr Jahre dauern.

Gleichzeitig kritisiert Grübel aber auch auch die Banken. «Ohne Gewinne sollte es keine Boni geben», sagt der ehemalige Grossbanken-Chef. Es gebe aber Manager, die erhielten zehn Millionen Franken Bonus, obwohl das Unternehmen einen Verlust schreibe. Zu den Gefahren von neuen Bergen fauler Kredite sagte er: Zwar seien die Märkte etwas transparenter geworden, letztlich vertrauten alle aber noch den gleichen Rating-Agenturen. (sda)

Geld, Banken, Weltwirtschaft

2,1 Prozent besitzen so viel wie 97.9 – willkommen im Ungleichheitsland Schweiz

Link zum Artikel

640 Millionen Dollar: ABB erhält Grossauftrag aus Indien

Link zum Artikel

Hunderte Stellen betroffen: UBS erwägt Verlagerung von Jobs aus London 

Link zum Artikel

Banken-Rettung kostet Italien 6,6 Milliarden Euro

Link zum Artikel

Die unendliche Bussenstory der Schweizer Grossbanken

Link zum Artikel

«Die Schweiz hat die Chance, weltweit führend bei der Blockchain zu werden»

Link zum Artikel

Raiffeisen lanciert Hypothek für arme Leute

Link zum Artikel

«Anleger werden durch mehr Bürokratie nicht unbedingt besser geschützt»

Link zum Artikel

Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz: «Frankenstärke kostet zehntausende Arbeitsplätze»

Link zum Artikel

UBS verliert Steuerstreit mit Frankreich und muss 1,1 Milliarden Euro Kaution hinterlegen

Link zum Artikel

Trotz Lohnanstieg können sich Schweizer 2017 kaum mehr kaufen

Link zum Artikel

Credit Suisse mit weiterem Gewinneinbruch – Aktie im Sinkflug

Link zum Artikel

Europäische Zentralbank legt vorerst nicht nach – es bleibt bei null Prozent

Link zum Artikel

«Bitcoins sind kein sinnvolles Geldsystem» – weil sie zuviel Strom verbrauchen

Link zum Artikel

Wegen Irreführung mit Neugeld: Credit Suisse in den USA zu Millionenbusse verdonnert

Link zum Artikel

Bauer, WWF und Kinderkrippe – was die Crash-Banker der Nuller-Jahre heute machen

Link zum Artikel

Credit Suisse hat in diesem Jahr bereits 4800 Jobs gestrichen, 1200 weitere sollen noch folgen

Link zum Artikel

Die CS soll sich in Italien auf 100 Mio Euro-Zahlung geeinigt haben

Link zum Artikel

Will die UBS jetzt eigene Bitcoins prägen? Nein – aber die Bank hat eine clevere Idee

Link zum Artikel

In Asien gibt es jeden dritten Tag einen neuen Milliardär

Link zum Artikel

Ist das die Retourkutsche? Deutsche Bank zu 14-Milliarden-Busse verdonnert

Link zum Artikel

Brexit könnte bei der UBS in London zu einem Aderlass von 1500 Arbeitsplätzen führen 

Link zum Artikel

UBS will eigene digitale Münzen herausbringen

Link zum Artikel

Die Chefs der Schweizer Grossbanken verkaufen ihre Aktien

Link zum Artikel

Jetzt nehmen die USA den Goldhandel ins Visier – Schweizer Grossbanken sind am Rande betroffen

Link zum Artikel

Finma-Chef hält noch schärfere Grossbanken-Regulierung für nötig

Link zum Artikel

Sollte die Deutsche Bank untergehen, würde ich einen Notvorrat anlegen – aber so weit wird es wohl nicht kommen

Link zum Artikel

Wall-Street-Banker wollen den CEO der Credit Suisse stürzen

Link zum Artikel

«Worst Case Szenario»: Credit-Suisse-Aktie ist nicht mal halb so viel wert wie Anfang Jahr

Link zum Artikel

US-Justiz an der Nase herumgeführt: Bank Vontobel lässt indischen Betrüger Millionen verstecken

Link zum Artikel

Panama Papers: Und was hat das mit der Schweiz zu tun?

Link zum Artikel

Warum gerade Panama? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Mega-Datenleck

Link zum Artikel

EZB-Chef Draghi dämpft Zinsfantasien: Euro im Höhenflug – Franken wird schwächer

Link zum Artikel

Das verdienen die Chefs der Kantonal- und Regionalbanken 

Link zum Artikel

EZB senkt Leitzins erstmals auf null Prozent: Franken geht nicht durch die Decke

Link zum Artikel

Hacker dringen in das internationale Zahlungssystem Swift ein

Link zum Artikel

Das sind die wirtschaftlichen Brandherde Europas

Link zum Artikel

Schwarzgeld: 40'000 Schweizer zeigen sich selbst an – das bringt dem Staat rund 2 Milliarden

Link zum Artikel

Steuer-CD: Deutschland gibt verdächtige Schweizer Kontodaten an 27 Länder weiter

Link zum Artikel

Von wegen «Finanzkrise»: Seit 2007 haben Grossbank-Aktionäre 1,7 BILLIONEN eingestrichen

Link zum Artikel

Offshore-Insider Elmer zu Gast bei Schawinski: 7 Erkenntnisse aus der gestrigen Panama-Talkshow

Link zum Artikel

«Geldwäscherei ist kein Kavaliersdelikt»: FINMA kontaktiert Banken wegen Offshore-Firmen

Link zum Artikel

Coop, Migros, SIX und Swisscom: Gibt es bald eine einheitliche Lösung im digitalen Zahlungsverkehr? 

Link zum Artikel

Die Verkehrsampeln der Weltwirtschaft wechseln die Farben – und das Chaos an den Märkten ist vorprogrammiert

Link zum Artikel

Fünf Gründe, warum der Franken momentan schwächelt und was das für die Wirtschaft bedeutet (Gutes!)

Link zum Artikel

Es ist nicht China, Dummkopf, es ist die Fed!

Link zum Artikel

Die Frage wird immer dringlicher: Wie unabhängig dürfen die Zentralbanken noch sein?

Link zum Artikel

Der neue Weg aus der Krise: «Helikopter-Geld»

Link zum Artikel

Warum der chinesische Börsen-Crash weltweit Angst und Schrecken auslöst – und wie die US-Notenbank eine Panik verhindern kann

Link zum Artikel

Übernehmen bei der CS die Scheichs aus Katar und Saudi-Arabien das Zepter?

Link zum Artikel

Der Kampf der Titanen: Die beiden wichtigsten Banken der Welt wollen eine gegensätzliche Geldpolitik

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

5
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kstyle 20.11.2016 17:52
    Highlight Highlight Er selbst hätte es als Zentralbanker vorgezogen, «das Land durch eine kurze Rezession gehen zu lassen, statt Wohlstand und Zukunft aufs Spiel zu setzen.»
    Häuchler genau wegen bankern wie im wurde die zukunft des landes aufs spiel gesetzt. Jetzt einen auch dicke hose machen bei schlechten geschäften keine boni ausschütten und was haben sie jahrelang gemacht;-(.
    Jetzt krokodilstränen zu weinen finde ich echt schäbig.
  • Bongalicius 20.11.2016 14:57
    Highlight Highlight Das Banken in 2008 gerettet wurden war falsch. Falsch war auch, dass die Banken stärker reguliert wurden. Falsch ist auch das Manager Millionen-Boni trotz Verlusten kassieren.

    Spätestens nach dem die Krise von 2008 durchstanden war, hätte man daran arbeiten sollen die Wirtschaftsordnung neu zu gestalten.

    Die Geschichte hat schon zu oft gezeigt dass das jetzige System sich zwischen scheinbar unaufhaltbarem Boom und Krise wo Unmengen an Kapital innert kurzen Zeit vernichtet werden bewegt und am Schluss die Reichen reicher werden und die Armen ärmer.
    • CASSIO 20.11.2016 16:38
      Highlight Highlight Bongalicius, im Grunde hast Du recht, die Banken hätten nicht gerettet werden dürfen, resp. hätten oberes, mittleres und unteres Management sowie die VR der jeweiligen Institute vollumfänglich mit Privatvermögen haften müssen, schliesslich profitieren sie auch ausserordentlich bei mittlerem Geschäftsgang. Der Vergleich der Entwicklung der Aktienkurse der beiden CH-Grossbanken legen nahe, dass es viele Gewinner bei den Banken gab, die Aktionäre waren es nicht. Hätte die SNB damals jedoch nicht gehandelt, dann wäre es übel gekommen hier in der Schweiz.
  • rodolofo 20.11.2016 14:01
    Highlight Highlight Oon! Der Ärmste!
    Werden die Banken jetzt übermässig reguliert?
    Böser, böser Staat!
    Warum kommt bei mir überhaupt kein Mitleid auf für diesen Typ?
  • CASSIO 20.11.2016 12:19
    Highlight Highlight Die heutige Macht der Zentralbanken ist auf das Versagen der Grossbanken zurückzuführen.

Die Pracht und Wucht des Schnees in 28 Bildern

Die Schweiz, Deutschland und Österreich sind in den letzten Tagen im Schnee versunken. Lawinen sind ins Tal gedonnert und Dörfer sind von der Umwelt abgeschnitten.

(whr)

Artikel lesen
Link zum Artikel