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Nicht nur Hauskatzen landen immer auf den Pfoten – auch der Wüstenluchs schafft die Schraube

07.04.2016, 14:4907.04.2016, 14:59

Die Fähigkeit der Katzen, beim Fallen nahezu immer mit den Füssen voran zu landen, ist sprichwörtlich. Das gilt nicht nur für Hauskatzen, sondern auch für exotischere Vertreter der Familie der Felidae, zum Beispiel Löwen oder Jaguare. Und für den Karakal, den Wüstenluchs, wie dieses beeindruckende Zeitlupen-Video der BBC zeigt: 

BBC-Clip: Wie der Karakal auf den Füssen landet.

Das Tier dreht sich blitzschnell in die richtige Lage: Weniger als eine halbe Sekunde benötigt der Karakal, um seine Luftschraube zu vollenden – da ist er noch nicht mal einen Meter tief gefallen. 

Was alle Katzen beherrschen, verstösst eigentlich gegen die Gesetze der Physik. Zumindest sieht es so aus: Gemäss dem Drehimpulssatz müsste sich ein rotierender fallender Körper ständig weiterdrehen, solange von aussen nicht zusätzliche Drehmomente wirken. Wie schaffen es die Katzen, rechtzeitig mit der Drehung aufzuhören – nämlich dann, wenn ihre Pfoten nach unten zeigen?

Erst die Zeitlupe löste das Rätsel

Das Rätsel wurde erst 1894 gelöst, als der französische Wissenschaftler Etienne Jules Marey erstmals Zeitlupenaufnahmen von fallenden Katzen machte. Zwar schaffte seine Kamera erst 60 Bilder pro Sekunde, doch die Drehung war deutlich sichtbar. 

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Das Geheimnis der Katzen liegt darin, dass sie die Physik mit den Mitteln der Physik austricksen: Sie machen sich das Gesetz zunutze, das sich beim Eiskunstlauf besonders anschaulich beobachten lässt – je näher die Arme sich bei der Pirouette am Körper befinden, desto schneller dreht sich der Körper.

Die Katzen tun genau dies zu Beginn des Falls mit den Vorderpfoten, während sie die Hinterbeine rechtwinklig zum Körper ausstrecken. Wenn sie nun den Vorderkörper drehen, ist dessen Drehung viel schneller als die gegenläufige Drehung des Hinterkörpers. Haben die Vorderpfoten die richtige Position erreicht, ziehen die Tiere ihre Hinterbeine an den Körper heran und strecken die Vorderbeine aus. 

Dadurch dreht nun auch das Hinterteil schnell in die richtige Position, während der Vorderkörper nur geringfügig zurückschwingt. Diesen reflexartigen Vorgang – Stellreflex genannt – beherrschen Hauskatzen schon vom 39. Lebenstag an. 

Ausführlich erklärt wird die Physik der drehenden Katze in diesem Video: 

«Smarter Every Day»: So tricksen Katzen den Drehimpulssatz aus.  

Aus der Kombination der Tatsache, dass Katzen immer auf den Pfoten landen, mit dem bekannten Gesetz von Murphy, wonach ein fallendes Konfibrot immer mit der Konfiseite auf dem Boden auftrifft, lässt sich Energie gewinnen. Das zeigt zumindest dieses Video hier: 

Katze + Konfibrot = Perpetuum mobile.

(dhr)

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