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Weil Tierheime überquellen – Aargauer Tierschutz fordert jetzt den Chip für Katzen

Bild: public domain
Wie jeden Sommer sind alle Katzengehege wieder voll. Der Aargauer Tierschutz will daher die Chip- und Kastrationspflicht für  Katzen durchsetzen.
03.08.2017, 16:50

So zum Beispiel im Heim im Untersiggenthal im Aargau. Wegen Platzmangel können dort keine neuen Katzen mehr aufgenommen werden.

Seit 2006 präsidiert Astrid Becker den Aargauer Tierschutzverein. Sie ist untröstlich, denn: 

«Wir sind sehr traurig wegen all der Katzen, die wir deshalb nicht auch noch aufnehmen können. Derzeit haben wir 37 offene Fälle, bei denen wir uns gemeldete Katzen einfangen sollten, aber nicht können.»
Astrid Becker hat keine Kapazitäten mehr az medien

Das hat mitunter auch damit zu tun, dass manche der Katzen Junge in sich tragen. Die Katzenwelpen müssen erst sechs bis sieben Wochen alt sein, bevor sie aufgenommen werden können. 

Bild: public domain

«Ich habe das Gefühl, wir stehen immer wieder am gleichen Ort»

Warum ist es jedes Jahr wieder die Sommerzeit, die zu übervollen Gehegen führt? Weil Sommerzeit auch Ferienzeit ist. So tragisch das klingt: Rund um die Sommerferien werden stets besonders viele Katzen ausgesetzt. Und auch Zügeltermine sind beliebte Zeitpunkte, sich der Haustiere zu entledigen. 

Der letztens in die Medien getragene Fall von Rothrist trägt zum aktuellen Engpass bei. Dort wurden ganze 56 verwahrloste Katzen registriert. Doch nach Aussagen von Astrid Becker, werden ganzjährig Katzen ausgesetzt.

«Es ist jedes Jahr dasselbe, es wird nicht besser, es hört nicht auf.»
«Chip-Pflicht muss her!»
Bild: public domain

Zweimal pro Jahr, im Frühling und im Sommer bekommen herrenlose Katzen ihre Jungen. Das verstärkt die Notsituation noch, denn auch Hauskatzen-Nachwuchs findet den Weg in die Tierheime. Süsse, tapsige Jungkatzen sind wunderbar –aber werden sie grösser, sind viele Besitzer schnell mal überfordert. 

Ein grosses Problem: Manche der Findlinge sind vermutlich einfach entlaufen. Der Tierschutz würde diese gerne zu ihren Besitzern zurückführen, doch: 

«Bei Katzen ist es sehr schwierig, zu unterscheiden, ob sie entlaufen oder ausgesetzt worden sind. Deshalb fordern wir, nach den Hunden auch für die Katzen eine Chip- und auch eine Kastrationspflicht einzuführen.»
Astrid Becker

Astrid Becker betreut zu Hause mittlerweile selbst vier Katzen aus dem Tierheim und weiss im Allgemeinen, woran Wild- von domestizierten Katzen unterschieden werden können. Das Fell sei gepflegter, das Tier zutraulicher und sucht das Futter beim Menschen. Aber trotz aller Bemühungen wächst die Zahl der verwilderten Katzen stetig.

Bild: public domain

Becker wäre wirklich sehr froh, ...

«... wenn Familien, die sich überlegen, ein Haustier, beispielsweise eine Katze, in die Familie aufzunehmen, auf unserer Homepage oder in unserem Tierheim vorbeikommen. Wir würden sehr gern Katzen an tierliebende Leute abgeben.»

Becker spricht ausschliesslich von Katzen. Das klingt, als sei das Problem ausgesetzter Hunde kein Thema mehr?

Sie schüttelt den Kopf:

«Seit Hunde gechipt werden müssen, gibt es das zum Glück nur noch selten. Damit kann man ihren Besitzer oder ihre Besitzerin sofort ausfindig machen. Deshalb suchen Hundebesitzer heute erfreulicherweise andere Lösungen, wenn sie ihren vierbeinigen Freund nicht ins Hotel mitnehmen können. Sie bringen sie in eine Tierpension, Nachbarn schauen zum Tier oder Verwandte nehmen es so lange zu sich.»

Wer sucht, der findet:

So rührend die von Kindern gestalteten Plakate auch seien, mit denen diese ihre entlaufenen Katzen suchen – auch das sei dann Vergangenheit. Mit Chip kann jedes Tier problemlos identifiziert und zum Besitzer zurückgebracht werden. Wer sich für eine Katze aus dem Tierheim entscheidet, bekommt diese ausschliesslich geimpft und gechipt. 

Katzen während ihrer Zeit im Tierheim, und nachdem sie adoptiert wurden

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Katzen während ihrer Zeit im Tierheim, und nachdem sie adoptiert wurden
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Das Tierheim gibt übrigens auch gerne Hunde, Schildkröten, und Kleinnager wie Zwerghasen oder auch Ziervögel in ein gutes neues Zuhause.

Der Tierschutz nimmt seine Verantwortung gewissenhaft wahr. Denn zukünftige Besitzer sollen sich bewusst sein, welche Pflichten auf sie zukommen. Um sicher zu stellen, dass alle ein schönes Plätzchen finden, dass die Tiere ausreichend Zeit, Platz und Liebe erhalten, müssen erstmal viele Fragen beantwortet werden.

Erst dann darf man so ein Tier mit nach Hause nehmen. Und das ist auch gut so.

Diese Katze ist eine wahre Kämpferin

Tierheim-Hund + Fuchswelpe = Freundschaft

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Tierheim-Hund + Fuchswelpe = Freundschaft
quelle: epa/mti / attila kovacs
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